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Leselupe.de > Ungereimtes
Scherben
Eingestellt am 06. 01. 2006 08:35


Autor
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knychen
Routinierter Autor
Registriert: Feb 2002

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Scherben

Wir lagen zusammen
meine Brust an deinem R├╝cken
dein Hintern an meinem Bauch
mein Arm auf deiner H├╝fte.

Wir atmeten im Takt und
waren satt von einander.

Mit geschlossenen Lidern schaute ich
weit offenen Auges in die Nacht.
Sp├╝rte nicht mehr meinen Arm auf deinem Schenkel
und nicht mehr dich unter meinem Arm.
Wusste nur davon und begann zu vergessen.

Dann sah ich ein Bild.

Aus roter Erde gebrannt lag da eine Tafel
gro├č wie ein Tisch und
warm wie ein Stein am Feuer.
Linien durchzogen das Bild
f├╝gten sich aneinander
kreuzten sich
endeten am Rand oder im
Nichts.

Ein Relief entstand.

Ich erf├╝hlte es mit der Hand
die ich nicht mehr sp├╝rte.
Da lagen zwei Liebende
Brust an R├╝cken
Hintern an Bauch
sein Arm auf ihrer H├╝fte.

Und dann bewegtest du dich:
ÔÇ×Ich muss noch mal aufÔÇÖs Klo.ÔÇť

Das Relief bekam Spr├╝nge
K├Ârper l├Âsten sich voneinander
getrennte Linien kreuzten sich
bekamen Zweige und das Bild
zerbarst.
Ohne Klirren stoben die Scherben davon.

ÔÇÖMacht nichts, bringen ja Gl├╝ckÔÇÖ dachte ich
und h├Ârte dich im Bad rumoren.

Auch dort zerbrach etwas
doch ich h├Ârte nur das Klirren
und sah kein Bild.
ÔÇ×Scherben bringen Gl├╝ckÔÇť sagtest du
als du wieder kamst.


__________________
kny

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heike von glockenklang
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jul 2002

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hui, Knychen,

ein sehr eigenwilliges werk, das nur so vor facettenreichtum spr├╝ht. kaum l├Ą├čt man sich auf den einen moment,das gegebene bild ein, wird sprunghaft ein neues bild gezeichnet.
ich finde es vertraumt, spannend, ironisch... und... und... und!

nun meine kritische frage...
warum hast du dieses hier nicht als prosatext gepostet... ein wirkliches gedicht ist es nicht nur weil du versucht hast den einzelnen satzabschnitten durch die gliederung mehr ausdruck zu verleihen.


freundliche gr├╝sse heike
__________________
Wenn das Leben dir einen Kinnhaken gibt, k├╝hle dein Kinn und lass dich auf deinem Weg nicht beirren.
H Keuper-g /13.07.06

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dockanay
Guest
Registriert: Not Yet

lieber kynchen,

als w├Ąren deine worte geschrieben f├╝r das vergessen, immer vor dem leben und immer nach dem tod des augenblicks. man m├╝sste verr├╝ckt sein und reich, um ein gedicht aus blanker freude zu schreiben. jedes gedicht eine tr├Ąne, scherben: ich...
nie sind frauen ferner als beim schreiben von gedichten, nie die schreie im kopf zwingender, unter der haut eine bodenlose einsamkeit. immer ist die welt st├Ąrker, das leben ├Ąrmer als ein gedicht, wenn die seele, dieses k├Ârnchen bewusstsein, versteinert hinterm herzen, wenn sie knirscht unter der eisschicht des todes, das lese ich zumindest aus deinen versen...


und jetzt warte ich auf morgen
wenn die sehnsucht zu mir kommt

die dame freiheit, das junge m├Ądchen fantasie

kostbar wie der wein und gratis wie die traurigkeit
mit einer wolke von zweifeln und von sch├Ânheit


ein in seiner eigenwilligkeit, seinem rhythmus und auch in seiner tragenden melodie gut gelunges gedicht. ich habe gegen ende schwerer geatmet...

lg dockanay

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knychen
Routinierter Autor
Registriert: Feb 2002

Werke: 51
Kommentare: 426
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hallo heike und hallo ismail,
tut mir leid, da├č ich so ├╝berhaupt nicht auf eure meinung zu diesem gedicht reagiert habe. es lag ja auch sieben monate brach ohne wortmeldung. und erst seit kurzem macht es mir wieder spa├č, zu schreiben. weil der kopf leer ger├Ąumt werden muss. gern h├Ątte ich auch noch erfahren, WAS zeder da ausgeblendet hat, aber es ist irgendwie nicht erreichbar.
das gedicht entstand nach einer phase des streites, der im endeffekt sehr reinigend war. das zusammengeh├Ârigkeitsgef├╝hl, da├č dadurch entstanden ist, wollte ich in bilder zwingen. wie es scheint, ist es ein wenig gelungen.
danke f├╝r die meinungen. sie helfen, die richtige linie zu finden.
gru├č aus berlin. knychen
__________________
kny

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bonanza
Guest
Registriert: Not Yet

sehr sehr sch├Ânes bild - das relief zweier liebender.
das innerliche entr├╝cken nach dem akt, nicht wegr├╝cken.

die pointe am schlu├č ist mir zu gek├╝nstelt.

bon.



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Melusine
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Knychen,
sch├Ân!
Gut, dass Heike das aus den Tiefen der Lupe hervorgeholt hat - ein Prosagedicht, das es wahrhaftig verdient, Beachtung zu finden.
Wunderbar hast du das beschrieben, diesen verzauberten Moment inniger Vertrautheit, zugleich tr├Ąumerischer Entr├╝cktheit, dann das prosaische Ende, das den tr├Ąumenden Liebenden wieder auf die Erde zur├╝ck holt, zugleich aber auch eine Art von Intimit├Ąt offenbart, wie sie nur in einer vertrauten Beziehung entsteht.

Den Schluss finde ich zwar nicht gerade gek├╝nstelt, wie bon meint, aber er befriedigt mich auch nicht so recht. Eventuell w├╝rde ich die letzte Strophe einfach weglassen, was meinst du?

Ach, und:
"Brust an R├╝cken
Hintern am Bauch"
- da gefiele mir "Hintern an Bauch" besser. Ist aber nicht wichtig.

LG Mel

(P.S.: Heikes ausgeblendeter Komm. war offenbar irrt├╝mlich hier gepostet, der geh├Ârt zu einem anderen Thread.)

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