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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Samurai-ko
Eingestellt am 04. 03. 2016 11:04


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Moppel
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Samurai-ko

Kazuko konnte keinen Schlaf finden. Was sehr ungewöhnlich war, denn als Samurai wusste sie wie wichtig es sein konnte ausgeruht in die nÀchste Schlacht zu ziehen. Doch diese Nacht war seltsam. Vielleicht war es einfach zu ruhig im Zimmer. Ihre Schreiberin, Miko, war zum Rapport in die Heimat ihres Clans aufgebrochen und ihren LeibwÀchter, Yamabushi, hatte sie vom Wachdienst befreit. Er verbrachte die Nacht sicherlich bei Kyoko.
Der Neid zupfte sachte an ihrem GemĂŒt. Als Samurai-ko waren ihr körperliche Beziehungen verboten. MĂ€nnliche Samurai allerdings durften sich hingeben, wem immer sie wollten. Man ging einfach davon aus, dass sie als Frau nur einem Herren dienen konnte und dies hatte ihr Daimyo, ihr FĂŒrst, zu sein. Alles andere war inakzeptabel. Sie hatte nie ein Problem damit gehabt, bis sie auf Enchiro traf. Ihre erste Begegnung mit ihm wĂŒrde sie nie vergessen. Ihre Gedanken wanderten in die Vergangenheit.

Damals.

Üblicherweise war sie die Erste im Dojo der angehenden Magistraten. Sie nahm ihre Übungsstunden sehr ernst. Auch wenn sie seit frĂŒhester Jugend als Naturtalent hoch gelobt wurde, man munkelte sogar, dass der Geist ihres Urahn Minamoto ihre HĂ€nde fĂŒhren wĂŒrde. Es gab ihrer Überzeugung nach allerdings nur eines was den Unterschied zwischen den Guten und den Besten ausmachte, hartes Training.
Aber diesmal war schon jemand vor ihr in der Halle.
Ein junger Mann mit geschmeidiger Gestalt und Bewegungen, die sie in ihren Bann zogen. Das Katana schien ein Bestandteil seines Körpers zu sein, so gut gehorchte die lange Klinge des Schwertes seinen WĂŒnschen. Das Aufblitzen der Morgensonne auf dem Stahl wob ein Netz aus Licht um ihn herum. FĂŒr einen Moment stockte ihr Atem. Da bemerkte er sie. Er fĂŒhrte die Übung zu Ende, dann begrĂŒĂŸte er sie mit einer angemessenen Verbeugung. Dabei viel ihm das lange dunkle Haar ĂŒber sein schönes Gesicht. Beinah zuckte ihre Hand nach vorn, um es ihm sanft nach hinten zu streichen.
Dieses BedĂŒrfnis brachte sie völlig aus dem Konzept. Als er sich wieder aufrichtete, begegnete er ihrem Blick mit einem Funkeln in seinen Augen, der ihr einen Schauer ĂŒber den Körper jagte. Da stand ein Versprechen von verbotenen Dingen in ihnen, das sie niemals annehmen durfte.
Spontan forderte sie ihn mit harschen Worten zu einem Duell heraus. Wie um alles aus der Luft zu wischen, was plötzlich zwischen ihnen schwebte. Seine Augen lĂ€chelten nur wissend und er akzeptierte die Herausforderung. Sie bezogen Stellung, verbeugten sich. Der Kampf begann. Sie war eine SchĂŒlerin des Minamoto Stils, dessen StĂ€rke der Kampf mit zwei Schwertern war. Doch er bewies ihr, dass auch die Schule des Taira Clans eine bemerkenswerte Technik besaß.
Es war wie ein Tanz, den sie miteinander vollfĂŒhrten. Ihre zierliche Gestalt schwebte grazil und schnell um ihn herum, wie ein Kolibri um eine BlĂŒte. Er beugte sich elegant wie ein Halm, der von einem unsichtbaren Wind bewegt wurde. Es wirkte leicht und mĂŒhelos. Ihre Überraschung wuchs. Das hatte sie nicht erwartet er hielt ihr nicht nur Stand, er brachte sie an den Rand ihres Könnens. Nur noch das metallische GerĂ€usch ihrer Klingen unterbrach die Stille. Immer raffinierter verwoben sie ihre Schwerter ineinander und nahmen die inzwischen eingetroffenen SchĂŒler gar nicht mehr wahr.
Doch diesen boten sie, ohne es zu ahnen, ein Bild der Perfektion.
Es war wie eine Choreografie, die sie vorher einstudiert hatten. Die Szene, die so entstand, war wie der Ausschnitt aus einem dieser neuen TheaterstĂŒcke.
Jeder der Anwesenden fĂŒhlte sich gefesselt durch diese außergewöhnliche Darbietung und verfolgte mit einer gewissen Atemlosigkeit den Verlauf des Kampfes. Doch es gab keine LĂŒcken in der Deckung der Beiden. Immer schneller wurde die Abfolge der SchlĂ€ge und ihre Katanas tanzten jetzt wirklich miteinander. Da brach er plötzlich aus dem Reigen aus und zog sich vor ihr zurĂŒck.
Alle Anwesenden hielten die Luft an, als seine Stimme wohlklingend durch den Raum hallte. „ Kazuko-san, ich ergebe mich eurem Talent und erkenne euch als Siegerin an.“ Er verbeugte sich, drehte ihr den RĂŒcken zu und ging davon.
Emotionen drĂ€ngten das Adrenalin zurĂŒck. Verwirrung, Wut und etwas, das sie nicht nĂ€her benennen wollte. Sie starrte immer noch dorthin, wo er eben gestanden hatte. Es war, als wenn sie aus einer Trance erwachte. Als sie aufsah, verschwand seine Gestalt gerade durch die TĂŒr. Sie fĂŒhlte, wie seine Worte ihr den letzten Hieb versetzt hatten.




