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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Schicksalhafte Begegnung - Teil 4 von 5
Eingestellt am 09. 07. 2001 19:57


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visco
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Schicksalhafte Begegnung

Teil 4 von 5



Die Tage strichen dahin. Das Verfahren war ein Fiasko, und mit jedem weiteren Verhandlungstag, jeder Aussage und jedem Beweismittel, mit dem die Staatsanwaltschaft aufwartete, schwanden ihre Chancen zugunsten des attackierenden Greifvogels, dessen gewaltige dunkle Schatten sich an der Zellendecke abzeichneten und sie vollends zu verschlingen drohten.

Es war ein bösartiges, grausames Geschöpf, das sich lauernd hinter anderen Schatten verbarg, um dann aus dem Hinterhalt anzugreifen und seine wehrlose Beute zu reißen. Doch vor ihr konnte er sich nicht verstecken. Sie hatte den Hauch seines FlĂŒgelschlags gespĂŒrt, als er ihr eines Nachts ganz nahe gekommen war. Aber er hatte sie nicht richtig zu packen bekommen. Seine langen Krallen hatten sich in der Bettdecke verfangen und daran gerissen, und mit grellem Geschrei hatte er sein Opfer einzuschĂŒchtern versucht. Doch es gelang ihr zu entkommen und so den ersten Angriff abzuwehren.

Sie wußte, er war da draußen, irgendwo zwischen den Schatten, die meist gleichgĂŒltig im eintönigen Grau einander ĂŒberlagerten. Aber sie wĂŒrde wachsam sein und jede seiner Bewegungen genau verfolgen. Solange sie im Licht saß, konnte ihr nichts passieren. Der Lichtschein wĂŒrde sie beschĂŒtzen. Im Licht war sie bestimmt vor ihm sicher.

Mit dem RĂŒcken gegen die StĂ€be gelehnt saß sie auf dem kalten Steinboden, stundenlang, bewegungslos, und wenn sie fĂŒr einen Moment die Augen schloß, dann lauschte sie in die Dunkelheit.

„Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können“, fielen ihr Lydias Worte wieder ein, mit denen sie Sartre zitiert hatte. Lydia teilte nach eigener Aussage dessen Überzeugung von der Freiheit und der Einsamkeit des Individuums.

Lydia war so anders als alle Frauen, die sie bis dahin kennengelernt hatte, und sie hĂ€tte lĂŒgen mĂŒssen, wollte sie nicht eingestehen, daß sie eine gewisse Faszination auf sie ausĂŒbte. Mit ihrem gewöhnlichem „Comprehensive School“-Abschluß konnte Vivian bei weitem nicht mit dem Wissen der gebildeten Amerikanerin mithalten, aber diese hatte ihre Überlegenheit nie zur Schau gestellt. Es war wohl Sympathie gewesen, die die beiden Frauen zusammenfĂŒhrte.

Vivian lehnte ihren Kopf nach hinten gegen die eisernen StĂ€be und begann, in ihren Erinnerungen zu schwelgen. Ein Traum hatte sich erfĂŒllt, als sie Jason bei einer seiner Dienstreisen begleiten durfte. Sie hatte sich schon oft nach einem Urlaub außerhalb Englands gesehnt, und nun sollte es fĂŒr ĂŒber drei Wochen in die Vereingten Staaten gehen. Vor Begeisterung war sie so aufgeregt gewesen, daß sie mehrere Tage benötigte, bis auch ihr Koffer endlich gepackt war.

Jener Tag, an dem sie Lydia zum ersten Mal traf, war etwas ganz Besonderes gewesen. WĂ€hrend Jason tagsĂŒber in der Firma beschĂ€ftigt war, hatte sie, mit Mobiltelefon und ausreichend Bargeld ausgestattet, einige kleinere AusflĂŒge unternommen, außerhalb des Hotels und nicht immer mit seiner Zustimmung oder dessen Wissen.

Einer dieser AusflĂŒge, und sie war mit Mal zu Mal mutiger geworden, hatte sie ins „County Museum of Art“ gefĂŒhrt. Es war nicht weit vom Hotel entfernt, lediglich auf der anderen Seite des Hancock Parks, downtown Los Angeles. Es war ein tolles GefĂŒhl, das sie in vollen ZĂŒgen genoß, wĂ€hrend sie die barocken GemĂ€lde italienischer KĂŒnstler auf sich wirken ließ oder die Meisterwerke Rembrandts, Gauguin oder CĂ©zanne bestaunte. In der Ausstellung „American Art“ dominierten Ölbilder, Aquarelle und Skulpturen aus der Kolonialzeit bis zum zweiten Weltkrieg, die vornehmlich Portraitdarstellungen zeigten, und deren Erschaffer zu ihrer Genugtuung oftmals britischen Ursprungs waren.

