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Leselupe.de > Humor und Satire
Satire
Eingestellt am 30. 01. 2010 13:27


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preussenprinz
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Wir oder Die




Eumel der Sechste, kurz Eumel6 genannt, hatte Stress. Er war Oberhaupt aller CO2 Verbindungen. Und die standen in der Kritik. Sie machten angeblich ihren Job schlecht. Die meiste Dresche gab es von Fleurop dem Achten. Der war wiederum Chef der gesamtem Flora auf der Erde. Und hier klemmte es. Zu wenig CO2, zu wenig Pflanzenwachstum. Photosynthese als Sparprogramm. Der hatte sich bei Mutter Natur beschwert und die hatte Eumel6 zusammengestaucht.
Krisensitzung!
Zur Lagebesprechung waren alle wichtigen CO2 Gebietschefs für Land, Luft und Wasser angetreten. Der Geheimdienstchef Schnüffel4 berichtete schon seit einer Stunde.
Eumel6 unterbrach ihn.
„Gut jetzt, wir müssen auf den Punkt kommen. Irgend jemand verarscht die Zweibeiner und gibt falsche Informationen. Anders ist nicht zu erklären, wieso wir fürs Klima zuständig sein sollen. Das ist schon immer Wasserdampf. Und wieso hier beim Klima was besonderes abläuft, ist auch unklar.“ Er schnaufte leicht aufgebracht. „Seit sechshundert Millionen Jahren halten wir eine ordentliche Durchschnittstemperatur. Zum aufräumen mal eine kleine Kältephase.“ Eumel6 streckte die Hand hoch und ließ die Finger schnippen. „Das gabs erst ein paar mal. Da ging es immer um einige Grad runter. Logisch, das man sich dann in jeder Phase wieder an den Durchschnitt ranrobbt. Was ist also los mit den Zweibeinern?“
„Die behaupten, wir ziehen die Temperatur hoch“, der Armeegeneral wiegte dabei seinen Kopf, „die Wahrheit ist aber genau umgekehrt. Meine Truppen folgen der Temperatur. Die zieht uns hoch und runter. Und das im Zeitabstand von immerhin bis zu tausend Jahren.“
„Keine Details!“ Eumel6 wischte mit der Hand durch die Luft. „Warum wird geschwindelt?“
„Na ja“, der Geheimdienstchef meldete sich wieder zu Wort, „auf den Punkt gebracht, wird mit uns viel Geld verdient. Emissionshandel, Steuern also weltweit ca. ein bis zwei Billionen Potential.“
„Billionen was?“
„Na diese Maßeinheit der Zweibeiner, Euro.“
„Ist das was wichtiges?“
„Ja, ihr absoluter Fetisch. Davon gibt es auch noch andere Varianten. Die heißen wohl alle zusammen Geld.“
„Scheiße“, Eumel6 haute mit der Faust auf den Tisch, „dann brauche ich mich gar nicht um ordentliche Informationen kümmern. Die wollen das gar nicht wissen!“
„Genau!“ Der Geheimdienstchef nickte wichtig mit dem Kopf. „Die verdienen mit der Story Treibhausgas und böses CO2 Geld. Da müssen dann natürlich auch Effekte in Form von CO2 Einsparungen her.“
Eumel6 blickte grimmig. Entschlossen wandte er sich an die Runde.
„Na dann organisieren wir einfach in den Reihen dieser Spinner die Einsparung. Die ganze Menschheitsmeute produziert durch ihr Luftholen ungefähr zweieinhalb Milliarden Tonnen unserer Jungs, die Autos auch noch mal zwei Milliarden.“ Er machte eine schnittige Bewegung mit der Hand an seinem Hals. „Wir nieten die Hälfte von denen um. Dann haben die ihre Einsparung, der Rest einen Haufen Stress und wir unsere Ruhe.“
Er blickte seinen Armeegeneral an.
„Fehlen die Truppen uns dann, die nicht mehr gehechelt werden?“
Der kratzte sich am Kinn. „Ich bin hier nicht fürs Rechnen zuständig. Aber die Zweibeiner selber und ihre Industrie sind vielleicht für vier Prozent unserer Truppen gut. Wenn überhaupt!“ Er winkte gelassen ab. „In der Luft sind wir schon mal mit siebenhundertfünzig Gigatonnen unterwegs“ und, er hob den Finger, „in den Weltmeeren mit achtunddreißigtausend Gigatonnen. Zweitausend Gigatonnen sind noch im Humus gebunkert. Wir sind also unabhängig von den Zweibeinern.“
„Sag ich doch.“ Eumel6 nickte zustimmend.
