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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Rezension "Der Schwarm" von Frank Schätzing
Eingestellt am 20. 04. 2004 18:41


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dubidu
One-Hit-Wonder-Autor
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Endlich kennen wir das Rezept für einen Bestseller: man nehme den attraktiven Leiter einer Werbeagentur, der auch als Musikproduzent von sich reden macht, und betraue ihn mit der Herstellung eines Erfolgs-Cocktails.

Wie funktioniert das? Ganz einfach. Der Werbefuzzi überstreift sich eine "Michael Crighton-Schürze". Dann mixt er Emmerichs Katastrophenfilm "Independence Day" mit Sagans SciFi-Meilenstein "Contact" zusammen und füllt das Glas mit James Camerons Erfolgsfilm "Abyss" auf. Abschließend würzt er das Getränk mit Gedanken aus Cordy’s "Nazareth Gen" und schwups: fertig ist das Tausend-Seiten-Manifest!

Und trotzdem: selten habe ich ein Buch mit solcher Begeisterung verschlungen. Der Schöpfer hat uns mit seiner Mixtur aus exakt recherchierten wissenschaftlichen Fakten, der liebevollen Darstellung aller handelnden Personen und einer fantastischen Leichtigkeit, Spannung aufzubauen und zu halten, einen köstlichen Zaubertrank serviert.

Und es lässt sich nicht leugnen: es ist ein Werk aus europäischer Feder. Einem Dan Brown oder einem Michael Crighton fehlt das Faible zur wissenschaftlichen Detailarbeit ebenso wie der Mut zur harschen Kritik nicht nur an unserer kollektiven Umweltverschmutzung.

Worum geht es? Die Natur schlägt zurück. Der Menschheit erwächst eine unvorstellbare Bedrohung aus den Ozeanen. Eine globale Katastrophe kündigt sich an. Alles sehr gemächlich am Anfang. Doch das Tempo wird schneller. Unter der Regie unserer geliebten Weltpolizei wird ein internationales Dreamteam geformt, das das Problem rasch und lautlos lösen soll. Aber wie, fragt sich der Leser. Auf den letzten hundertfünfzig Seiten wird ein atemberaubendes Finale konstruiert, das genauso genial wie einfach ist.

Andreas Eschbach hat uns gezeigt, wie man eine tolle Idee spannungsreich umsetzt. Frank Schätzing lehrt uns, wie man meisterhaft ein Ende zelebriert. Um die Zukunft des Genre "Wissenschafts-Thriller" mache ich mir keine Sorgen. Deutsche Schreibkunst ist derzeit top!

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Die Tollkühnheit des Schreibers und sein spontanes Bedürfnis nach Wahrheit müssen allemal größer sein als dessen Furcht vor den Konsequenzen seiner Aussagen.
RAFAEL SELIGMANN

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jon
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Ich dachte im ersten Absatz, das Werk handele von Leiter einer Werbefirma. (Frage: Versteh ich das richtig, dass es ein Auftragswerk war?)

Ich dachte im zweiten Absatz, es ginge um einen Film (,und bin beim letzten Wort deshalb etwas gestolpert).

Ich finde “Unter der Regie unserer geliebten Weltpolizei …“ nicht ganz glücklich, weil es Buch und deine (politische) Sicht vemengt. Oder soll dies ausdrücken, dass Schätzing in seinem Buch ebenfalls diese Sicht darstellt? (Und hab ich es überhaupt richtig "entschlüsselt", dass die USA damit gemeint sind?)

Ansonsten sehr mitreißend und Appetit machend.



PS: Vielleicht sollten Eschbach und Schätzing mal ein gemeinsames Werk schreiben – E. die 1. Hälfte mit dem Setting, S. die zweite Hälfte mit dem Schluss.
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Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt (Klaus Klages)

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dubidu
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Liebe Jon,

ich gebe zu, dass sich der Leser aufgrund der Kürze der Absätze leicht verhaspeln kann. Ich gebe zu, dass ich meist zu viele Informationen in einen Satz stopfe und beim Leser meist ein hohes Maß an (Vor)kenntnis voraussetze.