Er ging als Sieger hinaus und er wusste es.
Seinen Namen erfuhr sie erst spÀter - Enchiro.

Danach.

Es stand immer zwischen ihnen, unausgesprochen.
Wie ein Geheimnis, ein Abenteuer, das sie rief und lockte.
Sie war dem Ruf niemals gefolgt. Ehre und Pflicht, diesen Pfad hatte sie nicht verlassen. Seine stÀndige NÀhe hatte es ihr in den letzten Jahren aber auch nicht leicht gemacht, der Versuchung zu widerstehen.
Der Kaiser, der weise Sohn der Sonne selbst, hatte sie in den Stand eines Magistraten berufen, genau wie ihn. Zusammen mit drei weiteren AuserwĂ€hlten trugen sie das Gesetz in die entlegensten Winkel des Reiches. Ihr kometenhafter Aufstieg hatte jedoch Neider auf den Plan gerufen. Man hatte versucht ihre Karrieren zu vernichten, in dem man das GerĂŒcht verbreitete, das sie eine AffĂ€re mit ihm hĂ€tte. Aber die Geschichten verstummten bereits wenige Tage nach ihrem Aufkommen. Sie war sich sicher das Enchiro sich darum gekĂŒmmert hatte. Woher sie diese Gewissheit nahm, wusste sie selbst nicht.
Doch es war seltsam gewesen zu hören, wie es sein könnte, aber nie sein durfte.

Heute Nacht.

