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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Schlaf, Kindlein schlaf !
Eingestellt am 09. 11. 2010 15:56


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Herbert Schmelz
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Oct 2009

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Schlaf, Kindlein schlaf !

Der Appell ist in sich widersprüchlich und ermutigend, das Wiegenlied kann zum Ohrwurm werden. Im Schlaf gruppieren sich die Kräfte zu neuen Taten – aufgewacht! Ob in Zeiten des romantischen Idealismus oder in unsrer herzlich nüchternen, aufgeklärten Umbruchsperiode – Gehirne stehen einfach nicht still. Sie lernen unentwegt. Nicht immer und sofort nützlich. Oft durch Manipulation gehemmt. Ihre herausragende Potenz ist nur durch die Natur begrenzt. Sie sind Medium im Körper aller Individuen. Könnte das Gehirn ersetzt oder nachgebildet werden, es wäre eine gottähnliche Prothese.

Da hieß es auch mal versteckt in klugen Büchern, dass Krieg die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln ist. Stimmig ist die These bis heute. Aber es bleibt dabei oft genug durch den inszenierten Heldenmythos für Soldaten und das 'einfache Volk' die andere Wahrheit auf der Strecke. Dass nämlich die Befehlsgewaltigen, wie sie oft behaupten, die Erfordernisse des Gemeinwohls, der Nation oder gar der Demokratie nach bestem Wissen und Gewissen verfolgen, kann sich im entschlüsselten Kindermärchen als populistische Ausrede entpuppen.

Jawohl, es wird immer klarer erkennbar, dass Großprojekte, wie die größenwahnsinnig verschwenderische Vernichtung des Stuttgarter Bahnhofs und der industrielle Betrieb der Atomstromproduktion aus dem hohlen Bauch heraus, überteuerte Irrwege sind. Ihre Versprechungen einer besseren Welt lassen sich ohne gekonnte Entschärfungsmaßnahmen des strahlenden Atommülls und der allgemeinen Profitgier kleiner und großer Kapitalbesitzer nicht einlösen. Dabei kann die Profitgier, wie jede andere Form der Gier, nicht als persönlicher Vorwurf gehandhabt werden, sondern die menschliche Person reagiert hier leider nur im Sinne abstrakt ökonomischer Kalküle, glaubt aber, dass sie selbst aktiv dem Gemeinwohl dient.

Stattdessen erkennen wir uns und unzählige nachfolgende Generationen vorerst als Opfer von Fehlentscheidungen. Was den Atommüll, aber auch die geplante Unterwelt von Stuttgart angeht, so ist die geologische Verträglichkeit durch Scheingefechte ideologisch verkleistert. Der soziale und ökonomische Schaden, die Erdrosselung der kulturellen Freiheit stehen schon heute fest. Das ist das Antriebsmittel der aktuellen Proteste, die den Zauberberg zu bezwingen versuchen. Lösungen der verfahrenen Situation sind heute nur teilweise denkbar. Versprechungen als Lockmittel wollen die Anliegen des Protests ablenken.

Die so genannte bürgerliche Regierung gefällt sich noch im Herbst 2010 in ihrem Durchsetzungswahn. Ihre Herrschaft mutet an wie Fremdherrschaft in einem als Kolonie besetzten Gebiet. Wir nehmen in aller Öffentlichkeit wahr, dass die in Stuttgart inszenierte Brachialgewalt von oben und die Absicherung des Castortransports mit strahlendem Müll auf dem Weg durch Deutschland von Polizeibeamten selbst als Handlangerdienst einer Provokationspolitik verstanden werden. Der Handlanger ist bis heute der schlecht bezahlte Arbeiter und die Transporte mussten nicht nach Gorleben. Sie hätten in andere Zwischenlager verbracht werden können, aus denen das atomare Material teils stammt. Sei dies atomrechtlich auch problematisch.

Gerade weil wir um die guten Gründe wissen, die effektive staatliche Atomaufsicht notwendig machen, können wir die leichtsinnige Provokation der Bundesregierung mit den Laufzeitverlängerungen der KKWs, die somit die Masse des Mülls über das notwendige Maß hinaus vergrößern, nicht akzeptieren. Gerade dann auch nicht, wenn sich ein Minister aufspielt, erstmals ein Endlager für strahlenden Müll in Deutschland finden zu wollen. Bisher existiert ein solches in der ganzen Welt nicht. In Deutschland ist Jahrzehnte nur geschoben und korrumpiert worden, sodass der Salzstock von Gorleben als Geheimtipp für das Endlager gilt. Wegen solcher Tricksereien stehen die Prognosen gar nicht schlecht, dass der Weckruf in der Gesellschaft gehört wird, um die Kolonialherren in unserem Lande abzulösen – wie sich das in der Demokratie gehört.

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Ernst H.Stiebeling,EHS

Version vom 09. 11. 2010 15:56
Version vom 10. 11. 2010 07:41
Version vom 10. 11. 2010 08:07
Version vom 11. 11. 2010 07:37
Version vom 12. 11. 2010 10:42
Version vom 12. 11. 2010 11:04
Version vom 27. 12. 2010 14:24

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