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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Rezension: Jo Stammer: Täuschend echt
Eingestellt am 11. 08. 2012 21:00


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Taschenkrebs
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Aug 2011

Werke: 4
Kommentare: 5
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Christian Mohn musste eine Gefängnisstrafe verbüßen, weil er sich als Professor ausgegeben hat. Nach seiner Haftentlassung zieht er mit seiner französischen Frau von Berlin nach Düsseldorf, wo er eine viel zu teuere Wohnung und eine schlecht bezahlte Stelle in einem Antiquariat findet. Während er noch mit seinem Schicksal hadert, stößt er auf eine Kleinanzeige, die sein Leben ändern wird: “Male für Sie jedes Bild”. Mehr bedarf es nicht, um Christian Mohns kriminelle Energie neu zu entfachen.
Schon nach den ersten Kapiteln musste ich über die gelungene Namensgebung schmunzeln: Herr Prundenz, der sich für neunmalklug hält und der Hochstapler Herr Schmitz-Spiekermann, den als runnung gag jeder Sprieckermann nennt. Das ist so ausgefallen, dass bestimmt niemand diesen Doppelnamen für erfunden hält. Die anfangs gemächliche Geschichte gewinnt immer mehr an Dramatik, während sich der Protagonist - aus dessen Perspektive die Geschichte erzählt wird - ständig neu erfindet. Er ist der geborene Spieler, was sich nicht zuletzt an den mehr als erstklassischen Provenienzen der Gemälde zeigt. Wenn er mit Bilderproduzenten, Galeristen, Fachleuten und Frauen jongliert, hält der Leser den Atem an. Das kann auf die Dauer nicht gut gehen!

Das Buch ist flüssig geschrieben und gut recherchiert. Die Düsseldorfer Kunstszene kommt sehr authentisch rüber und die Beschreibung der Kunstwerke sind so plastisch, dass man sie vor sich sieht. Fast möchte ich sagen: Der Leser erhält nützliche Information über das Fälschen von Kunstwerken und wie man die Fakes verkauft. Mit dem Protagonisten Christian Mohn ist dem Autor ein fesselnder Charakter gelungen, der die Handlung über 280 Seiten trägt.

Jo Stammer: Täuschend echt
edition oberkassel
ISBN: 978-3-943121-070
(D) 11,99€
281 Seiten
Erschienen Juni 2012
Jo Stammer, 1958 in Düsseldorf geboren, schreibt Romane und Erzählungen. Er unternahm häufige Reisen nach New York, Paris und nach Tanger zu Paul Bowles, einem amerikanischen Autor.

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Winfried Stanzick
Routinierter Autor
Registriert: Aug 2011

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Lieber Taschenkrebs,

vielen Dank für diese Rezension.


Ich möchte dazu einige Anmerkungen machen:

1. Mir hätte ein einleitender Satz gut gefallen, bevor Du mit der Schilderung des Inhaltes beginnst.

2. Es heißt "running gag"

3. Ich nehme an, es ist ein Roman. Mir hätten einige Bemerkungen über den Stil, die Sprache und den Aufbau gefallen, außer "flüssig geschrieben und gut recherchiert".

4. Bei 281 Seiten des Buches und der nicht vorhandenen Zeilenbegrenzung bei der LL hätte die ganze Rezension ruhig etwas ausführlicher sein dürfen.

5. Doch auch in ihrer jetzigen Form macht sie "Geschmack" auf das Buch. Danke.

Herzliche Grüße

Winfried Stanzick

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jon
Foren-Redakteur
Fast-Bestseller-Autor

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Registriert: Nov 2000

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Hallo Taschenkrebs,

schade, dass diese Rezi so lieblos oder zumindest unsorgfältig gemacht wirkt. Ich bekomme keinen Eindruck von dem Buch. Und auch als Werbung funktioniert es wegen der „Mystischen Elemente“ nicht so recht …




Nulltens:
Absätze entweder immer mit oder immer ohne Leerzeile.


Erstens:
Ich verstehe das Ganze nicht. Na gut, einiges verstehe ich schon (ein Herr Mohn betrügt/spielt/stapelt hoch und steuert unaufhörtlich auf Teufels Küche zu), aber alles andere, was du über den Inhalt sagst, bleibt eher mystisch.


„Herr Prundenz, der sich für neunmalklug hält und der Hochstapler Herr Schmitz-Spiekermann, den als runnung gag jeder Sprieckermann nennt.“
Abgesehen davon, dass hinter "hält" ein Komma hingehört: Er hält sich für neunmalklug (ist aber was?) oder ist er es?
Und: Was sind das für Leute? Identitäten von Mohn? (Aber warum sollte er sich z. B. als Hochstabler ausgeben und das auch noch so, dass die Leute nicht merken (Namen hält niemand für erfunden) es nicht merken (das ist wie „Ich bin Tom und gebe mich als Hans aus, aber keiner merkt, dass ich mich für Hans ausgebe, sie halten mich alle für Otto."))

