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Leselupe.de > Gereimtes
Schmier's dir selbst!
Eingestellt am 12. 05. 2010 03:24


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Rhea_Gift
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Schmier's dir selbst!

Ich schmier mir von der Stulle
das Backe, backe Kuchen
das Volk hat Mohn gerufen
durch Blumen grinst der Bulle

gekreuzt mit einem Brötchen
macht das die Wangen fahl
sie glÀnzen von der Wahl
doch Essig steckt im Pfötchen

mit Öl uns hingereicht
im Hoffnungswortsalate
so kurz gebeint Plakate
versprochen ist, es reicht

das Wort genannt zu haben
nen Sinn schaffts lÀngst nicht mehr
da es bloß noch verkehrt
mit Vier-Jahres-Ampelfarben

Bei GrĂŒn folgt heut kein Geh'n
Gelbgold ist keine Mitte
links-rechts nur RĂŒckwĂ€rtsschritte
bei Rot kein zu sich Steh'n

Ach, Kreuze nichts mehr wiegen
die Stimme redundant
gesternt im blauen Band
vertrÀumt der Bull' das Fliegen

Die Welt global ellipst
die Bild nur kann sie runden
mit EselsbrĂŒck' verbunden
die Augen blind geknippst

So manche sehend folgen
selbst noch dem stillen Ruf
etwas geniert schnell schuf
man ruiniert katzgolden

zur Ablenkung parat
Reality-Fassaden
im Kern der Sach' die Maden
verhĂŒllt ganz moderat

das Wort zum Montagmorgen
denn Sonntag gibt's nicht mehr
in Traufen Regen schwer
lĂ€uft ĂŒber stets vor Sorgen

der Tropfen, höhlt sich tot
egal zÀhlt raue Mengen
die Schmiede alle hÀngen
gegalgt im Morgenrot

das GlĂŒck ist leicht verpfĂ€ndet
drum mach den Anfang groß
komm, reiß den Bull'n vom Ross
bevor er rechts gehÀndet

die ZĂŒgel fahren lĂ€sst -
die Zeit ist inflatieren
das Geld, nicht kann regieren
allein, darum vergesst

den Kundenstand, nicht Sklaven,
nein, König wollt ihr sein,
drum rollt den Teppich ein
rot schwarz gilt zu entlarven

als leer am Wegesrand
ziellos den Bullen fĂŒhrend
im Bauch lĂ€ngst nichts mehr spĂŒrend
als von der Gans den Schmand

Kann faule Eier legen
der Kuchen ausverkauft
der Bulle nur noch schnauft
kaum kann er sich bewegen -

schaut runter, euer Arm
in Hand kann hilfreich enden
schnappts Messer, Butter wenden
und schmieren, wenn sie warm,

euch selber dann aufs Brot -
denn Sprichwortsdummgelaber
ist leer an Korn und Schrot
verbirgt gern allenthalber
dass Wangen fÀrben rot
niemals vom trocken' Brot!

__________________
...Seele, bist du nun erwacht?...Und sie zittert, und sie lacht allen Himmelssternen zu... (Hesse)

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Bernd
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Ich denke, die Bundesrepublik ist hier gemeint mit ihren blĂŒhenden Landschaften: "Keinem soll es schlechter gehen!" und "Der Markt richtet alles!"

Oder unser irdisches kleines Universum.

Die Börse kocht den Bullen. Es wird wÀrmer.

Parteien betreiben Farbspiele, Versprechungen schwurbeln, unberechenbar wird die RealitÀt, egal was man ankreuzt, wenn man auf den Sack draufhaut, in dem alle stecken, trifft man immer den Richtigen.

Ist die Welt noch normal oder ist sie ein Bildschirmspiel, in dem man von einem Bild in das nÀchste hopst? Ohne irgendwelche Konsequenzen? Denn das Chaos bleibt Chaos.

Nur der Reim bringt RegelmĂ€ĂŸigkeit, stĂ€ndig gleiche Phrasen werden wiederholt - das spiegelt er wieder. Fraktal, sich stets anders wiederholend erscheint die Welt des Gedichtes, unsere RealitĂ€t, unsortiert, ungeordnet, chaotisch, trist und chemisch, wie unter Drogen.

Schein statt Sein transformiert sich in RealitÀt.
__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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Rhea_Gift
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Wow Bernd - gut zusammengefasst - und erfreut, dass dies Phrasengedresche von Medien und Politik, aber auch geprÀgten "Weisheiten", alten Sprichwort-Schuhen, aus denen Gott und die Welt angebliches So-Sein unserer ZustÀnde, unserer Weltbetrachtungen, und ja, unserer politischen, universalen und gesellschaftlichen "Wahrheiten" webt - genauso aber auch, sobalds genehm wird, uminterpretierend So-Nun-Anders-Sein webt, doch noch Aufmerksamkeit erlangt, danke!!

Und natĂŒrlich auch danke an die anderen Kommentatoren, erfreute GrĂŒĂŸe,

Rhea

PS Bernd: Dein letzter Satz hĂ€tte die GedichtĂŒberschrift sein können - fasst es perfekt zusammen!!!!
__________________
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