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Leselupe.de > Humor und Satire
Rekortage.
Eingestellt am 18. 02. 2003 23:09


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pleistoneun
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Registriert: Apr 2002

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Drei Freunde wollten seit Jahren ins Buch der Rekorde. Einf√§lle hatten sie genug, aber entweder kam ihnen ein Rekord zuvor oder sie wurden f√ľr ihre Darbietungen beim Buchverlag ausgelacht. Nach vielen rekordlosen Tagen blendete wieder mal ein Geistesblitz, der schnurstracks ins sagenumwobene Buch der Rekorde f√ľhrte. Es war der Plan, 100 Tage lang, jeden Tag einen bestehenden Rekord zu √ľberbieten und zudem eine v√∂llig neuartige, noch nicht da gewesene H√∂chstleistung zu erbringen. Diesen Einfall hatte wohl noch niemand vor ihnen.

Der Ausgangsversuch war die Strickleiternummer: 15 Strickleitern solange mit dem Kopf balancieren, bis man in vietnamesischer Landessprache den Unabhängigkeitsvertrag von St. Germain auswändig konnte. Diesen Rekord täglich zu toppen war kein Problem - man erhöhte die Zahl der Strickleitern. Das gabs noch nicht, das wollte niemand nachahmen und machte in der Umsetzung wenig Schwierigkeiten.

Die Aufgaben der n√§chsten Tage waren weitere Strickleitern balancieren, Matjesheringe mit Zehen entgr√§ten, 10.000 Meter kraulend in 30 min. mit 1.000 Kaffeebohnen im Mund, Hei√üluftballonspr√ľnge mit und ohne Fallschirm, viszerales Speedpiercing, nukleare Bestrahlungsnummern, Pferdehufnageln, Maibaumentwurzeln, Apfel-, Birnen-, Kirschkernlutschen und Extremdauermalen.

Die Tage vergingen und alles schien nach Plan zu laufen, als um den 65. Tag der Staatsvertrag allm√§hlich seine wahre L√§nge zeigte, denn die Strickleitern waren √ľber die zu sprechende Distanz kaum noch zu balancieren. Doch man wollte das bisher Erreichte nicht wegen einer solchen Lapalie zunichte werden lassen und k√ľrzte kurzum den Text.

Am 100. Tag traten sie f√ľr den letzten Finalakt an die √Ėffentlichkeit. Dutzende Kameras aus mehreren L√§ndern standen bereit und eine stattliche Anzahl Schaulustiger begrenzte das Areal, das zum Schauplatz des aufw√§ndigsten, je produzierten Rekordes, werden sollte. Es ging los. Der Strickleiternhaufen wurde gepackt und der gek√ľrzte Text des Staatsvertrages fl√ľssig und fehlerlos in vietnamesischer Sprache aufgesagt. Der Versuch gl√ľckte, das Publikum applaudierte und die Zeitungen schrieben von einem "eisenern Vorhaben dreier Freunde, das die Welt ver√§ndert hat".

Die drei hatten ihr Ziel also erreicht. Alles schien in bester Ordnung, als plötzlich das Land aus der Luft angegriffen wurde. Vietnamesische Tiefflieger bombardierten alles, was höher als ein Hydrant und aus Beton war. Man zerstörte alle Städte und bewohnbare Gebiete wurden zu Asche und Staub. Die Menschen mussten hilflos mitansehen, wie die vietnamesische Streitmacht mit einem Schlag einem ganzen Volk das Garaus machte.

Wie sich erst viel sp√§ter herausstellte, war der Grund des Angriffs eine fehlerhafte √úbersetzung der V√∂lkerverbundssatzung des stark gek√ľrzten Staatsvertrages. Vietnam wurde darin beschimpft und sie sollten sich zu einem Kampf herausgefordert f√ľhlen. Ob die drei Freunde die Welt mit ihrem Rekordversuch wirklich ver√§ndert haben?

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