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Leselupe.de > Kurzprosa
Rot ist eine wundervolle Farbe (bitte redigieren)
Eingestellt am 06. 09. 2001 18:02


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Chrissie
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Oct 2000

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O.K. Leute,

hier ist mein neuestes Werk.
Vorab gesagt, ich selbst finde es schlecht. Hab's auch noch nicht korrigiert nach dem Abtippen.

Ich fand, als ich fertig war, ich hÀtte das Ganze besser aus Sicht des Mannes geschrieben, der Distanz zu dem kalten Weib, als das sich meine Protagonistin entpuppt wegen.

Obwohl ich den Plot nach wie vor klasse finde.

Bin gespannt, was Euch einfÀllt dazu.

merci bien
Chrissie


Rot ist eine wundervolle Farbe


Es musste beseitigt werden. Ab sollte es, abgewaschen und den Ausguss hinunter gurgeln in die Kanalisation zu den Ratten und zu gross gewordenen Baby-Krokodilen. „NĂ€hre die Bewohner der AbgrĂŒnde, auf dass sie gross und stark werden. NĂ€hre das Sub Deiner Kultur, um Dich selbst zu erheben, weißer Leib gezeichnet von Spuren roten Blutes als Kontrast zum Tunneldasein Deiner Ă€ußeren Existenz. - Ach, schon wieder Scheiße im Hirn.“ KopfschĂŒttelnd kam sie wieder zu sich. Das war etwas, was ihr an sich selbst fremd war, dieses gelegentliche Abdriften in seltsame Wörterketten.
Rot war ihr schon immer die liebste Farbe, die einzig akzeptable außerhalb des nihilistischen Zustands Schwarz. Jedenfalls, war ihren eigenen Körper anbelangte, die Kleidung, mit der sie ihn umgab. Schwarz war perfekt, puristisch und klar. Rot barg in sich etwas Verruchtes, GefĂ€hrliches, Nicht-Entzifferbares, Ungewissheit und Verderben vielleicht. Doch die Spuren des Rot mĂŒssen beseitigt werden, unzugĂ€nglich gemacht fĂŒr Dritte. Dieses Rot gehörte ihr, ihr allein. „Verdammt, Joe hat nur so ein kleines Klo mit Waschbecken, nicht mal eine Dusche, wie soll ich das nur jemals abbekommen? So kann ich auf keinen Fall auf die Straße.“ Ihre Haut klebte, Eisengeruch schwĂ€ngerte die Luft.
Sie hatte Joe beim Tanzen wieder getroffen, in ihrem Lieblingsclub. Ten Years After, bah, die schlechteste Band aller Zeiten, aber passend, sehr passend. Denn vor zehn Jahren, als sie ihn kennen lernte, war ihr Leben total beschissen. Anfang der Achziger war keine schöne Zeit in Deutschland West, wenn man keinen Plan, dafĂŒr aber Depressionen hatte. Joe war zu der Zeit Designstudent und wohnte in einer WG mit Leuten, die sie kannte. Sie hatte zu der Zeit keine eigene Bleibe, wohnte mal hier, mal da, wo gerade jemand in Urlaub war oder sonst ein Bett frei und schlief ab und zu auch dort. So hatte sie ihm auch Modell gesessen fĂŒr irgendwelche Studien von körerteilen, die er gerade anfertigen musste, und war schließlich auch mit ihm ins Bett gegangen. Nicht, dass er ihr besonders gefiel mit seinem Milchbuben-Gesicht und seiner schon damals sichtbaren Veranlagung zu Übergewicht, doch er war immer nett zu ihr und gab sich MĂŒhe beim Sex, wirklich. Die nicht so hĂŒbschen Jungs strengten sich generell immer mehr an. Aus Dankbarkeit? Vielleicht. Egal. Jedenfalls wusste sie es zu schĂ€tzen. So trifft man sich also wieder nach zehn Jahren. In diesem lauten, verrauchten Club voller schwitzender Leiber. Sie kommt gerade von der TanzflĂ€che, um sich eine Bier zu holen, da steht er an der TanzflĂ€che und grinst sie an. Sie erkennt ihn nicht gleich, er hat erheblich zugenommen.
„Heeey Bille, Mensch, lebst Du auch noch?“
„Joe, bist Du das? Nein, ich lebe nicht mehr, was Du hier siehst, ist nur ein Abziehbild meiner selbst. Lange nicht mehr gesehen.“
„Hier ist es so laut, lass uns an die vordere Bar gehen, da können wir uns besser unterhalten.“
„Klar, ich wollte sowieso ein neues Bier.“
„Mensch, toll siehst du aus, was machst Du denn so?“
„Ich feiere meine Freiheit.“
„Ach so. Was denn fĂŒr eine Freiheit?“
„Ich habe gerade meinen Ex aus der Wohnung geschmissen und jetzt kann ich endlich wieder tun, was ich will.“
„Wie lange warst Du denn mit dem zusammen?“
„Sieben Jahre. Verheiratet. Und eine Tochter hab ich auch. Aber erzĂ€hl mal etwas von dir. Ich komme mir schon vor wie bei einem VorstellungsgesprĂ€ch mit Deiner Fragerei.“
„Ich habe gerade meine eigene Agentur aufgemacht.“
„Immer noch Grafik?“
„Ja, Werbung eben. Da kann man eine Menge Geld damit verdienen. Aber hör mal, mir ist es hier jetzt echt zu laut und zu stickig. Hast Du Lust mit zu mir zu kommen, ich hab da auch noch etwas Feines zu Hause.“
„Ist mir Recht. Die Kleine ist sowieso bei ihrer Oma ĂŒber Nacht, ich muss nicht heim. Ich trink bloß noch mein Bier aus.“
Die Aussicht auch etwas zu kiffen und vielleicht einen Fick ließ ihre Stimmung steigen. Zu lange hatte sie in ihrer Ehe versucht, ein liebes Weibchen zu sein und schrecklich versagt dabei. Und Joe war ja immer gut fĂŒr eine nette Unterhaltung und anspruchsvollen Sex gewesen. Wenn er ihr auch etwas nervös vorkam. Sein Auto stand nicht weit entfernt im Halteverbot. Immer noch das Faible fĂŒr alte Daimler. „Manche Tics der Jugend legt einige Menschen nie ab. Um einen Rest frĂŒherer Renitenz zu bewahren? Ach, was, ich denke schon wieder zu viel. Blödsinn.“ Die Fahrt war kurz, das Viertel nicht wirklich reprĂ€sentativ, gelinde ausgedrĂŒckt. Die Wohnung, besser: die Bude – reichlich enttĂ€uschend.