Die Begegnung mit Lydia war keine im herkömmlichen Sinne; sie war aus Ă€ußeren UmstĂ€nden einfach entstanden. Vor George BellowsÂŽ „Cliff Dwellers“ (engl.: Höhlenbewohner) - der Ă€ltesten Errungenschaft des Museums - hatte sich eine Gruppe von Betrachtern eingefunden, die sich nach und nach auflöste, bis nur noch zwei Personen ĂŒbrig blieben. In Bibliotheken und Museen wird aus RĂŒcksichtnahme gegenĂŒber anderen Besuchern nicht gesprochen. Aus diesem Grund hatte Vivian auf das sympathische und ausdrucksstarke LĂ€cheln der etwa gleichaltrigen Frau neben ihr nur mit einem leisen Kichern reagiert. „Auch ohne Begleitung?“ hatte sie von ihren Augen abgelesen, und das erwiderte belustigte Kichern mußte sie fĂŒr Außenstehende unweigerlich wie zwei Freundinnen erscheinen lassen.

Sie wollte nicht fĂŒr aufdringlich gehalten werden, und so war sie der geheimnisvollen VerbĂŒndeten nicht gefolgt, als diese ihren Rundgang fortsetzte. Aber durch jeden Raum, den sie fortan betrat, ließ sie zunĂ€chst ihren Blick in der Hoffnung schweifen, daß auch sie dort sein wĂŒrde, und sich vielleicht doch noch die Gelegenheit fĂŒr ein GesprĂ€ch ergab.

An einer Vitrine mit ausgestelltem chinesischem Kunsthandwerk standen sie dann wie zufÀllig wieder beisammen. Ihre Blicke trafen sich in der Spiegelung des Glases, und sofort zeichnete sich in beiden Gesichtern ein kontaktfreudiges, beinahe inniges LÀcheln ab.

»Du bist verheiratet?« fragte die Blonde ohne den Kopf zu wenden, und als ob sie ihre verblĂŒffte Reaktion vorhergesehen hĂ€tte, hielt sie ihr aufklĂ€rend den linken HandrĂŒcken hin.

Die demonstrierte Beobachtungsgabe imponierte Vivian, und der fehlende Trauring an deren Ringfinger ließ demnach den Schluß zu, daß sie selber nicht verheiratet war.

»Ich bin Lydia«, stellte sich ihre neue Bekanntschaft dann selbstbewußt vor.

»Vivian Bellings«, tat sie es ihr nach.

»Wußten Sie eigentlich, Mrs. Bellings, daß dieser Teller fast siebenhundert Jahre alt ist?« immitierte Lydia eine Klassenleiterin, die die Aufmerksamkeit einer abgelenkten SchĂŒlerin wieder auf das zu betrachtende Objekte lenkte.

Vivian gluckste leise, bevor sie auf das Spiel einging und mit einem braven „Nein, Ma®m“ antwortete.

»Die Schönheit und Eleganz dieses handgefertigten Porzellantellers aus der Jiangxi Provinz, entstanden etwa 1340-68, spÀte Yuan-Dynastie ...«, gab Lydia mit gespielt schulmeisterhaftem Tonfall den Inhalt der ausliegenden Kurzbeschreibung leicht improvisiert wieder.

»... zeigt die acht buddhistischen Symbole, Blumen und Wellen«, vervollstĂ€ndigte die fĂŒgsame SchĂŒlerin, was Lydia ein kurzes aber herzhaftes Auflachen entlockte, in das Vivian um ein Haar mit eingestimmt wĂ€re.

»Du bist EnglĂ€nderin?« stellte Lydia ĂŒberrascht und mit einem Schmunzeln fest. Die markant britische Aussprache schien sie zu amĂŒsieren, wĂ€hrend sie nun skeptisch Vivians Äußeres musterte. »Nein, ...« revidierte sie dann aber ihr Urteil, »... du siehst nicht aus wie eine EnglĂ€nderin. Vielleicht ... Australierin?«

»Nein!« lachte Vivian.

»Warte, ... jetzt habŽ ichŽs! ... NeuseelÀnderin?«

Vivian mußte sich die Hand vor den Mund halten, um nicht laut loszuprusten.

»Na gut«, akzeptierte Lydia ihre FehleinschÀtzung, »gibŽmir einen Hinweis, ... aber nur einen ganz kleinen«, bat sie belustigt, um das Ratespiel fortzusetzen.

»Stratford-upon-Avon«, nannte Vivian den Namen eines malerischen Ortes in Warwickshire, der als GeburtsstĂ€tte eines weltberĂŒhmten Schriftstellers jĂ€hrlich tausende Touristen anlockte.