Der Armeegeneral blickte trotzdem nachdenklich.
„Wir haben ein anderes Problem. Unser Anteil an der Atmosphäre ist insgesamt eher wieder mal sehr tief. Hatten wir in dem Millionen Jahren schon ein paar Mal aber mit 0,033 Prozent sind wir wieder gefährlich am Limit dran. Diese Kampagne der Einsparung erwischt uns grundsätzlich auf dem falschen Fuss.“
„Ok“, Eumel6 drückte energisch auf einen Knopf und stellte die Verbindung zu Virus dem Achtundachtzigsten her. Auf Grund der vielen Mutationen war hier die Thronfolge etwas häufiger. Der Monitor ging an.
Virus88 sass beim Frühstück und schob sich gerade zwei Bakterien rein. Er blickte freundlich.
„Was liegt an mei Gutster Eumel6?“
„Wir haben ein Problem mit den Zweibeinern, die drehen uns den Hahn zu. Könntest du ihre Reihen etwas lichten?“
Virus88 stellte kurz das schmatzen ein.
„Wie soll das gehen?“
„Na, du schickst ein paar deiner Eliten los.“
„Welche Eliten?“
„H5N1 zum Beispiel!“
Virus88 kicherte. „Mei Gutster, die heißen nicht umsonst Vogelgrippe. Die können eine Entenkolonie umnieten, aber keine Völker ausrotten. Wir haben noch nicht mal eine richtig gut funktionierende Mutation für die Zweibeiner. Das die einen Impfstoff gegen was haben, was es noch gar nicht gibt, ist eines der Rätsel dieser Geschöpfe.“
Vorsichtig hakte Eumel6 nach. „Und H1N1, da herrscht doch schon Panik?“
Virus88 winkte ab. „Schweinegrippe bah, wie der Name schon sagt.“ Er leckte sich die Finger ab, beugte seinen Körper über den Schreibtisch und fischte ein Blatt aus der Ablage.
„Hier, Lagebericht Grippewelle Deutschland voriges Jahr. Wir haben über fünfzehntausend Zweibeiner weggerafft. Das war meine normale Viruskampfwelle. Denen kann der H1N1 bestenfalls die Tasche tragen. Wenn unser Azubi H1N1 auf hundert Abschüsse in Deutschland kommt, darf er zu den motorisierten Einheiten.“
Er beugte sich wieder nach vorne und fischte ein anderes Blatt raus. „Hier die Zweibeiner auf der Insel, die Briten. Die haben wir mit miesen Wetter richtig angeschossen und mein Azubi hat sich breit gemacht. Und? Scheiss Ergebnis. Nur 0,03 Prozent der Angesteckten haben auch den Löffel abgegeben.“
Eumel6 blickte ungläubig. „Das ist doch gar nichts! Wieso dann die Panik?“ Virus88 schmatze wieder ein paar Bakterien weg. „ Da habe ich das gleiche Problem wie du.“ Er zuckte die Schultern. „Mit uns Viren als Feindbild wird Kohle gemacht. Meinen H1N1 hat man per Ritterschlag für so gefährlich erklärt, dass unbedingt ein Wirkstoffverstärker her musste. Ha ...“, sein rechter Zeigefinger schnellte in die Höhe, „...rate mal warum. Damit konnte man den Umsatz versiebenfachen. Statt ein Euro für den Impfstoff sieben Euro. Sechs Euro macht der Verstärker. Und das Zeug hat fette Nebenwirkungen für die Zweibeiner. Gibt’s Fragen?“
„Ja, wie viel Fetisch fahren sie mit dir ein?“
Virus88 spitzte nachdenklich den Mund. „ Also, die Nummer läuft ja in der ganzen Welt. Die nennen das Pandemie. Die das Zeug herstellen verfügen über irgendeine Organisation, die immer für die Welt Alarm gibt. Dann müssen alle kaufen, oder so. Auf alle Fälle gut organisiert. Na ja, sind wohl Gewinne zwischen acht bis zehn Milliarden hängen geblieben. Hat eine Bank von denen ermittelt. Die müssen es ja wissen. Also umsonst haben die nicht am Pandemierad gedreht!“
Bei Eumel6 wuchs langsam ein finsterer Gedanke!
