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Leselupe.de > Gereimtes
Resignation
Eingestellt am 14. 02. 2012 23:49


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Vera-Lena
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Resignation

Ein Floh, verliebt in Himmels Blau,
versuchte es geschickt und schlau,
mit Leidenschaft per Trampolin
in diese Farbe einzuziehn.

Ein Windstoß kam mit großer Macht
und hat ihn wieder heimgebracht.
Er schluckte heiß an seinem Sehnen,
ertrank beinah in seinen Tränen.

Doch seine Frau rief: Ach du spinnst,
wenn du zu Fernes dir ersinnst,
jetzt lass die Träumereien sein
und hüpf mit mir auf dieses Schwein!

Da hat er, wie es oft so geht,
die Sehnsucht in ein Bein vernäht ...
hat ausgetauscht das schöne Blau
ins Rosa dieser fetten Sau.

Er sprach beim Festmahl zu den Gästen:
Wir wollen uns an Schweinen mästen,
denn Fressen ist der Sinn des Lebens;

und Höheres bleibt stets vergebens.






__________________
Der Mensch ist sich selbst das größte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

Version vom 14. 02. 2012 23:49
Version vom 15. 02. 2012 01:12
Version vom 15. 02. 2012 12:10

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Label
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Liebe Vera-Lena

Gesellschaftskritik verpackt in eine heitere Geschichte, für die Pragmatiker
mit wehmütigem Nachhall für die Idealisten

Die Antipoden von Himmel/Schweine, hellblau/rosa geben Raum zu weiteren Assoziationen.

quote:
Wir wollen uns an Schweinen mästen,
denn Fressen ist der Sinn des Lebens;

und Höheres bleibt stets vergebens.
dieses Fazit ist die übewältigende Resignation für den Idealisten.

ich empfinde dein Gedicht als sehr eindrucksvoll und entdecke viele Stellen die mich emotional erreichen.

quote:
die Sehnsucht in ein Bein vernäht.......
hat ausgetaucht das schöne Blau

die ins Bein vernähte Sehnsucht ein ungewöhnliches Wortbild, dass ich als Behinderung der bekannten Sprungkraft von Flöhen deute
ausgetaucht - generiert mehrere Assoziationen - aber keine klare Zuordnung.

Gefällt mir gut dein Gedicht liebe Vera-Lene, in dem viel mehr steckt als die Worte sagen

Lieber Gruß
Label


__________________
sie lasen soeben die buchstabenfolge, zensiert nur von eigener meinung

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Vera-Lena
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Liebe Label,

danke für Deinen ausführlichen Kommentar!

Nun ja, jeder nach seiner Façon durchs nie so leichte Leben.
Für den Idealisten ist es oft schmerzlich.

Das hast Du ganz richtig erkannt, dass die ins Bein vernähte Sehnsucht die Sprungkraft für den Floh ziemlich eingeschränkt haben wird.

Das Austauschen bezieht sich vom Blau des Himmels (das Ideal) zum Rosa des Schweines (die banalen Dinge des Lebens).

Es freut mich, dass Dich der Text auch emotional erreicht. Mich rührt der kleine Kerl nämlich auch zu Tränen.

Noch einmal danke!

Liebe Grüße
Vera-Lena


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Label
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Ahh du meintest austauschen

darüber wäre ich nicht ins Grübeln geraten

austauchen ließ mich an hineinstürzen, sich total in eine Sache begeben denken
ist ja auch nicht schlecht ; liebe Vera-Lena

gäbe aber einen anderen Sinn.
An eine Fabel habe ich auch sofort gedacht, allerdings an eine Neue, von dir in der Fabeltradition.

Lieber Gruß
Label

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AchterZwerg
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Vera-Lena,
leider sind dir m. E ein paar Fehlerchen unterlaufen:

quote:
Resignation

Ein Floh, verliebt in Himmels Blau,
versuchte es geschickt und schlau,
mit Leidenschaft per Trampolin (Komma weg)
in diese Farbe einzuziehn.

Ein Windstoß kam mit großer Macht
und hat ihn wieder heimgebracht. (ein Wort)
Er schluckte heiß an seinem Sehnen,
ertrank beinah in seinen Tränen.

Doch seine Frau rief: (Leertaste) Ach du spinnst,
wenn du zu Fernes dir ersinnst,
jetzt lass die Träumereien sein, Komma
und hüpf mit mir auf dieses Schwein!

Da hat er, wie es oft so geht,
die Sehnsucht in ein Bein vernäht (Leertaste, drei Punkte)
hat ausgetauscht das schöne Blau
ins Rosa dieser fetten Sau.

Er sprach beim Festmahl zu den Gästen:
Wir wollen uns an Schweinen mästen,
denn Fressen ist der Sinn des Lebens;

und Höheres bleibt stets vergebens.

Mir erschließt sich überhaupt nicht, wieso die Sehnsucht in ein Bein vernäht wird. So soll es "oft gehen"; ich habe leider noch nie davon gehört, selbst nicht als Redensart.
Den Rest finde ich recht hübsch, doch wird der Witz durch die Beinstrophe in meinen Augen arg minimiert.
Nicht böse sein,
der 8. Zwerg

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Vera-Lena
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Liebe Heidrun,

danke für Deine Mühe, die Fehler aufzudecken! Vor dem "und" in der dritten Strophe muss, so weit ich weiß, kein Komma astehen. Ansonsten habe ich Deine Korrekturen gerne übernommen.

Natürlich hat der Floh seine enttäuschte Sehnsucht in den Ort hineingestopft, von dem er hoffte, dass er mit dessen Hilfe den Gegenstand seiner Sehnsucht, das Himmelsblau, erreichen könnte.

Ich finde das absolut logisch. Und ich freue mich, dass es das noch gar nicht gibt, sondern dass mir meine Muse das mal eben so geschenkt hat.

Ebenso logisch finde ich, dass er durch diesen "Sehnsuchtsbuckel" nun seine Enttäuschung durch sein ganzes Leben mit herumgeschleppt hat und in gewisser Weise behindert war.

Das "wie es oft so geht" ist natürlich im übertragenen Sinne gemeint. Andere Enttäuschte packen ihre Enttäuschungen woanders hin, die Menschen meistens in ihr Herz.

Doch, doch die ins Bein vernähte Sehnsucht ist ein Glanzpunkt in diesem Text, jedenfalls aus meiner Sicht, schließlich geht es hier um einen Floh.

Dir liebe Grüße
Vera-Lena




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