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Leselupe.de > Kindergeschichten
Schneeflocke Jenny
Eingestellt am 15. 12. 2001 00:51


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B.Wahr
???
Registriert: Dec 2001

Werke: 188
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Jenny Schneeflocke

Jenny, die Schneeflocke kam von ganz weit weit her.
Ganz weit oben, im Norden der Erdkugel, war sie geboren wurden.
Dort wo es das ganze Jahr lang Winter ist, und wo es selbst dann noch bitterbitterkalt ist, wenn die Sonne scheint!

Dort wo keine Menschen mehr wohnen, weil es fĂŒr sie dort viel zu kalt ist.
Von dort kam sie mit ihrer großen Schneeflocken-Familie und den Neunhundertneunundneunzig (999 - das sind 3 Neuner hintereinander) Schneeflocken Geschwister.

Ein dicker fetter Schneesturm hatte sie, ihre Familie und noch Neunhundertneunundneunzigtausendneunhundertneunundneunzig (999.999 - das sind 6 Neuner hintereinander) zu einer riesigen schwarzen Schneewolke zusammengetrieben. Nur eine einzige Schneeflocke fehlte, und es wÀre eine ganze Million gewesen (1.000.000 - das ist eine Eins mit sechs Nullen hintereinander!)

Lange blies der Sturm die Riesen-Schneewolke mit rasender Geschwindigkeit ĂŒber das ewige Eis. Jenny und die anderen wirbelten wie wild durcheinander und vor lauter Schneeflocken nichts erkennen. “HUI, HUI” - pfiff der Wind immer und immer wieder, wenn sie ihre Geschwister rufen wollte. Aber in dem lauten “HUI, HUI” konnte niemand ihr dĂŒnnes Stimmchen hören. Ja, vor lauter lautem “HUI, HUI” konnte sie nicht einmal ihre eigene Stimme mehr hören und wußte schließlich hinterher nichteinmal, ob sie nun gerade nach ihrer Schwester Frieda oder ihrem Bruder Frido gerufen hatte. So laut war das “HUI, HUI”!!

Erst nach 77 geschlagenen Stunden machte der Sturm eine Pause, weil ihm ein bißchen die Puste ausgegangen war. Drei ganze, lange Tage, drei ganze, lange NĂ€chte und eine ganze, lange Stunde lang hatte er jetzt hintereinander ohne Pause krĂ€ftig “HUI, HUI”  geblasen. Jetzt war er machtig mĂŒde und konnte gerade noch “HU” sagen, dann schlief er ein.

Sofort wurde es ruhig in der Wolke und Jenny konnte ihre Geschwister am linken Wolkenrand erkennen. Dahin flog sie nun, und sie erzĂ€hlten sich, wie sehr sie alle Angst gehabt hatten, in den vergangenen 3 Tagen und 3 NĂ€chten und in der letzten Sturmstunde nit dem fortwĂ€hrenden “HUI, HUI” .
Und alle waren froh, daß sie jetzt ein Weilchen ihre Ruhe hatten vor dem “HUI, HUI” .

Alle waren sehr mĂŒde geworden. Und weil es jetzt Abend wurde, und auch der Sturm schon lange schlief, legten sie sich dicht nebeneinander auf den weichen Boden der Wolke und schliefen ganz schnell ein. Was die vielen Schneeflocken alles getrĂ€umt haben, wissen wir nicht. Auch nicht, ob alle das gleiche getrĂ€umt haben oder jede etwas anderes. (Dann wĂ€ren das ja 999.999 verschiedene Traumgeschichten in einer einzigen Nacht!)

Jedenfalls mĂŒssen es lustige und schöne TrĂ€ume gewesen sein. Denn am nĂ€chsten Morgen waren Sie alle ganz besonders fröhlich und putzmunter.
Draußen, neben der Wolke schien hell und warm die Sonne. Der Himmel war strahlend blau, keine zweite Wolke war am Horizont zu erkennen.

Tief unten konnten sie die Erde erkennen und sehen, wie der Schatten ihrer Schneewolke dort vorĂŒberzog. Wie gebannt starrten sie alle miteinander da hinunter. Das hatten sie noch nie gesehen, das war ja niedlich:

EskimomĂ€nner stachen mit großen Schaufeln Schneesteine aus dem tiefen Schnee und bauten runde Iglu-HĂ€uschen. 
Dick in Pelz vermummte Eskimokinder machten es ihnen nach und bauten Mini-Iglus fĂŒr ihre SchneepĂŒppchen. 