Das kichern von Virus88 riß ihn aus dieser Betrachtung. Der hob abermals den Finger.
„Wenn du allerdings noch ein bisschen Zeit hast. Unsere Labore arbeiten an H0N0, der wirkt selektiv.“
„Heißt was?“
Virus88 gluckste begeistert „Arbeitstitel Idiotengrippe!“
„Das wäre ja mal eine echte Pandemie, wenn das funktioniert.“ Eumel6 klatschte sich begeistert auf die Schenkel.
„Eben, aber wie gesagt braucht noch Zeit.“
Eumel6 winkte ab. „Hilft nicht ich bin im Zugzwang. Trotzdem danke.“ Er schaltete ab.
In der Runde herrschte schweigen. Und nun? Die Stille wurde durch das Heulen einer Sirene unterbrochen. Ein roter Knopf auf der Armatur vor Eumel6 blinkte aufgeregt.
Der wurde blass.
Standleitung mit Mutter Natur. Er drückte mit unruhiger Hand den Knopf.
Eine Stimme erschallte. „Eumel6 du hast mit 0,026 Prozent Anteil an der Atmosphäre den kritischen Wert erreicht. Das geht an die Substanz der Entwicklung meiner Pflanzenwelt. Ich höre deinen Plan.“ Eumel6 straffte sich und drückte die Brust raus.
„Wir haben die Lage besprochen. Es ist eine Grundsatzfrage und die letzte Chance, wir oder die.“ Er machte eine wichtige Pause.
„Ich beantrage die grosse Welle!“
Das hatte es bisher nur einmal gegeben. „Einverstanden!“ Die Antwort kam ohne Zögern.
Jubel entbrannte im Raum. Eumel6 setzte seinen Helm auf und zog den Kinnriemen fest. „So Jung`s, jetzt geht’s los. Da werden wir mal ein paar Vulkane anwerfen und die Erdplatten vor einigen Küsten etwas verschieben. Und passt mir auf, dass nicht wieder so ein Schnarcher ein Boot baut und von jeder Sorte was reinpackt.“

In Neuseeland graste eine Herde Schafe. Routiniert gelangweilt zupften sie das Gras und kauten gemächlich. Ganz vorne in der ersten Reihe hob plötzlich eines seinen Kopf.
Da war ein Geräusch.
Es blickte zum Horizont. Die Kaubewegungen wurden langsamer, dann ganz eingestellt. Der Instinkt sagte dem Schaf, kauen lohnt nicht mehr.
Eine grosse Flutwelle rollte heran.
Das Schaf nutzte die letzte Chance. Etwas muss bleiben. Es kniff die Augen zusammen und feuerte aus allen Rohren. Methangas, x-mal wirkungsvoller als CO2 beim Thema Treibhausgas, bahnte sich den Weg, als grosse Blase im Meer, denn die Welle war schon Richtung Australien unterwegs. Dann schwappte die Blase an die Oberfläche.
Methan1 streckte sich in der Luft. Soweit sein Auge reichte, nur Wasser. Eumel6 kam angerauscht.
„Na, gerade noch an Deck gekommen, was?“
„War knapp. Was war denn eigentlich los?“ Methan1 blickte fragend.