»Laß® mich ĂŒberlegen«, winkte Lydia in Gedanken vertieft ab, »... wie wĂ€rÂŽs damit? ... „So wird der Wille einer lebenden Tochter durch den letzten Willen eines toten Vaters gefesselt. Ist es nicht hart, Nerissa, daß ich nicht einen wĂ€hlen und auch keinen ausschlagen darf?“« demonstrierte sie mit einem Zitat eindrucksvoll, daß sie deutlich mehr von William Shakespeare kannte als nur seinen Geburtsort.

»Macbeth?« ließ Vivian durchblicken, daß sie nicht ganz so belesen war.

»Der Kaufmann von Venedig«, stellte Lydia leicht pikiert richtig, und auf Vivians Betteln umriß sie kurz den Inhalt. »Um seinem verschuldeten Freund die standesgemĂ€ĂŸe Werbung um die schöne Porzia zu ermöglichen, verpfĂ€ndet ein venezianischer Kaufmann dem wohlhabenden Shylock ein Pfund Fleisch aus seinem eigenen Körper. Als der Kaufmann sein Vermögen verliert, besteht Shylock auf seiner mörderischen Forderung.«

Vivian hatte unwillkĂŒrlich eine GĂ€nsehaut bekommen.

»Das klingt ja furchtbar! Und wie geht die Geschichte aus?«

»Hoffentlich habe ich nicht schon zuviel verraten«, wich Lydia schmunzelnd aus, »schließlich will ich dir nicht den Spaß am Lesen verderben«, erklĂ€rte sie mit versteckter Aufforderung.

Von nun an schlenderten sie gemeinsam durch die Ausstellung, und Vivian ließ nicht locker, bis Lydia ihr schließlich doch noch das Ende der berĂŒhmten Komödie erzĂ€hlte.

Als ihre Begleiterin sich dann plötzlich von ihr verabschiedete, sah Vivian ihr wehmĂŒtig nach. Sie hĂ€tte gerne noch mehr Zeit mit der faszinierenden jungen Frau verbracht, von der sie kaum mehr wußte als ihren Vornamen: Lydia.

Doch sie kam noch einmal zurĂŒck und wurde dafĂŒr von ihr mit einem freudigen Strahlen empfangen. Sie erklĂ€rte, daß sie mit Freunden verabredet sei und lud Vivian ein, sie zu begleiten. Ohne zu zögern nahm sie die freundliche Einladung an, und nach einem kurzen Abstecher zu einem Buchladen trafen sie im „Caffee Latte“ ein, einem lichtdurchfluteten CafĂ© mit Terracottaboden. Schon am Eingang, an dem ein neonfarbenes Hinweisschild den hauseigenen HĂŒhnchensalat mit Preiselbeeren anpries, drang ihnen der aromatische Duft gerösteter Kaffeebohnen in die Nase.

Durch freudiges Winken hatten sich Lydias Freunde von ihrem Tisch aus gleich bemerkbar gemacht.

»Darf ich vorstellen? Das sind Peter und Betsy, meine allerbeste Freundin Jill und ihre bessere HĂ€lfte Frederic. Meine Damen und Herren, das ist Mrs. Bellings. Sie ist EnglĂ€nderin!« betonte Lydia ĂŒberschwenglich, als kĂ€me Vivian von einem anderen Stern.

»Als ich meinte, daß du dir beizeiten einen festen Partner suchen könntest, hĂ€tte ich wohl etwas prĂ€ziser sein sollen«, scherzte Frederic sarkastisch, wĂ€hrend Lydia und Jill sich herzlich umarmten, und die beiden anderen Vivian zur BegrĂŒĂŸung die Hand reichten.

»Weil ich EnglĂ€nderin bin?« hakte Vivian zum AmĂŒsement der anderen nach.

»Ou contraire, Madame! Weil Sie eine Frau sind, wie unschwer zu erkennen ist«, gab der Gefragte trocken zurĂŒck.

Mit einem machohaften Schmunzeln streifte er seine Sonnenbrille ĂŒber die Stirn in die Haare, was ihm einen eifersĂŒchtigen aber liebevollen Hieb in die Rippen seitens Jill einbrachte.

Vivian hatte sich auf Anhieb in die muntere Gesellschaft eingefĂŒgt. Bereitwillig hatte sie alle neugierigen Fragen ĂŒber ihre Person und das Leben in Großbritannien beantwortet und sich dabei vehement gegen die geĂ€ußerten Vorurteile gewehrt, mit denen hintlerwĂ€ldlerische Ansichten als typisch englisch bezeichnet worden waren. Mit Stolz hatte sie auf die Errungenschaften des damaligen „British Empire“ verwiesen, welches nach ihrer Überzeugung das Gesicht der modernen Welt in Hinblick auf Kultur und Zivilisation entscheidend geprĂ€gt habe. Aber als Peter mit den Worten „God save the queen“ respektvoll einen Toast auf die zukĂŒnftig engeren amerikanisch-englischen Beziehungen aussprach - was er ohne Zweifel auf die beginnende Freundschaft der Anwesenden zu Vivian bezog - stimmte sie herzhaft in das Lachen der anderen mit ein.

