Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂŒssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5552
Themen:   95284
Momentan online:
421 Gäste und 14 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzgeschichten
Rot wie die Liebe
Eingestellt am 21. 09. 2016 11:30


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Bursch
AutorenanwÀrter
Registriert: Sep 2016

Werke: 19
Kommentare: 22
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Bursch eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Wegen einer Tagung war ich fĂŒr eine Woche fern von Zuhause. Wir tagten in einem großen Hotel am Rande einer Kleinstadt.
Mitte der Woche hatte ich mittags zwei Stunden fĂŒr mich und nutzte sie unter anderem, um in dem StĂ€dtchen ein Mitbringsel fĂŒr meine Frau zu suchen.

Nach einem passenden Laden brauchte ich nicht lange Ausschau zu halten, ich sah in der belebten FußgĂ€ngerzone zwei mobile StĂ€nde, einen mit Korbwaren, einen mit Blumen und Dekoartikeln. Stand Nummer zwei kam wie gerufen.

Als ich mich nÀherte und mir gleich auf Anhieb Keramikherzen in drei verschiedenen Farben ins Auge stachen, wurde das GezÀnk eines Àlteren Paars zur Rechten, das ich gar nicht wahrgenommen hatte, auf einmal laut.
Sie: "Ich habe dir gesagt, ich gehe nicht mit leeren HĂ€nden zu Gerda in die Klinik. Es ist ja nur eine kleine Aufmerksamkeit ..."
Er: "Blumen gehören nicht ins Zimmer einer Kranken!"
Sie: "Nochmal: sie hat hier echte und sie hat Seidenblumen. Verstehst du das? Das Gesteck hier ist kĂŒnstlich. Schluss jetzt! Bitte einmal als Geschenk einpacken. Und basta!"

Ich war irritiert. Schließlich bin ich alles andere als kundig auf diesem Gebiet. Wog aber weiterhin eins der Keramikherzen in meiner Hand.

Auf tritt von links ein junges Paar. Er riskiert die Frage: "Du, wĂ€re das nicht ein Superkranz fĂŒr die EingangstĂŒr? So bunt, wie der ist? Du sagtest doch dieser Tage ..."
Die klĂ€rende Antwort besteht aus einem Glucksen und kurzen Auflachen seiner Partnerin, die auf kalte Ablehnung deuten. Und schwupps ist sie auch schon fĂŒnf Meter weiter.

Ich fange an, an meinem Vorhaben in der fremden Stadt auf dem mir fremden Gebiet zu zweifeln, lege das Herz fĂŒrs erste beiseite und beschließe, zwecks KlĂ€rung meiner Gedanken eine Tasse Kaffee zu trinken.

Nach RĂŒckgewinnung meiner Balance kehrte ich zurĂŒck zu dem Blumenstand. Die Anziehungskraft der Herzen war ungebrochen. Ich zaudere noch, da nĂ€hert sich wieder von links ein Paar, mittleren Alters, eine Tochter, ich schĂ€tze, 12, 13 Jahre alt.
Vater nimmt eine kleine Wandleuchte in die Hand, auch aus meiner Sicht eine gelungene Kreuzung aus Metall und Glas um eine Kerze herum. Er ĂŒberlegt, traut sich: "WĂ€re das nicht das Richtige fĂŒr die kleine Nische, ihr wisst, am Treppenaufgang?"
Mutter lacht laut, unmissverstÀndlich abfÀllig, und Töchterchen stellt klar: "Pappaaa! Lass es einfach!"

Ich traue mich kaum noch, eins der Keramikherzen in die Hand zu nehmen, schwanke ohnedies zwischen Blau und Rot, da schlurft von rechts ein betagtes Paar heran.
Sie: "Ach, da hÀngt der Kranz ja noch. Heute kaufen wir den, Georg. Ich habe dir ja gesagt, ..."
Er: "StaubfÀnger! Alles nur StaubfÀnger. Ich denke gar nicht dran." Und ist weg bei den Körben.
Sie entschuldigend zur VerkĂ€uferin: "Er hat heute das Geld. Was soll ich machen? Sind Sie am Samstag wieder hier? Ja? Das ist gut. Da komme ich mit meinem eigenen Geld. Können Sie mir den Kranz bis dahin zurĂŒcklegen?"
"Aber ja doch", bekommt sie zur Antwort.

Ich halte wild entschlossen das blaue Herz fest, blicke die gelassene VerkÀuferin an: "Sagen Sie mal, geht es immer so zu in dieser Stadt?"
"Nicht immer, nein." Sie schmunzelt. "Aber, ich sage mal, oft. Ziemlich oft. Soll's das Herz sein?"
"FĂŒr meine Frau, ja. Bin mir nicht sicher - blau oder rot? Was denken Sie?"
Nehmen Sie das rote. Rot wie die Liebe."




Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


jon
Foren-Redakteur
Fast-Bestseller-Autor

Lektor
Registriert: Nov 2000

Werke: 147
Kommentare: 6332
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um jon eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

AbsÀtze immer mit oder immer ohne Leerzeile. Und Fehler sind auch noch ein paar drin.

Das Ganze erinnert stilistisch an ein Mittelding zwischen Stichwortliste und ersten ErzÀhlversuchen.

