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Leselupe.de > Ungereimtes
Samhain | Totentanz
Eingestellt am 02. 11. 2004 22:37


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astarte
One-Hit-Wonder-Autor
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Sieh' die schwarzen, alten BĂ€ume
zitternd wachen an der Pforte,
sich ergeben in den Winter
an dem dunklen, kalten Orte
Hör' die Glocken ferne lÀuten,
den Toten seien sie zur Ehr -
bald schon lĂŒftet sich der Schleier,
es ist die Zeit der Wiederkehr

Stille tauchen aus dem Nebel
all die Seelen alter Zeiten,
irren suchend auf den Pfaden,
die sie einst hatten zu schreiten
In die neue Welt sie fliehen
aus den Jahrhunderten herab,
denn das Sehnen ist nicht mĂŒde,
ihnen zur Seit' ruht es im Grab

Rastlos strömen die Vergess'nen
aus jenem dunklen Grund empor,
streben aus der Nacht des Todes
hinaufzuwandeln durch das Tor,
um zu tanzen auf den GrÀbern
ekstatisch wirbelnd mit dem Wind,
eng verschlungen ihre Leiber,
die lange schon verfallen sind

Atmend den schweren Erdenduft
und der Sinnlichkeit gedenkend,
sich mit staubiger Leidenschaft
dem Leben entgegen schenkend,
des Daseins Fieber erahnend,
finden zum Feste sie sich ein
um zu schmecken von dem Brote,
zu trinken einmal noch vom Wein

Wie dereinst mit allen Fasern
sie gierig darben nach Genuß,
trunken von Erinnerungen,
flehen herbei den sĂŒĂŸen Kuß,
den sie noch im ew'gen Schlafe
wĂ€hnen zu spĂŒren auf dem Mund
und verzweifelt hallt ihr Lachen
weither hinaus zu spÀter Stund'

Viel zu schrill und viel zu trotzig
tost es durch die kahlen BĂ€ume,
weh sich wiegend mit den Schatten
dringt es ein in uns're TrÀume
Durch die Welten braust es zornig
entlang der Zeitenalter Bruch,
lĂ€ĂŸt erschaudern die es hören
- das Requiem der Lebenslust

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Waldemar Hammel
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@ astarte

Die Ă€gyptische Göttin der Liebes- und Kriegskunst steht hier deutlich mit der ehrwĂŒrdigen Form der "Ballade" auf Kriegsfuß.
Die Wortwahl des Textes ist im Allgemeinen anspruchsvoll. Somit stimmten eigentlich die Zutaten, aber das Menue misslingt, es ist "unausgegoren". Möglicherweise ist es der Autorin nicht gelungen eine (?) durchaus wunderbare Idee, ein GefĂŒhl hier in Sprache zu transformieren?
Der Text hat inhaltlich etwas sehr Schönes (untereinander isolierte Seifenblasen), aber die Sache bleibt diffus, sodass es mich richtig Ă€rgerlich macht, dass nicht herauskommt, was herauskommen könnte: Eine tatsĂ€chlich gelungene Ballade, deren Inhalt "aus einem Guß" ist.

(a) Bereits die Logik stimmt nicht:
Die Überschrift "Totentanz" und das kulminierende Ende "Requiem der Lebenslust" sind diskrepant, der symbolische Totentanz des Mittelalters war keineswegs als eine gestische "summa" des Lebens gedacht.
Der vorliegende Text verhandelt exklusiv den Tod und die Toten, dies sind jedoch EndzustÀnde, die erst in Bezug auf das Leben Wertung und Sinngehalt bekommen könnten. Dieser Kontrast fehlt hier, sodass das Tod-Problem hier aus der greifbaren RealitÀt hinaus-mystifiziert wird.

Entsprechend vergespenstern und ver-unbegreiflichen die Textinhalte.

[Sieh' die schwarzen, alten BĂ€ume
zitternd wachen an der Pforte,
sich ergeben in den Winter
an dem dunklen, kalten Orte]

Entlaubte BÀume "schlafen" eher im Winter (nicht "wachen"), und im Dunkeln ist selbst der schwÀrzeste Baum unsichtbar, somit die Aufforderung "sieh!" irgendwie absurd. Sich in die KÀlte "ergeben" steht im Widerspruch zu "zittern".

