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Leselupe.de > Humor und Satire
Schauspieler
Eingestellt am 27. 07. 2003 00:24


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flammarion
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Schauspieler

„Is det Essen fertich?“ bl├Âkte G├╝nther. Seine Frau brubbelte etwas Unverst├Ąndliches in ihren Bart. G├╝nther lie├č sich auf den K├╝chenstuhl fallen und schlug die Beine ├╝bereinander. Schmutz rieselte von seinen Schuhsohlen. Er klopfte sich die Hosenbeine ab und Maurerstaub wirbelte umher.
„Da haste.“, zischte Elisabeth und schob ihm den Teller zu, dass die Suppe auf den Tisch kleckerte.
„Wat soll n dit?“, fauchte er. „Soll ick villeicht vom Tisch fressen oda wat?“ Er nahm den Teller und warf ihn an die Wand. Der Teller zerbarst und die Suppe zierte Wand und Fu├čboden.
Elisabeth zeterte: “Ham wa so ville Jeschirr, det du det zadeppern kannst, du Knallkopp, du?“
„Du alte Schlampe hast mir jef├Ąllichst anst├Ąndich zu bedien, du Br├╝ckenpenne, du! Det muss ick mir nich jefalln lassn, det du mir den Tella so hinschiebst wie for n Hund!“, tobte G├╝nther. Dann ging er zum Kochtopf und begann, die Suppe zu l├Âffeln. Gierig schlang er schmatzend etliches in sich hinein, dann spuckte er in den Topf und schimpfte: „Ick h├Ątt et mir denken k├Ânn. Wieda vasalzn und anjebrannt. Mensch, du bl├Âde Kuh, wann wirste det woll lern, h├Ą?“
Er packte sie bei den Schultern und sch├╝ttelte sie. Dabei fragte er immer wieder drohend: „Wann wirste det lern, h├Ą?“
Elisabeths Augen funkelten b├Âse. Sie kreischte: „Lass mir los, oda ick tret dir inne Eia, det de zun Eunuchen wirst!“
Dazu sollte es nicht kommen, G├╝nther rang sie nieder. Als sie beide keuchend am Boden lagen, k├╝sste G├╝nther seine Elisabeth z├Ąrtlich, lie├č sie los und lachte: „Reicht es f├╝r heute?“
„Ja, G├╝nther.“, hauchte sie und sie erhoben sich.
G├╝nther nahm einen Lappen und reinigte die Wand und den Fu├čboden, Elisabeth kippte den Eintopf weg. Dann liebkoste sie ihren Mann und sagte: „Danke sch├Ân, dass du es nicht vergessen hast.“
G├╝nther blickte treuherzig auf und gestand: „Ich hatte es vergessen. Aber als ich dich sah mit diesem schmuddeligen Kleid, den Lockenwicklern im Haar und den Laufmaschen in den Str├╝mpfen, da fiel mir wieder ein, dass wir vereinbart hatten, uns in jedem dritten Monat einmal unm├Âglich zu benehmen. War ich gut?“
„Ja, das warst du. Aber wie kommt es, dass du heute so schmutzig bist?“
„Ich habe einem Arbeitskollegen geholfen, eine Garage zu bauen. Wir haben gemauert. Ich wollte dich mit den schmutzigen Sachen zum Lachen bringen, aber nun haben sie mir ja auf viel bessere Weise gedient.“
„Ach, G├╝nther, du lieber! Nun wasch dich rasch, es gibt Leberkn├Âdel.“
„Aber nur, wenn du die Wickel aus den Haaren tust.“
„Ja, mein Liebling.“
„Und ein anderes Kleid anziehst.“
„Oui, mon cher.“
„Und andere Str├╝mpfe.“
„Yes, Darling.“
Innerlich seufzte G├╝nther: „Gar nicht so einfach, mit einer arbeitslosen Schauspielerin verheiratet zu sein.“

Juli 2003

__________________
Old Icke

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Ich h├Ątte genau hier abgeschnitten:

sagte: ÔÇ×Danke sch├Ân, dass du es nicht vergessen hast.ÔÇť

und noch angef├╝gt:
...unseren Hochzeitstag. "Es ist aber auch nicht einfach mit einer Schauspielerin verheiratet zu sein.", seufzte G├╝nther.

Alles andere ist ├╝berfl├╝ssig. Aber sch├Ânes Ding, auch wenn es solche Szenen auch leider zu oft in Echt gibt.
Ich sehe gerade den Titel h├Ątte ich nat├╝rlich auch ge├Ąndert, der ist zu verr├Ąterisch.

Herr M├╝ller
__________________
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flammarion
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ja,

herr m├╝ller, leider hatte ich ├Ąhnliches schon einmal mit dem schlu├č "Hochzeitstag" gelesen. ich wollte originell sein . . .
aber vielen dank f├╝rs lesen und kommentieren.
ganz lieb gr├╝├čt
__________________
Old Icke

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