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Leselupe.de > Horror und Psycho
Rose
Eingestellt am 06. 03. 2006 18:22


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sweetchilly
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Feb 2006

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Meine schwarze Rose, mein gefallener, abgrundtief wunderbarer dunkler Engel!

Heute regnet es drau├čen, und das graue, nasse Wetter passt zu meiner Stimmung. Zu meiner grauen, nassen Stimmung. Ich wei├č nicht, was ich denken und f├╝hlen soll. Ich habe versucht, dich gestern zu erreichen, doch du wolltest nicht mit mir sprechen, oder vielleicht warst du wirklich nicht da, aber ich glaube du wolltest nicht. Das ist doch dumm, meine Rose, du willst mit mir sprechen, du wei├čt es nur nicht. Oder vielleicht willst du es nicht wissen. Ich vermisse deine wei├če Haut und deine blutroten Lippen. Lippen, die ich so selten ber├╝hren und sp├╝ren durfte. Lippen, die ich ├╝ber alles liebe. Vielleicht habe ich mich ja in deine Lippen verliebt, mein Engel, meine Rose, in deine blutroten Lippen, die immer so aussehen, als h├Ąttest du frisches Blut geleckt.

Meine Rose, stimmt es, was ich h├Âren musste? Dass du jemand anderen liebst? Ist es dieser Junge, dessen Augen so gestrahlt haben, jedes Mal, wenn er dich gesehen hat? Das kann doch nicht dein Ernst sein, meine Rose, ich bitte dich, dass ist ein Junge, mehr nicht. Du liebst doch mich, hab ich Recht? Wie kannst du also auch ihm das Gef├╝hl geben, dass er dir etwas bedeutet? Mein schwarzer Engel, ich bin doch der einzige, der dir etwas bedeutet und je bedeuten wird. Du kannst mir nicht weismachen, dass ich dir gleichg├╝ltig bin- du wei├čt doch selbst, dass es nicht so ist, Du bringst mich zum Lachen, Rose, zum Lachen, doch es ist ein bitteres Lachen. Bel├╝g dich doch selbst nicht, bel├╝ge mich nicht! Tu dir den Gefallen und komm zur├╝ck zu mir. Ich bin doch der einzige, der dich je gl├╝cklich machen wird!

Z├Âgere nicht, meine Rose, z├Âgere nicht. Du sehnst dich doch auch danach, meine starken Arme zu sp├╝ren und dich fallen lassen zu k├Ânnen. Bitte, meine Rose, mein Ein und Alles, bitte, tu es f├╝r dich. Komm zur├╝ck in meine Arme, lass mich wieder das Blut auf deinen Lippen schmecken und das Feuer in deinen Augen aus Eis sehen. Du willst es doch, wieso tust du es also nicht? Was hindert dich daran? H├Âr nicht darauf, was sie sagen, h├Âre auf dein Herz, h├Âre auf dein Verlangen nach mir! Es kann dir doch einerlei sein, was sie sagen, se haben dir doch nichts zu befehlen, oder nicht? Oder nicht?

Ich wei├č, was sie sagen, meine Rose. Sie sagen, ich sei verr├╝ckt, krankhaft eifers├╝chtig und ich w├╝rde dich kaputt machen. Ach Engelchen, du glaubst doch nicht, dass das stimmt? Engelchen, ich wusste immer, dass du naiv bist. Ich bin es doch, dein Ein und Alles, deine gro├če Liebe, und kein Fremder, der dir B├Âses will! Wenn du genau nachdenkst, kommst du auch von selbst darauf, dass sie unsere Liebe kaputtmachen wollen, weil sie ihnen nicht passt!
Sie sind einfach nur eifers├╝chtig, ich bin ihnen zu intelligent und scharfsinnig, und sie wissen genau, dass ich kein dummer Einfaltspinsel bin! Sag mir, meine schwarze Rose, was sagen sie noch ├╝ber mich? Ich habe viel geh├Ârt, vielÔÇŽSie sagen, ich w├Ąre krank, und ich geh├Ârte eingesperrt und noch vieles mehr! Und sie versuchen dich davon zu ├╝berzeugen, dass sie dich nur sch├╝tzen wollenÔÇŽAch, dumme kleine Rose, ich bin es doch, der dich sch├╝tzen kann, begreif das doch!