Die zwei Wochen bis zu ihrem RĂŒckflug gestalteten ihre neuen Freunde so interessant und abwechslungsreich, daß sie fĂŒr sie zu einem unvergeßlichen Erlebnis wurden. An den Wochenenden begleitete Jason sogar die unternehmungslustige Truppe, deren Teilnehmer und Anzahl variierte, und an mehreren Abenden gingen sie gemeinsam aus.

Wenn die Frauen alleine loszogen, dann fĂŒhrten sie Vivian an Orte, die weniger erlebnisreich waren. In langen GesprĂ€chen lernten sie sich nĂ€her kennen und genossen dabei ausgiebig das mediterrane Klima und die facettenreiche Landschaft entlang der PazifikkĂŒste.

Vivian hatte den Strand von Palos Verdes, von dessen hohen HĂŒgeln sie vertrĂ€umt auf den tiefblauen Ozean hinausblickte, als ihren Lieblingsplatz auserkoren. Die Malvern Hills im SĂŒdwesten Englands waren damit endgĂŒltig vom Thron verdrĂ€ngt.

An mehreren Tagen waren sie in die Santa Monica Berge gefahren, die sich westlich von Los Angeles erhoben und sich sĂŒdlich bis in die Santa Monica Bucht erstreckten. Die reichhaltige Vegetation, die im Wettstreit mit den wĂŒstenĂ€hnlichen Regionen um die Vorherrschaft rang, und das ungewöhnlich breite Spektrum der bestimmenden Farbtöne, war das Beeindruckenste, das Vivian je gesehen hatte.

Von dort aus ging es immer hĂ€ufiger zur Brentwood Ranch, wo Lydia zu Hause war. Bei ihrem ersten Abstecher dorthin hatte es ihr glatt die Sprache verschlagen. Eingebettet in eine natĂŒrlich wirkende und doch liebevoll gepflegte Gartenanlage an den nördlichen AuslĂ€ufern der Berge erhob sich ein gewaltiges Landhaus von beeindruckender Schönheit und Eleganz. Die atemberaubende Ă€ußere Erscheinung wurde nur noch von dem weitlĂ€ufigen und luxurios ausgestatteten Innern ĂŒbertroffen, bei dessen Anblick sie vollends ĂŒberwĂ€ltigt war.

Ausgehend von der Eingangshalle, die wie das formell elegante Speisezimmer in hellen Pastelltönen gehalten war, hatte sie sich voller Ehrfurcht durch die mit viel Liebe zum Detail eingerichteten RĂ€ume fĂŒhren lassen. Das dunkel getĂ€felte Wohnzimmer hatte die Ausmaße eines Tanzsaals und mĂŒndete zum Garten in einem glĂ€sernen Vorbau mit Kuppeldach. In der KĂŒche dominierte eine freistehende Theke, ĂŒber der zahlreiche Gourmet-Utensilien und Dutzende kupferfarbene Töpfe in verschiedenen GrĂ¶ĂŸen herabhingen, wĂ€hrend ein ausladender ovaler Tisch zu einem ausgedehnten FrĂŒhstĂŒck mit Blick in den Garten einlud. FĂŒr die körperliche Fitness standen neben einem Gymnastikraum mit verspiegelten WĂ€nden ein eigener Tennisplatz und der obligatorische Pool zur VerfĂŒgung. Die Bibliothek, in die sich die Herren nach dem Dinner vermutlich zu einer guten Ziggarre und einem Glas Portwein zurĂŒckzogen, und die großzĂŒgigen Zimmer der oberen Etage rundeten den Eindruck einer herrschaftlichen Residenz ab.


»Bellings?« holte eine herbe Frauenstimme sie abrupt aus ihren TrĂ€umen zurĂŒck. »Besuch fĂŒr Sie, SchĂ€tzchen. ... Nun machen Sie schon! Stehen Sie auf!«

Erschrocken war sie aufgefahren und hatte sich instinktiv von der Stimme weg in das Zelleninnere zurĂŒckgezogen. Erst nach einer Weile realisierte sie wieder, wo sie war.

Die farbige Aufseherin war krĂ€ftig gebaut und brachte gut und gerne ihre 180 Pfund auf die Waage. Mit festem Griff geleitete sie die verĂ€ngstigte Gefangene trotz angelegter Handschellen aus dem GefĂ€ngnistrakt und ĂŒber den Hof in das NebengebĂ€ude, in dem der Besucherraum lag. Über ein Mikrophon an ihrer linken Schulter hatte sie ihr Eintreffen bereits angekĂŒndigt, aber erst nach einem kontrollierenden Sichtkontakt mit einem der innseitigen Wachbeamten betĂ€tigte dieser die von dem gewohnt durchdringenden Summen begleitete Entriegelung der SicherheitstĂŒre.