Wichtiger ist mir aber: Was willst du erzĂ€hlen? Dass der Ich-ErzĂ€hler die Stadt als voller StĂ€nkerheinis empfindet? Dass er "diese Leute heute!" empfindet? Dass er so weltfremd ist, dass ihn das GezĂ€nk irritiert? Dass er sich bei der Auswahl seines Mitbringsels gestört fĂŒhlt? Wodurch bzw. wie?
Ich fand z. B. diese Passage hier

quote:
Ich war irritiert. Schließlich bin ich alles andere als kundig auf diesem Gebiet. Wog aber weiterhin eins der Keramikherzen in meiner Hand.
seltsam. WorĂŒber genau ist er irritiert? Auf welchem Gebiet ist er nicht kundig? Und was hat das alles mit den Herzen zu tun?
__________________
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalÀsst (Klaus Klages)

Bearbeiten/Löschen    


DocSchneider
Foren-Redakteur
HĂ€ufig gelesener Autor

Registriert: Jan 2011

Werke: 137
Kommentare: 2459
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um DocSchneider eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Bursch,

ich lese das Ganze als Kampf zwischen den Geschlechtern, da die MÀnner durchweg als tumb dargestellt werden, die Frauen aber - auch Töchter - wissen in bezug auf Dekoartikel bestens Bescheid!

Wobei auch der Prot noch Hilfe benötigt. Womit er sich ebenfalls einreiht in die zuvor beschriebenen mÀnnlichen Spezies. Die Geschichte ist ausbaufÀhig, mehr erzÀhlen, mehr beschreiben!

VG,
DS
__________________
Manchmal denke ich, der Himmel besteht aus ununterbrochenem, niemals ermĂŒdendem Lesen. (Virgina Woolf)

Bearbeiten/Löschen    


Bursch
AutorenanwÀrter
Registriert: Sep 2016

Werke: 19
Kommentare: 22
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Bursch eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo DocSchneider!

Du hast es erfasst. Es geht um Geschlechterkampf und getrennte Welten/SphĂ€ren. Hier am Beispiel von kleinen Geschenken (die ja von Herzen kommen sollten) und Deko. Böse gegen uns MĂ€nner in diesem Fall, ließe sich fĂŒr andere Bereiche andersherum darstellen.
Und natĂŒrlich geht es nicht darum, wie eine Kommentatorin anfragte, dass VerkĂ€ufer/innen immer recht haben. Die hier kennt auf ihrem Gebiet nach vielen Jahren die SchĂ€rfe getrennter Welten und zieht ein mokantes Fazit. That's all.

Gruß und Dank fĂŒr alle Kommis
von Bursch

Bearbeiten/Löschen    


Blumenberg
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Feb 2016

Werke: 24
Kommentare: 290
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Blumenberg eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Bursch,

das ist jetzt die zweite Geschichte, die ich von dir lese und ich muss sagen auch die ĂŒberzeugt mich nicht.
Die in dem kurzen Text geschilderten Stereotypen - Frauen als die Schöngeister mit Sinn fĂŒr Stil und die kleinen Details, MĂ€nner als das genaue Gegenteil - erscheinen mir mehr als nur ein bisschen abgedroschen. Das gab es schon hunderte Male und auch in wesentlich unterhaltsamer. Das mag daran liegen, dass dieses Bild von dir lediglich in vierfacher AusfĂŒhrung hintereinandergereiht wiederholt wird, dass bei der letzten Wiederholung eine Tochter dazukommt Ă€ndert nichts. Das hat mich an KostĂŒm/Zwang erinnert, dort hast du alle Bösewichte der Welt in einem Raum versammelt, aber das warÂŽs dann auch, sie interagierten weder untereinander noch mit dem Protagonisten.
Du solltest eine Geschichte erzĂ€hlen, d.h. einen Handlungsfaden spinnen der den Leser mitreißt und zum weiterlesen animiert. Dabei mĂŒssen die Figuren miteinander interagieren, woraus sich letztlich die Handlung ergibt. Wenn du dich fĂŒr einen Ich-ErzĂ€hler entscheidest, hier schließe ich mich jons Kommentar an, muss doch irgendwie auch eine refelxive Ebene eingeflochten sein, die das Erlebte in irgendeine Beziehung zu deinem Protagobnisten setzt.

Zwei formale Sachen sind mir noch aufgefallen.
ZunĂ€chst beginnst du mit einer in meinen Augen undschönen Dopplung, die ich - mein subjektiver Eindruck - vermeiden wĂŒrde:

quote:
Wegen einer Tagung war ich fĂŒr eine Woche fern von Zuhause. Wir tagten in einem großen Hotel am Rande einer Kleinstadt.

quote:
Auf tritt von links ein junges Paar.
Hier wĂŒrde ich entweder "Auftritt von links: ein junges Paar" oder "Von links tritt ein junges Paar auf" schreiben, so ist es auch ein richtiger Satz.

Ich hoffe die Kritik trifft dich nicht zu hart, aber es soll ja ein objektives Feedback und keine Streicheleinheit sein.

Beste GrĂŒĂŸe

Blumenberg

Bearbeiten/Löschen    


2 ausgeblendete Kommentare sind nur fĂŒr Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
ZurĂŒck zu:  Kurzgeschichten Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Werbung