Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, müssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5551
Themen:   95215
Momentan online:
84 Gäste und 0 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Kurzgeschichten
Schlüsselproblem
Eingestellt am 16. 04. 2015 11:54


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
OpunktWanninger
Hobbydichter
Registriert: Apr 2015

Werke: 1
Kommentare: 5
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um OpunktWanninger eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Schlüsselproblem

Karl geht noch einmal alles durch. Für die Strecke würde er 27 Minuten brauchen. Um pünktlich zu sein, müsste er etwa eine Stunde einplanen.
Karl kontrolliert noch einmal seinen Kalendereintrag. Er vergewissert sich, ob der Tag und die Uhrzeit stimmen.
Um 21:30 Uhr beginnt die Schicht. Eine halbe Stunde früher da sein schadet nicht, denkt er sich. Damit er pünktlich ist, müsste er also um 21 Uhr vor Ort sein. Wenn er 27 Minuten für die Strecke braucht, jedoch eine Stunde Fahrt einplanen müsste...dann sollte er also um 20 Uhr aufbrechen.
Karl kontrolliert noch einmal die Uhrzeit: Es ist 19:38 Uhr.
Sein Herz donnert, wie der Klöppel einer gigantischen Kirchenglocke, von innen gegen seine Brust.
Er atmet tief ein und versucht sich zu stabilisieren. Karl stellt den Wecker auf 19:50 Uhr. So hätte er zehn Minuten Zeit um sich fertig zu machen und außer Haus zu gehen. Er kann sich also sicher sein, dass er genug Puffer hat um die geplante Stunde Anfahrt einzuhalten.

In den verbleibenden zwölf Minuten würde er noch mal den Plan durchgehen.
Karl kramt umgehend die Unterlagen aus seinem Rucksack. Diesmal ist er schließlich alleine auf sich gestellt. Er holt drei handbeschriebene Notizen hervor. Karl geht noch einmal alles durch.
In Phase 1 würde er mit dem Schlüssel die Eingangstür öffnen. Karl wühlt in seinem Rucksack und ertastet schließlich einen Schlüsselbund. Er erinnert sich daran, dass ihm gezeigt wurde, welcher Schlüssel der richtige ist.
Jedoch ist es ihm entfallen.
Für einen Moment verfolgt ihn der Gedanke, dass er den richtigen Schlüssel im Prinzip gar nicht kennt. Er richtet seinen Blick auf den Schlüsselbund.
Karl zählt sechs Schlüssel.
Er versucht sich daran zu erinnern welcher der Sechs es gewesen sein könnte. Doch die Mühen sind sinnlos. Er kontrolliert den Schlüsselbund erneut, um sicher zugehen, dass er sich nicht verzählt hat. Noch immer setzt sich der Schlüsselbund aus sechs einzelnen Schlüsseln zusammen, stellt er fest.
Nun gut, denkt er. Im schlimmsten Fall müsste er alle sechs Schlüssel ausprobieren, um die Eingangstüre öffnen zu können. Vielleicht hat er Glück und es passt bereits der dritte, beruhigt er sich. Jetzt nicht abschweifen, rügt Karl sich in Gedanken versunken.

Es ist 19:42 Uhr. Gleich müsste er aufbrechen.
Sein Herz prügelt augenblicklich mit aller Kraft gegen seinen Brustkorb. Danach also durch den dunklen Raum gehen, überlegt er weiter. Und die Sicherung mit der Aufschrift „ F-13-Raum groß“ aktivieren. Daraufhin würde dann das Licht anspringen, versicherte ihm sein Kollege. Selber hatte er das noch nie gemacht.
Sicher weiß er, dass der Sicherungskasten gleich rechts hinter der Garderobe versteckt ist. Jedoch weiß er nicht genau wo sich die Sicherung im Kasten befindet. Ihm fällt auf, dass er den Sicherungskasten im Prinzip noch nie mit eigenen Augen gesehen hat. Genau genommen weiß er noch nicht einmal was ihm sein Kollege mit dem Begriff „Einsichern" überhaupt zu verstehen geben wollte. Wozu ist eine Sicherung überhaupt da, fragt sich Karl voller Scham.
Der Gedanke ist zermürbend.