Ein beißender Geruch nach Putzmitteln und frischem Bohnerwachs lag in der Luft, und außer dem lauten Quietschten, das jeder ihrer Schritte auf dem blank polierten Boden hervorbrachte, herrschte eine bedrĂŒckende Stille. Die KĂ€lte der unwirklichen Umgebung strenger behördlicher Disziplinargewalt setzte sich in der Monotonie trister Farben und den kahlen WĂ€nden des Besucherraums fort. Gesenkten Hauptes ließ sie sich an den wenigen, vergitterten Fenstern entlang bis zu ihrem Platz fĂŒhren und sah erst dann durch die leicht spiegelnde Trennscheibe in das Gesicht der Person, die sie am allerwenigsten erwartet hĂ€tte.

Ihre blonden Haare wurden mit Ausnahme einzelner StrĂ€hnen ĂŒber eine große Haarklammer aus matt silbernem Metall in Nackenhöhe auf dem RĂŒcken gehalten und reichten bis kurz ĂŒber die Taille herab. Die schlanken FĂŒĂŸe, die unter den Hosenbeinen der figurbetonten Jeans zu sehen waren, steckten strumpflos in unifarbenen Pumps mit normalem Absatz, und Vivian fiel auf, daß sie keinen Schmuck trug.

»Hey«, lautete ihre knappe aber freundschaftliche BegrĂŒĂŸung, nachdem sie den Hörer aufgenommen hatte und mit einem ĂŒberspielt mitleidigen Blick Vivians weniger gepflegtes Äußeres bemerkte.

»Hey«, erwiderte diese ebenso knapp; sie hĂ€tte ohnehin nicht gewußt, wie ausgerechnet sie das GesprĂ€ch hĂ€tte beginnen sollen.

»Behandeln sie dich gut?« erkundigte sich Lydia mit schwesterlicher FĂŒrsorge, aber Vivian reagierte nur mit einem verĂ€chtlichen Grinsen.

»Bitte erspare mir deine Anteilnahme. Das kaufe ich dir sowieso nicht ab! Kommen wir doch lieber gleich zum Punkt, ja? Was willst du?«

»Du bist wirklich unverschĂ€mt, weißt du das?« beschwerte sich Lydia beleidigt. »Was glaubst du wohl, was ich will? Ich möchte, daß du wieder nach Hause kommst und endlich mit diesem unsinnigen Versteckspiel aufhörst!«

»FĂ€ngst du schon wieder damit an! Und wenn du es noch hundert Mal behauptest, ... ich bin nicht deine Schwester!« fuhr Vivian wĂŒtend aus der Haut.

»Ich verstehe dich nicht. Warum willst du nicht einsehen, daß es völlig sinnlos ist, diese Farce noch weiter fortzusetzen? Hast du dir eigentlich schon ÂŽmal ĂŒber die Folgen Gedanken gemacht? Ist dir denn nicht klar, daß dir deine Sturheit womöglich eine mehrjĂ€hrige Haftstrafe einbringt?«

Vivian zuckte unwillkĂŒrlich zusammen. Auf diese Möglichkeit hatte sie auch ihr Verteidiger bereits mehrfach hingewiesen. Immer wieder hatte er von Wahrscheinlichkeiten gesprochen und dabei in zunehmendem Maße der drohenden Niederlage höhere Prozentwerte zugebilligt. Aufgrund ihrer dann als uneinsichtig ausgelegten Haltung wĂŒrde sie der Arm des Gesetzes vermutlich mit voller HĂ€rte treffen. Nur ein offenes Bekenntnis zu der unterstellten IdentitĂ€t konnte sie seiner Meinung nach davor bewahren. Sollte dieser IdentitĂ€tswechsel jedoch per Gerichtsbeschluß erfolgen, dann wĂŒrden sĂ€mtliche RechtsgeschĂ€fte, die sie unter der demnach rechtswidrig angenommenen IdentitĂ€t Vivian Bellings abschloß, zwangslĂ€ufig als Betrugsdelikte verfolgt. Das bezog unter anderem ihre Ehe mit Jason mit ein.

»Warum tust du das?« stellte sie Lydia mit weinerlichem Unterton zur Rede. »Was hast du nur davon, mir mein Leben wegzunehmen und mir ein anderes aufzuzwingen?« Aus inzwischen genĂ€ĂŸten Augen sprach die Verzweiflung.

