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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Schlaf mit mir oder töte mich
Eingestellt am 23. 07. 2004 02:04


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Cirias
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Schlaf mit mir oder töte mich




Lucia arbeitete eine Etage tiefer bei mir im Büro. Ich hatte sie nie richtig bemerkt, bis ich ihr eines Tages auf einem Spaziergang begegnete. Sie ging am Ufer eines Sees entlang. Als sie mich sah, legte sie den Kopf in den Nacken. Ihr Gesicht verschwand in den Schatten der Wolken. Aus irgendeinem Grund folgte ich ihr. Ich fing an, sie zu beobachten. Sie schien den ganzen Tag nach der Arbeit nur spazieren zu gehen. Manchmal blieb sie auf einer Bank am Ufer des Sees sitzen, auch wenn es regnete. Ich suchte nach Gründen, um öfter in ihre Abteilung zu kommen. Mittags setzte ich mich zu ihr an einen Nachbartisch in der Kantine. Aber Lucia sprach nicht. Wenn ich ihrem Blick mit einem Lächeln begegnete, lächelte sie zurück. Manchmal strich sie dann über ihre kurzen schwarzen Haare und legte den Kopf ein wenig zurück.Der Blick ihrer Augen verriet etwas Geheimnisvolles und Unsterbliches. Lucia umgab die Unschuld einer jungen Katze.


Eines Tages fand ich den Mut sie anzusprechen. Sie sah mich aus ihren ovalen, in einem undefinierbaren Grünton schimmernden Augen an. Ihre Nasenflügel zitterten. Ein flüchtiges Lächeln zeichnete eine feine Linie in ihr Gesicht, eine sanfte gleichmäßige Bewegung, die mich an die Schattenschrift des Windes in den Sommerfeldern erinnerte. Aber sie sagte nichts. Sie ließ mich stehen.
In den nächsten Wochen sah ich sie immer wieder. Manchmal war es das durchscheinende Profil ihres schlanken Körpers im Glas der Bürofenster, manchmal sah ich die feine Linie ihres Nackens, wenn sie den Kopf über ihre Arbeit gebeugt hielt, die glatte Haut ihrer Beine unter dem Tisch. Sie hatte die Angewohnheit, ihre Schuhe auszuziehen und mit den nackten Zehen in der Luft zu spielen. Diese Bewegungen, überhaupt jede Bewegung ihres Körpers erinnerte mich an das Gespiegel von Blättern in einem abendlichen Fluss. Die Luft war voll Geräusch, aber sie schwieg. Unzweifelhaft sprach sie mit ihren Arbeitskollegen, in den Geschäften, in denen sie einkaufte oder zu Hause. Aber ich sah sie niemals sprechen. Das brachte mich fast um den Verstand. Alles was ich über sie in Erfahrung brachte, war, dass sie Lucia hieß, siebenundzwanzig Jahre alt war und seit drei Monaten in der Abteilung arbeitete. Ein, zweimal folgte ich ihr nach der Arbeit. Es war als zöge sie etwas fort. Sie ging nicht nach Hause oder sonst wohin, sie kehrte nirgendwohin zurück, sie hatte kein Ziel. Sie war ein Punkt am Horizont, das Außerhalb in der Menge.
Einmal setzte sie sich in ein Cafe. Aber wenn sie irgendwo angekommen war, gab es niemanden, der ihr sagte wie es weiter ging, welche Richtung sie nehmen sollte. Sie blieb sitzen, bis der Tag langsam ausblutete und sie ihre Suche wieder aufnehmen konnte, ihre Suche nach der verlorenen Richtung. Ich schämte mich, sie so zu beobachten. Ich kam mir wie ein Eindringling in ihrem seltsamen und fernen Leben vor. Sie war wie etwas das nicht richtig festgezurrt war.
Der Wind trieb sie Tag für Tag hinaus aufs offene Meer.