Nach dem Gerede ĂŒber eigene Agentur und viel Geld verdienen hatte sie wirklich etwas anderes erwartet als ein Zimmer unterm Dach mit Kochecke, Klo und Waschbecken.

„Zum Duschen muss ich immer zu meinem Vermieter hinunter, einen Stock tiefer. Aber der ist echt schwer in Ordnung, der Typ.“

„Oh Gott, auf was habe ich mich da schon wieder eingelassen?“, dachte sie „Aber egal, jetzt bin ich schon mal da. Mal sehen, wie’s weitergeht.“ Sie schwieg zu seinem Versuch, seine LebensverhĂ€ltnisse zu beschönigen. Es war ihr zum einen reichlich egal, zum anderen, was sollte sie dazu sagen? So etwas dĂ€mliches wie: „Ist schon in Ordnung!“?
Er ließ sich an seinem Glastisch gleich neben seiner Matraze auf dem Boden nieder und fing an, geschĂ€ftig, beinahe hektisch zwei Lines vorzubereiten. Eigentlich hatte sie auf etwas zu kiffen gehofft, weil Koks nicht wirklich ihr Ding war, aber „Einem geschenkten Gaul guckt man nicht hinter die Kiemen“. Sie musste kichern und zog sich das Zeug auf einen Satz in die Nase. Wie immer wartete sie, dass etwas geschah. Nichts. Wie immer. Die langweiligste Droge der Welt. Und das bei dem Preis.

