Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92248
Momentan online:
391 Gäste und 11 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Humor und Satire
Sammy schafft Ordnung
Eingestellt am 16. 07. 2004 23:16


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
M├Â├čner, Bernhard
Routinierter Autor
Registriert: Dec 2001

Werke: 89
Kommentare: 204
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um M├Â├čner, Bernhard eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Sammy schafft Ordnung

Saddy war ein richtiger Schweinehund! Jeder wusste das, allen voran Sammy, denn fr├╝her einmal waren sie richtig gute Freunde gewesen. Damals nannte Sammy seinen Freund Saddy manchmal sogar scherzhaft: "mein Schweinehund", aber das ist lange her! Dass Saddy vor Jahren einmal einen Nachbarn krankenhausreif zugerichtet hatte, w├Ąre vielleicht noch zu verzeihen gewesen. Unverzeihlich war dagegen, dass er bei jeder Gelegenheit seine arme Frau Laila und seine sieben erwachsenen S├Âhne verpr├╝gelte.
Das, so fand Sammy, war ungeh├Ârig und zwang ihn gewisserma├čen moralisch zum Eingreifen. Sammy n├Ąmlich war ein Ehrenmann, und wenn er sich je pr├╝gelte, dann hatte er edle Gr├╝nde daf├╝r. Und aus allen diesen Gr├╝nden, so fand Sammy, hatte Saddy jetzt eine gewaltige Abreibung verdient.
Nat├╝rlich ging Sammy nicht einfach hin und haute ihm eine in die Fresse. Obwohl... eigentlich h├Ątte das nicht schaden k├Ânnen!
Aber Sammy fand: Recht muss Recht bleiben, auch wenn es sich bei Saddy um einen Schurken handelte. Sammy ging zum Gericht und verlangte einen Beschluss, der lauten m├╝sse, dass er, Sammy, Saddy praktisch per Amtshandlung daran hindern m├╝sse, alle seine Nachbarn zu verpr├╝geln und wom├Âglich auszurauben. Nicht mehr und nicht weniger!
Das Gericht tat sich erst schwer, verlangte Beweise und Tatzeugen f├╝r Saddys geplante Untaten, aber Sammy konnte den Richter davon ├╝berzeugen, dass das Recht schon deshalb auf seiner Seite war, weil es eigentlich unter seinem Dach lebte. Denn Sammy hatte dem Gericht, das so arm war, dass es sich keine eigene Unterkunft leisten konnte, vor Jahr und Tag ein B├╝rohaus in der Stadtmitte beinahe mietfrei ├╝berlassen. So fand der Richter nach einer kurzen Verhandlung und einem noch k├╝rzeren Seitenblick, dass Sammy ein Mann der Ordnung sei, der Saddy zu recht und durchaus gewaltsam an dem Vorhaben hindern m├╝sse, demn├Ąchst alle seine Nachbarn zu ├╝berfallen und ihnen etwas wegzunehmen.
Zu Sammys Ehre muss hier erw├Ąhnt werden, dass er sich nicht einbildete, er allein f├╝hle sich f├╝r die Z├╝chtigung des St├Ârenfriedens zust├Ąndig! Sammy forderte alle seine guten Freunde und sogar Saddys Nachbarn auf, bei der bevorstehenden Strafaktion mitzumachen. Aber die Nachbarn behaupteten, sie f├╝hlten sich von Saddy nicht direkt bedroht, und Sammys alte Freunde winkten ab, sie mochten sich nicht in fremde Familienangelegenheiten einmischen.
"Ja, ja", sagte Sammy nun heimlich, aber so laut, dass es alle Welt h├Âren konnte, "meine Freunde sind in Wahrheit alle Feiglinge und Dr├╝ckeberger."
Einzig auf den guten alten Tony konnte Sammy sich verlassen!
Tony hielt zu ihm in dieser schweren Stunde, und die beiden wurden umgehend Blutsbr├╝der.