Die Schatten wirbelten die Blätter hoch. Es war kalt. An einem ganz gewöhnlichen Spätherbsttag klingelte es abends an meiner Wohnungstür. Ich öffnete die Tür. Es war Lucia. Sie stand da und sah mich wortlos an. Die Luft um sie herum war weiß und still und leer. Sie ging an mir vorüber in die Wohnung, als wäre es das Selbstverständlichste auf der Welt. Ich schloss die Tür und lief ihr hinterher. Geräuschvoll schloss ich die Fenster. Es war das seltsamste was ich in diesem Augenblick tun konnte und doch war mir als täte ich das, damit Lucia und nichts von ihr mehr von hier verschwinden konnte. Wir sprachen kein Wort. Ich wusste ja, dass sie nicht sprechen würde. Lucia stand am Fenster und sah auf einen Punkt irgendwo da draußen in der Dunkelheit. Jenseits der Scheiben schien nichts mehr zu existieren. Ich blieb neben ihr stehen und reichte ihr ein Glas dunkel schimmernden Weins. Ich dachte, dass das zu ihr passen würde. Sie hielt das Glas in ihren schlanken Händen, auf denen winzig kleine Adern schimmerten. Ich roch ihr Parfüm. Das durchsichtige Schattengeflecht ihrer Wimpern stand über ihren Augen, in denen eine unaussprechliche Wehmut lag, wenn ihr Blick mich streifte. Es war seltsam schön, schweigend mit ihr am Fenster zu stehen. Es war als hätte ich mir das immer gewünscht. Zugleich war es aber auch, als ob ich das nicht mehr sei, der da neben ihr stand. Ich träumte mich kleiner und kleiner, bis ich ganz still in ihrer Hand liegen konnte.
Ich spürte ihren Atem an meiner Wange, spürte ihr seidiges Haar an meinem Ohr entlang streichen. Lucia hauchte mir ihren warmen Atem ins Ohr. Ihre Zunge tastete über mein Ohrläppchen, strich über die Sehnen meines Halses, fuhr tänzelnd über mein Gesicht, legte sich auf meine Augenbrauen und glitt wie ein scheues Tier in meinen Mund. Tastend streichelte sie meine Zungenspitze. Ich schlang meine Arme
um ihre Schultern und zog Lucia an mich. Wir bewegten uns fast nicht, während unsere Zungen in einem stillen Tanz umeinander schwebten. Ich spürte ihre Lippen, wie sie sich sanft von meinen Lippen lösten, wieder auftauchten und in meinen Mund drängten. Sie hauchte ihren Atem in mich. Ihre Augenlider zitterten. Darunter sah ich ihren Blick, unlesbar, an eine fremde Sprache geheftet. Ich begann zu frieren, ein sanftes verschlingendes Frösteln, in das mich ihre Lippen zogen. Es gab keine Wiederkehr, keine Stunde so wie früher. Für einen Augenblick war es so, als ob mich ihr Atem, ihre Lippen, ihre Hände neu erschufen. Ihre Fingerspitzen öffneten mein Hemd, schoben sich pochend über meinen Bauch, umspielten meine Brustwarzen und meine Achseln. Sanft, fast behutsam zog sie mich aus.




Noch immer standen wir am Fenster. Sie drängte mich gegen das bis zum Fußboden reichende Fensterglas. Ich streckte die Hand aus nach ihrem Haar. Ich sah ihre Augen grün leuchten. Sie küsste mich, fordernder, entschlossener. Meine Hände wies sie zurück. Ihre Finger fuhren unter meinen Slip. Mit ihren Nägeln tastete sie über meinen Penis. In einer raschen Bewegung zog sie mir den Slip herunter und streifte ihn über meine Füße. Sie wölbte ihre Hand und legte sie unter meine Hoden. Die Berührung war kaum spürbar, wurde langsam intensiver, bis meine Hoden in ihrer Handinnenfläche verschwanden und ihre andere Hand in gleicher Weise über meinen steifen Penis fuhr. Sie sah mich an. Ihr Blick war ruhig und offen, zugleich voller Staunen und Verlangen. Plötzlich hörte sie auf. Sie küsste mich noch einmal. Ihre Lippen schmeckten nach warmem Wasser. Dann ging sie.

Am nächsten Morgen verhielt sie sich nicht anders als sonst. Lucia spielte die Gleichgültige. Das machte mich rasend. Mir erschien der gestrige Abend wie etwas das gerade erst begonnen hatte. Auch wenn sie mir den ganzen Tag über keine Beachtung schenkte, wusste ich doch, dass sie wiederkommen würde.

Es regnete. Die Bäume am Straßenrand sehnten den Winter herbei. Das Licht schwand mit der Dämmerung und eine Welt voller Schlaf stand vor den Fenstern.