„Joe, hast Du Wein da?“ fragte sie und zog schon mal ihre vom Tanzen verschwitzten Klamotten aus. WĂ€hrend er Rotwein holte und nach sauberen TrinkbehĂ€ltnissen suchte, verputzte sie den Rest Koks, der noch auf der Tischplatte verstreut war und spĂŒlte den brennenden, bitteren Geschmack mit dem Glas hinunter, das er ihr schließlich reichte. Er war inzwischen noch hektischer, beinahe nervös geworden und rannte im Zimmer herum – soweit das auf ca. 15 zugemöbelten Quadrarmetern möglich war – und fasste sie nicht mal an, obwohl sie nackt vor ihm saß. „Na, das kann ja was werden...“, Ă€rgerte sie sich in gedanken. Langsam wurde sie richtig sauer, sie wollte einen richtigen Fick jetzt. Die einzige Wirkung, die das Koks bei ihr zeigte war, dass sie geil wurde. Also zog sie ihm sein Hemd aus und holte seinen Schwanz aus seiner Hose. Ein kleiner, weicher Wurm lag in ihrer Hand und so sehr sie sich auch um Aufrichtung bemĂŒhte, es ging nichts. Er redete wie ein Wasserfall und entschuldigte sich, was sie niocht hören wollte, und laberte wirr ĂŒber den harten Tag den er gehabt hatte und sonstige momentan uninteressante Sachen. Sie nahm ihn bei der Hand und zog ihn auf die Matratze, nahm ihn in die Arme, drĂŒckte ihn, wollte, dass er endlich zur Ruhe kĂ€me und runter von seiner Hektik und dann zur Sache. Er wand sich wie ein Fisch auf dem Trockenen, als wollte er ihrer Umarmung entkommen. Es entbrannte ein regelrechter Kampf aus Umklammerung und entfliehen wollen zwischen ihnen. Inzwischen wirklich wĂŒtend, packte sie seinen Kopf, drĂŒckte sein Gesicht zwischen ihre Schenkel und schrie ihn an „Halt endlich die Klappe!“. Brav folgte er ihrem Befehl und fing an, sie zu lecken. Sie lehnte sich zurĂŒck, ließ seine Kopf los und wartete auf ihren Orgasmus. Gerade, als sie kurz davor war, zog er sich zurĂŒck – sie riss mit beiden HĂ€nden an seinem Haar, drĂŒckte ihm ihre Scham ins Gesicht „Nicht aufhören jetzt!“ kreischend. Er rĂŒhrte sich nicht mehr. Sie rieb sich an ihm wie eine lĂ€ufige KĂ€tzin, presste sich fest an seinen Kopf und stieß ihren Beckenboden gegen sein Kinn. Von ihm waren nur mehr gurgelnde GerĂ€usche zu hören, ihr war egal, was mit ihm geschah. Sie holte sich ihre Befriedigung, nichts anderes hatte sie gewollt, sie ließ ihn nicht los, bis sie fertig war und das dauerte verdammt lange (das Koks war schuld). Wie ein Spielzeug behandelte sie ihn, auch auf die Gefahr hin, dass ihr Objekt der Begierde kaputt ginge.
Er sackte in sich zusammen, als sie endlich von ihm abließ. Nach einiger Zeit sah sie ihn an. Sein Gesicht war voller Blut. Er spuckte und keuchte und wĂŒrgte „Du hast Deine Tage bekommen“ hervor.
Joe war total fertig, das ganze Bett war nass von Blut, nicht nur sein Gesicht, auch sein Haar. „Das ist richtig aus dir heraus geschossen“, jammernd kroch er auf allen Vieren am Boden herum, etwas suchend, das er wohl selbst nicht definieren konnte. „Gib mir lieber ein Handtuch und einen Waschlappen“, sie stand schon am Waschbecken, um sich sauber zu machen. Nichts wie raus hier. Wenigstens Tampons hatte sie in ihrer Tasche.

„So eine Sturzblutung kann schon passieren bei einer Überdosis.“

Ihr Abschiedssatz hing noch im Raum, als sie lÀngst unterwegs zum nÀchsten Taxistand war.


CMvM 2001

__________________
Pseudonym? Nein Danke!
Christine Mell von Mellenheim

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ElsaLaska
Guest
Registriert: Not Yet

houh chrissie!

hoffnungsvolle anwÀrterin im kreis der neuen deutschen "kotzenkoksenficken" szeneautoren

ne, jetzt im ernst also: dein text schreit nach ĂŒberarbeitung.
erstmal ganz allgemein: ich fĂ€nde es nicht besser, wenn du aus der perspektive des mannes erzĂ€hlen wĂŒrdest. erstens wĂ€re es nicht so knochentrocken und zweitens wĂŒrdest du dich eventuell schwer damit tun, den menstruationsblutschwall in seine fresse adĂ€quat aus der sicht eines mannes zu beschreiben

mit dem schluss war ich sehr unzufrieden! den satz mit der sturzblutung wĂŒrde ich einfach weglassen. auch der taxistand interessiert hier nicht mehr. du machst den ganzen schönen effekt kaputt.