»Ja, sicher«, stellte Lydia nĂŒchtern fest, »das ist ÂŽmal wieder typisch! Du bist selbstverstĂ€ndlich wieder nur ein Opfer widriger UmstĂ€nde geworden, und dafĂŒr gibst du jetzt mir die Schuld.«

»Ganz genau so ist es doch!« giftete Vivian zurĂŒck. »Woher kommen denn diese ganzen Indizien, he? Meine Gebißaufnahme, die angeblich mit der deiner Schwester ĂŒbereinstimmt, und ihr Ausweis in meinem GepĂ€ck, ... doch wohl nur von dir!«

Lydia schĂŒttelte verstĂ€ndnislos den Kopf, statt ihrer VerĂ€rgerung freien Lauf zu lassen, bevor sie sich Vivian mit ernstem Blick wieder zuwandte.

»Ich habe es wirklich satt, mich dauernd mit dir zu streiten, und ich bin es leid, ewig deine Fehler auszubĂŒgeln«, erklĂ€rte sie frustriert. »Dazu habe ich einfach keine Lust mehr.«

»Dann laß® es doch, und laß® mich endlich zufrieden!« forderte Vivian unbeachtet der Empfehlung ihres Verteidigers. Die innere Auflehnung gegen die vorgetĂ€uschte familiĂ€re Bindung, aus der Lydia ihre Verantwortung ableitete, war einfach stĂ€rker gewesen.

»BringÂŽ mich besser nicht in Versuchung!« fauchte ihre Kontrahendin zurĂŒck. »Sonst ĂŒberlege ich mir vielleicht noch, ob es nicht wirklich besser fĂŒr dich wĂ€re, wenn sie dich fĂŒr einige Zeit hier behalten!«

Auch ohne heruntergezogene Augenbrauen verfehlte ihr furchteinflĂ¶ĂŸender Gesichtsausdruck, aus dessen Mitte zwei strahlend blaue Augen hervorstachen, seine Wirkung nicht. Vivian lief bei diesem Anblick ein eiskalter Schauer den RĂŒcken hinab.

»Mein Anwalt meint, wir haben gute Chancen«, stachelte sie abwehrend, worauf sich in Lydias Gesicht ein hÀmisches Grinsen formte.

»So? Sagt er das, ja?« zog sie diese Aussicht mit ĂŒberheblichem Tonfall in Zweifel. »Und du bist sicher, daß du diesen Prozeß tatsĂ€chlich gewinnen willst? ... Also schön«, gab sie sich nun einlenkend. »Es ist deine Entscheidung. Du kannst natĂŒrlich deine jĂ€mmerliche IdentitĂ€t als Vivian Bellings aufrechterhalten und dich gemeinsam mit Jason fĂŒr den Mord an Vivians Eltern verantworten. ... Oder du gibst diese lĂ€cherliche Maskerade endlich auf und lĂ€ĂŸt dir statt dessen von mir helfen.«

»Wir ... wir sind es nicht gewesen«, widersprach Vivian beinahe kleinlaut, als die in ihr GedĂ€chtnis eingebrannten Traumbilder von der schrecklichen Gewalttat einen heftigen GefĂŒhlsausbruch hervorriefen.

Ihre Atmung beschleunigte sich zusehens, der Puls schlug ihr lĂ€ngst bis zum Hals, und in Sekunden war sie schweißdurchnĂ€sst. Vom Haaransatz aus liefen die zu einem Rinnsal vereinigten Tropfen ĂŒber die Stirn und von den Augenbrauen abgelenkt seitlich an ihrem Gesicht hinunter. Ihre Kleidung nahm die Feuchtigkeit auf und begann sofort am Körper festzukleben. Aus den genĂ€ĂŸten Augen strömten immer neue TrĂ€nen unaufhaltsam an ihren erröteten Wangen hinab, die sich mit dem Schweiß vermischten und auch durch ein ruckartiges Hochreißen ihres Kopfes gen Zimmerdecke nicht zu bĂ€ndigen waren.

»Du weißt es noch nicht, oder? Jason hat ein umfassendes GestĂ€ndnis abgelegt. Allerdings hat er darin auch seine Komplizin schwer belastet«, versetzte Lydia ihr einen Hieb, der sie durch Mark und Bein erschĂŒtterte.

Wieder schossen Vivian die TrĂ€nen in die Augen, und ihr Hals zog sich zusammen, daß sie beinahe kein Wort mehr hervorbrachte.

»Das ... das ... kann nicht sein!« krÀchzte sie fassungslos.

