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Leselupe.de > Kurzprosa
Sarah
Eingestellt am 21. 11. 2004 01:06


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Alpha
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Registriert: Feb 2004

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Sarah

Sarah ist wie alle anderen kleinen MÀdchen. Sie mag Puppen, summt gerne Lieder nach, die sie im Radio hört, aber nicht versteht, und mag Kleider. Am liebsten das blaue mit den aufgesticken Blumenbildern, weil das so schön zu ihrem goldblonden Haaren passt.
Sie stĂŒtzt den Kopf in ihrer linken Hand, weil es so einfach bequemer zu sitzen ist. ”Sarah, setz dich beim Essen bitte ordentlich hin. Wie sieht das denn aus.” Sarah ist es aber egal, wie das aussieht. Ist doch keiner weiter da. Sie summt ein Lied und fĂ€hrt mit der Gabel durch das MischgemĂŒse, ohne dabei ans Essen zu denken. Ihr Beine schwingen rhythmisch. ”Sarah! Jetzt hör doch endlich mal!” Mama ist etwas verzweifelt. Sarah lĂ€sst die Gabel fallen, wobei eine Erbse unbeabsichtigt ĂŒber den Tellerrand auf der Tischdecke landet. Kleine grĂŒne Erbse... jetzt bist du ganz alleine, denkt das MĂ€dchen. Ohne Hilfe kommst du nicht wieder zu den anderen. Sarah kichert. Ihre Mutter schaut sie zornig an, sagt aber nichts mehr.
Das MĂ€dchen hat ihren Kopf jetzt auf beide HĂ€nde gestĂŒtzt und mustert die Erbse. Sie hat eine kleine Delle an der Seite. Gar nicht mehr hĂŒbsch, findet Sarah. Mama ist endlich fertig mit Essen, stellt ihren Teller in die SpĂŒle und verlĂ€sst den Raum. Durch eingeschnapptes Verlassen des Raumes bekommt man auch keine lieben Kinder, denkt Sarah. Sie rutscht vom Stuhl und geht zum KĂŒchenschrank. Dort neben den Kochplatten steht ein hĂŒbscher Holzblock, aus dem eine Reihe langer, schwarzer Griffe heraus ragen. Sarah streckt sich ein wenig, weil der Block so weit hinten steht, und zieht das Messer von unten links heraus, weil der Griff am besten in ihre kleinen HĂ€nde passt. Dann setzt sie sich wieder und beginnt zu summen... kleine grĂŒne Erbse mit einer Delle.
Sie betrachtet das scharfe Messer, dann noch einmal die Erbse - bevor sie zusticht, schneidet. Das Innere der Erbse quillt hinaus, weil sich so eine weich gekochte Erbse einfach nicht schön zerschneiden lĂ€sst. Sarah kichert. Das Messer ist gar nicht richtig dreckig von der kleinen Erbse mit der Delle. Naja, jetzt hat sie ja keine Delle mehr, denkt Sarah und steckt das Messer wieder in den Holzblock. Ihren Teller lĂ€sst sie stehen, hat ja schließlich auch nichts gegessen von den weichen Erbsen und Möhren, und geht in ihr Zimmer.
Sarah ist wie alle anderen kleinen MĂ€dchen. Wenn man ihr weh tut, weint sie auch manchmal.


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"Widme dich dem Klang meiner Kehle, wenn sie bricht; Es soll das letzte sein, was ich zu sagen habe" aus Wolf

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Denschie
Guest
Registriert: Not Yet

hey alpha,
ich steige nicht richtig dahinter,
was ich von diesem kleinen mÀdchen halten
soll. aber genau das finde ich an deiner
geschichte gelungen.
besonders lustig:

quote:
Durch eingeschnapptes Verlassen des Raumes bekommt man auch keine lieben Kinder, denkt Sarah.
viele grĂŒĂŸe,
denschie

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