Sie schĂŒttelte den Kopf und kehrte in die Gegenwart zurĂŒck. Morgen stand ihnen ein heftiger Kampf bevor. Umso Ă€rgerlicher, dass sie keinen Schlaf fand!
Sie erhob sich von ihrem Schlafplatz. Aus Gewohnheit griff sie nach ihrem Katana, das auf dem HolzstĂ€nder direkt neben ihrem Bett ruhte. Doch sie ließ ihre HĂ€nde wieder sinken. Sie waren in der Festung eines verbĂŒndeten Daimyos, etwas Vertrauen war da wohl angebracht. Ein mĂŒdes Gesicht sah ihr aus dem großen Ankleidespiegel entgegen. Sie musterte sich kritisch. Klein, nicht mehr als knappe 1.49. Schlank, mit ansehnlicher Figur. Schönes Gesicht mit sinnlichen Lippen. Nur ihre BrĂŒste entlockten ihr ein missmutiges Stirnrunzeln, sie waren ihrer Meinung nach etwas zu klein geraten. Die Narben der Schlachten wurden gnĂ€dig vom Halbdunkel ĂŒberdeckt. Sie drehte sich kurz seitwĂ€rts, um den festen Po zu begutachten. Dabei blitzte die WolfstĂ€towierung auf ihrem linken Schulterblatt auf. Ein Geschenk ihres Daimyo, als Zeichen seiner WertschĂ€tzung. Nicht komplett unzufrieden mit ihrer Begutachtung, schlĂŒpfte sie in den GĂ€ste-Kimono, doch er war fĂŒr ihre zierliche Gestalt viel zu groß. Wie eine kleine Schleppe zog sie den Saum hinter sich her. Sie seufzte und beschloss an die frische Luft zu gehen. Vielleicht wĂŒrde das ja helfen. Kurz schaute sie auf ihre Zori, aber ihr war nach barfuß gehen. Sie liebte es, die Maserungen natĂŒrlicher Materialien unter ihren Fußsohlen zu spĂŒren. Es gab ihr das GefĂŒhl der Verschmelzung mit den festen Dingen des Lebens. Ein GefĂŒhl des sicheren Standes.
Die Luft war warm in dieser Nacht. Der Sommer kĂŒndigte sich an. Tief fĂŒllte sie ihre Lungen, als eine Böe ihr hĂŒftlanges Haar um sie wirbelte wie ein Sturm aus Raben, die um sie herum flatterten. Der Wind drang durch den weiten Kimono an ihren Körper und schien ihn mit seinen BerĂŒhrungen zu umschmeicheln.
Unbewusst seufzte sie erneut. Eine StrĂ€hne glitt sachte ĂŒber ihre Nase, ihren Mund und landete auf ihrer Brust. Sie kĂŒmmerte sich nicht darum. Gedankenverloren sah sie den Lichtwegen hinterher die Lord Moon auf den Holzstegen vor den Zimmern zeichnete. Als sie einem der Pfade bis zu seinem Ende folgte, wusste sie schon, bevor sie den Blick hob, wer dort schlafen wĂŒrde. So nah ...
Der Wind legte sich, wurde zu einem FlĂŒstern und das Zirpen der Grillen klang auf.
Wie eine geheimnisvolle Melodie drang es an ihre Ohren. Aus irgendeinem Grund fröstelte sie es plötzlich. Trotzdem bewegten sich ihre Beine in die Richtung seines Zimmers. Es war, als wenn etwas aus ihrem Inneren sie vorwĂ€rts zog. Mit erhobener Hand, um zu klopfen, verharrte sie regungslos vor dem Shoji, keiner Bewegung mehr fĂ€hig, ihre Fingerknöchel nur wenig von dem Holzrahmen der verschiebbaren Wand entfernt. Wie lange sie so stand, vermochte sie selbst nicht zu sagen. Alles und nichts wirbelte gleichzeitig durch ihren Kopf. Traurig senkte sie ihr Haupt und eine TrĂ€ne hing glitzernd in ihrem Augenwinkel. Sie erkannte, dass sie wieder nicht den Mut aufbringen wĂŒrde, dem Begehren ihres Herzens nachzugeben. Doch gerade als sie sich abwenden wollte, öffnete sich lautlos die TĂŒr. Enchiro sah sie an und es war ihr, als hĂ€tte er gespĂŒrt, dass sie es war, die davor wartete. Ihre Augen versanken ineinander. Wortlos trat er beiseite und Kazuko ging hinein, ohne darĂŒber nachzudenken. Er schloss die TĂŒr genauso leise, wie er sie geöffnet hatte. Als er wieder vor ihr stand, hob er langsam die Hand und wischte vorsichtig die TrĂ€ne aus ihrem Gesicht. Diese zĂ€rtliche BerĂŒhrung durchfuhr ihren Körper wie ein Blitz. Sie begann zu zittern, als seine Fingerspitzen ĂŒber ihre Wange glitten. In diesem Moment wurde ihr bewusst, dass sie die Kontrolle ĂŒber sich verlor und es war ihr egal. Enchiros Finger hatten ihren Hals erreicht und sie beugte ihren Nacken, ihr Kimono rutschte dabei ĂŒber eine Schulter und sie ließ es gerne geschehen. Mit einer sanften Bewegung strich er den Stoff an ihrem Leib hinab. Seine HĂ€nde hörten nicht auf, die Konturen ihres Körpers zu erforschen. Erneut erschauerte sie und eine Hitze begann sich in ihrem Inneren auszubreiten. Ein so starkes Begehren hatte sie noch nie empfunden, ein Verlangen, das ihr gesamtes rationales Denken hinwegspĂŒlte. Ein kleiner Schritt nach vorn und sie presste ihren brennenden Körper gegen den seinen. Ihr leicht geöffneter Mund suchte seinen Kuss, wie eine Flamme das Holz, und fĂŒr eine kleine Ewigkeit verschmolzen ihre Lippen. Behutsam schob er sie von sich.
Sein LĂ€cheln gemahnte sie, es langsam zu tun, es auszukosten. Aber die Leidenschaft war in ihr entfacht worden und fegte durch sie hindurch. Es war ihr erstes Mal und sie hatte keine Ahnung, wie sie damit umgehen sollte. Sie begann seinen Kimono zu öffnen. Konnte es nicht erwarten, seine Haut auf ihrer zu spĂŒren. Enchiro versuchte sie zu zĂŒgeln, mit seiner Erfahrung zu leiten. Doch sie wollte nicht mehr warten. Sie wollte ihn, jetzt!
Wie im Fieber schmiegte sie sich wieder an ihn und konnte spĂŒren, wie ihre Begierde auf ihn ĂŒbersprang. Ihre glĂŒhenden Augen forderten ihn auf, weiter zu gehen. Eng umschlungen sanken sie zu Boden. Und das Feuer trug sie davon.
Einmal erklang noch ein leiser weiblicher Schrei, der sanft vom FlĂŒstern des Windes und dem Lied der Grillen davon getragen wurde.
Lord Moon lĂ€chelte wissend weiter seine Licht und Schattenpfade ĂŒber die Welt.