Sicher meinen sie, dass ich schuld wahr, dass du damals begonnen hast, dich zu schneiden. Wahrscheinlich meinten sie auch, dass du verr├╝ckt warst, weil du dich selbst zerst├Âren wolltest. Ach, mein Engel, mein Engel der Nacht, sie haben keine Ahnung, wovon sie reden. Wir sind eben sensible Menschen, und nicht so grob und dumm wie sie es sind. Wir m├╝ssen eben manchmal unser Blut auf den Boden tropfen sehen, um zu merken, dass wir noch leben, nicht wahr, Rose? Manchmal musst du dich eben an deinen eigenen Stacheln stechen, um zu merken, dass du bl├╝hen kannst. Ich wei├č schon, was sie sagen, nat├╝rlich sagen sie, dass ich dich gezwungen habe, mit dem Ritzen anzufangen. Nein, nein, neinÔÇŽ Sie liegen so falsch, wie man nur liegen kann. Ich habe dich nie gezwungen, du hast es freiwillig getan, ich wei├č es. Wie stolz war ich, als du dir meinen Namen in den Arm geschnitten hast, unheimlich stolz. Du wolltest mir geh├Âren, das wusste ich damals schon, ich hab doch das Leuchten in deinen Augen gesehen. Wahrscheinlich siehst du immer noch meinen Namen in deiner Haut, ich wei├č doch noch, dass es sich entz├╝ndet hat. Aber du hast keine einzige Tr├Ąne geweint, kein einziges Anzeichen von Schw├Ąche kam ├╝ber deine Lippen. Wahrscheinlich hat deine vor Liebe krankes Herz blutige Tr├Ąnen der Freude geweint, Freude, weil es nicht so schnell verheilen w├╝rde, und mein Name nie ganz verblassen w├╝rde. Dumm war nur, dass es nach einiger Zeit so geschmerzt hat, dass du zum Arzt gegangen bist. Das war ein Fehler, mein gefallener Engel. So sind sie auf mich aufmerksam geworden, so haben sie bemerkt, wer in dein Leben getreten ist, um es dir zu vers├╝├čen. Verdammt, es war schade, dass sie es bemerkt haben, denn sie begannen, dir den Kontakt zu mir zu verbieten. Das war wohl, als sie mich das erste Mal gest├Ârt genannt haben. Sie haben gemeint, ich w├╝rde dich dazu verf├╝hren, den Schmerz zu genie├čen, sie haben gemeint, dass ich dich dazu verleiten w├╝rde, in Kontakt mit dem Tod zu treten.

Was f├╝r ein Schwachsinn, mein Engel, ich wei├č noch, wie wir beide dar├╝ber gelacht haben. Als wir noch dr├╝ber lachen konnten, denn nicht viel sp├Ąter haben sie dir verboten mich zu sehen. Das hat uns nat├╝rlich nicht davon abgehalten, denn unsere Liebe war unheimlich stark. Du wolltest mich, ich wollte dich, wir wollten uns. Liebe, die einzig wahre in unseren gottverdammten Leben. Zwei Herzen die zu einem schmelzen, zu einem das so m├Ąchtig und stark ist, wie ein Herz nur sein kann. Wir haben unsere Liebe mit unserem Blut begossen, wir sind verbunden, auf ewig, verstehst du? Du kannst den Teufel nicht betr├╝gen, denn ein Pakt, eine Verbindung, die mit Blut gefestigt wurde ist eine Verbindung mit dem Teufel!
Das verstehen sie nat├╝rlich nicht. Sie haben noch nie richtig geliebt, und sie wissen auch nicht, wie es ist, auf immer und ewig verbunden zu sein. F├╝r immer, das ist ein gro├čes Wort, das ist ein gro├čes, verbindliches Versprechen, wei├čt du?

Oh nat├╝rlich wei├čt du, niemand wusste, niemand verstand mich besser als du es tust. Niemand, absolut niemand. Sie k├Ânnen sagen, was sie wollen, sie k├Ânnen versuchen, unsere Liebe zu vertuschen, schaffen werden sie es sowieso nicht, wei├čt du?
Du bist meins, keiner kann uns je trennen, ich bin deins, keiner kann uns je trennen.
Ich kann mir so gut vorstellen, was sie versuchen wir vorzugaukeln. Dass ich schlecht und b├Âse bin, dass ich dich armes unschuldiges Ding verf├╝hrt habe, versucht habe, deine Seele zu missbrauchen. Sie versuchen dir einzureden, dass du jemand anderen lieben kannst, jemand, wie sie sagen, guten. Von wegen! Ich bin gut, denn ich liebe dich, und Liebe kann doch nicht schlecht sein! Wer wei├č das besser als du, mein Engel, meine schwarze, stachelige, in Blut getr├Ąnkte Rose, wer wei├č das besser als du, die du mich doch auch abg├Âttisch liebst?

