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Leselupe.de > Humor und Satire
Schmerzliche Erkenntnisse
Eingestellt am 31. 03. 2002 07:54


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Mößner, Bernhard
Routinierter Autor
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Schmerzliche Erkenntnisse

Warnhinweis! Ich warne hiermit alle schmerzgeplagten Leser! Das Lesen dieses, dem Schmerz gewidmeten Artikels, ersetzt weder eine ärztlich verordnete Schmerzbehandlung, noch die gelegentliche Einnahme einer Schmerztablette. Da ich nicht mit akademischen Titeln geweiht bin, muss ich mich ohnehin auf allgemeine Betrachtungen der Schmerzthematik beschränken.
Fr√ľh wird dem Menschen eine Schmerzerduldungsf√§higkeit anerzogen, aber die zur Schau gestellte heldenhafte Haltung den Schmerzen gegen√ľber, erweist sich als eine zivilisatorische Unart, die sp√§ter sehr oft seelische Schmerzzust√§nde hervorruft. Das Kleinkind darf seinem Kummer wenigstens noch br√ľllend Ausdruck verleihen! Doch kaum den Windeln entwachsen, macht es die schmerzliche Erfahrung, dass es sogar die √ľberfallartigsten Kussattacken meist kinderloser Basen klaglos ertragen soll, ohne sich wehren zu d√ľrfen.
Mit bereitwillig geöffnetem Mund, damit sprach und hilflos,
macht es wenig sp√§ter die erste schmerzhafte Bekanntschaft eines mit vielen Marderwerkzeugen ausger√ľsteten Dentisten, den nichts und niemand, auch nicht heldenhaft hinabgew√ľrgte Schmerzlaute, davon abhalten k√∂nnten, weiter L√∂cher in den schmerzempfindlichen Zahnschmelz seines jugendlichen Opfers zu bohren.
Kein Schmerz dieser Welt ist allerdings mit dem Herzschmerz eines gebrochenen Herzens zu vergleichen! Es w√§re √§u√üerst herzlos, hier √ľber verletzte junge Herzen scherzen zu wollen. Nur die Zeit, oder eine neue Liebe vermag diesen Zustand zu lindern.
Gl√ľcklicherweise nehmen sich inzwischen Schmerzforscher, sowie namhafte Pharmaunternehmen der Leiden der von Schmerzen geplagten Menschheit ernsthaft an. Das menschliche Schmerzzentrum ist lokalisiert, Schmerzausl√∂ser erkundet, schmerzausl√∂sende Ursachen werden an der Wurzel gepackt. Ziel ist der schmerzresistente, zur Schmerzfreiheit gez√ľchtete Mensch! Leider wissen die Forscher immer noch nicht, wie viele Schmerzarten den Menschen theoretisch und praktisch befallen k√∂nnten.
Hier könnte ich der Forschung behilflich sein. Mein Freund Rudolf M. leidet an jedem Arbeitstag der Woche an einer anderen, noch unerforschten Krankheit. Das sind, nach Adam Riese, etwa zweihundertsechzig Schmerzvariationen allein in einem Jahr.
Ich m√∂chte Rudolfs bereits in diesem Jahr erduldete Leiden nicht auflisten, er w√§re sicher schmerzlich ber√ľhrt, wenn gerade ich, als sein bester Freund, vor den millionen Lesern, die in der weltber√ľhmten "Leselupe.de" allw√∂chentlich meinen literarischen Beitr√§gen entgegenfiebern, das Ausma√ü seines Schmerzspektrums ausbreiten w√ľrde. Dies Gesch√§ft besorgt er am besten selbst.
Rudolf wird einst als meistgeplagtester Patient aller Zeiten in das bekannte "Buch der Rekorde" eingehen. Seine Schmerzkarriere ist nicht mehr aufzuhalten! Kopf- Magen- Nacken und Muskel-, ja selbst Phantomschmerzen √ľberl√§sst er bereits gener√∂s dem Schmerztr√§gernachwuchs. Rudolf ist f√ľr H√∂heres geboren!
Als erfahrenster Schmerzexperte mit unbesteitbarem Insider-Wissen fehlt er in keiner, dem Schmerz an sich gewidmeten Talkrunde. Einem stets dankbaren TV-Publikum erkl√§rt er die unterschiedlichsten Schmerzph√§nomene, etwa bei Kephalgie, Hypertonie, Gastralgie, er redet kenntnisreich √ľber Schmerzattacken bei Phlebitis, Enteritis, Laryngitis, Subazidit√§t oder Zerebralsklerose. Er doziert aus ureigenster Erfahrung mit √Ąrzten und Professoren √ľber schulmedizinische Therapien und plaudert allwissend √ľber Alternativen, wie Akupunktur, Pressur oder gar Hypnose.
Die √Ąrztekammer will Rudi nun sogar in ihr h√∂chst wissenschaftliches Schmerzpr√ľfungsgremium aufnehmen.
Bei alledem ist er menschlich einfach und sympathisch geblieben. Sein vom tiefem Schmerz getragener Nachruf auf die von ihm ruinierte Krankenkasse wurde von allen öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fernsehanstalten ausgestrahlt.
Leider immer noch nicht verboten sind manche Produkte der deutschen Schlagertexter, die unsere Schmerzertragungsfähigkeit mit Texten wie: "Piep, piep, piep, ich hab dich lieb", bis zur untersten Schmerztoleranzgrenze hin auszuloten pflegen.
Sollte ihnen aber die beste aller denkbaren Ehefrauen am Samstagabend wieder einmal ihre Absicht ank√ľndigen, sich eines der einschl√§gig bekannten TV-Dilettantenstadel mit wadenbestrumpften und jodelnden Berufstirolern und herzig juchzenden Alpendirndln zu verinnerlichen, so w√§re die beherzte Flucht ins rettende Stammlokal allemal einer schmerzlichen Auseinandersetzung mit ihr vorzuziehen.
__________________
-Bernhard Mößner-

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Silvi Degree
Hobbydichter
Registriert: Jan 2002

Werke: 0
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Schmerzgrenzen u. ä.

Solche "Rudolfs"
gibt es mehr als tausend auf der Welt,
die bisweilen oft und öfter
derart' schlimmer Schmerz befällt.

Der Mensch der "Zukunft"
der aus der "Retorte"-
wird niemals eingeh'n
in solch'"Krank - Sein -Rekorde"!

Lieber Bernhard,dein Werk gefällt mir sehr gut -trifft es doch wiedermal "den Nagel auf den Kopf".

Abendliche Gr√ľ√üe aus Sachsen

Silvi

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Mößner, Bernhard
Routinierter Autor
Registriert: Dec 2001

Werke: 89
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Schmerzliche Erkenntnisse

Liebe Silvi aus Sachsen,
danke f√ľr Deine nette Beurteilung. √úbrigens.... Dein S√§chsisch und mein Alemannisch, das g√§be sicher eine lustige Unterhaltung mit allerlei Missverst√§ndlichkeiten.
Des wär jo noch scheener!
-Bernhard-
__________________
-Bernhard Mößner-

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