Haare wie Schwingen
streifen das Spinnennetz zart
im Morgengrauen

__________________
Ich möchte ein weißes Blatt mit schönen Worten fĂŒllen.

Version vom 04. 03. 2016 11:04
Version vom 07. 03. 2016 22:14
Version vom 08. 03. 2016 09:22
Version vom 08. 03. 2016 09:48
Version vom 10. 03. 2016 08:47
Version vom 10. 03. 2016 12:34
Version vom 11. 03. 2016 09:02
Version vom 11. 03. 2016 09:14
Version vom 16. 03. 2016 08:34
Version vom 21. 03. 2016 09:29

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Ralph Ronneberger
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Hallo Moppel, herzlich Willkommen in der Leselupe!

Schön, dass Du den Weg zu uns gefunden hast. Wir sind gespannt auf Deine weiteren Werke und freuen uns auf einen konstruktiven Austausch mit Dir.

Um Dir den Einstieg zu erleichtern, haben wir im 'Forum Lupanum' (unsere Plauderecke) einen Beitrag eingestellt, der sich in besonderem Maße an neue Mitglieder richtet. Hier klicken

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Viele GrĂŒĂŸe von Ralph Ronneberger

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Moppel
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Liebe(r) Onivido,

ich bedanke mich herzlich fĂŒr deine aufmunternden Worte. Es hat mich sehr gefreut zu lesen das es dir gefallen hat. Mir ist bewusst das mein Werk noch weit davon entfernt ist "gut" zu sein.
Aber ich hoffe mich verbessern zu können. Deshalb warte ich gespannt auf weitere Kritik und Bewertung fĂŒr meine Geschichte. Da es meine erste ErzĂ€hlung ist die ich jemals verfasst habe war es gewagt mich gleich damit auf der LL Seite zu melden . Doch wer nicht wagt der nicht gewinnt!

Hoffe du hast eine gute Zeit
Moppel

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Ich möchte ein weißes Blatt mit schönen Worten fĂŒllen.

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FrankK
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Hallo Moppel, auch von mir ein herzliches Willkommen im grĂŒnen Haifischbecken der Leselupe.
Eine zĂ€rtlich romantische Geschichte eines Paares, welches lange brauchte, um zueinanderzufinden. Eine Abwandlung des Basisplots „suchen und finden“, fĂŒr ein Einstiegswerk wirklich gut gelungen.

Wenn ich jetzt in die detaillierte ErbsenzĂ€hlerei gehe, mĂŒsste ich eine Vielzahl kleiner und kleinster Stolperstellen anmerken, vor allem die Kommasetzung, da scheint es bei Dir zu klemmen.
Eine gute Informationsquelle ist z.B. diese hier:
Wikipedia: Kommaregeln

Ein paar Erbsen möchte ich auch noch zÀhlen. Ich hoffe, Du bist mir nicht böse.

quote:
Ihre Schreiberin, Miko war zum Rapport in die Heimat Lande ihres Clans aufgebrochen

Hier gibt es zwei mögliche Lesarten:
Aufbruch in die Heimat „namens“ Lande oder (wohl wahrscheinlicher)
Aufbruch in die Heimatlande. Dies könnte vereinfacht bei Heimat bleiben.

Fach- und Fremdwörter wie Yƍjimbƍ (LeibwĂ€chter) sind immer problematisch. Wenn ich ein zweites Buch brauche, um Deine Geschichte lesen zu können, ist die Lust schnell verflogen. Kurz zuvor hattest Du schließlich Miko auch „nur“ deine Schreiberin genannt (jap.: Raitā), so könnte auch der LeibwĂ€chter (er taucht ja auch nur einmal auf) bei seinem deutschen Titel genannt werden.
SpĂ€ter lernen wir dann noch den Begriff „Daimyƍ“ kennen, da dieser mehrfach auftaucht, wĂ€re es geschickt, ihn bei seiner ersten Nennung mit einem deutschen Begriff zu ĂŒbersetzen.
Möglicher Ansatz:
Man ging einfach davon aus, dass sie als Frau nur einem Herren dienen konnte und dieshatte ihr Daimyo, ihr FĂŒrst, zu sein.
Mit dem „dies“ habe ich auch gleich eine Wortwiederholung ausgebessert.

quote:
Ihr Gedanken wanderten in die Vergangenheit.

Korrektur: Ihre

quote:
Wie ĂŒblich war sie eine der ersten im Dojo der angehenden Magistraten.
...
Aber diesmal war schon jemand vor ihr in der Halle.

Dies harmoniert nicht richtig. „Eine der ersten“ ist nicht „Die erste“, bringt das erstaunen darĂŒber, dass schon jemand vor ihr dort war, nicht richtig heraus.
Eingeleitet klÀnge vielleicht besser:
Üblicherweise war sie die Erste im Dojo der angehenden Magistraten.

quote:
Auch wen sie seit frĂŒhester Jugend als Naturtalent hoch gelobt wurde.(Man glaubte das der Geist ihres Urahn Drakar ihre HĂ€nde fĂŒhren wĂŒrde).