„Ach die Zweibeiner haben rumgesponnen. Wir mussten sie versenken.“
„Haben sie es mit der Umwelt übertrieben?“
Eumel6 winkte ab. „Das haben die schon immer gemacht. Aber, um von ihren eigentlich Schandtaten abzulenken, sind sie meinen Jungs auf die Pelle gerückt.“
„Helf mir auf die Sprünge, ich saß eine Weile im Dunkeln. In so einem Schaf erfährt man nicht viel. Was heißt ablenken?“
„Nun, Klimakatastrophe und Treibhauseffekt soll das schlechte Gewissen beschäftigen und vom eigentlichen Umweltfrevel ablenken. Damit beim Fetischverdienen nicht gestört wird.“
„Welchen Frevel?“
Eumel6 blickte leicht finster. „Das was wirklich abgeht. Die Industrie vergiftet Flüsse und die Luft mit Chemie, Schwermetallen und Dreck. Die Wälder im Amazonas werden radikal abgeholzt. Die Meere zum Mülleimer gemacht und leer gefischt. Immer mehr Tierarten sterben aus, Pflanzen verschwinden für immer. Ganze Landstriche werden radioaktiv verseucht, Erdölseen töten alles Leben und so weiter, aber “, er nimmt seinen Helm ab, „ich kann aufhören, damit ist Schluss, die Zweibeiner sind weg. Gott sei Dank.“ Methan1 kratzte sich am Hals. „Na ich weiss nicht.“ Er zeigte mit dem Finger Richtung Horizont. „Aber da schwimmen noch zwei rum. Haben sich an einen Baum geklammert.“ Er kniff die Augen zusammen. „Sieht aus wie ein Apfelbaum. Und wenn ich das richtig sehe, beide Sorten vertreten. Ein Männlein und ein Weiblein.“
Auch Eumel6 kniff die Augen zusammen. „Tatsache. Nö, nicht schon wieder. Die können sich theoretisch vermehren. Er knurrte gereitzt. „Das fällt aus, ich hole die Welle zurück.“ Methan1 hält seine Hand fest. „Sollten sie nicht eine Chance bekommen?“
„Wofür? Wer braucht die?“
„Na hör auf, die zwei da unten, die können wir doch beobachten. Wir sind die Guten. Wir sind nicht wie die Zweibeiner und rotten aus. Eine Chance, bitte?“
„Du meinst aus denen wird was besseres, krisengeläutert?“
„Das weiss ich nicht? Aber ich hoffe einfach. Nein, ich wünsche es mir. Die können doch mehr wie wir, die können denken.“ Eumel6 blickte skeptisch. „Zum können gehört auch wollen. Bis jetzt war davon wenig erfreuliches zu sehen.“
Methan1 klopfte ihm aufmunternd auf die Schulter.
„Bis jetzt mein Freund, aber ab jetzt geht’s los.“

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wirena
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Hallo preussenprinz

frisch, lebendig "von der Leber" weg, scheint mir dies geschrieben. Die Spannung hat mich mitgenommen und oft musste ich Lachen, "Schmunzeln" - obwohl, es ist ja wirklich zum Heulen.... Nun, jedenfalls ich habe es sehr gerne gelesen und blaumarkiert geändert/korrigiert, was mir spontan aufgefallen ist. Hoffe, ich habe keine Verschlimmbesserungen vorgenommen - ist sozusagen meine Première:-).

lg
wirena



Eumel der Sechste, kurz Eumel6 genannt, hatte Stress. Er war Oberhaupt aller CO2 Verbindungen. Und die standen in der Kritik. Sie machten angeblich ihren Job schlecht. Die meiste Dresche gab es von Fleurop dem Achten. Der war wiederum Chef der gesamten Flora auf der Erde. Und hier klemmte es. Zu wenig CO2, zu wenig Pflanzenwachstum. Photosynthese als Sparprogramm. Der hatte sich bei Mutter Natur beschwert, und die hatte Eumel6 zusammengestaucht.
Krisensitzung!
Zur Lagebesprechung waren alle wichtigen CO2 Gebietschefs für Land, Luft und Wasser angetreten. Der Geheimdienstchef Schnüffel4 berichtete schon seit einer Stunde.
Eumel6 unterbrach ihn.