Du kannst unsere Gef├╝hle und unsere Verbindung nicht leugnen, dazu geht unsere Beziehung und Liebe zu tief unter die Haut. Sie geht ins Herz, wei├čt du, mitten ins Herz sticht sie, sowohl mich als auch dich!

Ich sage es ein letztes Mal, komm zur├╝ck, widersetz dich ihnen. Ich wei├č, dass du es schaffen kannst, immerhin haben sie dich wenigstens nicht eingesperrt. Du wei├čt doch, wo du mich finden kannst, dort, wo ich immer bin, wenn ich mich t├Âdlich einsam f├╝hle, also komm schon, komm auch, bitte, mein Engel, der du so t├Âdlich sein kannst und so kalt. Komm, und lass mich das Blut von deinen Lippen k├╝ssen und die Schuld von deinem Herz nehmen.

Du wirst erkennen, dass dieser Brief von mir ist, mein Engel, denn er ist mit Blut unterschrieben, und du wei├čt genau, wie mein Blut riecht und schmeckt, nicht wahr? F├╝hre diesen Brief an deine zarten Lippen, und du wirst merken, dass du ohne mich eingehen wirstÔÇŽ

Dein Ein und Alles


RoseÔÇÖ H├Ąnde zitterten, als sie den Brief zur├╝ck auf den Tisch legte. Nicht nur ihre H├Ąnde, ihr ganzer K├Ârper zitterte, so sehr, dass sie sich hinsetzen musste.
GabrielÔÇŽwie lang hatte sie versucht, zwanghaft nicht an ihn zu denken, wie lange hatte sie sich gezwungen, ihren geschundenen Arm, auf dem blutig rot sein Name geprangt hatte und immer noch nicht ganz verheilt war, nicht anzusehen. Und doch hatte sie ihn nie vergessen, nie vergessen k├Ânnen, wie denn auch?
Jeder Alptraum galt ihm, jede Tr├Ąnen, jeder Schnitt.

Und jetzt ein Zeichen von ihm.
Ein Alptraum, der kein Ende hatte. Er redete von Liebe, verdammt, das war keine Liebe. Das war krank, und sie wusste das sehr gut. Nur erÔÇŽer schien es nicht begreifen zu wollen. Rose brach in Tr├Ąnen aus.
Sie wusste genau, was passieren w├╝rde, wenn sie jemand diesen Brief zeigen w├╝rde. Sie w├╝rden Gabriel anklagen und Rose einsperren, damit sie sicher war, w├╝rden sie sagen, und nicht wissen, dass sie so ihr Herz in Ketten legten.
Stille Tr├Ąnen flossen ihre Wangen herab, befeuchteten ihre Lippen mit salzigem Wasser. Blutrote LippenÔÇŽ
Sie zerriss den Brief in kleine Teile, sodass der Inhalt unleserlich wurde. Es musste ein Ende haben, ein f├╝r alle mal. Sie musste so tun, als h├Ątte sie diesen Brief nie bekommen. Sollte er sich doch umbringen oder verletzten oder sonst was tun. Es war ihr egal.

Was Rose nicht merkte, was, dass jemand sie durch das K├╝chenfenster beobachtet hatte. Jemand hatte genau gesehen, wie sie reagiert hatte, jemand hatte ihr jedes Wort von den Lippen abgelesen. Und jemand hatte gemerkt, dass sie ihn ablehnte, endg├╝ltig.

Er hatte vor, vor der Haust├╝r zu warten, bis sie rauskommen w├╝rde, er hatte Zeit, er war bereit. Bereit zu warten und zu handeln, wenn sie, nichts ahnend, rauskommen w├╝rde. Niemand verletzte ihn so sehr. Niemand. Niemand.
Und wenn Rose das doch tun wollte, dann w├╝rde sie daf├╝r b├╝├čen. Und daf├╝r b├╝├čen, dass sie ihn belogen hatte und ihren Pakt gebrochen hatte.
Wenn er sie nicht haben sollte, sollte sie niemand haben.

