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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Schatten-Monologe I
Eingestellt am 09. 09. 2005 00:07


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cara
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Dec 2003

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Jetzt rede ich doch. Lange Zeit sah ich davon ab, vielleicht zu lange. Ich wei├č nicht, warum, aber die ganze Zeit, als wir uns noch hatten - und auch die, in der ich dir verloren ging und du mich dennoch hattest, in der du bliebst und wiederkamst, als du mir im Traum erschienst - wagte ich nicht zu sprechen. Jetzt haben wir uns wieder, obgleich wir beide verloren sind. Unsere Schatten haben sich - "wie vorher" - auch wenn fast nichts mehr wie vorher ist; mit klarem Blick erkenne ich, auch wenn dein Schatten sich sperrt.
Was mit dir ist, wei├č ich nicht, nur dein dunkler Begleiter zeigt sich mir noch. F├╝r mich bist du dein eigener Schatten geworden, der, den du so f├╝rchtest. Was du mir auf Umwegen nahe zu bringen versuchst, ich h├Ątte es dir ins Gesicht sagen k├Ânnen, noch bevor du die erste Silbe ├Ąu├čertest. Und doch sind unsere Spiegel blind geworden. Fr├╝her erkannte ich mich in dir, du dich in mir, ungeachtet der Konsequenzen - wir kannten sie ja nicht. Heute verbirgst du dich, und ich habe kaum noch Kraft, mich zu zeigen. Das Schlimmste ist:
Es macht keinen Unterschied mehr. Ob ich nun da bin oder nicht, ich bin nicht mehr relevant. Mein Schatten gen├╝gt dir. So wie mir der deine zu gen├╝gen hat.
Und ich kann nichts mehr f├╝r dich tun - es ist zweifelhaft, ob ich das ├╝berhaupt jemals konnte. Nichts, was ich sagen, nichts was ich verschweigen k├Ânnte, k├Ânnte noch etwas ├Ąndern. Was ich unterlasse, macht keinen Unterschied mehr; ebenso wenig wie das, was ich nicht lassen kann. Ich habe kein Gewicht mehr, vielleicht war ich schon immer schwerelos. Ich laste auf dir, federleicht, und dein Schatten bl├Ąst die Backen auf, mich zu zerstreuen.

Wirbelwei├čer Wolkenschwarm
zerstiebt in alle Winde -
nenn mich Pusteblume,
nicht meinen Schatten.
__________________
Die Gedichte schreiben mich -
ich f├╝rchte sie nicht mehr.

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