»SiehÂŽ es doch endlich ein! Er hat dich benutzt! Wahrscheinlich liegt die echte Vivian zerstĂŒckelt auf dem Grund irgend eines Sees. Er ist ein Mörder, das hat er selber zugegeben! Aber du mußt dich da nicht hineinziehen lassen! HörÂŽ doch auf mich!« Sie beugte sich nĂ€her zur Trennscheibe vor. »Ich weiß, ich habÂŽs dir nicht immer einfach gemacht. Vielleicht bin ich sogar mit daran schuld, daß du deiner Familie den RĂŒcken gekehrt hast und nun sogar deine Herkunft leugnest. Aber ich bin deine Schwester, und ich will dir doch helfen!«

Vivian war noch zu keiner Antwort fĂ€hig. Ihre bislang aufrechte Köperhaltung, die in Verbindung mit einer lebendigen Mimik und aktiven Gestik ihren selbst aufgezwungenen Optimismus wiederspiegelte, war einer unĂŒbersehbaren ErnĂŒchterung gewichen. Sie zeichnete sich in verkrampften GesichtszĂŒgen ab und setzte sich in den vorhĂ€ngenden Schultern fort. Ihre Körpersprache war nun einsilbig, bedĂ€chtig, vorhersagbar und schien gelenkt von der freiwilligen Hingabe an den aufkeimenden Haß, der sie nach dem Verrat an ihrem Vertrauen erfĂŒllte. Niemals wieder wĂŒrde sie sich in seinen Armen sicher und geborgen fĂŒhlen.

»Du willst mir helfen?« fragte sie skeptisch, ohne Lydia dabei anzusehen.

»Ja, das will ich!« bekrĂ€ftige diese mit ĂŒberlegener Entschlossenheit. Sie wußte, daß sie alle TrĂŒmpfe in der Hand hielt. »Allerdings stelle ich ein paar Bedingungen«, wurden prompt Vivians BefĂŒrchtungen bestĂ€tigt, daß sie die Katze noch nicht vollstĂ€ndig aus dem Sack gelassen hatte.

»Wenn hier jemand ins GefĂ€ngnis gehört, dann du!« erklĂ€rte sie mit ungeschminkter Verbitterung und wischte sich mit dem Ärmel die Spuren ihrer GemĂŒtsverfassung aus dem Gesicht. »Was verlangst du?«

»Ich halte es fĂŒr sinnvoll, daß die mir nach deinem spurlosen Verschwinden ĂŒbertragene Vermögenspflege deines Erbteils bestehen bleibt und mit deinem Einvernehmen notariell beglaubigt wird.«

»Meinen Erbteil!« lachte Vivian zynisch. »Du meinst wohl Merendas Erbteil. Das ist doch der Name, oder?«

»DarĂŒberhinaus erwarte ich, daß du versprichst, niemals wieder deine IdentitĂ€t zu leugnen und mich natĂŒrlich ohne Widerrede in allen Maßnahmen unterstĂŒtzt, die ich nach deiner Entlassung zur Einhaltung und Kontrolle der gerichtlichen Auflagen fĂŒr nötig erachte. Ansonsten findest du dich schneller wieder hier ÂŽdrin als dir lieb ist!«

»Ich kann also zwischen GefÀngnis und einem goldenen KÀfig wÀhlen«, hielt Vivian sarkastisch fest. »Soll das etwa dein Angebot sein?«

»Wenn du es so sehen willst?« gab sich die Gefragte keine MĂŒhe, ihr zu widersprechen. »Aber du wirst verstehen, daß ich nicht einfach meinen Kopf fĂŒr dich hinhalte, wĂ€hrend du, mir nichts, dir nichts, so weitermachst wie bisher. Ich werde gut fĂŒr dich sorgen, und du sollst alles bekommen, was du brauchst, ... aber ich werde nicht zulassen, daß du weder mich noch dich selbst jemals wieder in solche Schwierigkeiten bringst!«

»Du verdammtes Biest!« reagierte Vivian aggressiv, bevor sie sich wieder einen gemĂ€ĂŸigten Tonfall abrang. »Geht es um viel Geld? Wie hoch ist denn dieses Erbe?«

»Unser Vater hinterließ uns ein achtstelliges Vermögen«, antwortete Lydia mit der NĂŒchternheit einer GeschĂ€ftsfrau.

»Wow!« entfuhr es Vivian beeindruckt von dieser Summe, die folglich zwischen 10 und 99 Millionen Dollar liegen mußte.

»Ich warte auf eine Antwort«, erklÀrte Lydia sachlich.

»Du willst Merendas Erbteil, richtig? Das sollte dir schon noch ein bißchen mehr wert sein«, pokerte Vivian.

»Es geht nicht darum, was ich will. Du mußt dich entscheiden.«

Ihr Blick war bewegungslos, ohne jede sichtbare Emotion.

»Du verlangst zuviel!« wehrte sich Vivian.

»Ach wirklich? Dann bleibst du also lieber fĂŒr den Rest deines Lebens im GefĂ€ngnis? So verrĂŒckt kannst du nicht sein! MachÂŽ dir doch nichts vor. Du bist nicht in der Position, Forderungen zu stellen. Das solltest du in keiner Sekunde vergessen, in der du mit mir sprichst!« warnte sie, und ihr Blick verfinsterte sich. »Und jetzt will ich endlich eine Antwort!«

»Ich muß darĂŒber nachdenken«, vermied die unter Druck Gesetzte mĂŒhsam jede andere Reaktion, wĂ€hrend sich ihre verdeckte Hand zu einer Faust ballte.