Die majestĂ€tische Denkfigur, dass BĂ€ume als Lebewesen in lebendigem Zustand auch den kĂ€ltesten und dunkelsten Winter mit derselben stoischen Ergebenheit ĂŒberleben wie völlig tote Steine, wird hier verschenkt, natĂŒrlich, weil sie den Intentionen des folgenden Textes abtrĂ€glich wĂ€re.

[Hör' die Glocken ferne lÀuten,
den Toten seien sie zur Ehr -
bald schon lĂŒftet sich der Schleier,
es ist die Zeit der Wiederkehr]

Es ist ungĂŒnstig die "Totenglöckchen" zu erwĂ€hnen, die per Definition den Toten lĂ€uten, und sie dann mit "seien sie zur Ehr" verbal erneut den Toten zu weihen. Im Zusammenhang hier scheinen die Glocken auch nicht "zu Ehr" zu lĂ€uten, sondern zur "Wiederkehr" (Auferstehung?) zu rufen (lt. Religion erledigen das am Ende "Fanfaren").

[Stille tauchen aus dem Nebel
all die Seelen alter Zeiten,]

Das geht nicht! "Stille" = "die Stille", und gemeint ist "still" = "lautlos". Und "all die Seelen"..., ja, mein Gott, da erstehen dann die Toten aus Jahrmillionen? Das sind zuviele, um das textlich beabsichtigte Inhalts-Ambiente hier aufrecht zu erhalten. Das Wort "all" passt hier nicht.

[irren suchend auf den Pfaden,
die sie einst hatten zu schreiten]

...stolper, holper ...

[In die neue Welt sie fliehen
aus den Jahrhunderten herab,
denn das Sehnen ist nicht mĂŒde,
ihnen zur Seit' ruht es im Grab]

Welche "neue Welt"? Warum "fliehen" sie? Aus den begrabenen Jahrhunderten kommt man eher "herauf" als "herab"?
Und dann wirds ungewollt komisch: Die Toten sind wahrhaft "totmĂŒde" (Bild des Todes als der großen Bruders des Schlafes). Ihre Seelen mögen noch "leben". Dass indes "das Sehnen" ĂŒberhaupt nicht mĂŒde ist und als jahrhunderte wĂ€hrender Unruheherd just neben den Toten in der Enge des Grabes liegen soll, erzeugt mir als Leser Heiterkeit statt Drama.

[Rastlos strömen die Vergess'nen
aus jenem dunklen Grund empor,
streben aus der Nacht des Todes
hinaufzuwandeln durch das Tor,]

Nachdem sie gerade vorher aus "Jahrhunderten herab kamen", "strömen" sie jetzt "aus dunklem Grund", und dies -wieder komödiantisch- ungebĂŒhrlich "rastlos" fĂŒr Tote.

[um zu tanzen auf den GrÀbern
ekstatisch wirbelnd mit dem Wind,
eng verschlungen ihre Leiber,
die lange schon verfallen sind]

Das eben gegessene StĂŒck von gestern restlos vernaschten Kuchen schmeckte gut, oder wie?
Dass Tote "ekstatisch wirbeln", passt nicht zum Drama des Totentanzes, sondern zu lebendiger Ekstatik, religiöser trancehafter Ausgelassenheit. "Leiber" sind (1) plastisch (so wie etwa bei P.Breughel) und können sich (2) "schon lange verfallen" dann nicht mehr umschlingen.
Außerdem geht es nicht um das "Verfallsdatum", sodass gemeint war die Leiber seien "zerfallen".

[Atmend den schweren Erdenduft
und der Sinnlichkeit gedenkend,
sich mit staubiger Leidenschaft
dem Leben entgegen schenkend,]

Ich denke, es ist "Winter" im Text? "Schwerer Erdenduft" im Sinne von "warmer Ackerboden" existiert aber im FrĂŒhling/Sommer, und zwar dann, wenn es feucht+warm ist (Wasserdampf ist TrĂ€ger der meisten GerĂŒche!), also gerade nicht in "staubiger Leidenschaft" und "im Winter", wobei gerade vorher ja erst "verschlungene Leiber" und "ekstatisch wirbelnde" TĂ€nze geschildert wurden.

