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Leselupe.de > Kurzprosa
Schauplatz
Eingestellt am 26. 04. 2008 01:06


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Pola Lilith
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Schauplatz



Die Augen der Menschen haben ihre Blicke verloren. Ein Mensch
├Âffnet das Gartentor. Das Geschlecht spielt keine Rolle, wenn
Krieg und Frieden nichts mehr bedeuten. Es ist Herbst und es
gibt einen Schauplatz. Laub knirscht unter den F├╝├čen und
Schnee liegt in der Luft. Der Mensch im Garten der Toten
folgt den Anweisungen eines anderen Menschen. Er n├Ąhert sich
dem Haus, das feuchte Mauern hat und dicke, modrig riechende
Teppiche. Sp├Ąter wird Musik unterlegt, Cello, Violine oder
auch nur ein Fl├╝stern, das nichts sagt. Das Ger├Ąusch eines
Flugzeuges unterbricht die Einstellung. Gesch├Ąftsreisende
sind unterwegs, getrieben von einer Vorstellung. Der Mensch,
der die Anweisungen gibt, hat eine andere. Und der Mensch,
der sich dem Haus n├Ąhert, m├Âchte eigentlich nur noch
schlafen. Aber daf├╝r wird er nicht bezahlt. Und so wartet er
wie die anderen, bis sich das Flugzeug weit genug entfernt
hat. Die Augen der Menschen haben ihre Blicke verloren. Nur
aus den Schnappsch├╝ssen der Kriegsreporter st├╝rzen sie ab und
an hervor und fressen uns an. M├╝de ├Âffnet eine Hand das
Gartentor. Noch ist sie schlank und wei├č und sehnig. Aber
auch das hat ein Ende, irgendwann. Laub knirscht unter den
F├╝├čen und Schnee liegt in der Luft. Hinter dem Gem├Ąuer warten
dicke, modrig riechende Teppiche aus der Requisitenkammer.
Die Toten treiben jede Vorstellung an und so kehren sich die
Augen der K├╝nstler nach innen. Allein daf├╝r werden sie
bezahlt. Und jetzt f├Ąllt auch noch viel zu fr├╝h der Schnee.
So schlie├čt die Blende sich, der Fl├╝stern verstummt und einer
erwacht aus der vermeintlichen Rettung des Schlafes.

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