Um die gleiche Stunde wie am gestrigen Abend klingelte es an meiner Tür. Wortlos lächelnd ging Lucia an mir vorüber. Ich sah ihr nach. Ihr schwebender Gang raubte mir den Atem. Ihre Bewegungen waren voller ungesuchter Anmut und einer lasziven Unbekümmertheit, so als würde sie sich jeden Augenblick ausziehen. Und genau das tat sie in diesem Moment. An der Tür zum Schlafzimmer drehte sie sich um, sah mich mit einem unbeschreiblichen Augenaufschlag an und zog sich langsam aus. Als sie nur noch in ihrer blauseidenen fast durchsichtigen Unterwäsche vor mir stand, fühlte ich wie mein Herz zu rasen begann. Mit ihren Fingerspitzen fuhr sie in ihren Slip und zog ihn langsam über ihre langen schlanken Beine. Sie hatte ihre Schamhaare zu einem winzigen dunkel schimmernden Strich rasiert, so wie man eine Kette oder ein anderes Schmuckstück trug. Sie drehte sich um und presste ihre Hände an den Türrahmen. Ich kam auf sie zu. Ich wusste nicht, wo ich sie zuerst berühren, streicheln, küssen sollte, so sehr nahm mich die Schönheit ihres nackten Körpers gefangen. Sanft löste ich den Verschluss ihres Büstenhalters. Ich schloss die Augen und ließ meine Hände über ihren flachen Bauch hinauf zu dem Ansatz ihrer Brüste wandern. Lucia atmete schneller. Ich ertastete die Wölbung ihrer Brüste. Sie waren fest und rundlich und streckten sich in einer sanften Kurve unvermutet in die Höhe. Ihre aufgerichteten Brustwarzen waren unglaublich hart. Unter meinen Handinnenflächen fühlten sie sich wie kleine Steine an, deren Oberfläche sich glatt und schmiegsam an meiner Haut rieb. Ich streichelte ihre Brüste, bis Lucia leise zu stöhnen anfing. Erschrocken zog ich meine Hände zurück. Lucias Stimme klang wie etwas das es gar nicht geben konnte. Sie drehte sich um. Ihr flehender Blick traf meine Augen. Schlaf mit mir, flüsterten ihre Augen. Lucia zog mich auf das Bett. Im Gehen streifte sie mir die Kleider vom Körper, bis ich nackt und zitternd auf ihrem Körper lag. Wir wälzten uns auf dem Bett, richtungslos, wie etwas das über einen Abhang in eine große Tiefe stürzt, und plötzlich glitt mein Penis zwischen die warmen und feuchten Lippen ihres Geschlechts. Irgendwie wurde in diesem Augenblick alles hell um uns herum. Es war, als lägen wir im gleißenden Sonnenlicht. Lucias Körper strömte eine ungeheure Wärme aus. Sie entzog sich mir mit jedem Stoß meines in sie drängenden Körpers. So glitten wir unmerklich in einen sanften Rhythmus, in dem Lucia, ohne dass wir uns verloren, plötzlich auf mir lag. Sie bewegte sich wie eine Schwimmerin im Wasser, hockte sich auf mich, während ihre Hände zärtlich meine Hoden umspielten. Ein versunkenes Lächeln lag auf ihrem Gesicht, während sich ihr schmales Becken rhythmisch über meinem Becken bewegte.
Der Regen schlug gegen die Fenster. Schatten von Lichtern tönten die Regenmale auf dem Glas. Lucias Stöhnen, ihr Seufzen und ihr gurgelndes Lachen schwebten wie eine Melodie in der Luft. Ihre Bewegungen wurden heftiger, während ich, einem unsichtbaren Takt gehorchend, sanft in die Pausen, die sie unvermutet in ihre Bewegungen fließen ließ, drängte. Ich spürte das Pulsieren ihrer Schamlippen, spürte mich ganz in sie tauchen, um mich dann wieder der Flut ihrer Bewegungen zu überlassen. Es war sehr still, als Lucia kam. Sie weinte ganz leise und ihr Blick war in eine andere Welt entschwunden.

