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Leselupe.de > Humor und Satire
Satire:
Eingestellt am 24. 07. 2001 11:58


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Dietmar Hoehn
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Jul 2001

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Aus der Reihe: „Sprachpathologische Fallbei(l)spiele“.

Heute lassen wir wieder einmal Herrn Prof. Dr. phil. Dubiosus, Dozent an der UniversitĂ€t Quatschborn, mit seiner ebenso verblĂŒffenden wie gewagten These zu Worte kommen. Viel Spaß nun beim aberwitzigen Versuch, ihm wenigstens streckenweise zu (ver)folgen. Fasten seat belt, und los geht’s!



Z U M B E S S E R E N K O M M U N I K A T I O N S – V E R S T Ä N D N I S ...

...hier seine simple Grunderkenntnis:


Wird eine wie auch immer artikulierte Message nicht ad hoc vom EmpfĂ€nger vollinhaltlich exakt so dupliziert, wie es der tatsĂ€chlichen Absicht der senden-den Person entspricht, so gebricht es oft der zu ĂŒbermittelnden Botschaft an der notwendigen semantisch durchstrukturierten Mindestsignifikanz, sowohl was die einwandfreie Phonetik, als auch die klare Syntax als solche betrifft; oder es mangelt beim EmpfĂ€nger zu sehr an analytisch-kognitiven Reflektionsgrund-lagen in den hierfĂŒr relevanten und bei Bedarf zu aktivierenden partiellen Großhirnwindungen, die u.a. auch fĂŒr das Dekodieren archaischer Symbolismen sowie fĂŒr das intuitive Erkennen aller dort im Freudschen Sinne eingelagerten Archetypen zustĂ€ndig sind, so dass unter Beachtung der stets redundant mitwirkenden Imponderabilien und aller genetisch-zerebralen Parameter es nur dann zu einer im wissenschaftlichen Sinne qualifizierten Analyse einer ĂŒbermittelten Botschaft kommen kann, wenn gleichzeitig dem individuellen Abstraktionsvermögen, der grammatikalisch korrekten Adaption aller verwen-deten Termini, sowie der KohĂ€renz von Sprachstil und formaler Syntax - in allen gestaffelten Facetten und Korrelationen - Rechnung getragen wird, und zwar stets in Relation zu den hervorgebrachten Tonfrequenzen, also den rein mechanisch wahrzunehmenden Luftschwingungen, ohne dabei a priori von stringent ontologisch geprĂ€gten und somit frei oszillierenden Interfe-renzmustern zwischen Ratio und Psyche auszugehen, da dies eher einer unzulĂ€ssigen Vorwegnahme frei adaptierbarer Ideen als Äquivalent zum norma-tiven Aspekt des Raum-Zeit-GefĂŒges gleichkĂ€me, was konsequenterweise zu undefinierbare, da erzwungenen Assoziationen mit dem UnwĂ€gbaren wie auch zu Ă€ußerst bedenklichen Phantasmagorien, sprich zu inkonsistenter Mystik fĂŒhren wĂŒrde, wie sie uns beispielsweise auch aus der von Max Planck und Werner Heisenberg vorformulierten Quantenmechanik im weitesten Sinne bekannt sind, wonach, bedingt durch die komplexe UnschĂ€rferelation, die exakte Bestimmbarkeit physikalischer VorgĂ€nge und den daraus abgeleiteten prĂ€zisen Vorhersagen in der Natur insofern stark gegen Null tendieren als zum großen Leidwesen der gesamten Naturwissenschaft sich deren Vertretern das Universum seit geraumer Zeit eher wie ein riesengroßer, langsam sich majestĂ€tisch entwickelnder Gedanke offenbart, denn als eine rein mathema-tisch (verformelte) exakt berechenbare mechanistische Hyperstruktur, mit scheinbar unverrĂŒckbaren Naturgesetzen, wie man sie uns Laien seit Isaac Newtons Tagen seitens der hier infrage stehenden Physiker und Kosmologen ebenso unverdrossen wie unverfroren nur deswegen immer wieder beharrlich vorgaukeln konnte, weil es sich die in ihrem selbst errichteten Elfenbeinturm verschanzte Wissenschaftlerriege vor lauter SelbstgefĂ€lligkeit, Hybris und dĂŒmmlicher Arroganz bis heute nicht eingestehen will oder kann, dass keine ihrer von einer ĂŒberaus kalten materialistischen Herangehensweise geprĂ€gten Interpretationen der beobachteten Resultate aus exorbitant teuren Feld- Reihen- und sonstigen Untersuchungen eine schlĂŒssige Antwort auf die brennendste aller Fragen, nĂ€mlich der nach dem wirklichen Sinn des Lebens, unter schlĂŒssiger BeweisfĂŒhrung von der Existenz höherer geistiger Dimensionen, geben konnte; woraus nun jeder ebenso viele, wie beliebig mĂŒĂŸige FehlschlĂŒsse ziehen mag; guten Tag!