Die ganze Landschaft war weiß wie Puderzucker und weit und breit war kein einziges Auto. Wenn sich die Menschen da unten besuchen wollten, dann nahmen sie einen Schlitten, spannten ihre Hunde davor und ab gingÂŽs! Wenn sich zwei Schlittengespanne unterwegs im Schnee begegneten, machte es nicht wie in unseren Straßen ganz hĂ€ĂŸlich TÜT, TÜT und HUP, HUP, sondern HALLO und WAU, WAU weil sich die Menschen und die Hunde ĂŒber die Begegnung freuten und nicht Ă€rgerten wie zwei Autofahrer auf der Kreuzung.

Dann flogen Jenny und die anderen Schneeflocken mit ihrer Wolke weiter und weiter.

Auch der Sturm war inzwischen aufgewacht, hatte dreimal krĂ€ftig gegĂ€hnt und wieder angefangen zu pusten. Doch weil er immer noch recht mĂŒde war, blies er nur ganz schwach, sodaß die vielen Schneeflöckchen nur ein kleines wenig in der Wolke herumgewirbelt wurden. Das war fĂŒr sie wie Karuselfahren oder Boxauto- oder Achterbahn- das machte ihnen Spaß, wie dir sicher auch. Zwischendurch machte der mĂŒde Sturm immer wieder mal eine Pause, wo sie sich miteinander auf den Wolkenrand setzen konnten.

Dann sahen sie hinunter zur Erde und hatten viel Spaß miteinander.

Gerade flogen sie ĂŒber eine Meeresbucht, die noch halb zugefroren war. Am vereisten Ufer liefen große Kinder mit Schlittschuhen. Kleinere fuhren mit Schlitten die Böschung hinunter und andere schauten dem bunten Treiben nur zu.

Weiter draußen schwammen viele große Eisschollen im Wasser. Auf manchen saßen RobbenmĂŒtter und spielten mit ihren Jungen Fischefangen, weil sie keine BĂ€lle hatten. Die RobbenvĂ€ter lagen faul in der Sonne und spielten Feierabend.

Noch weiter draußen hörten sie, wie sich zwei große bĂ€rtige Seelöwen um eine große Eisscholle stritten. UAAAH  macht der eine und OAHH der andere. Bis hoch hinauf in die Schneewolke hörte man das stĂ€ndige OAHH und UAAAH  der beiden Raufbolde, die sich jetzt auch noch gegenseitig ins Wasser schmissen, daß es nur so klatschte und spritzte. Das dauernde UAAAH  und zu OAHH und KLATSCH- KLATSCH wurde dem mĂŒden Sturm zu dumm. Drum bließ er die beiden Streitlöwen kurzerhand weit herunter von der Insel ins kalte Wasser. Da machte es nocheinmal krĂ€ftig KLATSCH- KLATSCH, dann schwamen die Raufbolde auseinander und jeder von ihnen suchte sich eine eigene Eisscholle.

Weit draußen auf dem Meer sahen die Schneeflocken noch ein paar riesige Eisberge schwimmen. Die sahen von oben aus wie Sahnetorten, aber von unten waren es gewaltige Berge mit tiefen Schluchten und steilen HĂ€ngen. Und unter dem Wasser waren sie sogar noch sieben mal grĂ¶ĂŸer als das, was aus dem Wasser schaute und schon groß genug war! Da mußten die Schiffe aber gewaltig aufpassen, daß sie da nicht zu nahe ran kamen.

Nur ein einziger Zentimeter zu nah, und schon wĂŒrde es fĂŒrchterlich krachen.
Das harte Eis wĂŒrde sofort den hölzernen oder stĂ€hlernen Schiffsbauch aufritzen wie eine dĂŒnne Tomatenhaut. Die Schiffssirene wĂŒrde gellen UIUIUIUI, die kleinen Rettungsboote wĂŒrden heruntergelassen und der Funker wĂŒrde an alle Schiffe S.O.S. (SAVE OUR SOULS - RETTET UNSERE SEELEN) funken. Nach wenigen Minuten wĂ€re das große Schiff auf dem tiefen Grund des Meeres.

Noch weiter draußen, hinter dem letzten Eisberg sah Jenny plötzlich eine
große WasserfontĂ€ne aufsteigen. Schau mal, schau ein Springbrunnen mitten im Meer” rief sie zu ihrer Ă€lteren Schwester. Die lachte lauthals und sagte; “Oh du dumme Jenny, einen Springbrunnen auf dem Meer gibts doch nicht. Das ist doch nur ein Wal. Hast Du denn noch gar nie einen Wal gesehen?”

Jenny schĂŒttelte den Kopf, denn sie hatte wirklich noch niemals zuvor einen Wal gesehen, der einen so großen Springbrunnen ins Meer zaubern konnte.
Aber Du hast sicher schon mal einen Wal gesehen: Auf einem Bild, in einem Buch, im Fernsehen oder vielleicht sogar in einem Zoo.