Etwas sp├Ąter sa├č Rose in ihrem Zimmer, an ihrem Schreibtisch. Drau├čen wurde es langsam dunkel, die D├Ąmmerung legte sich um die H├Ąuser und h├╝llte sie ein.
ÔÇ×Bald m├╝ssten die anderen auch kommenÔÇť, dachte Rose, ÔÇ×noch nie haben sie mich so lange alleine gelassen. Was denken sie eigentlich, was ich tun werde, mich umbringen?ÔÇť

Der Tod ist auch eine L├Âsung, fuhr ihr durch den Kopf, eine L├Âsung, die jeden Kummer und Schmerz beendet.
Sie wusste noch genau, wer das gesagt hatte. Gabriel, als sie noch dasselbe f├╝r ihn empfand wie er f├╝r sie. Damals bewunderte sie ihn noch, daf├╝r, dass er anders war, dass er interessant war.

Sie konnte es nicht ignorieren, dass er wieder Kontakt aufnehmen wollte, um jeden Preis. Sie musste irgendwie handeln, ihm klar machen, dass er f├╝r sie gestorben war, dass er ein abgeschlossener Alptraum war.
Sie holte einen Briefbogen aus einer Schublade und fing an zu schreibenÔÇŽ

Gabriel,
Ich bitte dich nicht, mich zu vergessen, ich bitte dich nicht, aus dieser Stadt zu verschwinden, ich bitte dich nicht mal, dich zu ver├Ąndern. Aber ich bitte dich, mich in Ruhe zu lassen, mich i Ruhe zu lassen mit deinem Wahnsinn, denn jetzt wei├č ich auch, dass es Wahnsinn ist. Es muss Wahnsinn sein. Liebe muss man nicht mit Blut und Schmerzen besiegeln, Liebe muss nicht verbindlich und ewig sein. Liebe sollte ein zartes Band sein und keine Fessel, du solltest diesen Spruch beherzigen! Du wolltest mir Fesseln anlegen und mich f├╝r immer in deinem Herzen und in deiner Seele anketten, und ich wollte das nicht, ich bin jung, du bist jung, wir m├╝ssen doch beide leben, und die Chance haben zu leben!

Ich bitte dich nur, lass mich in Ruhe, lass mich in Ruhe mein Leben leben, du musst doch verstehen, dass ich nicht deins sein kann! Ich will meins sein, nur meins, und ich will leben, wie ich will. Nein, ich will nicht wie die anderen sein, so normal, so simpel, aber ich will auch nicht wie du sein, denn du bist krank!

Schreib mir keine Briefe mehr, ich will nicht mehr, es ist vorbei mit unserer kranken Beziehung, die aus Schmerz und Blut bestand!
Schreib mir nicht mehr, ich bitte dich, denn wenn sie deine Briefe finden, werden sie mich einsperren, nur damit ich sicher vor deinen Krallen bin, und ich will nicht eingesperrt werden, denn du wei├čt, wie gl├╝cklich es mich immer gemacht hat, dass Gras zu riechen und die Sonne zu sp├╝ren!

Lass mir meine Freiheit,
Rose


Schon wieder zitterten ihre H├Ąnde, doch diesmal, weil sie wusste, dass es das war, was sie tun musste.
ÔÇ×Ich werde dieses Papier heute noch zur Post bringen, er soll es erhalten, so schnell wie m├Âglich. Wenn ich mich beeile, schaffe ich es noch, bevor es dunkel ist.ÔÇť, dachte sie.

Sie hatte ein mulmiges Gef├╝hl im Bauch, als sie die Haust├╝r hinter sich zuzog. Doch was sollte schon passieren? Sie versuchte selbstsicher zu gehen, nach au├čen hin stark zu erscheinen. Die Steine des Kieselweges, der zu ihrem Gartentor f├╝hrte, knirschten unter ihren Schuhen.

Auf einmal sp├╝rte Rose einen warmen, nach Bier stinkenden Hauch im Nacken. Keinen Schritt hatte man geh├Ârt, lautlos wie ein Tiger, der sich an sein Opfer anschlich war er gewesen.
ÔÇ×Hallo, Rose, wo willst du so sp├Ąt noch hin? Deine schwarzen Fl├╝gel ausbreiten und durch die Nacht fliegen?ÔÇť
Rose sp├╝rte, wie ihr der Boden unter ihren F├╝├čen weg glitt.

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