solche sÀtze stören mich:
"Das war etwas, was ihr an sich selbst fremd war, dieses gelegentliche Abdriften in seltsame Wörterketten. "
diese selbstreflektion der erzĂ€hlerin, da hört man deutlich den kommentar der autorin heraus, und das ist nicht wĂŒnschenswert. du hast noch einen oder zwei in dieser art. die sollten raus! der leser bemerkt schon selbst, dass die heldin ein wenig unpassende gedankengĂ€nge hegt.
"Hier ist es so laut, lass uns an die vordere Bar gehen, da können wir uns besser unterhalten.“
Das ist ein wenig umstÀndlich. Die sollen sich doch gleich vorne an der bar treffen, weil die heldin noch ein bier holen möchte, ich meine, diese info trÀgt irgendwie nicht zur geschichte bei, könnte man weglassen, stört den dialog in meinen augen...

„Manche Tics der Jugend legt einige Menschen nie ab. Um einen Rest frĂŒherer Renitenz zu bewahren? Ach, was, ich denke schon wieder zu viel. Blödsinn.“
puh, schon wieder so ein satz... sehr schlecht....

"Wie immer wartete sie, dass etwas geschah. Nichts. Wie immer. Die langweiligste Droge der Welt. Und das bei dem Preis. " ... dazu schmeckts nicht mal nach was gutem

bitte auch den anfang nochmal ĂŒberarbeiten. muss denn die kanalisation erwĂ€hnt werden? ergibt sich doch von selbst. auch die formulierung "zu gross gewordene baby-krokodile" ist ziemlich schlimm... wie wĂ€rs einfach mit "riesengrossen baby-krokodilen"?

ansonsten: flott erzÀhlt, aber aufpassen, wen du jetzt erzÀhlen lÀsst: nur die heldin, oder darf die autorin auch mal eine anmerkung von draussen machen, dann soll sie aber nicht so tun, als wÀren diese anmerkungen gedanken der heldin...
gute pointe, natĂŒrlich reichlich eklig, aber mein gott, den schlussatz rauslassen, den taxistand auch, um das ganze geschehen besser nachwirken zu lassen. Wirkung ist ohne kommentar immer besser und weitreichender!

hoffe, du konntest was damit anfangen,
freue mich auf deine rĂŒckmeldung
liebe grĂŒsse
elsa



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Willi Corsten
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Liebe Chrissie,
ich wĂŒrde ja gerne helfen bei der Überarbeitung, aber dieses Thema ist nun wirklich nicht nach meinem Geschmack. Wenn der Kerl bei dem neckischen Spiel wenigstens ertrunken wĂ€ren, könnte man evtl. einen Krimi daraus machen, aber so...
Bitte nicht böse sein, bei deiner nÀchsten Geschichte bin ich wieder voll dabei. OK?
Es grĂŒĂŸt dich lieb
Willi

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gladiator
Manchmal gelesener Autor
Registriert: May 2001

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Hallo Chrissie...

...tja, wie fang ich an? Ich weiß schon, warum ich Autoren wie Hubert Selby Jr., Bukowski und (meist auch) Henry Miller meide. Sie erwecken keine Sympathie fĂŒr ihre Figuren bei mir. Und genauso gehts mir mit Deiner Frau hier. Desillusioniert, zynisch, nihilistisch, egoistisch und was weiß ich noch alles. Das macht wirklich keine Freude, sorry...

Auf jeden Fall solltest Du die Geschichte aus der Sicht des Mannes erzÀhlen. Zum einen kann sich der Leser mit dem armen Kerl, wenn Du ihn eher als harmlosen, tÀglich gegen die Herausforderungen des Lebens meist versagenden, aber nicht verzagenden Anti-Helden zeichnest, weit eher identifizieren als mit der Frau.
Zum anderen wĂ€re die Sturzblutung am Ende wesentlich heftiger, denn als Mann kann ich Dir versichern: Es gibt kaum einen grĂ¶ĂŸeren Alptraum beim Sex als diesen fĂŒr einen Mann . Wir haben dazu halt doch ein wesentlich verkrampfteres VerhĂ€ltnis als Frauen.

Konkretes zum Text:

Die Zeiten scheinen mir manches Mal etwas ungenau verwendet...

Das war etwas, was ihr an sich selbst fremd war, dieses gelegentliche Abdriften in seltsame Wörterketten. - Wieso ist es ihr fremd? Die ganze Zeit denkt sie doch eher verquer, oder?

