Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5439
Themen:   92261
Momentan online:
416 Gäste und 20 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Ungereimtes
Ruhelos
Eingestellt am 31. 03. 2008 02:25


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
anbas
H├Ąufig gelesener Autor
Registriert: Mar 2006

Werke: 718
Kommentare: 4501
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um anbas eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Ruhelos

Schneeflocken
tanzen spielend
zu Boden.

Schwere Gedanken
durchkreisen schmerzhaft
meinen Kopf.

Sehnsucht
nach schneebedeckter Ruhe.

Doch taut der Schnee schon,
wenn er festen Boden ber├╝hrt.

__________________
Wenn der Weg das Ziel ist, kann man nicht falsch abbiegen. (anbas)

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Hakan Tezkan
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo anbas,

dein Gedicht "Ruhelos" thematisiert den Zwiespalt, in dem viele Melancholiker stecken.

Es folgt zun├Ąchst einem antithetischem Aufbau.
So beschreibst du in Strophe eins den Fall federleichter Schneeflocken, die in der Luft "tanzen" zu scheinen. Dieses Bild vermittelt im Leser ein wohliges Gef├╝hl.

In Strophe zwei folgt dann der Gegenspieler, in Form von "schwere[n] Gedanken", die dem lyr.Ich Leid zuf├╝gen.
Dass diese Gedanken "kreisen", l├Ąsst vermuten, dass sich der Akt des Denkens als etwas Sinnloses darstellt.

Auf dieser Grundlage folgt die logische Konsequenz:
Das lyr.Ich sehnt sich nach "schneebedeckter Ruhe" und will von den immerfort kreisenden und immerzu schmerzhaften Gedanken befreit werden und an ihre Stelle sollen die leichten Schneeflocken treten, welche den Grund bedecken k├Ânnen.

In der letzten Strophe folgt dann die Pointe, in der festgestellt wird, dass dieser Schnee verg├Ąnglich ist, da er, sobald er "festen Boden ber├╝hrt", taut und vergeht.
Dies zeigt, dass derartige Gedanken zwar sch├Ân erscheinen m├Âgen, diese Ruhe aber verg├Ąnglich ist und den harten Bedingungen der ├Ąu├čeren, aber auch der inneren Wetl nicht standhalten kann.

Man k├Ânnte daher res├╝mieren, dass du zum einen das Leid des Melancholikers und dem darauf folgendem Wunsch, davon befreit zu werden, Ausdruck geben m├Âchtest, zum anderen aber auch diesen Wunsch gleich wieder negierst, in dem du die Alternative zu den "schwere[n] Gedanken" als etwas h├Âchst Zerbrechliches und darausfolgend Belangloses hinstellst.

Mir hat dein Gedicht in seiner Schlichtheit sehr gut gefallen, und die Pointe wei├č zu ├╝berzeugen, auch wenn sie sicherlich ihre kleinen Fehler beinhaltet, da der Schnee nicht ├╝berall augenblicklich schmilzt.

An der Umsetzung kann man wenig ver├Ąndern, du hast das schon sch├Ân verdichtet.

Liebe Gr├╝├če,
Hakan

Bearbeiten/Löschen    


anbas
H├Ąufig gelesener Autor
Registriert: Mar 2006

Werke: 718
Kommentare: 4501
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um anbas eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo Hakan,

endlich komme ich dazu, Dir zu antworten. Ich hatte es schon lange vor, war aber mit der Organisation einer Lesung hier in Hamburg gut besch├Ąftigt.

Vielen Dank f├╝r die M├╝he, die Du Dir mit meinem Gedicht gemacht hast. Eine alles in allem gelungene Analyse. An einer Stelle sehe ich den Text allerdings etwas anders:

quote:
Man k├Ânnte daher res├╝mieren, dass du zum einen das Leid des Melancholikers und dem darauf folgendem Wunsch, davon befreit zu werden, Ausdruck geben m├Âchtest, zum anderen aber auch diesen Wunsch gleich wieder negierst, in dem du die Alternative zu den "schwere[n] Gedanken" als etwas h├Âchst Zerbrechliches und darausfolgend Belangloses hinstellst.

Mir hat dein Gedicht in seiner Schlichtheit sehr gut gefallen, und die Pointe wei├č zu ├╝berzeugen, auch wenn sie sicherlich ihre kleinen Fehler beinhaltet, da der Schnee nicht ├╝berall augenblicklich schmilzt.
Zum einen sehe ich als Alternative f├╝r schwere Gedanken nichts zerbrechliches oder veg├Ąngliches (wobei das ein durchaus interessanter Gedanke ist, dem es sich nachzugehen lohnt). Vielmehr symbolisiert dieses Gedicht f├╝r mich eine Situation in der das Lyr.Ich einfach nicht zu der Ruhe kommt, nach der es sich sehnt - der Schnee schmilzt sobald er den Boden ber├╝hrt und die schneebedeckte Ruhe kann nicht einkehren.
Zum zweiten ist "Ruhelos" f├╝r mich eher eine Momentaufnahme. Da ist es unerheblich, dass der Schnee an anderen Stellen nicht schmilzt. In dem Moment ist es, wie gerdae schon gesagt, so, dass die ersehnte Ruhe nicht eintritt und der Schnee sofort schmilzt, so dass sich nicht ein beruhigender Schneeteppich ausbreiten kann.

Liebe Gr├╝├če

Andreas


Hallo nofrank,

auch Dir danke ich f├╝r Deine R├╝ckmeldung. Deinen Zwiespalt kann ich zum Teil nachvollziehen. Andererseits gibt es bestimmte (Natur-)Bilder, die sich besonders gut eignen, um sie f├╝r Texte dieser Art heranzuziehen - da muss dann das Rad nicht neu erfunden werden.

Liebe Gr├╝├če auch an Dich

Andreas
__________________
Wenn der Weg das Ziel ist, kann man nicht falsch abbiegen. (anbas)

Bearbeiten/Löschen    


2 ausgeblendete Kommentare sind nur f├╝r Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
Zur├╝ck zu:  Ungereimtes Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!