Korrektur: wenn
Eingeschobene SÀtze in Klammern machen sich nie sehr schön in ErzÀhlungen. Diesen Satzanhang könnte man einfacher gestalten, Beispielsweise:
Auch wenn sie seit frĂŒhester Jugend als Naturtalent hoch gelobt wurde, man munkelte sogar, dass der Geist ihres Urahn Drakar ihre HĂ€nde fĂŒhren wĂŒrde.

quote:
Das Katana schien mit seiner Hand zu verschmelzen.

Bereits angesprochenes Fremdwörterproblem. Klar kann ich mir denken, dass es sich um – tja, was? Messer? Kurzschwert? SĂ€bel?
Nein, ein Langschwert. Das macht auch das dargestellte Bild etwas ... schwierig. Wie kann ein Langschwert mit der Hand „verschmelzen“?
Möglicherweise:
Das Katana schien Bestandteil seines Körpers zu sein, so gut gehorchte die lange Klinge des Schwertes seinen WĂŒnschen.
Gleichzeitig auch erklÀrt, was es ist.

quote:
Das Aufblitzen der Morgensonne auf seiner Klinge wob ein Netz aus Licht um ihn herum.

Wieder ein schönes Bild, durch die vorherige Umstellung sollte auch hier eine Anpassung erfolgen:
Das Aufblitzen der Morgensonne auf dem Stahl wob ein Netz aus Licht um ihn herum.

quote:
FĂŒr einen Moment schien ihr Atem zu stocken.

Du musst nicht so unbestimmt bleiben. Beim Anblick einer solchen Erscheinung darf ihr ruhig der Atem stocken.

quote:
Er fĂŒhrte die Kata zu Ende, dann begrĂŒĂŸte er sie mit einer angemessenen Verbeugung.

Hier wĂŒrde ich, wie bei Schreiberin und LeibwĂ€chter angemerkt, auch das deutsche Wort „Übung“ oder „Übungsfigur“ (ist ja schließlich eine Abfolge von Bewegungen) verwenden.
Es taucht halt nur einmal auf.

quote:
Sie war eine SchĂŒlerin des Drakar Stils, dessen StĂ€rke der Kampf mit zwei Schwertern war. Doch er bewies ihr, das auch die Schule des Sorso Clans eine bemerkenswerte Technik besaß.

Hier, an dieser Stelle, wĂŒrde ich es bei den reinen Bezeichnungen belassen. Die UrsprĂŒnglichen japanischen Namen, ohne den eingedeutschten „Stil“ und gĂ€nzlich ohne den angelsĂ€chsischen „Clan“.
Gibt dieser Szene dann den gewissen fernöstlichen Touch.

quote:
Ein Kampf der fast schwerelos gefĂŒhrt wurde. Mit allen Finessen, die sie aufbringen konnten.

Kann ersatzlos entfallen, da redundant.

quote:
Es war wie eine Choreografie die sie vorher einstudiert hatten. Die Szene die so entstand war wie der Ausschnitt aus einem dieser neuen TheaterstĂŒcke.

Die „Choreografie eines BĂŒhnenstĂŒcks“ passt nicht wirklich in die dargestellte AtmosphĂ€re des Dojo.
Könnte also auch entfallen.
Ab hier auch auffallend (fĂŒr den Rest des Textes) eine HĂ€ufung der Vergleiche, eingeleitet mit einem „wie“. Einige der Vergleiche könnten durchaus entfallen. Sie machen das schön gezeichnete Bild möglicherweise etwas zu „bunt“. (SpĂ€ter im Text, noch nicht hier!)

quote:
Doch es schien keine LĂŒcken in der Deckung der Beiden zu geben.

Wieder so unbestimmt. Es ist Deine Geschichte, wenn Du möchtest, dass beide Gleichwertig sind, darf es vorkommen, das es keine LĂŒcken gab.

quote:
Emotionen drĂ€ngten das Adrenalin zurĂŒck. Verwirrung, Wut und... etwas das sie nicht nĂ€her benennen wollte.

Die Auslassungszeichen (die Drei Punkte) können als Pause dienen. Zwischen dem vollstÀndigen Wort und den Auslassungszeichen bleibt ein Leerzeichen.
Dies wĂŒrde nur entfallen, wenn das Wort, wie bei einem Abbruch, nicht ausgeschrieben wĂŒrde. Beispiele:
Er lebte lange ... und in Frieden. Pause
Er lebte lange ... Unterbrechung
Er lebte la... Abbruch
Am Ende eines Satzes ersetzt das Auslassungszeichen auch noch den Punkt als Satzendezeichen, nicht aber das ! und das ?
FĂŒr weitere Details
DUDEN Auslassungspunkte
oder
Wikipedia: Auslassungspunkte

quote:
Es war als wen sie aus einer Trance erwachte.

