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Leselupe.de > Humor und Satire
Schlacht im Supermarkt
Eingestellt am 05. 09. 2005 13:53


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loussi
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Schlacht im Supermarkt

Montag, der 26. Juli. ALDI informiert: Superspider-Fitnessger├Ąt 99 Euro. Die ALDI-Kunden wissen: Spitzenqualit├Ąt zu Tiefstpreisen - Der Superspider, sozusagen der Ferrari unter den Spidern, fast geschenkt!
Bereits am Sonntagabend tauchen die ersten Interessenten vor dem Laden auf. Einige mit gr├╝nen Schlafs├Ącken unterm Arm. Andere sogar mit den blau-silbernen Iglu-Zelten, alles Sonderangebote der letzten Woche. Die randvoll gef├╝llten Picknickk├Ârbe sind vom Konkurrenten, der Inhalt hingegen stammt wiederum von ALDI. Im Laufe der Nacht sto├čen neue Kunden dazu, eingeh├╝llt in W├Ąrme- und K├Ąlte sch├╝tzende Trekkinganoraks (zw├Âlf Euro am letzten Donnerstag). Sie klappen ihre Outdoor-Sitze auf (ebenfalls an jenem Donnerstag zum Sonderpreis). Die Stimmung ist ged├Ąmpft, abwartend. Einziges Gespr├Ąchsthema: Der Superspider! Kurz nach Sonnenaufgang treffen nach und nach weitere Kunden ein, ausgestattet mit orange-blauen Sonnenschirmen (zwei Euro f├╝nfzig am vorletzten Dienstag). Es ist immerhin Mitte Juli, es k├Ânnte schon am fr├╝hen Morgen sehr hei├č werden. Vermutungen werden aufgestellt, wie viel Superspider wohl vorhanden sind. ├ťber eines ist man sich klar: Sie werden nicht f├╝r alle reichen. Ein pensionierter Oberstudienrat schl├Ągt vor, Nummernzettel in der Reihenfolge des Eintreffens zu vergeben.
Als gegen acht Uhr der Gesch├Ąftsf├╝hrer und die beiden Kassiererinnen eintreffen, wobt der Parkplatz vor Menschen, auff├Ąllig viele Dicke darunter. Die Angestellten ziehen es vor, durch den Entl├╝ftungsschacht in den Discount-Markt zu gelangen.
Kurz vor neun trommeln die ersten ungeduldig auf T├╝ren und Fensterscheiben. ÔÇ×Auf-ma-chen!ÔÇť skandiert die Menge. Im Innern des Ladens wird angesichts der Bedrohlichkeit der Situation ausgelost, wer die Eingangst├╝r aufschlie├čen muss.
Die Eingangst├╝r ├Âffnet sich, zwei Dicke dr├Ąngen r├╝cksichtslos nach vorne, setzen zum Sturm an, bleiben aber ob ihrer K├Ârperf├╝lle im T├╝rrahmen stecken. Die Menschenmasse dr├Ąngt mit solcher Kraft nach, dass die beiden Dicken aus dem T├╝rrahmen gepresst werden und zu Boden st├╝rzen. Die Menge st├╝rmt ├╝ber sie hinweg, einige stolpern, fallen hin, werden gnadenlos niedergetrampelt. Die Seitenmauern des Geb├Ąudes halten dem Druck nicht Stand, bersten mit lauten Donnerschl├Ągen auseinander. Das Dach bricht ein. Diejenigen, die immer noch auf dem Parkplatz stehen, nutzen die Gelegenheit aus, ├╝ber die Mauerreste seitlich in den Laden zu invasionieren.
ÔÇ×Was? Nur ein Superspider da!ÔÇť schreit einer, der es nach vorne geschafft hat.
Die Kunde verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Unmut, ├ärger und Entt├Ąuschung schwellen zu einem gewaltigen Chor an. Jeder will ihn, den einzigen Superspider zu 99 Euro.
F├Ąuste werden geschwungen, Sonnenschirme, Einkaufstaschen. Einige, die dem Tisch mit den Teflonpfannen und den T├Âpfen am n├Ąchsten sind, ergreifen das Kochgeschirr, schlagen damit wild um sich, andere schnappen sich die K├╝chenmesser im Dreierpack. Eine Massenschlacht ist im Gange .....
Nur wenige Minuten sp├Ąter liegen alle am Boden, tot oder lebendig, schreiend, st├Âhnend, r├Âchelnd, schweigend.
Bis auf einen!
Dieser bahnt sich hartn├Ąckig den Weg ├╝ber die Menschenleiberberge hin zum Superspider. Fast schon kann er ihn ber├╝hren! Er w├Ąhnt sich auf der H├Âhe seines Gl├╝cks!
In diesem Moment t├Ânt ein Schuss! Herein reitet hoch zu Ross der schwergewichtige Polizeipr├Ąsident pers├Ânlich. ÔÇ×R├╝hren Sie sich nicht von der Stelle! Sie sind verhaftet!ÔÇť Das Pferd, unter der Last ├Ąchzend, stakst unsicher ├╝ber das Gebirge von Toten und Verletzten. Endlich am Superspider rutscht er vom Pferd, legt dem Beinahbesitzer Handschellen an, besteigt den Superspider. Besitzerstolz blitzt aus seinen Augen.





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Marius Speermann
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jul 2005

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F├╝r den ersten Wurf nicht schlecht, auch finde ich die Idee gut, dem Ganzen fehlen aber ein paar wichtige Zutaten, ohne die der Text meines Erachtens relativ wenig humorvoll ist. Es fehlt mir die pers├Ânliche Note. Der Text ist zu sehr aus der Perspektive - von wem eigentlich? - geschrieben. Es fehlt mir die Pers├Ânlichkeit.

Humor wirkt vor allem, wenn Du einerseits konkreter auf Charaktere eingehst und nicht zu allgemein bleibst. Konzentriere Dich auf und benamse ein paar Personen, stelle sie uns vor. Erw├Ąhne deren Eigenheiten, die dann im Verlauf der Handlung unweigerlich zu der Aktion f├╝hren, die zusammen dann das Desaster ergibt.

Andererseits bringe Dich pers├Ânlich (oder Dein Alter Ego) als Person ein, die nat├╝rlich auch ihre Schw├Ąchen hat. Du darfst Dir beim Humor nicht zu w├╝rdevoll und stolz sein. Verlier Deine W├╝rde, Deinen Stolz, und dann hast Du Humor. Nimm Dich nicht zu ernst. Das vermeidet auch, dass Du Dich ├╝ber andere lustig machst, und zu ├╝berheblich wirkst.

Ich w├╝rde den Text nochmals umschreiben, und das aus Deiner oder der Perspektive eines Hauptcharackters schildern. Nimm Dir ein paar Bekannte oder Verwandte als Vorbild, die als gute Protagonisten - nat├╝rlich ├╝berzeichnet - f├╝r Deine Geschichte herhalten k├Ânnten. Werde dabei aber nicht beleidigend.

Marius

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