Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92211
Momentan online:
65 Gäste und 1 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzgeschichten
Schatten
Eingestellt am 21. 01. 2006 11:59


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
derbert
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Jan 2006

Werke: 2
Kommentare: 0
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um derbert eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Schatten

Ein Gef├╝hl von Trauer ├╝berkam ihn. Alles erinnerte ihn an sie. Als er die Beziehung beendete, war er nur w├╝tend und dachte sich, dass sie es nicht wert sei, ihr nachzutrauern. Seither waren acht Wochen vergangen und auf einmal kamen die versch├╝tteten Gef├╝hle wieder zum Vorschein. Jetzt mit dem zeitlichen Abstand merkte er, dass er durchaus noch etwas f├╝r sie empfand, ja, dass er sie sogar noch liebte.

Es d├Ąmmerte. Er stieg in sein Auto und fuhr los. Ohne Ziel vorerst. Dann zog es ihn wie magnetisch an die Stellen zur├╝ck, wo er mit ihr schon gewesen war: die Eisdiele, der Mexikaner, die alte Bank im Stadtpark. Und schlie├člich traf er eine Entscheidung.

Er w├╝rde die 130 Kilometer jetzt auf sich nehmen und zu ihr fahren. Warum, wusste er nicht. Er w├╝rde auf keinen Fall anschellen. Das brachte nichts mehr. W├Ąhrend der Fahrt liefen im Radio Liebeslieder. Genau das, was er jetzt brauchte. Die Fahrt verging, und ohne auf den Weg oder den Verkehr zu achten, fuhr er gedankenverloren und schweren Herzens in die Nacht.

Je n├Ąher er dem Ort kam, an dem sie lebte, desto schmerzhafter wurde es. Wie oft war er diese Strecke schon gefahren? Er bog an der Ampel links ab und parkte den Wagen. Die letzten Meter zu ihrem Haus w├╝rde er zu Fu├č gehen. Er hatte Angst, aber gleichzeitig auch das Verlangen danach, von Ihr entdeckt zu werden. Jetzt stand er hier im Dunkeln vor ihrem Haus. Wie ein Dieb oder Psychopath, dachte er. In ihren Fenstern im ersten Stockwerk brannte noch Licht.

Was sie wohl jetzt machte? Klar, es ist Freitagabend, h├╝bsch wird sie sich machen zum Ausgehen. Wieder ein Stich in seinem Herzen. Wie sch├Ân es doch immer gewesen war, wenn sie gemeinsam ausgingen. Sie verstanden sich gut. Aber jetzt war es zu sp├Ąt. Sie w├╝rde sich mit Ihren Freundinnen wieder auf die Pirsch begeben und eine Menge neuer Leute, und bestimmt auch neue M├Ąnner, kennen lernen.

Das Licht erlosch. Schnell versteckte er sich in einem Hauseingang gegen├╝ber und beobachtete Ihre Haust├╝r. Endlich nach f├╝nf Minuten ├Âffnete sich die T├╝r. Es war allerdings nur eine Nachbarin, die zu dieser sp├Ąten Stunde Ihren Hund ausf├╝hrte. Er z├╝ndete sich eine Zigarette an. Solange wie er brauchte, diese zu rauchen, w├╝rde er noch warten.

Es fiel ihr immer noch schwer, nicht die Schublade der Kommode zu ├Âffnen, in der sein Foto lag, wenn sie daran vorbeiging. Er war ihr Traummann gewesen. Was passiert war, tat ihr unendlich leid. Sie w├╝rde es gerne r├╝ckg├Ąngig machen.

Aber nachdem er sich so stur verhalten hatte, gerieten sie in Streit und hatten beide jegliche M├Âglichkeit verspielt, vern├╝nftig dar├╝ber zu reden. Er hatte ihr klar gemacht, dass es aus und vorbei war.

Manchmal, wenn Sie nachts nicht schlafen konnte, w├Ąhlte sie seine Nummer, lies es ein- zweimal klingeln, und legte wieder auf.

Nein, so einfach wollte sie jetzt nicht aufgeben. Acht Wochen waren eine lange Zeit. Sie nahm ihren ganzen Mut zusammen und w├Ąhlte seine Nummer. Jetzt oder nie. Heute w├╝rde sie mit ihm sprechen. Vielleicht k├Ânnten sie sich ja zu einem kl├Ąrenden Gespr├Ąch treffen.

Die Leitung war frei. Sie lies durchschellen bis das Besetztzeichen kam. Die Aufregung wich der Niedergeschlagenheit. Sie schaltete das Licht aus, legte sich ins Bett und weinte sich in den Schlaf. Es war vorbei.

Nachdem er zu Ende geraucht hatte ging er langsam zum Wagen zur├╝ck. Sein Herz war schwer. Aus und vorbei, dachte er.

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Zur├╝ck zu:  Kurzgeschichten Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!