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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Ricky Bobby - König der Rennfahrer
Eingestellt am 06. 10. 2006 19:14


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jon
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Eine Überraschungspremiere:


Ricky Bobby - König der Rennfahrer
gesehen am 5. 10. 2006

Ich bin ratlos. Ist dieser Film nun eine Komödie, ein Heldenepos, ein Zeigefinger-Film oder was? Der Originaltitel "The Ballad of Ricky Bobby" hilft mir nicht viel weiter …

Dem Inhalt nach könnte es eine Art Heldenepos sein, wobei der "amerikanische Held" gemeint ist – der, der am Ende immer siegt, egal, wie sehr ihn das Schicksal beutelt. Im Fall von Ricky Bobby geht ungefähr das so: Der Super-Rennfahrer erleidet einen Unfall, der ihn psychisch so aus der Bahn wirft, dass er nicht mehr fahren kann, woraufhin er gleich noch Frau und besten Freund verliert, von Geld und Ruhm mal ganz zu schweigen. Aber Daddy fällt ein, dass er sich jetzt ja mal um Sohnemann kümmern könnte, nachdem er das fast dreißig Jahre oder so nie getan hat, und er bringt Ricky wieder auf die Siegerstraße.

So weit so gut. Und warum ist es nun kein Heldenepos? Weil der "Held" dumm, tollpatschig und blöd ist, schwachsinnig rumklamaukt und auch der Rest der Figuren eher einem hirnlosen Comedyspektakel entsprungen zu sein scheint.

Also ist es eine Komödie? Dafür werden die Witze – über deren Güte man ohnehin lauthals Zweifel äußern darf – zu schnell mit "Tiefgründigkeit" abgewürgt. Gerade will man sich noch über den saudummen Busenfreund Rickys amüsieren, der es irgendwie normal findet, Rickys Frau "übernommen" zu haben, und der Ricky ernsthaft als Trauzeugen einplant, da schnürt es einem auch schon die Kehle zu, zu sehen, wie sehr Ricky dieses Ansinnen schmerzt. Eben will man noch lachen, wie Rickys Mutter aus ihren Satans-Enkeln säuselnde Engel gemacht hat, da sagen die zu ihrem schnoddrig polternden, eben der Idylle fliehenden Großvater "Du hast als Kind wohl nie die Liebe einer Familie gespürt" und treffen damit sichtlich ins Schwarze.

Also ist es ein Film über Lebensweisheiten? Dazu werden nun wieder diese "Weisheitssequenzen" zu schnell von Trottel-Komik abgewürgt. Zum Beispiel: Endlich trifft Ricky eine nette kleine süße warmherzige Frau, die ihn liebt, wie er ist, schon mausert sich diese in trash-komödiantischer Art Marke "nackte Kanone" zum hysterischen Star-Anbeter und Sex-auf-dem-Kneipentisch-Vamp.

Ist es denn wenigstens ein Actionfilm, wie die Vorankündigung verspricht? Nunja: Es wird rasant Auto gefahren und es gibt "eindrucksvolle" Unfälle … Aber reicht das für Actionfans?

Jetzt könnte jemand kommen und sagen: Ja so ist das im Leben – alles hat solche und solche Seiten. Dafür wird nun wieder die Seite der unglaubwürdigen Blödel-Komödie zu sehr betont.

Das Ergebnis: Ich bin ratlos. Ich weiß nicht, wem ich den Film empfehlen soll und wem davon abraten. Ich weiß nicht mal, ob ich generell abraten soll, denn einige der "Weisheiten", die da so daherulkt wurden, treffen tief. Und einige der Gags sind wirklich herrlich daneben. Und einige der der Actionszenen sind durchaus sehenswert. Andererseits ist das Meiste einfach nur blutleer und leblos und also pure Zeitverschwendung. Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht … ich weiß einfach nicht …


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Infos aus moviemaze.de

Ricky Bobby - König der Rennfahrer
(Talladega Nights, 2006)

Dt.Start: 12. Oktober 2006
Premiere: 04. August 2006 (USA)
FSK: ab 6
Genre: Action, Komödie
Länge: 108 min
Land: USA

Darsteller: Will Ferrell (Ricky Bobby), John C. Reilly (Cal Naughton Jr.), Sacha Baron Cohen (Jean Girard), Gary Cole (Reese Bobby), Michael Clarke Duncan (Lucius Washington), Leslie Bibb (Carley Bobby)
Regie: Adam McKay
Drehbuch: Will Ferrell, Adam McKay

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Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt (Klaus Klages)

Version vom 06. 10. 2006 19:14

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