Insofern bin ich ein schlechter (Rezensions-)Schreiberling!

Zur Aufklärung:
in der "Szene" gilt Schätzing nicht erst seit seinem Mittelalterthriller: "Tod und Teufel" als Stern am Nachwuchshimmel. Zudem ist er als Tausendsassa bekannt (siehe erster Absatz). Ich ging davon aus, dass die Leser des Forums ERK bereits etwas von einem Buch, das seit mehreren Wochen auf allen Bestsellerlisten erscheint, gehört haben.

Jedes Buch ist ein Auftragswerk, wobei Auftraggeber und Auftragnehmer durchaus die gleiche Person sein können. Die Grundlage aller Filme ist ein Buch, auch wenn es nur das Drehbuch ist.

Ich stimme dir zu: der Begriff "geliebte Weltpolizei" ist schlecht gewählt und ich war nicht sicher, ob ich diesen Begriff nicht besser ersetzen sollte. Denn dieser Begriff bekommt erst die richtige Bedeutung, nachdem sich der Leser durch 1,000 Seiten gearbeitet hat. Allerdings hat sich der Begriff "Weltpolizei" (= USA) im Sprachgebrauch durchgesetzt, d.h. ich vermenge m.E. keineswegs meine politische Sicht mit dem Buch.

Diese "minor details" und meine Ausführungen dazu sind jedoch überflüssig, da ich mein Ziel (zumindest bei dir) erreicht habe: Appetit machen! Das gefällt mir, ich fühle mich gut und freue mich auf den Tag: Carpe diem!

gez.
das dubidu
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RAFAEL SELIGMANN

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dubidu
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...da habe ich doch glatt das PS überlesen:

quote:
PS: Vielleicht sollten Eschbach und Schätzing mal ein gemeinsames Werk schreiben – E. die 1. Hälfte mit dem Setting, S. die zweite Hälfte mit dem Schluss.

Liebe Jon,
mir ist genau die gleiche Idee im Kopf herumgespukt. Dann wäre u.a. "der letzte seiner Art" und das Billionen Dollar-Spiel etwas anders ausgegangen.
Gruß

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RAFAEL SELIGMANN

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katia
???
Registriert: Jan 2004

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schlüssig

(auf Katias Wunsch gelöscht – jon)

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dubidu
One-Hit-Wonder-Autor
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Liebe katia,

vielen Dank für deinen Beitrag.

Vielleicht liegt dein Verstehen meines Textes daran, dass wir ähnlich ticken. Gut möglich, dass wir neuronal gleichgeschaltet sind, unsere biochemischen Reaktionen ähnlich ablaufen, unsere Gene sich ähneln oder unsere Erfahrungen nicht stark voneinander abweichen.

Der gute Schreiberling schreibt aber nicht (nur) für Leser, die ähnlich ticken. Er versucht, möglichst viele Leser anzusprechen, denn er sucht Anerkennung und Erfolg. Also sollte er ein breites Publikum ansprechen.

Welcher Kritiker in diesem Forum wird m.E. von den meisten Lesern als Autorität anerkannt? Ganz einfach: jon! Also gehe ich davon aus, dass viele Leser ähnlich empfinden. Das bedeutet für mich: ich muss meinen Text etwas verändern, um meine Zielgruppe zu vergrößern.

Im Übrigen muss ich zugeben, dass meine Rezensionen, nachdem ich sie zum dritten Mal gelesen haben, immer eine Idee zu stark nach Effekt heischen, ja immer etwas am Bildzeitungs-Jargon vorbeischrammen.

Liebe katia,
Poppers Falsifikationsmodell ist ein gutes Instrument für den Schreiberling, der sich verbessern möchte. Wer ständig nach eigenen Fehlern sucht und diese auszumerzen versucht, der wächst!

Schönen 1. Mai
gez. das dubidu
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RAFAEL SELIGMANN

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