[des Daseins Fieber erahnend,
finden zum Feste sie sich ein
um zu schmecken von dem Brote,
zu trinken einmal noch vom Wein]

Hier hinkt die Metaphorik gewaltig: Das "Fest", dass hier gefeiert werden soll, ist das "core", das Kernritual des Christentums: Die Transsubstantiation: Dieses "Brot und Wein" sind das Fleisch und Blut der Erlösung, und wer davon isst, bleibt nicht im Tod. Damit aber erĂŒbrigen sich die Metaphoriken des "Totentanzes" komplett, die Überschrift und der vergestellte Text.

[Wie dereinst mit allen Fasern
sie gierig darben nach Genuß,]

Hier verliere ich den Zusammenhang zum bisherigen Text.
"Wie dereinst sie [werden] gierig darben nach Genuss"?, oder "wie (vor)einst sie darbTen nach Genuss"?

[trunken von Erinnerungen,
flehen herbei den sĂŒĂŸen Kuß,
den sie noch im ew'gen Schlafe
wĂ€hnen zu spĂŒren auf dem Mund
und verzweifelt hallt ihr Lachen
weither hinaus zu spÀter Stund']

Das ist verbaler Eintopf mit Stacheldraht-Einlage: Nach der Kommunion (Wein + Brot) ist der Schlaf nicht mehr ewig, Tote kĂŒssen und lachen nicht, und sie haben keinen Mund, und die Formulierung "weither hinaus" ist mir nicht begreiflich.

[Viel zu schrill und viel zu trotzig
tost es durch die kahlen BĂ€ume,
weh sich wiegend mit den Schatten
dringt es ein in uns're TrÀume
Durch die Welten braust es zornig
entlang der Zeitenalter Bruch,
lĂ€ĂŸt erschaudern die es hören]

Pathetische Phrasierungen an sich, aber in ihrer Zusammenstellung hier nichtssagend, da -nicht wiedersprĂŒchlich- sondern zusammenhanglos gereiht.
Zum Textanfang stehen die BĂ€ume und "wachen" ( = ruhiges Bild), und jetzt wird hier "getost" und "gebraust" (blizzard?), "schrill", "trotzig", "zornig" (= Steigerung von was?), das geht durch "Welten" und "Zeitalter" (welche?).
Und das Wort "Zeitenalter" als Ersatz fĂŒr "Zeitalter" (damit der Rhythmus stimmt, funktioniert nicht.

[ - das Requiem der Lebenslust]

siehe oben, unter (a)

---

Ich tröste mich bis zur evtl. erhellenden AufklÀrung damit, dass ich vielleicht (hoffentlich) nur zu dumm bin den Text richtig zu verstehen, denn irgendwie hat die Sache was, aber die Ausarbeitung ist vermutlich mangelhaft.

PS: Die Überschrift /"Samhain | Totentanz"/ (Samhain = keltisch, Totentanz = christlich) kann bedeuten, dass im Text zwei unterschiedliche kulturelle Codes durcheinander gemixt sind (keltisch+christlich). Diese sind dann aber entweder nicht bis zur KompatibilitĂ€t (und sei diese komplementĂ€r) herausgezĂŒchtet worden, oder nicht kontra-diktorisch sauber gegenĂŒbergestellt. Das Resultat ist dann chaotischer Eintopf, ein eher belangloses, unkritisches Glasperlenspiel wie oft im Bereich der "gothic" ĂŒblich. Im Ergebnis unfruchtbar = schade wegen der versĂ€umten Chancen.

