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Leselupe.de > Ungereimtes
Rochen
Eingestellt am 31. 03. 2003 21:25


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stemo
???
Registriert: Dec 2000

Werke: 64
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Rochen

Ruchlose Rochen am Himmel
Ihre Schatten verheeren mein Kinderzimmer
Zu spÀt sieht sie mein entblösstes Auge
Sie haben die Schirme ĂŒberlistet
Zum Tode verurteilt! Mutter hat es zugelassen
Gnadenlos steht sie im Rahmen der TĂŒr
SchĂŒttelt den Kopf, wird es nicht verhindern,
lÀsst mich nicht an ihr vorbei
Unsichtbare Schergen stehen hinter ihr
Mutter, wessen bin ich angeklagt?
Mutter höhnt, du hĂ€ttest es besser wissen mĂŒssen!
Doch meine Schuld ist zu schwer fĂŒr KinderhĂ€nde
Ich kann sie nicht erfassen
Sie kniet mir wie ein kalter Schauer auf den Schultern
Das kann nur ein Albtraum sein,
bete ich mir vor

__________________
stemo

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Moonfox
Guest
Registriert: Not Yet

Rochen

Hallo Stemo,

dein Text ist bitter, nĂŒchtern, anklagend.
Auch ich empfinde ihn als eine Art des Herantastens an einen schwer fassbaren Zustand.
Wie wirkt der Schrecken dieser Welt gerade auf Kinder, die fĂŒr den Wahnsinn, der um sie herum geschieht, noch nicht vorbereitet sind? Wem geben sie fĂŒr was die Schuld?
Oder vielleicht sehen sie mehr als Erwachsene das wirklich Entscheidende an den Dingen. Ich habe auch drei Töchter, die mir hĂ€ufig zeigen, dass sie eine wesentlich vernĂŒnftigere und natĂŒrlichere Einstellung zu den Dingen haben als viele "Alte".
Titel und Einstieg finde ich gelungen. Es ist hart, aber sicher treffend, dass das Kind die Mutter als wichtige Bezugsperson fĂŒr etwas verantwortlich macht, das es sich nicht vollstĂ€ndig erklĂ€ren kann.
Die Zeile, "Mutter höhnt, du hĂ€ttest es besser wissen mĂŒssen!" habe ich nicht ganz verstanden. Bitte klĂ€re mich auf.

M.

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stemo
???
Registriert: Dec 2000

Werke: 64
Kommentare: 257
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Du hĂ€ttest es beser wissen mĂŒssen

Lieber Moonfox

Ich bin sehr froh, dass Du soviel von diesem Text verstanden hast. Toller HÀndedruck! Und tatsÀchlich hast Du mir gerade jene Frage gestellt, die ich eben nicht beantworten kann.
Ich erlÀutere nun die Geschichte ein wenig:
Also einerseits gingen mir die schrecklichen Tarnkappenbomber als Bild schon lange durch den Kopf: Aus ihnen sind die fliegenden Rochen geworden. Irgendwie muss sich dieses Bild mit der geschilderten Tatsache ihrer FĂ€higkeit, fĂŒr die Radarschirme (=Assoziation Mutter)unsichtbar zu sein in mein Unterbewusstsein eingeschlichen haben. Denn den geschilderten Albtraum hatte ich tatsĂ€chlich vor Kurzem. Wessen mich mich meine Mutter anklagt, bleibt in diesem Zusammenhang wohl ein persönliches tiefenpsychologisches RĂ€tsel. Dass ich es in Wort und Schrift gestaltet habe, ist der Versuch einer persönlich betroffenen AnnĂ€herung an den unbeschreiblichen Wahnsinn, den Kinder im Opfergebiet erleben, die keine Ahnung von der UNO haben, und sich vielleicht in ihren AlbtrĂ€umen gar noch schuldig fĂŒhlen.

__________________
stemo

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Moonfox
Guest
Registriert: Not Yet

Rochen

Lieber Stemo,

vielen Dank fĂŒr deine ErlĂ€uterungen.
Die Assoziation Radarschirm - Mutter - Schutz finde ich wahnsinnig und faszinierend zugleich. Auch ich bekomme jedesmal schlimme ZustĂ€nde, wenn ich diese perversen Tarnkappenbomber sehe und wĂŒnsche mir, die "Mutter",die ihre Kinder (auch Landeskinder) beschĂŒtzt, könnte ihrer Funktion gerecht werden.
An die Kinder, die frĂŒh, ohne etwas Böses getan und ohne viel von ihrem Leben gehabt zu haben, so barbarisch getötet werden, aber auch an die psychologischen SchĂ€digungen der Überlebenden, kann man kaum denken, ohne wahnsinnig zu werden.
Jetzt spĂŒre ich die Tiefe gerade dieses, nur scheinbar irrationalen Verses.

Moonfox

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