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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Rezension: Schüsse in der Nudelhalle
Eingestellt am 01. 12. 2005 19:04


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Hedwig Storch
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Schüsse in der Nudelhalle

Der Showdown findet in der Lagerhalle des Importeurs Astorre Viola statt. Man bringt sich um. Jenes Unternehmen der U.S.-Nahrungsmittelindustrie heißt Viola Macaroni Company und hat seinen Sitz in Mannhattan auf der Lower East Side. Viola ist der Familienname von Astorres Pflegevater in den Staaten. Astorre, unser Held, stammt aus Sizilien und ist der Sohn des seligen Vincenzo Zeno, zu Lebzeiten Don der Mafia.
Anno 1967, als der Don in Sizilien im Sterben liegt, versammelt er drei seiner Getreuen um sich und gibt den zweijährigen Astorre in Pflege bei Raymonde Aprile.
Letzterer wiederum ist ein großer Don in den USA. Er gibt Astorre an Signore Viola weiter. Weil dieser Pflegevater aber nicht spurt, muß er ermordet werden. So nimmt Raymonde Aprile notgedrungen die Erziehung selber in die Hand.
Astorre ist ein außergewöhnlicher Junge. Bei einem Sizilienbesuch werden Astorre und sein Erzieher Raymonde Aprile aus Versehen von der örtlichen Mafia entführt. Man verlangt Lösegeld von dem reichen Amerikaner. Dafür möchte der Don die Entführer am liebsten gleich umbringen. Aber der kleine Astorre stimmt den alten Don um, sodaß letzterer Gnade vor Recht ergehen läßt.
Astorre bleibt aber nicht so menschenfreundlich. Als Don Raymonde Aprile von einer Verbrecherbande, die an seine Banken heranwill, erschossen wird, nimmt Astorre grausame Rache. Die gipfelt in dem o.g. Finale in der Makkaronihalle.

Bis zum Schluß des Romans sortiert der Leser die Ereignisse aus einem Sack voller Verstrickungen. Mehr als eine Handvoll Verbrecher werden von den Behörden intensiv verfolgt.
Die korrupte New Yorker Polizistin Aspinella soll Astorre erschießen, aber sie killt Portella und Cilke.

Portella ist einer jener Verbrecher, der in den Banken des Don seine schmutzigen Dollars waschen möchte. Und er hat Aspinella nicht bezahlt, sondern ihr wurde ein Auge ausgeschossen und der Kumpan im Auto wurde in die Luft gesprengt.

Cilke, ein FBI-Beamter, ist hinter den handelnden Gesetzesbrechern, Astorre eingeschlossen, her. Cilke ist auch bestechlich, angeblich im Auftrag seines Chefs, um an die Bande heranzukommen. Warum erschießt Aspinella ihn? Dem Anschein nach, weil sie sauer auf anmaßende Mannsbilder und schießwütig ist.

Rosie, die Mafiabraut, geht mit jeden ins Bett, der reich genug ist. Sie ist Astorres Gehilfin. Ihre Waffe ist der Sex.

Astorre kommt mit dem Leben davon. Er geht nach Sizilien und führt dort mit Rosie ein einfaches Leben. Beide setzen einen Sohn in die Welt, der wahrscheinlich in die USA gehen und dort Verbrechen begehen wird, wenn er erst einmal groß ist.

Omertà ist ein Krimi der Extraklasse. Ungerecht ist nur, Astorre bekommt keine Strafe für seine Verbrechen.

Omertà bedeutet ja, den Mund halten. Das Buch könnte „Singestunde“ heißen: Hesko, der zwei Killer im Auftrage Portellas auf die Spur des Don Raymonde Aprile gesetzt hat, singt, um seine Haut zu retten, als ihn Astorre geschnappt hat. Die zwei Killer singen, bevor sie erdrosselt werden.
Logisch Zusammgehöriges wird kompakt erzählt, indem die Vergangenheit der Figuren in die erzählte Zeit hereingeholt wird. Als z.B. Aspinella zur nächsten Korruption unterwegs ist, fragt sie sich: Wie kam es, daß ich so tief gesunken bin? Dieses knappe Hereinholen der Vergangenheit gibt dem Leser Antwort auf eine seiner Grundfragen: Warum handelt die Figur so und nicht anders?

Das Überraschungsmoment dominiert bei der Entwicklung fast jeder wichtigen Figur.
- Astorre, anfangs der liebe Junge, wird von Don Raymonde Aprile „abgehärtet“ und mordet dann nach Herzenslust.
- Die einfachsten Tricks sind die wirkungsvollsten: Der TV-Produzent Marcantonio Aprile, ein Sohn des Don, wird entführt. Das wird erst erwähnt und darauf wirds erzählt.
- Rosie legt die beiden gerissenen Mörder des Don herein. Später kommt heraus, sie agierte in Astorres Auftrag.

Der Schriftsteller Mario Puzo wurde 1920 in New York geboren und starb 1999 auf Long Island.

Mario Puzo: Omertà
Roman (2000)
ISBN 3-548-25157-9


Hedwig Storch 12/2005

__________________
Hedwig

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jon
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Hallo Hedwig,

du bist auf dem richtigen Weg: Es sind immerhin schon ca 5 Sätze (je nach Wertung) im Text, die sich mit der "Qualität" des Buches beschäftigen, und einer, der etwas zur "Einordnung" (hier über den Autor) sagt. Der Rest ist (offenbar sortierte) Nacherzählung.


Der Einstieg ist stilistisch klasse: "Der Showdown findet in der Lagerhalle des Importeurs Astorre Viola statt. Man bringt sich um." – Genial!

Leider beginnst du nun, die Handlung aufzudröseln, statt einfach etwas der Art zu sagen “Vorher jedoch wird der Leser durch eine figuren- und handlungsreiche Erzählung geschickt, die im Mafia-Mileu spielt. Das heißt, es gibt jede Menge Verbrechen, jede Menge Verquickungen, viel "Famlie" in jedem Sinne des Wortes, es gibt Polizisten – inklusive korupte – und Quasi-Nutten. Und am Ende besagtes Finale in der Makkaronihalle. Dass man im Wirrwarr dieses exzellenten Krimis nicht die Übersicht verliert liegt an …"
Hier könnte das mit den Rückblenden kommen. Und/oder die Notiz, dass es einfach spannend ist, auch weil es immer wieder Überraschungsmomente gibt (wobei das, was du da nennst, keine sind).

Die Gedanken zum Titel sind nicht ganz uninteressant – wenngleich ich den Eindruck habe (ich kenn das Buch ja nicht), dass du da am Oberflächlichen hängen bleibst. Dass in der Mafia "Schnauze halten!" Codex ist, in der heutigen Zeit und/bzw. unter egoistischen Verbrechern Ehrencodices „veraltet" scheinen, ist banal. Wenn die Betrachtung des Titel lohnen soll, muss du tiefer graben (, dann auch gern mit Beispielen / Beweisen aus dem Handlungsgeflecht). z.B.: Da "echte Familie" eine Rolle spielt: Ist da vielleicht etwas im Zwischenmenschlichen, im Familiären, bei dem "Schnauze halten!" auch gilt? Wenn ja, mit welcher Wirkung?


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Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt (Klaus Klages)

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