»Ich gebe dir eine Minute«, antwortete Lydia kaltherzig, und nachdem sie demonstrativ den Hörer abgelegt hatte, lehnte sie sich mit abgewandtem Blick zurĂŒck.

Das gestellte Ultimatum war hart und viel zu kurz, und in typischer Weise spiegelte es Lydias grausame Unnachgiebigkeit und ihr unertrĂ€gliches Verlangen nach Dominanz wieder. Sie hatten sich einmal so sehr gemocht. Ihre gemeinsamen AusflĂŒge, die langen, tiefgreifenden GesprĂ€che, ihr fröhliches, herzhaftes Lachen und der sĂŒĂŸliche Duft ihrer Haare, die sie auf ihrem Gesicht spĂŒrte, wenn sie sich zur BegrĂŒĂŸung umarmten, waren alles angenehme Erinnerungen. Doch ihr bisheriger Bezug zu einem bis dahin nicht erfahrenen GlĂŒcksgefĂŒhl verkehrte sich nun ins Gegenteil und ließ wie eine aufgedeckte Intrige nichts ĂŒbrig als den Schmerz ĂŒber die EnttĂ€uschung eines mißbrauchten Vertrauens.

Ihr getrĂŒbtes Urteilsvermögen erlaubte keinen klaren Gedanken und verhinderte ein berechnendes AbwĂ€gen der zur Auswahl stehenden Alternativen. Ihre Entscheidung war nicht ĂŒberdacht und ging einher mit dem Streben eines unbeugsamen Besiegten, der seine unehrenhafte Unterwerfung und die Auslieferung eines ganzen Volkes dessen unmittelbarer Vernichtung vorzog. Sie scheute ein sinnloses Ende und wĂŒrde statt dessen den Kampf wieder aufnehmen, wenn die Zeit dafĂŒr gekommen war.

Vorsichtig klopfte sie mit dem Hörer gegen die Trennscheibe und machte so auf sich aufmerksam.

»Du hast gewonnen«, erklÀrte sie dann. »Ich kapituliere. Aber auch ich stelle ein paar Bedingungen«, versuchte sie ihre Position zu stÀrken.

»Keine Bedingungen«, unterstrich Lydia mit einem ablehnenden KopfschĂŒtteln. Â»Ăœber die GewĂ€hrung gewisser Freiheiten, die dir vielleicht jetzt vorschweben, werden wir uns erst unterhalten, wenn ich es fĂŒr richtig halte.«

Vivian mußte schlucken, und nicht nur ihre Nackenhaare, alles in ihr strĂ€ubte sich. Doch sie wollte auf keinen Fall ins GefĂ€ngnis. Auf keinen Fall ins Dunkel, in dem die Schatten auf sie lauerten. Um nichts in der Welt wollte sie dahin zurĂŒck.

»Also gut, ... Schwesterherz. Ich werde tun, was du verlangst«, willigte sie nach einer Verzögerung und mit vorgespielt gebrochenem Widerstand schließlich ein.

»Das Versprechen«, erinnerte Lydia kĂŒhl.

Vivians Hals zog sich weiter zusammen, und ein gewaltiger Kloß begann sich darin zu formen. Erst nach einem mehrmaligen RĂ€uspern fand sie ihre Stimme wieder.

»Was willst du hören?«

»Ich verspreche, niemals wieder meine IdentitĂ€t als Merenda Carolyn Kereth zu leugnen oder diesbezĂŒgliche Zweifel Dritter zu unterstĂŒtzen«, gab Lydia den Text vor.

FĂŒr diese nicht sichtbar verkreuzte Vivian als imaginĂ€ren Schutz die Finger, wĂ€hrend sie widerwillig die verlangten Worte eines Versprechens wiederholte, dessen Einhaltung fĂŒr sie selbstverstĂ€ndlich undenkbar war.


- Ende von Teil 4 -

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visco
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Hinweis der Autorin:

Hier also die schicksalhafte Begegnung, die Vivians Leben verĂ€ndern wird: sie trifft auf Lydia, deren Schwester seit einiger Zeit vermißt wird, und welcher Vivian fatalerweise Ă€hnlich sieht.
Ich hoffe, hier findet sich auch die ErklĂ€rung fĂŒr Vivians Traum vom Beginn der Geschichte.
Hier gibtÂŽs nun auch die AufklĂ€rung, wessen Vivian beschuldigt wird, und inwiefern die Begegnung mit Lydia fĂŒr Vivian schicksalhaft sein wird.

Was mich interessiert:
Wie sind die Ortsbeschreibungen?
Wie sind die Dialoge?
Kann man sich in Vivian hineinversetzen?
Wie hÀttest DU an ihrer Stelle entschieden?

Viele GrĂŒĂŸe,
Viktoria.

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