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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Schaukelnde Erinnerung
Eingestellt am 16. 08. 2013 16:26


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Chads
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Aug 2013

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Es ist schon wieder spĂ€t, als ich mich auf den Weg zu dem Baum mache. Er ist groß und wirkt sehr mĂ€chtig. Steht man darunter, wirkt er wie ein großer Pfeiler der den Hinmel trĂ€gt. Doch auch er ließ seine bunten BlĂ€tter wie die anderen BĂ€ume in dieser Jahreszeit fallen und sieht deshalb nicht mehr ganz so stark aus. Er befindet sich auf einem HĂŒgel, dem höchsten hier in der NĂ€he. Aber er ist auch der einzige Baum, die anderen stehen alle im weit entfernten Wald. Doch diesem Baum scheint das nichts auszumachen, er steht schon solange ich mich erinnern kann alleine auf dem HĂŒgel. Als ich klein war, war er eigentlich gar nicht so einsam, er wurde nĂ€mlich oft von Menschen besucht. Doch waren diese meist nicht nett zu ihm gewesen, sie kletterten auf ihm herum, brachen Äste ab oder ritzen etwas in seine Rinde. Doch in letzter Zeit hatte der Baum kaum noch Besuch.

Ich wohne am Fuße des HĂŒgels und kann ihn immer von meinem Fenster aus sehen. Ebenso kann ich die Schaukel sehen, die an einem dicken Ast des Baumes hĂ€ngt. Manchmal schwingt sie im Wind etwas hin und her, so als wĂŒrde jemand Unsichtbares darauf schaukeln, aber die meiste Zeit hĂ€ngt sie regungslos neben dem Baum. Doch jeden Abend kam Carolin vorbei.

Carolin liebte es zu schaukeln. Sie konnte stundenlang auf der Schaukel sitzen und hin und her schwingen ohne dass ihr langweilig wurde. Wir beide waren die einzigen Teenager in der NĂ€he, doch viel Kontakt hatten wir nie gehabt. Zwar gingen wir in die selbe Klasse, doch auch dort redeten wir nicht viel. Eigentlich wusste ich nicht viel von ihr.

Doch das Bisschen das ich von ihr wusste, reichte um mir ein Bild von ihr zu machen. Sie hatte zum Beispiel keine Freunde in der Schule, keinen mit dem sie redete. Zwar wurde sie nicht gemobbt, aber trotzdem wusste sie vermutlich, dass niemand sie so richtig mochte. Sie hatte nie versucht sich anzupassen, sie saß in den Pausen immer in einer Ecke mit ihren schwarzen Haaren und Klamotten und hörte Musik. Auch im Unterricht oder bei SchulaktivitĂ€ten fiel sie nicht auf. Niemand wusste wirklich viel ĂŒber sie.

Die meisten schreckte das vermutlich ab, aber ich wollte wissen wer dieses MĂ€dchen wirklich ist, das sich jeden Abend auf die Schaukel setzt, stundenlang schaukelt und sich dann den Sonnenuntergang anschaut, der von dem HĂŒgel aus perfekt einzusehen war. An klaren Tagen blieb sie noch bis tief in die Nacht sitzen und beobachtete die Sterne. Und ich saß in meinem Zimmer und beobachtete nur sie. Jeden Tag sah ich, wie sie mit gesenktem Kopf den HĂŒgel zum Baum hoch lief, wie ihre langen, schwarzen Haare beim Schaukeln durch die Luft wirbelten, wie sie dann einfach nur da saß und in die Ferne schaute und wie sie schließlich mit noch tiefer gesenktem Kopf wieder nach Hause lief.

Ich hatte sie fast nie von vorne gesehen. Meistens nur von hinten, denn sie setzte sich immer so auf die Schaukel, dass ich nur ihren RĂŒcken sah. Wirklich mehr erkannt hĂ€tte ich zwar auf diese Entfernung nicht, aber vielleicht wĂ€re ich doch mal zu ihr gegangen wenn sich eine Möglichkeit ergeben hĂ€tte wĂ€hrend sie zu mir schaute. Doch was ich mich auf jeden Fall fragte war, warum sie noch bedrĂŒckter nach Hause ging als sie kam. Als hĂ€tte irgendjemand sie dort oben enttĂ€uscht, dabei war sie doch immer allein, zumindest konnte ich neben ihr und dem Baum niemanden sehen.