Wozu genau animiert ihn die Anzeige?

Was ist an der Namensgebung so sehr gelungen, dass es der einzige Umstand ist, der als Schmunzel-Auslöser erwähnenswert ist.

"Er ist der geborene Spieler, was sich nicht zuletzt an den mehr als erstklassischen Provenienzen der Gemälde zeigt. "
Welcher Gemälde? Was hat deren Herkunft mit seinem Spielertalent zu tun?


Zweitens:
Formulierungen wie "kommt sehr authentisch rüber" sollte man der Alltagssprache vorbehalten lassen.


Drittens:
Angaben zum Autor werden eher auf Werbe-Seiten (auf der Verlagshomepage oder ähnliches) so zusammenhangslos hinten dran gehängt. Oder bei Pressemittelungen, als Zusatzinfo für den Redakteur, der eventuell noch einen Kontext erzeugen will. Was der Hinweis auf den (offenbar nicht sehr bekannten) amerikanischen Autor soll, verstehe ich überhaupt nicht.


… und ich schließe mich Winfrieds Punkten 1 bis 4 vorbehaltlos an.
__________________
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt (Klaus Klages)

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Taschenkrebs
Wird mal Schriftsteller
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Korrektur

Ich hoffe, das ist etwas besser? Ich habe es jedenfalls bei Amazon gepostet. Mir ging es mit Paul Bowles umgekehrt: Ich habe dem Verfasser nicht recht abgenommen, dass er auf du und du mit einem bekannten Autor war, der obendrein bereits 1999 gestorben ist.


Rezension: Jo Stammer: Täuschend echt
Christian Mohn musste eine Gefängnisstrafe verbüßen, weil er sich als Professor ausgegeben hat. Nach seiner Haftentlassung zieht er mit seiner französischen Frau von Berlin nach Düsseldorf, wo er eine viel zu teuere Wohnung und eine schlecht bezahlte Stelle in einem Antiquariat findet. Während er noch mit seinem Schicksal hadert, stößt er auf eine Kleinanzeige, die sein Leben ändern wird: “Male für Sie jedes Bild”. Mehr bedarf es nicht, um Christian Mohns kriminelle Energie neu zu entfachen. Er lässt den verkrachten Künstler, der die Anzeige aufgegeben hat Meisterwerke der modernen Malerei fälschen und verkauft sie an Düsseldorfer Galerien. Dabei schlüpft er in die Rolle des Dr. Schmitz-Spiekermann, eines Mannes von Welt, der für die Regierung arbeitet.

Schon nach den ersten Kapiteln musste ich über die gelungene Namensgebung schmunzeln: Herr Prudenz, der sich (wie sein Name schon vermuten lässt) für neunmalklug hält und Herr Dr. Schmitz-Spiekermann, den als running gag jeder mit Schmitz-Spriekermann anspricht. Das ist so ausgefallen, dass bestimmt niemand diesen Doppelnamen für erfunden hält. Die anfangs gemächliche Geschichte gewinnt immer mehr an Dramatik, während sich der Protagonist - aus dessen Perspektive die Geschichte erzählt wird - ständig neu erfindet. Er ist der geborene Spieler, was sich nicht zuletzt an den mehr als erstklassischen Provenienzen der Gemälde zeigt. Wenn er mit Bilderproduzenten, Galeristen, Fachleuten und Frauen jongliert, hält der Leser den Atem an. Das kann auf die Dauer nicht gut gehen!

Das Buch ist flüssig geschrieben und gut recherchiert. Die Düsseldorfer Kunstszene wirkt sehr authentisch und die Beschreibung der Kunstwerke sind so plastisch, dass man sie vor sich sieht. Fast möchte ich sagen: Der Leser erhält nützliche Information über das Fälschen von Kunstwerken und wie man die Fakes verkauft. Mit dem Protagonisten Christian Mohn ist dem Autor ein fesselnder Charakter gelungen, der die Handlung über 280 Seiten trägt.

Jo Stammer: Täuschend echt
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jon
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Etwas besser. Jetzt weiß ich zwar noch immer nicht, wer Herr Prudenz ist, aber wenigstens, was Herr Mohn treibt.


Die bibliografischen Angaben

quote:
Jo Stammer: Täuschend echt
edition oberkassel
ISBN: 978-3-943121-070
(D) 11,99€
281 Seiten
Erschienen Juni 2012

können so wie in der ersten Version komplett gern hintendran stehen, die Kurzform wie in der zweiten Version reicht aber zur Not auch.


REDAKTIONSHINWEIS:
Neue Versionen im Werkepost einstellen (unter dem Werk: „Bearbeiten“ drücken und Text austauschen bzw. ändern), nicht im Kommentar-Block anhängen!
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Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt (Klaus Klages)

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