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Leselupe.de > Humor und Satire
Ruccola
Eingestellt am 01. 01. 2003 12:33


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titatom
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Ruccola

Es ist Fr├╝hsommer, bemerkbar am Geruch von gegrilltem Gem├╝se, das auf gl├╝hende Holzkohle tropft. Kein Fleisch bitte, lesen Sie keine Tageszeitung! Th├╝ringer mit Putenfleisch, verantwortungslos, unser Nachbar. Nur noch Gem├╝se mit Salaten, etwa mal zur Abwechslung einen wahren Exoten, einen Ruccola. Ruccola ist ja eigentlich so eine Art L├Âwenzahn f├╝r Lifestyle-Typen, macht aber nichts. Ist ja hip, eigentlich. So was wie Feldsalat mit F├Âhnfrisur von Gerd Meir. Sauber verpackt in Plastiksch├Ąlchen mit Frischhaltefolie, um die fehlende Beratung an der Supermarkttheke rechtfertigen zu k├Ânnen. Ruccola in Zeitungspapier, wer k├Ąme auf die Idee! Glatter Stilbruch. Gehe nicht ├╝ber Los, sofort zur├╝ck zum Kopfsalat. Ruccola mit Thousand-Island-Dressing, unvorstellbar! French Dressing, krankhaft! Das w├Ąre ja wie Kanzler Schr├Âder mit knallrot gef├Ąrbten Haaren (War nur Spa├č, Doris, nicht gleich klagen). An seinen Ruccola l├Ąsst man nur Kern├Âl und Balsamico! Nie mehr die Fehler unserer Jugend. Das waren noch die Zeiten, als es nur drei Fernsehprogramme gab und Vatter K├Âppcke um acht im Ersten Wirtschaftswachstum und Arbeitslosigkeit in sorglos richtiger Reihenfolge verk├╝ndete. Damals bestand Joghurt auch noch haupts├Ąchlich aus Geschmacksverst├Ąrkern und nicht aus linksdrehenden Milchs├Ąuren. Bratw├╝rste waren nach heutigem Wissensstand krebserregend lecker, das Kotelett kam vom Schwein, Bioprodukt-verseuchte Putenmast-Retorten-Klone waren weder erfunden noch ben├Âtigt. Kochrezepte wurden beim Kaffeekr├Ąnzchen getauscht, keiner brauchte sich www.healthfood.usw downloaden. Und grillen k├Ânnen geh├Ârte zur Grundausbildung jedes Vaters. Dazu gab’s Salat, Kopfsalat nat├╝rlich, manchmal mit Zwiebelringen, aber immer mit Branntwein-Essig. Chicor├ęe war schon eher was f├╝r Experimentierfreudige. Wer erinnert sich nicht an Mutters Salat-Innovationen mit der markant-bitteren Eigenheit (Mammi, erst in warmes Wasser legen!). Wir entsinnen uns an weitere Exoten wie den Radicchio. S├╝dl├Ąndischer Hauttyp mit charakteristischem Nachgeschmack, siehe Cicore├Ę . Den steckte Mutter immer unter die russischen Eier. Die mit der heute unvorstellbaren Maionaise-F├╝llung. Cholesterin, sag ich da nur! Wer will schon fr├╝h sterben...

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