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astarte
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Hallo Waldemar,

wow, das ist ja mal eine ausfĂŒhrliche Kritik. Deshalb vielen Dank erstmal, dass du meinem Gedicht so viel Aufmerksamkeit und MĂŒhe angedeihen lĂ€ĂŸt. Bevor ich auf einige deiner Kritikpunkte eingehe, möchte ich zuerst etwas allgemeines zu deinem Post Scriptum anmerken. Ich denke dieses "Mixen" und Vermischen von Religionen ist ein ganz normaler und ĂŒberall festzustellender Vorgang, der sich Jahrhunderte hindurch in der Geschichte findet und auch heute kenne zumindest ich persönlich keinen Menschen, der nicht ab und zu ĂŒber die Konventionen seiner "angestammten" Religion hinwegschaut und auch andere Dinge fĂŒr sich annimmt (und sei es nur einen alten heidnischen Aberglauben). Ja, im Grunde ist es sogar so, dass gerade Christentum und Heidentum sehr eng miteinander verwebt sind, und die Grenzen oft undeutlich werden, da von der Kirche viele heidnische BrĂ€uche unter anderem Namen und mit der dem christlichen Glauben entsprechenden Symbolik ĂŒbernommen wurden. Deshalb ist es wohl, zumindest was die Praxis anbelangt, relativ abwegig, Religionen oder BrauchtĂŒmer so strikt voneinander getrennt herausarbeiten zu wollen.

Doch ist deine Vermutung nicht richtig, dass in meinem Gedicht das keltische und christliche Brauchtum vermixt wurden, sondern ist wahrscheinlich das Ergebnis eines grundlegenden MißverstĂ€ndnisses in der Deutung der Symbolik des Gedichtes.

Da jeder Glaube anders ist, stets bei jedem Menschen, manchmal auch nur um Nuancen variiert, sieht man manchmal Symbole da, wo keine sind, oder weist ihnen eine eigene bekannte Bedeutung zu, wĂ€hrend eigentlich etwas ganz anderes gemeint ist. Nehmen wir zum Beispiel "Brot und Wein". Du siehst es als ein Symbol fĂŒr das Abendmahl, Fleisch und Blut der christlichen Erlösung, als was es aber ĂŒberhaupt nicht gedacht war. Es sollte einfach nur die Lust am Essen und Trinken wiederspiegeln. Genausogut hĂ€tte ich Kaffee und Kuchen nehmen können. ;o)
Dass ich doch das Brot gewĂ€hlt habe, liegt an dem alten heidnischen Brauch, den Toten zu Samhain Speisen und Milch auf den Tisch, den Kamin oder das Fensterbrett zu stellen. Warum ich dann keine Milch genommen habe? Nun, ich fand, Wein sei dem Genuß zutrĂ€glicher und außerdem korrespondierte es mit dem Ă€hnlichen Brauch, den Toten zu Samhain Brot und Wein auf ihr Grab zu stellen. Und schon ist das MißverstĂ€ndnis komplett. HĂ€ttest du mich nicht daran erinnert, dass Brot und Wein auch ein Symbole fĂŒr das Abendmahl sind, wĂ€re ich allein darauf gar nicht gekommen, weil ich dabei halt an etwas ganz anderes gedacht habe.

Mit "Wiederkehr" ist hier ebenfalls nicht die Auferstehung im christlichen Sinne gemeint, die mit dem ewigen Leben "endet", sondern die Wiederkehr allein fĂŒr diese eine Nacht, in welcher die Toten zurĂŒck auf die Erde, zum Ort ihres frĂŒheren Lebens dĂŒrfen, um ihre Familie und ihre Freunde zu besuchen. So ist dies im Volks(aber)glauben fĂŒr die Nacht vor Allerheiligen ĂŒberliefert, in welcher nach altem Brauchtum das keltische Neujahrsfest gefeiert wird. (Deshalb wurde das Fest Allerheiligen von der Kirche auch auf speziell diesen Tag gelegt, um so den alten keltischen BrĂ€uchen sozusagen den Wind aus den Segeln zu nehmen.) Doch Samhain wurde nicht nur als Neujahrsfest, sondern auch als Totenfest gefeiert, eben wegen des Glaubens, dass sich in dieser Nacht die Grenzen zwischen Diesseits und Totenwelt öffnen und die Toten auf der Erde wandeln.