Sie schwieg auch jetzt, während wir nebeneinander lagen. So blieb alles was unsere Körper sagten unter uns, bis wir alles gesagt hatten. Auf einmal hörte ich auf zu vermissen, dass Lucia nicht sprach. Zärtlich schmiegte sie sich an mich. Sie sah mich an, rätselhaft, voller Sprache. Sie steckte ihren Daumen in den Mund. Sanft ließ sie ihn aus ihrem Mund gleiten. Lucia legte ihren Kopf zwischen meine Beine. Unendlich langsam glitt ihre Zunge über meinen sich aufrichtenden Penis. Sie bedeckte ihn mit kleinen raschen Zungenstößen, bevor ihre Lippen an meiner Eichel zu saugen begannen. Lucia sah mich dabei an. Sie wollte, dass ich ihr zusah. Es war als machte sie sich daran, ein Bild zu malen oder etwas zu formen. Sie vergaß keine noch so winzige und verborgene Stelle meines Penis. Ihre Zunge hüllte meine Hoden in einen feuchten Glanz, tänzelnd fuhr sie in die schmale Furche unter meiner Eichel. Ich hatte das Gefühl, mein Körper würde mit einem süßen unsichtbaren Gift gefüllt. Ihre Lippen glitten über meinen Penis. Er verschwand in ihrem Mund und blieb dort liegen in der warmen, weichen Höhlung ihres Mundes. Ich spürte die zarten Zungenstriche Lucias, ihre fast unmerklich saugenden Bewegungen. Ich spürte das Pulsieren meines Penis. Mir wurde schwarz vor Augen. Lucias Hände ließen meinen Samen über ihren Brüsten verströmen. Spät in der Nacht ging sie.

Auch am nächsten Tag war Lucia mir gegenüber gleichgültig. Es war als wäre nichts geschehen zwischen uns.

Sie kam jeden Abend um die gleiche Zeit. Sie gab sich mir hin, wortlos, bedingungslos. Sie blieb über Nacht. Meist verschwand sie im Morgengrauen, wenn ich noch schlief. Ich ertappte mich dabei, wie ich nach einer Nachricht von ihr zu suchen begann. Ich starrte auf den leeren Stuhl an meinem Küchentisch. Ich presste mein Gesicht in die Bettlaken , in denen der Duft von Lucias Körper verborgen lag. Wenn ich manchmal nachts neben ihr erwachte, dann lag ihr Körper wie eine offene Muschel in den Laken. Ich hatte noch nie zuvor etwas schöneres gesehen. Wenn sie am Morgen ging, war es als hätte sie leise gesagt:Ich war nie wer und ich werde nie jemand werden. Warum tat sie das? Warum sprach sie nicht mit mir? Inzwischen wusste ich, dass sie sprach. Ich hatte sie beobachtet. Nur mit Mühe konnte ich mich zurückhalten, nicht zu ihr zu laufen, sie anzuschreien: `Sprich mit mir!´ Wenn ich das tat, das ahnte ich, dann würde ich sie verlieren. Nacht für Nacht spürte ich ihre Dankbarkeit, dass ich sie so sein ließ wie sie war, dass ich sie in meiner Welt zu Hause sein ließ.

So vergingen drei Monate. Ich ahnte, dass es so nicht weiter gehen konnte. Ich begann Lucia zu bedrängen. Ich redete auf sie ein, ich schrieb ihr Briefe, in denen ich sie bat, bei mir zu bleiben.

Nacht für Nacht gab sie sich mir hin. Ihre Leidenschaft machte sie rasend. Manchmal war es, als ob ihr Atem still stehen bleiben würde. Die Traurigkeit in ihren Augen wuchs. Ich sagte ihr, dass ich so nicht mehr leben könne. Schlaf mit mir, flüsterten ihre Blicke, Nacht um Nacht.