Somit konnte sich Saddy auf eine doppelte Tracht Pr├╝gel gefasst machen. Doch kampflos mochte der sture Dummkopf nicht aufgeben. Aber gegen Sammy und Tony zusammen hatte er nat├╝rlich null Chance!
Wohl versteckte er sich zuletzt im Keller seines Hauses in einem Verlie├č, aber die beiden amtlich ernannten Ordnungsh├╝ter zerlegten sein Haus und sicherheitshalber auch die H├Ąuser seiner Nachbarn in lauter winzige Einzelteile, und schon bald holten sie den feigen Saddy aus seinem Kellerloch heraus, wobei er einige Kn├╝ffe und Boxhiebe abbekam. Weil aber Sammy und Tony sehr gesetzestreue B├╝rger waren, lieferten sie ihn anschlie├čend im Gef├Ąngnis ab, wo er auch hin geh├Ârte.
Nach diesem vollkommenen Sieg gegen das B├Âse zog Sammy seine Boxhandschuhe aus und seinen feinen Ausgehanzug an, um Saddys nunmehr befreiter Frau Laila einen Antrittsbesuch abzustatten. In seiner rechten Faust trug er einen gewaltigen Strau├č roter Rosen. Sogar ein s├╝ndhaft teures Parfum und eine Riesenschachtel feinster Pralinen nahm er mit, denn Laila war bekannt daf├╝r, noch ganz passabel auszusehen und wer wei├č... schlie├člich war sie nicht gerade unverm├Âgend.
Sein Besuch war von ├Ąu├čerst kurzer Dauer und endete f├╝r Sammy mit einem blauen Auge und einem Hinauswurf durch Laila und ihre unangenehmen S├Âhne. Die streitbare Lady behauptete allen Ernstes, dass sie sich ohne Saddys Pr├╝gel direkt vernachl├Ąssigt f├╝hle, denn ein Mann, der seine Frau nicht t├Ąglich verhaue, sei schlie├člich kein richtiger Mann! Zudem, so lie├č sie ihn wissen, seien ihr Schl├Ąge vom eigenen Mann hundertmal lieber, als seine, Sammys, Blumen und unsittlichen Antr├Ąge. Der Schutz durch ihre zuverl├Ąssigen S├Âhne gen├╝ge ihr, sie pfeife auf seine Angebote!
Da beschloss Sammy, bei dieser Dame k├╝nftig andere Saiten aufzuziehen. Schlie├člich hat man als Befreier auch einige Rechte!
Aber Saddys Nachkommen, die sich als rechte Rowdys erwiesen, sowie die Nachbarn in ihren zerst├Ârten H├Ąusern gaben keine Ruhe. Anstatt sich zu freuen, dass sie nun endlich befreit waren, st├Ąnkerten sie auf allen Stra├čen und Pl├Ątzen herum. Sie warfen Steine und andere Gegenst├Ąnde von den zerst├Ârten Mauern und D├Ąchern auf Sammy und Tony herunter, sobald die sich irgendwo sehen lie├čen. Saddys hinterlistige Brut und ihre Radaubr├╝der und Kumpane beschimpften und bewarfen ihre Befreier gar aus einer Moschee heraus, sie sie ihre seltsame Kirche zu nennen pflegten.
Den beiden ging das undankbare Volk gewaltig auf die Nerven!
Wenn sie einen von ihnen erwischten, fielen zehn andere ├╝ber sie her. Von allen und ├╝berall bezogen sie Pr├╝gel.
Hier f├╝r Ruhe zu sorgen, so fanden Sammy und Tony, w├Ąre die verdammte Aufgabe ihrer ehemaligen Freunde, die sich schlie├člich ausruhten, als sie beiden hier mutig die Drecksarbeit machten und die H├Ąuser dieser unzivilisierten Bande zerst├Ârten.
Aber auf die alten Freunde war wieder einmal kein Verlass: Nicht einmal am Wiederaufbau der kaputten H├Ąuser mochten die sich beteiligen.
"Einmal Feigling, immer Feiglich", schimpfte Sammy und drohte, ihnen die Freundschaft endg├╝ltig aufzuk├╝ndigen.

__________________
-Bernhard M├Â├čner-

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Zur├╝ck zu:  Humor und Satire Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!