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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Revanchedenken
Eingestellt am 09. 05. 2005 03:28


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stearinlys
Hobbydichter
Registriert: Oct 2004

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Komm schon! Trau dich doch. Was ist, warum wird dein Tritt pl├Âtzlich so unsicher? Du siehst aus, als w├╝sstest du deine F├╝├če auf dem kalten Matsch nicht voreinander zu setzen! Eines der Dinge, die du nie erlernen wolltest? Na komm, versuch es wenigstens, oder soll ich dich gleich mit der kalten Starre meiner Augen zur├╝ckschleudern? Dorthin, wo du hergekommen bist?

Noch f├╝nfzig l├Ącherliche Meter, und deine Fratze wird meine kurzsichtigen Augen vollst├Ąndig erreicht haben. So, dass ich die sich frisch bildenden Pickel auf deiner Nase und um deine verzogenen Mundwinkel erahnen kann. Die den Eiter aus deiner aufgebrochenen Haut sto├čen, damit wenigstens ein kleiner Teil deiner verd├╝nnten Allt├Ąglichkeit nach au├čen dringt. Und alles Unausgesprochene weiterhin in dir verschlagen bleiben darf. Noch f├╝r eine kurze Zeit.

Irgendeine Ersatzbefriedigung braucht dein ungewollter K├Ârper ja, ich wei├č.
Schau, mein Kleiner. Mach es lieber so wie ich und rauche dir die Lungenfl├╝gel fetzig. Das sp├╝rst du wenigstens. Nicht mit den ersten paar tausend Z├╝gen. Die suggerieren nur ein kleines bisschen Ruhe in einer verdrehten Gedankenwelt. Aber sp├Ąter dann! Warte nur, bis das Innere zuschl├Ągt! Noch ├╝bersiehst du sie, die ├äxte und H├Ąmmer, die es still schmiedet, w├Ąhrend du in deinem kurzatmigen Schlaf deinen Oberk├Ârper umkrampfst.
Manchmal, wenn dein Atem so schnell wird, dass deine Luftr├Âhre sich aus dem K├Ârper zu st├╝lpen droht, kannst du es sp├╝ren. Du musst aufmerksamer sein! In jenen Momenten, in denen du in jedem Winkel deines K├Ârpers ersch├╝ttert die Augen aufrei├čt und nur in die Nacht zu starren wei├čt. Da zeigt sie sich, die dunkle Energie, die sich aus dir windet und sogleich ├╝ber dich legt wie ein Leichentuch, weil du sie wieder einmal verneint hast. Und das letzte bisschen Mitleid in deinem zerfransten Herzen sich nach au├čen st├╝lpen und br├╝llen m├Âchte.

Ich kann es kaum glauben, wie verpfuscht du dich selbst gemacht hast. Gemacht, h├Ârst du! Gemacht! Dein Wille geschah.

Und verschone mich mit dem Schleier ├╝ber deinen Augen. Und deinen Wangen, die sich jede Stunde ein St├╝ckchen weiter nach innen legen, wie um dich aufzufressen. Rei├č dir die paar Haarb├╝schel auf deinem kahl werdenden Kopf aus, komm schon! Mach die Destruktivit├Ąt sichtbar, die in dir lauert und jeden Moment deine Weggef├Ąhrten anzuspringen droht. Diejenigen, die sich noch in deinem Schatten sonnen. Blende sie alle, die Ungedachten, welche dich noch nicht kennen.

Was k├╝mmern sie mich? Ich bin um mein Leben froh, dich passiert zu haben. Dich passieren gelassen zu haben. Nur ein fast undurchblutetes St├╝ckchen von meinem Herzen, kurz vor dem Ausschlagen, an dich verschwendet zu haben. Weil du so glei├čend warst, dass ich nicht mehr denken konnte. Ich h├Ątte es schon damals ahnen sollen, denn dein Licht hat mir fast die meine Augen versengt. Die d├╝nne, unn├╝tze Schicht ist dabei verschmort. Was sollÔÇÖs. Ich habe noch genug Fleisch um meine Rippen geh├╝llt, um nach dir in diesem Matsch zu stehen und dir lachend mein ausgetrunkenes Weinglas hinterher zu schleudern.

Und solltest du deinen Dolch im Vorbeischleichen noch ein paar Mal in meine Brust rammen wollen, bedecke dein bleiches Gesicht! Mein Stolz ist st├Ąrker als dein klagender Wille. Ich werde so gerade vor dir stehen, dass sogar deine Pickel verk├╝mmern werden.

Komm schon, worauf wartest du? Nur noch ein paar Schritte!

Ach, du stolperst? Das tut mir aber Leid. Ich w├╝nschte, du k├Ânntest jetzt sehen, wie sich dieses fahle Rosa ├╝ber die beiden unter deinen schalen Augen vorstehenden Knochen schleicht! Wie dein Gesicht von deiner Angst ├╝berlagert wird. Und wie man dir ansieht, dass du das wei├čt. Dieses leise Zucken zwischen deinen Wimpern. Es soll dich um (dein Denken) bringen.

Und ich sehe gerne an dir vorbei.
Nie wieder unter deinen Augen geb├╝ckt.

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