Der Winter näherte sich seinem Ende. An einem der ersten wärmeren Tage im März kam Lucia später als sonst zu mir. Lange standen wir schweigend am Fenster. Wir legten uns auf den Boden. Zärtlich begannen wir uns zu streicheln und auszuziehen. Lucias Körper hatte für mich in all dieser Zeit nichts von seiner Anziehungskraft verloren. Ich sehnte mich nach ihrem Geruch, dem Schimmern ihrer Haut, den weichen Stellen ihres Körpers, dem unbeschreiblichen Duft zwischen ihren Beinen, der samtenen Stille und Ewigkeit dort. Ich sehnte mich nach Lucia.
Ich setzte mich auf einen Stuhl. Lucia hockte sich zärtlich über mich, niemals nahm sie ihre Hände zu Hilfe. Sie wartete. So verharrten wir, bis ich in sie glitt. Immer dann schloss Lucia die Augen. Ein leichtes Zittern überlief ihren Körper, der wie aus einer Starre erwachte und sich auf mir zu bewegen begann. Ich stand auf, hielt sie an meine Schenkel gepresst. Mit jedem Schritt spürte ich sie, so wie sie mich spüren konnte. Vor ihr kniend legte ich sie auf den Tisch und glitt mit raschen und gleichmäßigen Bewegungen in sie, bis ihr Körper sich aufbäumte. Plötzlich entzog sie sich mir. Sie stand auf und zog mich zum Bett. Ihr Atem pulsierte. Sie legte sich auf das Bett, zog mich in einer langen stillen Umarmung an sich und blieb unbewegt unter mir liegen. Aus ihren grünen Augen sah sie mich ausdruckslos an. Es war als wäre sie eingeschlafen. Und plötzlich verstand ich.
"Lucia? Lucia? Wach auf, Lucia, wach auf!"
Ich begann zu schreien, ich zerrte an ihren Schultern, hob ihre schlaffen Arme zu mir empor, legte meinen Kopf an ihr Herz. Lucias Herz hatte aufgehört zu schlagen. Ich rief den Notarzt. Minuten später war der Notarztwagen da. Ich stand im Schlafzimmer, sah all die Leute in meinem Schlafzimmer, die Geräte, die Koffer, die roten und weißen Westen und Kittel, sah all das wie in einem Traum. Das eigenartigste war: ich hörte nichts. Ich sah die Leute sprechen, sah ihre sich bewegenden Lippen, aber ich hörte nichts. Für einen winzigen Augenblick war ich in Lucias Welt.

Zwei Tage lang saß ich allein in der leeren Wohnung. Ich hatte alle Möbel abholen lassen. Ich konnte hier nicht mehr leben. Im Krankenhaus hatte man mir nach der Obduktion gesagt, dass Lucia einen angeborenen Herzfehler hatte, der an diesem Märzabend bei mir zum Herzstillstand geführt hatte.

Ich erinnerte mich oft an den einzigen Nachmittag, den ich mit Lucia verbracht hatte.
Wir waren ans Meer gefahren. Als wir den Strand erreichten, war die Verlassenheit eine winzige Spur, die in die Zeit ragte. Mir war , als hätte Lucia damals mit mir gesprochen. Lange Zeit, so schien es mir, hatte ich ihr nicht zugehört. Lucia hätte jemand werden können, wenn ich ihr mehr Zeit gegeben hätte. Wenn alles um mich herum schwieg, konnte ich manchmal ihr Herz schlagen hören.


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Kasoma
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Cirias,

Ich weiß nicht welcher Trottel hier vor mir mit einer 4 gewertet hat, natürlich anonym, das ist eine echte Schande!
Dein Text hat mir Spaß und Lust gemacht...So soll erotische Literatur sein, denke ich! Die Geschichte ist verdammt lang, aber mein Durchhalten wurde belohnt: Alles drin, was das Thema braucht: Liebe, Geheimnis und klare Details...
An einigen Formulierungen könntest Du feilen z.B dass sie sofort nach seinem "Abspritzen" abhaut, kommt mir zu rasant im Text und so manch andere Kleinigkeit...
Ansonsten: Tolle Sache!

Lieber Gruß von Kasoma

(P.S schon der Titel ist gut!)

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Cirias
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Vielen Dank, Kasoma,

dein Urteil freut mich- na ja, das mit der 4 als Beurteilung ist schon in Ordnung, weil ja die Betrachtung und Bewertung von Literatur auch ziemlich subjektiven Einflüssen unterliegt, aber schöner ist es dann, einfach zu hören was nicht gefallen hat, so wie du zum Ausdruck gebracht hast, was dir gefallen hat.
Deine Anregungen nehme ich dankbar auf und schaue noch einmal drüber,
herzliche Grüße, Cirias

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Silberstreif
???
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Hallo Cirias,

ich kann einiges in der Geschichte nicht nachvollziehen. Zum Beispiel wieso sie nicht spricht. Das hat ja letztendlich nichts mit ihrem "Gebrechen" (dem Herzfehler) zu tun. Außerdem frage ich mich ob sie diesen exzessiven Sex wollte um tatsächlich daran zu sterben. Wusste sie, worauf sie sich einlässt? Wenn er sie nach der Arbeit verfolgt hat muss er doch rausbekommen haben wo sie wohnt. Und nicht andersrum. Oder verstehe ich irgendwas nicht?
Es ist mir zu verwirrend und zu schmalzig. Und wieso sind die Menschen in der Erotikliteratur (die Frauen) immer so makellos und perfekt (optisch)?