„Verdammt, Joe hat nur so ein kleines Klo mit Waschbecken, nicht mal eine Dusche, wie soll ich das nur jemals abbekommen? So kann ich auf keinen Fall auf die Straße.“ - Holprig, vielleicht eher: "Verdammt, wie soll ich das bei diesem scheißkleinen Waschbecken bloß abbekommen", fluchte sie, als sie vor Joes Naßzelle stand.

Joe war zu der Zeit Designstudent und wohnte in einer WG mit Leuten, die sie kannte. - vielleicht: "...in der sie öfter herumhing."

„Joe, bist Du das? Nein, ich lebe nicht mehr, was Du hier siehst, ist nur ein Abziehbild meiner selbst. Lange nicht mehr gesehen.“ - Hach, sind wir heute wieder nihilistisch...ich wĂŒrde allenfalls gelten lassen: "Nein, ich bin tot."

„Hier ist es so laut, lass uns an die vordere Bar gehen, da können wir uns besser unterhalten.“ - vielleicht: "Ich versteh Dich nicht, lass und nach vorne gehen!" brĂŒllte er ihr ins Ohr.

"Aber erzĂ€hl mal etwas von dir. Ich komme mir schon vor wie bei einem VorstellungsgesprĂ€ch mit Deiner Fragerei.“ - vielleicht: "ErzĂ€hl ma was von Dir. Mein Tod ist nicht besonders spannend..."

„Ist mir Recht. Die Kleine ist sowieso bei ihrer Oma ĂŒber Nacht, ich muss nicht heim. Ich trink bloß noch mein Bier aus.“ - So nihilistisch und egoistisch, und dann doch noch VerantwortungsgefĂŒhl? Ich glaube eher, du wolltest vermeiden, daß sich der Leser fragt, was denn aus der Tochter wird, wenn sie mit dem Typen abzieht. Passender fĂ€nde ich, wenn es ihr egal ist.

„Manche Tics der Jugend legt einige Menschen nie ab. Um einen Rest frĂŒherer Renitenz zu bewahren? Ach, was, ich denke schon wieder zu viel. Blödsinn.“ - Schwierig. Ich kenne es nĂ€mlich genau anders herum. Im Laufe der Jahre verstĂ€rken sich die meisten Ticks sogar. Vielleicht verlagern sie sich, aber letztlich bleiben sie doch.

Sie holte sich ihre Befriedigung, nichts anderes hatte sie gewollt, sie ließ ihn nicht los, bis sie fertig war und das dauerte verdammt lange (das Koks war schuld). Wie ein Spielzeug behandelte sie ihn, auch auf die Gefahr hin, dass ihr Objekt der Begierde kaputt ginge. - SpĂ€testens hier verabschiedet sich der Leser mit dem Gedanken, wieso er an so ein kaputte Schlampe die letzten Minuten verschwendet hat. Ich hĂ€tte es wesentlich spannender gefunden, zu lesen, wie sie (ein weiteres Mal) in dem Versuch, sexuelle ErfĂŒllung zu erreichen, scheitert.

...das er wohl selbst nicht definieren konnte. - Solche SĂ€tze machen mich Ă€rgerlich. Sie entlarven die/den Autoren/Autorin, weil es offensichtlich ist, daß er/sie nicht in der Lage war, zu definieren, was er sucht. Seine Unschuld? Den Grund, warum gerade ihm das passierte?

Den Schluß finde ich gar nicht mal so enttĂ€uschend.

Gruß
Gladiator

__________________
Die Raben fliegen in Scharen, der Adler fliegt allein.

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Chrissie
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Oct 2000

Werke: 67
Kommentare: 602
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Danke,

ich arbeite am Wochenende dran....

Bis Montag
Chrissie
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Pseudonym? Nein Danke!
Christine Mell von Mellenheim

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Rote Socke
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Chrissie,

wer so mutig ist auch mal diese Art von Text einzustellen, hat auch einen Komentar dazu verdient.

Der zweite Satz ist schon ein Stolperstein: "Ab sollte es,..." (Das "ab" gefÀllt mir nicht)

Die Einleitung ist etwas behÀbig, aber dann wird es rasant und interessant.

Die Dialoge gefallen mir fast alle.

Die vielen "Ficks" gefallen mir nicht so sehr. Noch weniger die vielen Fremdwörter, z.B. Renitenz. (Muss das sein?)

Auch der Schluss ist etwas knapp und unschön ausgefallen.

Also die Perspektive aus der Protagonistin heraus ist doch ok.

Insgesamt wĂŒrde ich den Text keinesfalls so lassen. Aber wie Du bereits sagtest, der Plot ist gut.

LG
RS

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