Auch die Verwendung des Wortes "Totentanz" im Titel ist eher Zufall, denn das Gedicht hat keineswegs etwas mit den mittelalterlichen TotentĂ€nzen zu tun, sondern die Verwendung dieses Wortes ist allein dem Umstand zu danken, dass Tanz fĂŒr mich der Inbegriff der Lebensfreude ist und ich diesen Begriff deshalb fĂŒr das, was ich ausdrĂŒcken wollte, sehr passend fand. Es war nie meine Absicht, einen mittelalterlichen Totentanz nachzuzeichnen, zumal diese ja auch ein ganz anderes Thema aufgreifen, in welchem der Tod die Lebenden zum Tanz auffordert. Und wie du richtig erkannt hast, behandelt mein Text allein die Toten.

HĂ€tte nun jemand versucht, dieses mittelalterliche Bild des Totentanzes auferstehen zu lassen und hĂ€tte sich streng an die damit ĂŒberlieferte christliche Symbolik gehalten, natĂŒrlich nicht, ohne sich intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen, wĂ€re die Sache einfach gewesen. Aber so einfach ist sie eben doch nicht, denn diese Art des Gedichteschreibens liegt mir relativ fern. Meist versuche ich mit meinen Gedichten ganz persönlichen Gedanken, GefĂŒhle oder innere Bilder darzustellen. Das ist bei diesem Gedicht nicht anders, wenn es mir auch anscheinend nicht gut, bzw. ĂŒberhaupt nicht gelungen ist.

Meine eigentliche Absicht war, dem Bild Ausdruck zu verleihen, welches sich mir beim Hören oder Lesen der Sagen, Legenden und BrĂ€uchtĂŒmer um Samhain in meiner Phantasie entspinnt - Tote, die in dieser Nacht voll Gier nach Leben auf die Erde strömen, um sich noch einmal darin zu versuchen, um sich zu erinnern, noch einmal davon zu kosten, wenn es denn auch nur ein schwacher Abklatsch des wirklichen Lebens und dessen sinnlicher GenĂŒsse ist.
Dass dieses Bild zum einen tragisch, aber zum anderen dabei auch unfreiwillig komisch ist, geht gar nicht anders, denn jeder der versucht, irgendetwas nachzuahmen, was ihm nicht gegeben ist (in diesem Falle Leben) oder einen Platz einzunehmen, den er nicht auszufĂŒllen vermag, wird mehr oder weniger unfreiwillige Heiterkeit erzeugen. So ist es auch bei diesem Tanz und Abgesang der Toten, die am nĂ€chsten Morgen doch wieder die Erde verlassen mĂŒssen, auch wenn sie noch immer die Sehnsucht nach Leben, Genuß und ihren verlassenen Lieben in sich spĂŒren, doch lernen mĂŒssen, dass ihre Zeit auf Erden um ist. Das Leben den Lebenden, der Tod den Toten.


Und noch einige Anmerkungen zu anderen deiner Kritikpunkte:


Die Sache mit den wachenden oder schlafenden BĂ€umen, der duftenden Erde u.Ă€. ist fĂŒr mich ehrlich gesagt Haarspalterei. Es geht ja darum, ein Bild zu transportieren und wenn ich kahle BĂ€ume links und rechts neben einer Pforte stehen sehe, so mag es mir erscheinen, als seien sie WĂ€chter, egal ob sie dabei nun eigentlich "schlafen" oder nicht. Erde duftet auch im Winter, nur dass man es nicht so intensiv wahrnimmt. Dunkelheit ist nicht gleich Dunkelheit. Auch Dunkelheit gibt es in allen Variationen und wenn du dir mal nachts denn Himmel anschaust, wirst du bemerken, dass dieser immer heller ist, als die Schatten der BĂ€ume. Und wieso ist es absurd, sich zitternd zu ergeben? Ich sehe darin keinen Widerspruch und irgendwie gewinne ich bei diesen Anmerkungen von dir den Eindruck, dass dich tatsĂ€chlich irgendwas an dem Gedicht Ă€rgerlich macht. Aber ich bin mir sicher, dass es nicht diese speziell von dir erwĂ€hnten Dinge sind.

Viele GrĂŒĂŸe
__________________
~Das Herz hat seine GrĂŒnde, die der Verstand nicht kennt~

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