Korrektur: wenn


Uff, das war erstmal knapp die HĂ€lfte der Geschichte.
Ich will es zunĂ€chst mal dabei belassen, ich weiß ja nicht, möglicherweise ist Dir diese Form „zu viel“, möglicherweise gefĂ€llt es Dir nicht, wenn jemand „Fremdes“ einfach daherkommt und Dein Werk so dermaßen seziert.

Allerdings, wenn Du damit einverstanden bist, kann ich Dir den Rest in dieser Form nachreichen. Gib einfach Bescheid.


Meine Anmerkungen und Kommentare erheben keinen Anspruch auf AllgemeingĂŒltigkeit, bis auf die rot markierten Hinweise.


Abendliche GrĂŒĂŸe aus Westfalen
Frank

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Leben und leben lassen.

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Moppel
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Lieber FrankK,

ich bin begeistert und dankbar! Das du dir die Zeit genommen hast mein Werk so ausfĂŒhrlich zu "zerplĂŒcken". Wen es dir nicht zuviel Arbeit bedeutet, wĂŒrde es mich freuen wen du es zu Ende "sezierst". Dein "gut gelungen" macht mir Mut. Ich habe nach langem Überlegen den Sprung auf die LL gewagt, weil ich genau diese Art von Kritik gesucht habe. Ich entschuldige mich fĂŒr meine Fehler aber da ich eine RechtschreibschwĂ€che habe, fĂ€llt mir das korrekte Schreiben sehr schwer. Ich bemĂŒhe mich nach KrĂ€ften aber Open Office korrigiert leider nicht alles Verspreche aber deine Wiki Links in Zukunft zu beachten.
Die meisten VorschlÀge zur Umgestaltung gefallen mir sehr gut. Doch darf ich etwas davon verwenden? Sind ja deine Ideen, nicht meine So offensichtlich zu klauen, wÀre mir etwas unangenehm.
Ich hoffe bald wieder von dir zu lesen

Eine begeisterte Moppel wĂŒnscht dir einen schönen Tag

P.S.: Dein Hund ist so was von knuffig!

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FrankK
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Du hast es nicht anders gewollt, werte Moppel ...
Sezierung Teil 2, ich mache ungebremst weiter.

quote:
Ihr Kometenhafter Aufstieg hatte jedoch Neider auf den Plan gerufen.

Korrektur: kometenhafter

quote:
Aber nur ein paar Tage nach ihrem Aufkommen verstummten die Geschichten.

Hier stolpert es ein ganz klein wenig. Am Ende des vorherigen Satzes ist von den beiden Akteuren die Sprache, jetzt bezieht es sich wieder auf die GerĂŒchte, was erst zum Schluss dieses Satzes klar wird. Einfach umdrehen, dann wird es „gefĂŒgiger“.
Aber die Geschichten verstummten bereits wenige Tage nach ihrem Aufkommen.

quote:
Sie war sich sicher das Enchiro sich darum gekĂŒmmert hatte.

Der Name erscheint zu plötzlich mitten im Storyfluss. Irgendwie wirkt es nicht gut, ihn hier einzufĂŒhren, der unmittelbare Bezug fehlt. Mein Vorschlag wĂ€re, den Namen am Ende des „Dojo-Abschnittes“ bereits das erste Mal zu nennen. Beispiel:
Er ging als Sieger hinaus und er wusste es.
Seinen Namen erfuhr sie erst Tage spĂ€ter – Enchiro.


quote:
Morgen stand ihnen ein heftiges ScharmĂŒtzel bevor.

Das klingt zu „deutsch-altbacken“. Warum nicht einfach ein „Kampf“?

quote:
Sie erhob sich von ihrer Tatami Matte.

Man könnte fast glauben, Du möchtest mit Deinen Japanisch-Kenntnissen protzen.
Jetzt „protze“ ich mal zurĂŒck:
Die „Tatami“ ist doch nur eine Matte (Unterlage, Fußboden), um zur SchlafstĂ€tte zu werden gehört doch aber noch der „Futon“ (zweiteilig) dazu. Das alles auszufĂŒhren, wĂŒrde aber zu weit gehen.
Wie wĂ€re es, wenn sie sich einfach von ihrer „SchlafstĂ€tte“ erhebt?

quote:
Aus Reflex griff sie nach ihrem Katana und dem Wakizashi, die auf dem HolzstÀnder direkt neben ihrem Bett ruhten.

Ein „Reflex“ leuchtet mir nicht ein. Ein Reflex wĂ€re eine „Reaktion auf ein Ereignis“, dies geschieht hier aber nicht. Möglicherweise greift sie aus „Gewohnheit“ zu den Waffen?
Woher nur sollte der unbedarfte Leser wissen, dass das „Wakizashi“ ebenfalls ein (allerdings kĂŒrzeres) Schwert ist? Da sie beides nicht mitnimmt, wĂŒrde es ausreichen, das Katana zu nennen.

quote:
Kurz schaute sie auf ihre Zori aber ihr war nach Barfuß gehen.