Sie faszinierte mich und ich glaube, ich hatte mich auch ein wenig in sie verliebt. Ich kannte niemanden der so geheimnisvoll und gleichzeitig so anziehend war wie sie. Doch ich konnte meine SchĂŒchternheit bisher nicht ĂŒberwinden und sie ansprechen. Aber heute Abend werde ich hoch zu dem Baum auf dem HĂŒgel vor meinem Fenster gehen. Heute Abend sitzt Carolin aber nicht auf der Schaukel. Heute Abend bewegt sich die Schaukel nur wegen dem kalten Herbstwind. Heute Abend ist anders.

Carolin war heute Morgen auch nicht in der Schule gewesen. Die Nachricht von ihrem Selbstmord verbreitete sich innerhalb der ersten Stunde an der ganzen Schule. Auch ich erfuhr es natĂŒrlich erst heute morgen, dabei hatte sie es schon gestern Abend getan. Doch in der Schule interessierte es die Leute nur weil sie so aufmerksamkeitsgeil sind und hofften, dass das Fernsehen auftaucht und sie interviewt oder Ă€hnliches. Aber ich saß den ganzen Morgen nur da und dachte an die Schaukel zu der ich jetzt gehe.

Der Himmel ist eine einzige schwarze Decke und der alte Baum auf dem HĂŒgel scheint fast unter ihrer Last zusammenzubrechen. Jeden Moment wird es anfangen zu regnen, ich sollte mich also beeilen. Ich nĂ€here mich dem Baum und beginne mich unwohl zu fĂŒhlen, denn ich spĂŒre immer noch Carolins Gegenwart. Doch dann fĂ€llt mein Blick auf die Schaukel. Auf ihr liegt ein gefalteter Zettel.

Was macht er da? FĂŒr wen ist er? Ist er von ihr? Ist er fĂŒr mich? Ist das ein Abschiedsbrief? Mit zittrigen HĂ€nden hebe ich den Zettel von der Schaukel auf. In diesem Moment fĂ€llt der erste Tropfen von der schwarzen Decke herunter, mitten durch die alten kahlen Äste des Baums, direkt in die Mitte des Zettels. Ich falte ihn auf und erstarre vor Schreck. Weitere Tropfen treffen das Papier. „Warum bist du nie hergekommen?...” steht auf dem Zettel.

Der Regen wird stÀrker...

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sharks.sharks
Hobbydichter
Registriert: Aug 2013

Werke: 1
Kommentare: 4
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Hallo.

Ich habe ein paar Kritikpunkte an deiner Geschichte.

ZunĂ€chst finde ich, dass du sie kĂŒrzen könntest.
Der gesamte erste Absatz z.b. finde ich trÀgt gar nichts zu der geschichte bei und könnte weggelassen werden.

Weiterhin wird nicht ganz nachollziehbar, dass sie auf ihn wartet.
Es wird gesagt, er sieht sie sogut wie immer von hinten.
Das heißt, sie wird wohl kaum sehen können, dass er immer am fenster steht.

Sie geht mit ihm zur schule, aber er sagt, sie spricht quasi nie mit ihm und es werden auch keine, vielleicht subtilen, annĂ€hrungsersuche genannt, bei denen fĂŒr den protagonisten ersichtlich werden könnte, dass sie ihn mag.

Am beste hÀtte ich gefunden, wÀre der brieflÀnger gewesen und hÀtte sie sich in diesem brief erklÀrt.

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USch
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Chads,
eine gut geschriebene, betroffen machende Geschichte. Doch die EinwĂ€nde von sharks.sharks finde ich bedenkenswert. Auch ist es wohl nicht möglich, dass ein Zettel sich auf der Schaukel hĂ€lt, so mitten im Wind. Der mĂŒĂŸte dann wohl irgendwie, vielleicht mit einer Heftzwecke befestigt sein.
Auch ein paar fehlende Kommata solltest du noch setzen.
LG USch

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