„Gut jetzt, wir müssen auf den Punkt kommen. Irgend jemand verarscht die Zweibeiner und gibt falsche Informationen. Anders ist nicht zu erklären, wieso wir fürs Klima zuständig sein sollen. Das ist schon immer Wasserdampf. Und wieso hier beim Klima was besonderes abläuft, ist auch unklar.“ Er schnaufte leicht aufgebracht. „Seit sechshundert Millionen Jahren halten wir eine ordentliche Durchschnittstemperatur. Zum Aufräumen mal eine kleine Kältephase.“ Eumel6 streckte die Hand hoch und ließ die Finger schnippen. „Das gabs erst ein paar Mal. Da ging es immer um einige Grad runter. Logisch, dass man sich dann in jeder Phase wieder an den Durchschnitt ranrobbt. Was ist also los mit den Zweibeinern?“
„Die behaupten, wir ziehen die Temperatur hoch“, der Armeegeneral wiegte dabei seinen Kopf, „die Wahrheit ist aber genau umgekehrt. Meine Truppen folgen der Temperatur. Die zieht uns hoch und runter. Und das im Zeitabstand von immerhin bis zu tausend Jahren.“
„Keine Details!“ Eumel6 wischte mit der Hand durch die Luft. „Warum wird geschwindelt?“
„Na ja“, der Geheimdienstchef meldete sich wieder zu Wort, „auf den Punkt gebracht, wird mit uns viel Geld verdient. Emissionshandel, Steuern also weltweit ca. ein bis zwei Billionen Potential.“
„Billionen was?“
„Na diese Maßeinheit der Zweibeiner, Euro.“
„Ist das was Wichtiges?“
„Ja, ihr absoluter Fetisch. Davon gibt es auch noch andere Varianten. Die heißen wohl alle zusammen Geld.“
„Scheiße“, Eumel6 haute mit der Faust auf den Tisch, „dann brauche ich mich gar nicht um ordentliche Informationen kümmern. Die wollen das gar nicht wissen!“
„Genau!“ Der Geheimdienstchef nickte wichtig mit dem Kopf. „Die verdienen mit der Story Treibhausgas und böses CO2 Geld. Da müssen dann natürlich auch Effekte in Form von CO2 Einsparungen her.“
Eumel6 blickte grimmig. Entschlossen wandte er sich an die Runde.
„Na dann organisieren wir einfach in den Reihen dieser Spinner die Einsparung. Die ganze Menschheitsmeute produziert durch ihr Luftholen ungefähr zweieinhalb Milliarden Tonnen unserer Jungs, die Autos auch noch mal zwei Milliarden.“ Er machte eine schnittige Bewegung mit der Hand an seinem Hals. „Wir nieten die Hälfte von denen um. Dann haben die ihre Einsparung, der Rest einen Haufen Stress und wir unsere Ruhe.“
Er blickte seinen Armeegeneral an.
„Fehlen die Truppen uns dann, die nicht mehr gehechelt werden?“
Der kratzte sich am Kinn. „Ich bin hier nicht fürs Rechnen zuständig. Aber die Zweibeiner selber und ihre Industrie sind vielleicht für vier Prozent unserer Truppen gut. Wenn überhaupt!“ Er winkte gelassen ab. „In der Luft sind wir schon mal mit siebenhundertfünzig Gigatonnen unterwegs“ und, er hob den Finger, „in den Weltmeeren mit achtunddreißigtausend Gigatonnen. Zweitausend Gigatonnen sind noch im Humus gebunkert. Wir sind also unabhängig von den Zweibeinern.“
„Sag ich doch.“ Eumel6 nickte zustimmend.
Der Armeegeneral blickte trotzdem nachdenklich.
„Wir haben ein anderes Problem. Unser Anteil an der Atmosphäre ist insgesamt eher wieder mal sehr tief. Hatten wir in dem Millionen Jahren schon ein paar Mal, aber mit 0,033 Prozent sind wir wieder gefährlich am Limit dran. Diese Kampagne der Einsparung erwischt uns grundsätzlich auf dem falschen Fuss.“
„Ok“, Eumel6 drückte energisch auf einen Knopf und stellte die Verbindung zu Virus dem Achtundachtzigsten her. Auf Grund der vielen Mutationen war hier die Thronfolge etwas häufiger. Der Monitor ging an.
Virus88 sass beim Frühstück und schob sich gerade zwei Bakterien rein. Er blickte freundlich.
„Was liegt an mei Gutster Eumel6?“
„Wir haben ein Problem mit den Zweibeinern, die drehen uns den Hahn zu. Könntest du ihre Reihen etwas lichten?“
Virus88 stellte kurz das Schmatzen ein.
„Wie soll das gehen?“
„Na, du schickst ein paar deiner Eliten los.“
„Welche Eliten?“
„H5N1 zum Beispiel!“
Virus88 kicherte. „Mei Gutster, die heißen nicht umsonst Vogelgrippe. Die können eine Entenkolonie umnieten, aber keine Völker ausrotten. Wir haben noch nicht mal eine richtig gut funktionierende Mutation für die Zweibeiner. Dass die einen Impfstoff gegen was haben, was es noch gar nicht gibt, ist eines der Rätsel dieser Geschöpfe.“
Vorsichtig hakte Eumel6 nach. „Und H1N1, da herrscht doch schon Panik?“
Virus88 winkte ab. „Schweinegrippe bah, wie der Name schon sagt.“ Er leckte sich die Finger ab, beugte seinen Körper über den Schreibtisch und fischte ein Blatt aus der Ablage.