Und sagt man wirklich "das Gespiegel"? Das hört sich für mich irgendwie komisch und konstruiert an. Ich habe das Wort nirgendwo gefunden. "Spiegelung" wäre wohl der richtige Ausdruck.


freundliche Grüße

Silberstreif
__________________
will man, was man muss?

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vicell
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Liebe(r?) Cirias,

das einzige, was mich an dieser faszinierenden Geschichte stört, ist der Titel.
"Schlaf mit mir oder töte mich" , das finde ich zu scharf, zu gewalttätig, zu eindeutig formuliert.
Aber ist wie immer nur eine subjektive Wahrnehmung. *lächel*
Ansonsten: stilistisch wunderschön, sanft, dennoch ohne große Klischees zu benutzen, hast du da eine Atmosphäre erschaffen, die keine großen Fragen mehr übrig läßt. Du beschreibst eine Welt der Beziehung voller Gegensätze und gleichzeitig so fließend schön, dass der Schluß nicht nur die Neugier des Lesers stillt, sondern auch einen leisen Schmerz hinterläßt.
Auch wenn Lucia nicht spricht, so bedient sie sich einer sehr beredten Sprache. Abgesehen davon, dass dies eine der erotischsten Geschichten ist, die ich seit langer Zeit gelesen habe, haben mich besonders deine beiden Schlußsätze berührt:
Lucia hätte jemand werden können, wenn ich ihr mehr Zeit gegeben hätte. Wenn alles um mich herum schwieg, konnte ich manchmal ihr Herz schlagen hören.
Auch wieder hier spürt man die Kontroverse und Gegensätze: inmitten einer lärmenden Welt hat sich ein lautloses Schicksal abgespielt, und zwei Menschen haben sich gefunden und ihre eigene Sprache entwickelt.
Man kann verstehen, wenn man es lernt, zu zuhören...so habe ich unter anderem deine Geschichte verstanden.

Sehr schön verpackt, diese originelle Idee und insgesamt einfach nur angenehm zu lesen...

In diesem Sinne wünsche ich dir noch einen schönen Sonntag, Cirias,

vic



p.s. makellose Frauen in der Erotikprosa hin oder her, der Einwand hat natürlich was für sich, aber ich finde, hier ist vor allem die erzeugte Stimmung das Wesentliche Merkmal, und daher stört es mich nicht, ob Lucia nun eine Helena oder Arachne ist...*zwinker*

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Cirias
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Hallo silberstreif,
danke für deine Kritik, auf die ich erst jetzt antworten kann, da ich im Urlaub war.
Deine Verwirrung kann ich zwar akzeptieren, aber nur schwer nachvollziehen. Deine Kritikpunkte verraten, dass du Lucia nicht in ihre Welt gefolgt bist, dass du die Geschichte auf einer sehr pragmatischen Ebene gelesen hast.
Ist es ein Kriterium für die Gültigkeit eines Wortes, ob wir es irgendwo nachschlagen können? Schrecklicher Gedanke...und wie schön, dass 30% der in Gegenwartslyrik verwendeten Wörter in keinem Duden zu finden sind...
Die meisten Menschen sprechen eigentlich nicht, obwohl man sie hören kann. Sex ist eine andere Art von Sprache und diese Art von Kommunikation ist ein tiefes Bedürfnis- das ganze kann man auch metaphorisch verstehen.
Alle deine Einwände sind nachvollziehbar, aber sie alle werden im Text auch auf die eine oder andere Art beantwortet. Möglich, dass ich in einem Krimi exakter sein müsste, aber das was zwischen Lucia und dem Erzähler passiert beantwortet alle deine ragen- sie hat das Verhältnis längst umgedreht, es ist irrelevant wo sie wohnt, ob sie irgendwo wohnt.
Der Schmalz- Vorwurf entspringt eben deinem subjektiven Leseerlebnis, deshalb muss ich das auch so stehen lassen, obwohl du das nicht begründest.
Gruß, Cirias

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