Der Wecker klingelt und reißt Karl aus der Gedankenmühle. Zehn Minuten zum Fertig machen, erinnert er sich. Im Aufstehen stopft er den Schlüsselbund und die drei Blätter zurück in den Rucksack. Kreidebleich wankt er aus seinem Zimmer in den Flur. Für einen Moment wird ihm schwarz vor Augen- für eine Ohnmacht reicht es allerdings nicht.
Karl überlegt, wie es wäre wenn er tatsächlich ohnmächtig geworden wäre.
Dann hätte er anrufen und sagen können es sei etwas schlimmes passiert, phantasiert er. Und er müsse zum Arzt deswegen und könne seine Schicht nicht wahrnehmen. In der Arbeit hätte man mit Sicherheit verständnisvoll seine Entschuldigung akzeptiert. Dann würde er jetzt zurück in sein Zimmer gehen können. Das Schlüsselproblem wäre beseitigt, malt er sich zufrieden aus.
Zumindest vorerst.
__________________
Servus!

Version vom 16. 04. 2015 11:54
Version vom 17. 04. 2015 15:05
Version vom 17. 04. 2015 15:28

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


DocSchneider
Foren-Redakteur
Häufig gelesener Autor

Registriert: Jan 2011

Werke: 137
Kommentare: 2459
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um DocSchneider eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo OpunktWanninger, herzlich Willkommen in der Leselupe!

Schön, dass Du den Weg zu uns gefunden hast. Wir sind gespannt auf Deine weiteren Werke und freuen uns auf einen konstruktiven Austausch mit Dir.

Um Dir den Einstieg zu erleichtern, haben wir im 'Forum Lupanum' (unsere Plauderecke) einen Beitrag eingestellt, der sich in besonderem Maße an neue Mitglieder richtet. Hier klicken

Ganz besonders wollen wir Dir auch die Seite mit den häufig gestellten Fragen ans Herz legen. Hier klicken

Ich weiß zwar jetzt nicht genau, welchen Plan Karl in die Tat umsetzen möchte, aber der Weg dahin war spannend zu lesen. Offensichtlich ist der Plan vereitelt worden. :)


Viele Grüße von DocSchneider

Redakteur in diesem Forum

Bearbeiten/Löschen    


steky
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo, OpunktWanninger,

hier ein paar Vorschläge:

quote:
Karl geht noch einmal alles durch:
Punkt anstatt Doppelpunkt.

quote:
Um sicher pünktlich zu seinKomma müsste er etwa eine Stunde einplanen, denkt er sich..

quote:
Damit er sicher pünktlich ist müsste er also um 21 Uhr vor Ort sein.
"Sicher" klingt nicht so schön. Nach "ist" ein Komma.

quote:
Wenn er 27 Minuten für die Strecke braucht, jedoch eine Stunde Fahrt einplanen müsste -
dann sollte er also um 20 Uhr aufbrechen.
Absatz auflösen und statt Gedankenstrich Auslassungspunkte.

quote:
Karl kontrolliert noch einmal die Uhrzeit.
Es ist 19:38 Uhr.
Alternativ: "Karl kontrolliert noch einmal die Uhrzeit: Es ist 19:38 Uhr."

quote:
Er atmet tief ein- versucht sich zu stabilisieren.
Entweder richtiger Gedankenstrich oder "und" schreiben.

quote:
Er holt 3 zerknitterte handbeschriebene Blatt Din A 4 Drucker Papier hervor.
Druckerpapier gehört zusammengeschrieben. Der Satz liest sich unheimlich schwer.

quote:
Er erinnert sich daran, dass ihm gezeigt wurde welcher Schlüssel der Richtige ist.
Komma nach "wurde". "Richtige" gehört kleingeschrieben, da es ein Eigenschaftswort ist, welches den Schlüssel beschreibt.

quote:
Für einen Moment verfolgt ihn der Gedanke, dass er den Richtigen Schlüssel im Prinzip gar nicht kennt.
"Richtig" gehört hier auch kleingeschrieben.

Karl scheint ein sonderbares Gemüt zu sein, immer darauf versessen, den Eventualitäten des Lebens überlegen zu sein, indem er sich auf sie vorbereitet. Diese Charakterisierung ist Dir sehr gut gelungen.

Ich würde Dir raten, den Text das nächste Mal durch ein Rechtschreibprogramm "laufen" zu lassen.

LG
Steky

Bearbeiten/Löschen    


6 ausgeblendete Kommentare sind nur für Mitglieder und nur mit eingeschaltetem Javascript erreichbar.
Zurück zu:  Kurzgeschichten Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Werbung