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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Schnee
Eingestellt am 23. 01. 2003 14:59


Autor
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eisbeisser
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Jan 2003

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Schnee

Iris, meine kleine Tochter, hatte sich so sehr auf den Schnee gefreut!
Nun war er da und nicht zu knapp!

Gegen zwei Uhr Nachts hatte es langsam und geheimnisvoll angefangen zu schneien. Ich wurde von der absoluten Ger├Ąuschlosigkeit im Haus pl├Âtzlich wach und stand auf. Alles wirkte so dumpf auf einmal.
Wie von einem Magneten angezogen ging ich hin├╝ber zum Wohnzimmerfenster und traute meinen Augen nicht. Es war ein wunderbarer Anblick im Licht des Vollmondes! Schneewei├č und bizarr ragten die ├äste der B├Ąume in den n├Ąchtlichen Himmel. Unter ihnen eine unber├╝hrte, wei├če Fl├Ąche, die Stra├čen waren nur noch zu erahnen.
And├Ąchtig ├Âffnete ich die Balkont├╝r und trat hinaus in das wirre Schneetreiben.
Schneeflocken schmolzen kalt auf meiner ungesch├╝tzten Haut.
Von absoluter Ehrfurcht gepackt stand ich, nur mit meinem Schlafanzug bekleidet, mit nackten F├╝├čen in 20 cm hohem Schnee auf unserem Balkon.
Irgendwie kam ich wieder zur Besinnung, klopfte mir den Schnee aus den Haaren bevor ich zur├╝ck ins Wohnzimmer ging und stieg die Treppen hinauf ins Kinderzimmer.

Leise fl├╝sterte ich meiner kleinen Tochter Iris ins Ohr: „Es schneit, es schnei-heit!\"
Sie schlug schlaftrunken die Äuglein auf und blinzelte mich an.
„Papaaa, wei├čt Du waas? Em, em, ich bin sooo m├╝de.....! Geh wieder schlafen, der Schnee ist doch nur in meinem Traum.“
„Komm Schatzi, steh auf und zieh dich warm an, ich hole schon mal den Schlitten raus aus der Garage.“
Da schlug Iris endlich ihre Augen auf und sprang mir unvermittelt in die Arme!
Ich hob sie von ihrem Hochbett und trug sie die Treppe runter ins Wohnzimmer vor die Balkont├╝r.
Als Iris all den Schnee sah, es schneite mittlerweile so kr├Ąftig, das man, au├čer einer dichten, wei├čen Wand, nichts anderes mehr sehen konnte, sprang sie aus meinen Armen und tanzte wild und v├Âllig hellwach, durch die ganze Wohnung.
Ich sagte: „Sei bitte leise, Mami schl├Ąft noch, wir wollen sie doch nicht wecken!“

Wir wuschen uns, putzten die Z├Ąhne und packten uns anschlie├čend warm ein, bevor es nach drau├čen ging.
Handschuhe, Schal, M├╝tze, all das lag bereits seit gestern auf der Garderobe, da ich den Wetterbericht geh├Ârte hatte.

Ach, wie war es doch herrlich diese vor Freude funkelnden Augen zu sehen.

Auch Iris stand, als wir den Hof betraten, wie vom Donner ger├╝hrt der wei├čen Pracht gegen├╝ber.

„Du Papi?“

„Ja mein Engel?“

„Ziehst Du mich ganz weit mit dem Schlitten?“

„Ja, bis ich nicht mehr kann, versprochen!“

Es war gar nicht so einfach das Garagentor zu ├Âffnen. Der Schnee lag sicher einen halben Meter hoch davor.
Aber dann hatte ich es geschafft!
Iris sa├č auf und ich zog sie die Auffahrt hinauf, wobei ich bereits ganz sch├Ân ins Schwitzen geriet.

Immer wieder jauchzte und lachte sie gl├╝cklich hinter mir und ab und zu bekam ich einen Schneeball an den Kopf, ich lachte mit.

Der Schnee knirschte unter meinen Stiefeln, die immer tiefer im lockeren Schnee einsanken.

„Leise rieselt der Schnee.“ An diesen Satz mu├čte ich denken, als dicke Flocken an meinen Augenbrauen h├Ąngen blieben.

Die herumstehenden Autos waren nur noch als gro├če, unf├Ârmige, wei├če H├╝gel auszumachen. Str├Ąucher, Hecken, M├╝lltonnen und kleine B├Ąume bildeten eine wellenf├Ârmige, einzigartige Schneedecke.

Ich zog Iris auf dem Schlitten einmal um den ganzen H├Ąuserblock, dann konnte ich nicht mehr.
Mein Gott! Soviel Schnee hatten wir hier ja noch nie!

Schwer atmend setzte ich mich vor unserer Garageneinfahrt hinter Iris auf den Schlitten und gab ihm einen Schubs. Uiii, jetzt ging es abw├Ąrts! Iris lachte lauthals, doch als wir unten ankamen sagte sie: „Papi? Gehen wir wieder nach oben, mir ist so kalt!?“
„Na gut mein Schatz, der Schnee liegt jetzt auch zu hoch, da kommen wir ja kaum noch durch. Wenn es hell wird bauen wir einen gro├čen Schneemann ja?

Morgen ist Heilig Abend und wir haben noch so viel vorzubereiten.
Hilfst Du mir beim Pl├Ątzchen backen?“

„Ja, ja, ja!“ rief Iris und klatschte gl├╝cklich und voller Freude in die kleinen H├Ąnde.


>Ende<


__________________
Eisbeisser

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Gerhard Kemme
Guest
Registriert: Not Yet

Schnee

Hallo!
Drau├čen stapelt sich der Schnee. Vielleicht h├Ąttest du noch ein extra Erlebnis dazu tun k├Ânnen? So verschafft es einen lieben Einblick in Familienverh├Ąltnisse und deren Kommunikation. Nur die Pointe?
Tsch├╝ss Gerd

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