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Leselupe.de > Anonymus
Relativierung
Eingestellt am 06. 06. 2006 16:46


Autor
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Anonymous
Unbekannter Verfasser
Registriert: irgendwann

Eigentlich kann ich nichts richtig. Im Beruf bin ich unauffĂ€lliges Mittelmaß. Ich errege keinen Anstoß unter den Kollegen, man hat sich so an mich gewöhnt. Von den Vorgesetzten werde ich in fast regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden auf das sichere Ausbleiben von Karriereschrittchen im Rahmen meiner weiteren Nichtentwicklung hingewiesen.
    In meiner Freizeit klimpere ich auf einer verstimmten Gitarre und nĂ€sele bruchstĂŒckhaft Folksongs vor mich hin. Ab und an klopft mein Nachbar gegen die Wand, es klingt immer sehr aufgebracht. Meist gehe ich dann zu leiseren BeschĂ€ftigungen ĂŒber, ich schreibe Liebesgedichte an eine unbekannte Frau. (Einmal habe ich einem Betrunkenen kurz vor Kneipenschluss eines meiner Gedichte vorgelesen. Leider wurde er in dem Moment, da er dem Textende entgegenschielte, bewusstlos. Vielleicht wollte er sich um ein Urteil drĂŒcken, ich weiß es bis heute nicht.)

Mit der Kunst der Hoffnung steht es bei mir ebenfalls nicht zum besten: Ich bin keinesfalls ĂŒberzeugt, die Frau eines Tages zu treffen. Und wenn doch – wie sollte ich sie wohl fĂŒr mich gewinnen?

Denn mit den Menschen kann ich auch nichts richtig anfangen: Ich kann sie weder nach meiner Pfeife tanzen lassen noch ihnen den Kopf verdrehen. Ich kann sie nicht in Depressionen stĂŒrzen noch mit einem bösen Blick in Angst versetzen oder zum Herzstillstand bringen. In die Euphorie trieb ich auch noch nie jemanden. Den Versuch, Tote zum Leben zu erwecken, habe ich bisher unterlassen, ich bin nĂ€mlich ziemlich ĂŒberzeugt davon, auch dieses nicht zu können.
So bleibt mir also nur die perfekte Fortsetzung meines unauffÀlligen Dilettantendaseins. Das einzige, was ich kann. Insofern stimmt meine anfÀngliche Behauptung doch wieder nicht ganz.

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