„Hier, Lagebericht Grippewelle Deutschland voriges Jahr. Wir haben über fünfzehntausend Zweibeiner weggerafft. Das war meine normale Viruskampfwelle. Denen kann der H1N1 bestenfalls die Tasche tragen. Wenn unser Azubi H1N1 auf hundert Abschüsse in Deutschland kommt, darf er zu den motorisierten Einheiten.“
Er beugte sich wieder nach vorne und fischte ein anderes Blatt raus. „Hier die Zweibeiner auf der Insel, die Briten. Die haben wir mit miesem Wetter richtig angeschossen und mein Azubi hat sich breit gemacht. Und? Scheiss Ergebnis. Nur 0,03 Prozent der Angesteckten haben auch den Löffel abgegeben.“
Eumel6 blickte ungläubig. „Das ist doch gar nichts! Wieso dann die Panik?“ Virus88 schmatze wieder ein paar Bakterien weg. „ Da habe ich das gleiche Problem wie du.“ Er zuckte die Schultern. „Mit uns Viren als Feindbild wird Kohle gemacht. Meinen H1N1 hat man per Ritterschlag für so gefährlich erklärt, dass unbedingt ein Wirkstoffverstärker her musste. Ha ...“, sein rechter Zeigefinger schnellte in die Höhe, „...rate mal warum. Damit konnte man den Umsatz versiebenfachen. Statt ein Euro für den Impfstoff sieben Euro. Sechs Euro macht der Verstärker. Und das Zeug hat fette Nebenwirkungen für die Zweibeiner. Gibt’s Fragen?“
„Ja, wie viel Fetisch fahren sie mit dir ein?“
Virus88 spitzte nachdenklich den Mund. „ Also, die Nummer läuft ja in der ganzen Welt. Die nennen das Pandemie. Die das Zeug herstellen verfügen über irgendeine Organisation, die immer für die Welt Alarm gibt. Dann müssen alle kaufen, oder so. Auf alle Fälle gut organisiert. Na ja, sind wohl Gewinne zwischen acht bis zehn Milliarden hängen geblieben. Hat eine Bank von denen ermittelt. Die müssen es ja wissen. Also umsonst haben die nicht am Pandemierad gedreht!“
Bei Eumel6 wuchs langsam ein finsterer Gedanke!
Das Kichern von Virus88 riß ihn aus dieser Betrachtung. Der hob abermals den Finger.
„Wenn du allerdings noch ein bisschen Zeit hast. Unsere Labore arbeiten an H0N0, der wirkt selektiv.“
„Heißt was?“
Virus88 gluckste begeistert „Arbeitstitel Idiotengrippe!“
„Das wäre ja mal eine echte Pandemie, wenn das funktioniert.“ Eumel6 klatschte sich begeistert auf die Schenkel.
„Eben, aber wie gesagt, braucht noch Zeit.“
Eumel6 winkte ab. „Hilft nicht, ich bin im Zugzwang. Trotzdem danke.“ Er schaltete ab.
In der Runde herrschte Schweigen. Und nun? Die Stille wurde durch das Heulen einer Sirene unterbrochen. Ein roter Knopf auf der Armatur vor Eumel6 blinkte aufgeregt.
Der wurde blass.
Standleitung mit Mutter Natur. Er drückte mit unruhiger Hand den Knopf.
Eine Stimme erschallte. „Eumel6 du hast mit 0,026 Prozent Anteil an der Atmosphäre den kritischen Wert erreicht. Das geht an die Substanz der Entwicklung meiner Pflanzenwelt. Ich höre deinen Plan.“ Eumel6 straffte sich und drückte die Brust raus.
„Wir haben die Lage besprochen. Es ist eine Grundsatzfrage und die letzte Chance, wir oder die.“ Er machte eine wichtige Pause.
„Ich beantrage die grosse Welle!“
Das hatte es bisher nur einmal gegeben. „Einverstanden!“ Die Antwort kam ohne Zögern.
Jubel entbrannte im Raum. Eumel6 setzte seinen Helm auf und zog den Kinnriemen fest. „So Jung`s, jetzt geht’s los. Da werden wir mal ein paar Vulkane anwerfen und die Erdplatten von einigen Küsten etwas verschieben. Und passt mir auf, dass nicht wieder so ein Schnarcher ein Boot baut und von jeder Sorte was reinpackt.“

In Neuseeland graste eine Herde Schafe. Routiniert gelangweilt zupften sie das Gras und kauten gemächlich. Ganz vorne in der ersten Reihe hob plötzlich eines seinen Kopf.