Verstehst du jetzt - im Kopf verdreht -
warum kein Schwein dich recht versteht,
wenn’s um die „Letzten Dinge“ geht?
Doch nimmermehr ist es zu spÀt,
sich einzulassen ganz konkret
auf sprachliche SeriositÀt,
die alles Wolkige verschmÀht.
So meide kĂŒnftig sehr diskret,
dass sich kein Geistesfurz mehr blÀht,
und lerne schlicht aus dem Pamphlet:
Der Bandwurmsatz ist obsolet!




Gleichfalls ist hier anzumerken:
UnverstÀndnis lÀsst sich stÀrken
durch Gebrauch von fremden Worten.
Selbst die allerfeinsten Sorten,
wie zum Beispiel „filigran“,
kommen oft sehr grob nur an.
Allerdings, und das ist bitter,
manch ein Wort gleicht seinem Zwitter.
Sagen wir: Der Weg muss weg,
klingt dies eher wie ein Gag,
doch erfĂŒllt es keck den Zweck!

__________________
Einsam wie beim Hoeh'nflug
fĂŒhl'ich mich, das reicht, genug!

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willow
Guest
Registriert: Not Yet

*muss immer noch lachen*

Hey,

du hast einen neuen Fan! Das ist nicht nur spritzig und geistreich, sondern auch noch so toll geschrieben.
Schön, dass ich ĂŒber deine Texte gestolpert bin, sie machen Lust auf mehr!

LG,

willow

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Chrissie
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Oct 2000

Werke: 67
Kommentare: 602
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Japs!

Japs japs japs... habe mich hinter meinem Fremdwörter-Duden versteckt, es hat nichts genutzt, sĂ€mtliche Kommata zĂ€hlen in meinem letzten Text half auch nicht die Bohne; selbst als ich versuchte, die Luft anzuhalten und ganz still zu sein und immer nur weiter zu tippen, beginnende Asphyxie oder so heißt doch die Atemnot, ich schaffe es nicht, ich kann nicht, ich muss... ich muss... boaaah!... rausbrĂŒllen und alle im BĂŒro gucken mich komisch an "Was hat die denn schon wieder?", doch ich kann nicht aufhören obwohl ich weiß, dass ich nicht da dran komme, wie bei der Tour de France gerade der Jan an den Lance immer um ein Haar nicht drankommt und schließlich muss ich erschöpft auf- und zugeben: Du bist es.
Der Meister des Schachtelsatzes. Der König der mißverstandenen Fremdwörter. Heile meinen wirren Geist.
Gib dem Affen Zucker.

Ich verneige mich vor Deiner Kunst.
*lol*

Echt geil, das Teil!

Liebe GrĂŒĂŸe
Chrissie
__________________
Pseudonym? Nein Danke!
Christine Mell von Mellenheim

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axel
HĂ€ufig gelesener Autor
Registriert: Apr 2001

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Hallo Dietmar.
Warum kritisierst du diesen Professor Dubiosus in den seiner These folgenden Zeilen?
Der gute Mann meint es doch nur gut, und er hat einfach recht. Wer alles beachtet, was er als das Ergebnis seiner langjĂ€hrigen Forschungen prĂ€sentiert, der (oder die, denn die geschlechtsspezifische Rezeption gĂ€be es natĂŒrlich auch noch zu beachten, da könnten kĂŒnftige Generationen von WissenschaftlerInnen die gewonnenen Erkenntnisse des Professors sicherlich noch weiter entwickeln) kann einfach nicht mehr missverstanden werden.
Welches GlĂŒck wĂ€re es fĂŒr uns alle, wenn es uns gelĂ€nge, seine Weisheit in unser tĂ€gliches Kommunikationsverhalten (zum Beispiel auch hier in der Lupe) aufzunehmen.
Ein Problem bliebe allerdings auch dann noch gegeben: Die Absicht des Absenders mag sich in dem fĂŒr unsere Wahrnehmung kurzen, in analytischen Dimensonen jedoch sicherlich problemlos auf die Unendlichkeit erweiterbaren Zeitraum, den die Botschaft (redet ein solcher Professor tatsĂ€chlich von einer „message“?) vom Verlassen des Sendeorgans ihres Absenders hin zum Rezeptionsorgan ihres EmpfĂ€ngers benötigt, ja durchaus noch verĂ€ndern.
SpĂ€testens beim Gewahrwerden der Reaktion der Gesichtsmuskulatur des Rezepienten mag sich beim Absender der „Das-habe-ich-so-nicht-gewollt-Mechanismus“ einstellen.
Sollten die Erkenntnisse des Professors zu jenem Zeitpunkt bereits das Stadium der allgemeinen GĂŒltigkeit erlangt haben, so könnte eine Diskussion darĂŒber beginnen, ob der Absender diese goldenen Regeln einfach nicht genug beachtet hat, oder aber der Rezipient seine Wahrnehmungsorgane bewusst auf Böswilligkeit eingestellt hat.
Und dann wÀren wir wieder ganz am Anfang.
Eines hat mich allerdings doch gestört:
„die in ihrem selbst errichteten Elfenbeinturm verschanzte Wissenschaftlerriege“
So redet ein solcher Professor nicht, das gehört gar nicht zu seinem eloquenten Wortschatz.
Liebe GrĂŒĂŸe,
axel

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