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Leselupe.de > Humor und Satire
Satire
Eingestellt am 04. 04. 2001 21:26


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Michel
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Apr 2001

Werke: 6
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Ich war an der Front (ein Aldi Portrait) von Michael Graf

Tagebucheintrag Nr.1
Hauptzentrale Muggensturm 8:00 Uhr:

Befehl von meinem Offizier, mich p√ľnktlich 9:00 Uhr an der Front zu melden. Meine zweite h√∂chstgef√§hrliche Mission in diesem Gebiet.
Mein Auftrag: Vier Jeanshosen (je zwei) in Größe 128 u.134 aus den Fängen der großen organisierten Aldikette zu befreien. Doch auch dieses mal wusste ich, daß dieses Unterfangen nur mit höchster Vorsicht, Präzisionsarbeit und unter strengster Geheimhaltung zu gewinnen war.
Bis zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, da√ü auch andere Agenten (die meist als Frauen getarnt waren) ebenfalls den gleichen Auftrag vor Augen hatten. Unter diesen erschwerten Bedingungen wurde meine Mission zur doppelten Belastung. Nicht nur die Einkaufskette Aldi stand mir als Gegner gegen√ľber, sondern mehrere Dutzend, z√§hnefletschender, getarnter Geheimagenten, die zu jedem Kampf bereit waren.
Liebes Tagebuch, ich hoffe, dies ist nicht mein letzter Eintrag.

Tagebucheintrag Nr.2
An der Front: Aldiparkplatz Rastatt 8:58 Uhr

Mit gepanzertem Wagen fuhr ich unter deutscher Flagge vor. Ich war p√ľnktlich. Aber nicht p√ľnktlich genug. Ich musste feststellen, da√ü vor der verschlossenen Aldifront schon Hunderte, bis zu den Z√§hnen bewaffnete, kampfbereite Hy√§nen standen. Ich schw√∂re bei Gott, dass es nicht mehr lange dauern w√ľrde, bis sich dieses Pulverfass entz√ľndete.
Und wenn es soweit wäre , dann hätte ich nur noch ein paar Sekunden Zeit, bevor es mich in tausend Fetzen riss. Meine schlechte Lage war mir nun bewusst. Als ich mich vorsichtig der unruhigen Meute näherte, konnte ich ein geheimes Kriegsgespräch verfolgen, dass mir keine guten Karten in dieser Mission versprach.
Zitat: ‚ÄěIch stehe schon seit 8:30 Uhr hier. Ich hole 128 und 134 da raus. Koste es was es wolle.‚Äú
Harte Worte, die mir das Blut in den Adern gefrieren ließen.

Tagebucheintrag Nr.3
An der Front: Punkt 9:00 Uhr

Die T√ľr ging auf.
Oh mein, Gott steh mir bei. Die Flut der Gewalt schwemmte mich unweigerlich durch die T√ľr der organisierten Einkaufskette. W√§re doch mein Offizier hier und k√∂nnte mich in dieser heiklen Mission unterst√ľtzen.
Nun stand ich unmittelbar im Kriegsgeschehen. Diese menschlichen Trag√∂dien, die sich vor meinen Augen abspielten waren grausam. Nicht einmal meinem schlimmsten Feind h√§tte ich diese gew√ľnscht.
Langsam und unter strengster Blickkontrolle n√§herte ich mich den W√ľhltischen, in denen sich die gefangenen Jeanshosen 128 und 134 befinden mussten. Doch genau hier befand sich eine riesige Traube von Geheimagenten, die unter absolut harter Waffengewalt ihre Mission zum Abschluss bringen wollten. Zu meiner Verwunderung flogen einige gefangene Jeanshosen in Gr√∂√üe 140 bis 176 von vorne nach hinten. Und von nun an war ich mir sicher: Alle Agenten, die an der Front wie besessen k√§mpften, scherten sich einen Dreck um die anderen Gr√∂√üen. Sie wollten nur 128 und 134.
Nun wurde es Zeit meine Taktik zu ändern, wollte ich noch erfolgreich agieren. Doch es gab absolut kein Durchkommen zu den Jeanshosen.
Langsam und jeden Schritt gut durchdacht, umging ich das grausige Schlachtfeld und n√§herte mich von der anderen Seite des W√ľhltisches. Unbemerkt stellte ich mich ganz dicht an den Tisch. Als ich hier stand, wurde mir das Szenario noch deutlicher vor Augen gef√ľhrt. Ich sah, dass die Gefangenen grob und √ľbelst von einer Hand zur anderen gereicht wurden. Nun galt es besonders gut aufzupassen und bei der geringsten Gelegenheit 128 und 134 zu ergreifen und sich aus dem Staub zu machen. Ich wusste, da ich gro√ü bin und mit meinen langen Armen weit in den W√ľhltisch hinein langen konnte, dass ich die Jeanshosen zur richtigen Zeit heraus zerren konnte.

