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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Renn
Eingestellt am 23. 02. 2009 21:23


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daoler
Hobbydichter
Registriert: Feb 2009

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Klaus stand auf dem Bahnsteig der Schnellbahnstation und blickte auf die Wand neben dem Gleis. In einem blauen Streifen in knappen zwei Metern H├Âhe stand dort mehrmals der Name der Station. RENNWEG RENNWEG RENNWEG. Klaus blickte die Schrift entlang. Immerzu das selbe Wort. RENNWEG RENNWEG RENNWEG. Was war da? Irgendjemand war hinter ihm. Er drehte sich um, doch sah niemanden. Er blickte wieder auf den Schriftzug. RENNWEG RENNWEG RENNWEG. Die Buchstaben begannen sich zu bewegen. RENNWEG RENNWEG RENNWEG RENN WEG! RENN WEG! Entsetzen packte Klaus. War es schon zu sp├Ąt? Er drehte sich hektisch hin und her. Gleich w├╝rden sie ihn haben. RENN WEG! Stand auf dem blauen Streifen. Klaus rannte los, so schnell wie noch nie zuvor in seinem Leben. Er rannte auf den Ausgang zu, die drei Leute, die ihm im Weg standen bemerkte er gar nicht, als er sie zur Seite stie├č. Ihre w├╝sten Beschimpfungen nahm er nicht mehr wahr, schon st├╝rzte er die Treppe hinauf, mit jedem Schritt drei Stufen auf einmal nehmend. Schlie├člich stand er vor dem Ausgang der Station. Die Sonne schien auf ihn hinunter und ein sanfter Wind blies ihm ins Gesicht. Seine Angst wurde st├Ąrker. Er schlug mehrmals in die Luft aus, sprang kurz nach links, schlug wieder, dann nach rechts. Er f├╝hlte, es hatte keinen Sinn und rannte wieder los. Er lief so schnell er konnte den Graben entlang, in dem die Bahn fuhr. Da sah er eine Gruppe von Fu├čg├Ąngern vor sich auf dem Gehsteig. Schreiend sprang er auf die Motorhaube eines geparkten Autos und von dort auf die Stra├če, ein in diesem Moment daherkommendes Auto konnte gerade noch mit quietschenden Bremsen stehen bleiben. Klaus lief nun die Stra├če entlang, er sp├╝rte, dass ihm der Atem ausging, aber er rannte weiter. Bei einem Kanaldeckel hatte sich der Asphalt ein wenig eingesenkt. Klaus stolperte und fiel b├Ąuchlings in eine danebenliegende Pf├╝tze. Er sprang sofort wieder auf und rannte weiter. Er sp├╝rte sie n├Ąherkommen. Sein Blick ging nach rechts. Da waren sie, da! Er wusste, sie waren schon um die Ecke. Da sah er eine Br├╝cke ├╝ber die Bahn. Er hetzte dr├╝ber. Ha! So nicht!, dachte er sich. W├Ąhrend er rannte blickte er zur├╝ck und ├╝bersah eine Gehsteigkante. Wieder stolperte er und schlug mit der Stirn hart auf. Er griff nach dem schmerzenden Kopf und sp├╝rte, dass ihm Blut die Stirn herunterlief. Er sprang auf und rannte weiter. Zwei H├Ąuserblocks weiter lag eine gro├če Stra├če vor ihm. Er querte sie blindlings, nur knapp verfehlten ihn mehrere Autos. Der Stadtpark lag vor ihm. Er lief so schnell er konnte, quer ├╝ber Rasenfl├Ąchen und Blumenbeete. Ein kleiner Wasserlauf lag im Weg. Er sprang, schaffte es aber nicht ganz zur anderen Seite und flog mit dem R├╝cken voran ins Wasser. Nun beidseitig nass kletterte er aus dem Bach und rannte weiter, quer ├╝ber den Stubenring, der zum Gl├╝ck gerade rot hatte. Vor dem Caf├ę Pr├╝ckl ├╝bersah er abermals den Gehsteig und st├╝rzte wieder, diesmal auf den linken Arm.

Da pl├Âtzlich wurde er ruhig. Die Panik wich von ihm. Er atmete durch und stand auf. Warum hatte es heute so lange gedauert, bis die Wirkung einsetzte, fragte er sich. Aber immerhin, er hatte die Tabletten noch rechtzeitig genommen als er die ersten Anzeichen bemerkte, knapp bevor er in die Schnellbahnstation kam. Blutend und triefend betrat er das Caf├ę und bestellte sich einen Espresso.

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