“Der Wal sieht aus wie ein großer Fisch. Aber er ist eigentlich gar kein Fisch, sondern ein SĂ€ugetier wie die Menschen, die Hunde oder die KĂŒhe und viele andere Tierarten” erzĂ€hlte Jennys Schwester (Sie hatte das in der Schneeflockenschule gelernt!) weiter. “Ja, er ist das grĂ¶ĂŸte SĂ€ugetier auf der ganzen Erde. GrĂ¶ĂŸer als ein Elefant, viel grĂ¶ĂŸer als ein Mensch und noch grĂ¶ĂŸer als ein Auto. So groß wie ein mittelgroßes Haus und manchmal sogar noch etwas grĂ¶ĂŸer. Von allen Lebewesen ist der Wal das grĂ¶ĂŸte, nur die Dinosaurier waren noch grĂ¶ĂŸer. Aber die sind schon lange ausgestorben auf der Erde. Nur im Museum sieht man noch ihr Knochen und gemalte Bilder. Denn kein Mensch hat sie je gesehen.”

Was die alles weiß und kennt, dachte Jenny, denn sie selbst hatte noch nie einen Wal und noch nie einen Elefanten gesehen oder gehört. Ja noch nichteinmal eine echte Kuh!. Auch war sie noch nie im Museum. Und die einzigen HĂ€user, die sie gesehen hatte, waren WolkenhĂ€user und die kleinen Iglus der Eskimos. Deshalb konnte sie sich immer noch nicht so richtig vorstellen, wie groß ein Wal wirklich ist.

Da sah sie ihn plötzlich unter sich auftauchen: Ein riesengroßer schwarzblauer Koloß mit einem riesigen breiten Maul und zwei lustigen kleinen Äuglein, die ihr zublinzelten stieg aus dem Wasser. Aus einem Loch auf seinem RĂŒcken schoß eine meterhohe Wasserfontaine bis hinauf zu ihrer Wolke. So weit hinauf, daß sie ihn hĂ€tte berĂŒhren können. Ab der Wasserstrahl war so stark und breit, daß sie Angst davor hatte und es lieber bleiben ließ.

“Hast Du gesehen” fragte Jennys Schwester, “so weit und so stark kann nicht einmal die Haupt-Feuerwehr von Berlin spritzen. Und Berlin ist die Hauptstadt von Deutschland. Und die Berliner sind bekannt fĂŒr ihr Gespritzes.”

Aber Jenny hatte noch nie einen Feuerwehrschlauch gesehen und war auch noch nie in Berlin gewesen. Auch wußte sie natĂŒrlich nicht, daß es zwei Sorten Berliner gibt: Die einen, die aus der BĂ€ckerei, die man essen kann, und die anderen: die ungenießbaren von der Spree, die keine sĂŒĂŸe Marmelade innen drin haben und “icke” sagen, statt “ich” und “nee” statt “nein”!

Und Du, FREDERIK, welche Berliner kennst Du?

Die BERLINER vom BĂ€cker 
oder die von der Spree?

Inzwischen war es Nacht geworden. Alle Schneeflöckchen kuschelten sich wieder dicht aneinander und schliefen auf dem weichen Wolkenteppich. Jenny trĂ€umte von einem schönen Park mit einem runden Teich in der Mitte, aus dem eine Wasserfontaine in den Himmel stieg. Und nur sie allein wußte, daß dies kein Springbrunnen war, sondern ein lustiger Riesenwal, der manchmal, wenn keine Leute im Park waren aus dem Wasser sprang, ihr lustig zuzwinkerte und mit einem lauten PLATSCH wieder im Teich verschwand.

Jennys Schwester trĂ€umte von einer großen BĂ€ckerei, in der die Berliner und andere leckere Backwaren niemals ausgingen...

Und von was willst Du heute trÀumen, FREDERIK?

Und: Soll die Schneewolke morgen nach Deutschland fliegen? Direkt ĂŒber Euer Haus in Hochdorf?

Und wenn es dann anfĂ€ngt, zu schneien, und Du auf Deiner Stirn eine besonders feine Schneeflocke spĂŒrst, - eine, die nicht ganz so kalt ist wie die anderen, dann ist es bestimmt Jenny, die kleine Schneeflocke vom hohen Norden. Wenn sie Dir einen Kuß auf die Stirn gegeben hat, dann mußt Du es gut im Gesicht verreiben. Das bringt Dir GlĂŒck und viele schöne TrĂ€ume!

All, die schönen und interessanten Sachen, die Jenny auf der Erde gesehen hat, kannst Du dann besonders gut nachtrÀumen.

Viel Spaß dabei und - GUTE NA-ACHT!!













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