Tagebucheintrag Nr. 4
Aldikriegsschauplatz: 9:13 Uhr mittendrin

Pl√∂tzlich sp√ľrte ich, wie ich von Geheimagenten die von links und rechts herbei str√∂mten, eingekesselt wurde. Meine Panik, die sofort in mir hochstieg war unberechtigt. Diese Agenten waren wohl in einer anderen Mission unterwegs. Ich danke dir lieber Gott, denn ich sah, wie sie schwer gefesselte Gummistiefel aus ihrer Gefangenschaft befreiten.
Wie aus heiterem Himmel er√∂ffnete sich auf einmal meine gro√üe Chance. Als ich in das Gefangenen- Jeanslager blickte, lagen 128 und 134 gleich zweifach vor meinen Augen. Diese Unachtsamkeit der vor mir w√ľtenden Agenten musste ich ausnutzen. Todesmutig warf ich mich nach vorne, ergriff alle vier Jeanshosen, die recht benommen schienen, und schl√§ngelte mich gekonnt aus dem Geschehen. Zum Gl√ľck blieben wir alle unverletzt.

Tagebucheintrag Nr. 5
Hauptzentrale Muggensturm: 9:40 Uhr

Bericht und Gefangenen√ľbergabe an meinen Offizier

Mit stolz geschwellter Brust konnte ich 128 und 134 (die ich ja doppelt befreien konnte) meinem Obersten Offizier √ľbergeben. Der Dank und ein Orden f√ľr besonders todesmutigen Einsatz waren mir sicher.
Am Mittag wurden die befreiten Jeanshosen den kleinen Unteroffizieren zur weiteren Obhut √ľbergeben.
Wieder konnte ich unter h√∂chster Lebensgefahr eine Mission auf dem gr√∂√üten Kriegsschauplatz ‚Äěder Welt des Einkaufens‚Äú erfolgreich beenden.
Liebes Tagebuch. Bis zu meinem nächsten Auftrag lege ich meinen Stift nieder.

__________________
Michel

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Andrea
???
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Irgendwie ist Aldi ja schon ein beliebtes Thema - jedenfalls ist, das mußt du zugeben, die Grundidee nicht sonderlich originell. Aber es gibt immer gute Variationen eines Themas und weniger gute, und deine Geschichte gehört zu den ersteren.

Es ist in einer sch√∂n lockeren Sprache geschrieben, und du f√§llst auch nie aus deinem Bild heraus. Es macht Spa√ü, √ľber den Kampf deines Ichs zu lesen - nur wie es in diesem Gedr√§nge es geschafft hat, Papier und Bleistift zu z√ľcken, wird wohl auf ewig ein R√§tsel bleiben..
__________________
Andrea Rohmert

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Sansibar
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Aldi

Hallo Michel,
willkomen auf der Lupe falls ich es noch nicht getan habe.
Du kannst zweimal wöchentlich von der "Aldifront" berichten, weil dann immer die Sonderverkäufe sind.So können dir die Ideen nicht ausgehen, Aldi macht es möglich
Gruß
Sansibar aus Sansibar

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Ralph Ronneberger
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Hallo michel,

ich finde es ziemlich geschmacklos, wie Du den heroischen Kampf, den tausende wackere Streiter t√§glich an der Aldi-Front auszufechten bereit sind, zu solch sch√§ndlicher Satire verkommen l√§√üt. Da√ü Du obendrein noch so verdammt gut und fl√ľssig schreibst, setzt deiner Niedertracht die Krone auf. Das sagt dir ein zur Zeit arg an zerschrammten Ellenbogen und geprellten Rippen leidender

Ralph.
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Sansibar
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ellebogen

Hallo Ralf,
verputze die Ellebogen mit Rasierklingen und du bist der, der den vollen Wagen zuerst hinausschiebt.
Sansibar der auch gerne an der "Front" ist
Gruß
Sansibar

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Ralph Ronneberger
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Hi Sansi,

danke f√ľr den coolen Tipp. Ich zieh gleich los, um Rasierklingen zu kaufen. Bei Aldi sind auch die sch√∂n billig - ach Schei√üe - und wie komme ich nun wider an die Klingen? Na ja - dank deines Vorschlages wird es der letzte Kampf, bei dem ich ernstlich in Bedr√§ngnis gerate.

Gruß Ralph
__________________
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