Japanisch fĂŒr Einsteiger? Hier geschickt gelöst.
Da das Schuhwerk nicht weiter von Bedeutung ist, könnte man anstelle von „Zƍri“ ruhig den Begriff „Strohsandale“ verwenden. Durch das „Barfuß gehen“ wird klargestellt, dass es sich um Schuhwerk handelt.

quote:
Sie seufzte tief und beschloss an die frische Luft zu gehen.
...
Tief fĂŒllte sie ihre Lungen, als eine Böe ...

Zweimal „tief“ nah beisammen, das Erste wĂŒrde ich streichen.

quote:
Gedankenverloren sah sie den Lichtwegen hinterher die Lord Moon auf den Holzstegen vor den Zimmern zeichnete.

Diese Passage gefĂ€llt mir sehr gut. Es hat etwas entrĂŒckendes und schwermĂŒtiges zugleich.

quote:
Der Wind legte sich.
Wurde zu einem FlĂŒstern und das Zirpen der Grillen klang auf.

Der erste Satz, alleine, ist zu platt. Zu dĂŒrftig.
Zusammenfassen, und er erfÀhrt die WÀrme der lauen Nacht:
Der Wind legte sich, wurde zu einem FlĂŒstern und das Zirpen der Grillen klang auf.

quote:
Trotzdem bewegten sich ihre Beine, wie von selbst, in die Richtung seines Zimmers.

In diesem letzten Abschnitt gibt es eine Vielzahl von „wie“-Vergleichen. Dieser könnte, so denke ich, am einfachsten entfallen.

quote:
Es war als wen etwas aus ihrem Inneren sie vorwÀrtszog.

Korrektur: wenn; vorwÀrts zog
Im Zusammenspiel mit dem vorherigen Satz macht es das „wie von selbst“ noch ĂŒberflĂŒssiger, da redundant.

quote:
Vor dem Shoji verharrte sie regungslos wie eine Statue.

Und wieder grandios Japanisch. Hier wĂŒrde ich wieder empfehlen, dem Begriff „Shƍji“ eine deutsche ErklĂ€rung nachzuschieben. Möglicherweise in Kombination mit dem Folgesatz:
Mit erhobener Hand, um zu klopfen, verharrte sie regungslos vor dem Shƍji, keiner Bewegung mehr fĂ€hig, ihre Fingerknöchel nur wenig von dem Holzrahmen der verschiebbaren Wand entfernt.
(Das mit dem „kein Muskel ihres Körpers konnte sich bewegen“ wirkt etwas ĂŒberzeichnet, wenn man Atmung und Herzschlag berĂŒcksichtigt.

quote:
Wie lange sie so stand wusste sie selbst nicht. Es war als wen jemand die Zeit selbst angehalten hÀtte.

Korrektur: wenn
Allerdings wĂŒrde ich den zweiten Satz fallen lassen, sinngemĂ€ĂŸ ist die Aussage schon im ersten Satz enthalten.
Den ersten Satz – hier ist der Sprachstil geringfĂŒgig anders als im bisherigen Text. Kann es sein, dass Du diesen Teil nachbearbeitet hast? Harmonischer zum Text, der so wohlklingend wirkt:
Wie lange sie so stand, vermochte sie selbst nicht zu sagen.

quote:
Traurig senkte sie ihr Haupt und eine TrÀne hing, wie ein glitzernder Wassertropfen, in ihrem Augenwinkel.

Hier ersetzt Du, ĂŒberflĂŒssigerweise ein Bild (die TrĂ€ne) mit einem anderen Bild (der Wassertropfen). Wenn das Glitzern wichtig ist (okay, passt zu Lord Moon ):
Traurig senkte sie ihr Haupt und eine TrÀne hing glitzernd in ihrem Augenwinkel.

quote:
Ihr war bewusst geworden, das sie wieder nicht den Mut aufbringen wĂŒrde, das zu tun was ihr Herz schon so lange begehrte.

Wirkt sehr verkrampft, bemĂŒht. Ich formuliere es mal anders:
Sie erkannte, dass sie wieder nicht den Mut aufbringen wĂŒrde, dem Begehren ihres Herzens nachzugeben.

quote:
Der Klammergriff der Pflicht, um ihren Geist, war zu stark.

Ein Samurai ist durchdrungen vom GefĂŒhl der Pflicht, von Ehre, Anstand und Disziplin. In der bisherigen, sanften und gefĂŒhlvollen Szene, wirkt diese Aussage deplatziert.
Mein Vorschlag: Streichen. Indirekt ist diese Aussage auch schon im vorherigen Satz enthalten.

quote:
Als seine Fingerspitzen dann begannen ihre Wange hinunter zu gleiten fing sie an zu zittern.