Da war ein Geräusch.
Es blickte zum Horizont. Die Kaubewegungen wurden langsamer, dann ganz eingestellt. Der Instinkt sagte dem Schaf, Kauen lohnt nicht mehr.
Eine grosse Flutwelle rollte heran.
Das Schaf nutzte die letzte Chance. Etwas muss bleiben. Es kniff die Augen zusammen und feuerte aus allen Rohren. Methangas, x-mal wirkungsvoller als CO2 beim Thema Treibhausgas, bahnte sich den Weg, als grosse Blase im Meer, denn die Welle war schon Richtung Australien unterwegs. Dann schwappte die Blase an die Oberfläche.
Methan1 streckte sich in der Luft. Soweit sein Auge reichte, nur Wasser. Eumel6 kam angerauscht.
„Na, gerade noch an Deck gekommen, was?“
„War knapp. Was war denn eigentlich los?“ Methan1 blickte fragend.
„Ach die Zweibeiner haben rumgesponnen. Wir mussten sie versenken.“
„Haben sie es mit der Umwelt übertrieben?“
Eumel6 winkte ab. „Das haben die schon immer gemacht. Aber, um von ihren eigentlich Schandtaten abzulenken, sind sie meinen Jungs auf die Pelle gerückt.“
„Helf mir auf die Sprünge, ich saß eine Weile im Dunkeln. In so einem Schaf erfährt man nicht viel. Was heißt ablenken?“
„Nun, Klimakatastrophe und Treibhauseffekt soll das schlechte Gewissen beschäftigen und vom eigentlichen Umweltfrevel ablenken. Damit beim Fetischverdienen nicht gestört wird.“
„Welchen Frevel?“
Eumel6 blickte leicht finster. „Das was wirklich abgeht. Die Industrie vergiftet Flüsse und die Luft mit Chemie, Schwermetallen und Dreck. Die Wälder im Amazonas werden radikal abgeholzt. Die Meere zum Mülleimer gemacht und leer gefischt. Immer mehr Tierarten sterben aus, Pflanzen verschwinden für immer. Ganze Landstriche werden radioaktiv verseucht, Erdölseen töten alles Leben und so weiter, aber “, er nimmt seinen Helm ab, „ich kann aufhören, damit ist Schluss, die Zweibeiner sind weg. Gott sei Dank.“ Methan1 kratzte sich am Hals. „Na ich weiss nicht.“ Er zeigte mit dem Finger Richtung Horizont. „Aber da schwimmen noch zwei rum. Haben sich an einen Baum geklammert.“ Er kniff die Augen zusammen. „Sieht aus wie ein Apfelbaum. Und wenn ich das richtig sehe, beide Sorten vertreten. Ein Männlein und ein Weiblein.“
Auch Eumel6 kniff die Augen zusammen. „Tatsache. Nö, nicht schon wieder. Die können sich theoretisch vermehren. Er knurrte gereizt. „Das fällt aus, ich hole die Welle zurück.“ Methan1 hält seine Hand fest. „Sollten sie nicht eine Chance bekommen?“
„Wofür? Wer braucht die?“
„Na hör auf, die zwei da unten, die können wir doch beobachten. Wir sind die Guten. Wir sind nicht wie die Zweibeiner und rotten aus. Eine Chance, bitte?“
„Du meinst aus denen wird was besseres, krisengeläutert?“
„Das weiss ich nicht? Aber ich hoffe einfach. Nein, ich wünsche es mir. Die können doch mehr wie wir, die können denken.“ Eumel6 blickte skeptisch. „Zum Können gehört auch Wollen. Bis jetzt war davon wenig Erfreuliches zu sehen.“
Methan1 klopfte ihm aufmunternd auf die Schulter.
„Bis jetzt mein Freund, aber ab jetzt geht’s los.“
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Das Innere oder Innerliche ist um so wirklicher, als ich es mir immer wieder erobern muss.
"Was ich selbst erlebt habe, ist nur dann wahr, wenn es als verwandelter Vorgang wiederkehrt. Hans Bender, geb. 01.07.1919

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