Wieder etwas verkrampft und bemĂŒht. In dieser sehr gefĂŒhlvollen Situation darf die ErzĂ€hlsprache nicht stolpern. Sie sollte harmonisch bleiben, die Situation reflektieren. Mit Anmut und Grazie (ja ich weiß, jetzt werd ich schwĂŒlstig):
Sie begann zu zittern, als seine Fingerspitzen ĂŒber ihre Wange glitten.

quote:
In diesem Moment verlor sie die Kontrolle ĂŒber sich. Es war ihr bewusst und es war ihr... egal.

Kurze, abgehackte SĂ€tze verleihen einer Geschichte Tempo. Dies ist hier nicht angebracht. Vorschlag: Zusammenfassen zu einem Satz.
In diesem Moment wurde ihr bewusst, dass sie die Kontrolle ĂŒber sich verlor und es war ihr egal.

quote:
Fast wie von allein rutschte ihr Kimono ĂŒber eine ihrer Schultern. Die Finger von Enchiro hatten inzwischen ihren Hals erreicht.

Hier verliert sich die Geschichte in der Beschreibung von simplen Tatsachen. Es passiert dies, es passiert das, dann passiert jenes und schließlich ...
Jeder Satz alleine hat ausreichend Inhalt, aber wirkt zu nĂŒchtern, zu sachlich, zu distanziert.
Als Leser habe ich jetzt den Punkt erreicht, wo ich ganz nah dabei sein will, wo ich die Emotio aufsaugen will. Ich pfeife auf die Sachlichkeit:
Enchiros Finger hatten ihren Hals erreicht und sie beugte ihren Nacken, ihr Kimono rutschte ĂŒber eine Schulter und sie ließ es gerne geschehen.

quote:
Ein so starkes Begehren hatte sie noch nie empfunden. Es war als wĂŒrde das Verlangen ihr gesamtes Denken hinweg spĂŒlen.

Durch den Vergleich wird das Bild abgeschwĂ€cht. Es ist Deine Geschichte – dann sag halt, dass es genau so passiert:
Ein so starkes Begehren hatte sie noch nie empfunden, ein Verlangen, das ihr gesamtes rationales Denken hinwegspĂŒlte.

quote:
Ihr leicht geöffneter Mund suchte seinen Kuss, wie eine Flamme das Holz. FĂŒr eine Ewigkeit schienen ihre Lippen zu verschmelzen.

Auch hieraus wĂŒrde ich wieder einen Satz machen, das Unbestimmte herausnehmen und fĂŒr eine „kleine Ewigkeit“ bedarf es keiner kurzen SĂ€tze:
Ihr leicht geöffneter Mund suchte seinen Kuss, wie eine Flamme das Holz, und fĂŒr eine kleine Ewigkeit verschmolzen ihre Lippen.

quote:
Dann schob er sie von sich.

Das „Dann“ könnte hier sehr gut durch ein „Sanft“ oder „Behutsam“ ersetzt werden.
Die Szene hat uns ganz dicht an die beiden herangefĂŒhrt, jetzt, wo er sie von sich schiebt, sollte auch die „Kopfkino-Kamera“ wieder etwas auf Abstand gehen. Stilistisch schafft man so was mit einem Absatz (Zeilenwechsel), der vor diesem Satz am besten platziert wĂ€re.

Von hier an klingt die Geschichte sanft aus, die Kamera schwenkt langsam von ihnen hinfort, man "hört" nur noch leise GerÀusche. Dann sehen wir:

quote:
Lord Moon lĂ€chelte unbeirrt weiter seine Licht und Schattenpfade ĂŒber die Welt.

Zweitbester Satz in der ganzen Geschichte.
Was hĂ€ltst Du davon, das „unbeirrt“ durch ein „wohlwissend“ oder „verstehend“ zu ersetzen?


Fazit:
Ein angenehm erotischer Text, der ohne „Hoppe-Hoppe-Reiter“ und dem flotten „rein-raus-fertig“ auskommt. Keine Andeutungen irgendwelcher „Standards“, nur ein Wunsch, ein Verlangen, das Begehren und die ErfĂŒllung. In einem bildgewaltigen Setting.

Wie bereits erwĂ€hnt: Meine Anmerkungen und Kommentare erheben keinen Anspruch auf AllgemeingĂŒltigkeit, bis auf die rot markierten Hinweise.
Sollten sich VorschlÀge und Beispiele mit Deinen Vorstellungen vertragen, darfst Du sie gerne weiternutzen. Alle Inspirationen meinerseits erfolgten aus Deinem Text.



Anbei:
Dieses
quote:
Haare wie Schwingen
streifen das Spinnennetz zart
im Morgengrauen

gehört nicht mehr zum Text, oder? Es wirkt etwas abseits der Geschichte, wie die Metapher zu einer Figur, einem Avatar.
Ich vermute ... Lord Moon ... DsA ... Mondelfe (Nachtelfe)?



Lautlos strich sie durch den Wald,
das Spinnennetz, noch feucht vom Tau,
so sanft berĂŒhrend,
dass selbst das Getier darin schauderte.




Abendliche GrĂŒĂŸe
Frank
__________________
Leben und leben lassen.

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