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Leselupe.de > Kurzprosa
Schneeschmelze
Eingestellt am 27. 06. 2004 23:13


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Fralo
Festzeitungsschreiber
Registriert: Jun 2004

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Fortsetzung und verbesserte Fassung

Schneeschmelze

War ein wenig fleissig, hier nun die Fortsetzung mit einem verbesserten ersten Teil:

Schneeschmelze

Er wollte lernen und wenn es sein ganzes Leben dauern w├╝rde.
Diesen Schwur leistete er noch in der gleichen Nacht.

Es begann zu schmelzen, in diesem Jahrhundertsommer auf 1000 m H├Âhe. Er tauchte
just in dem Moment dort oben auf, als das Buch freigelegt in der Mittagssonne,
mitten auf dem jetzt begehbaren Wanderweg lag.
Er b├╝ckte sich und hob ganz vorsichtig das Buch auf.
Sofort erkannte er, es war nur f├╝r Ihn bestimmt! Denn auf der ersten Seite
entdeckte er eine Widmung. Er las seinen Namen:"....nur f├╝r Dich!"
Ganz vorsichtig bl├Ątterte er durch die noch klammen Seiten, las die Zeilen der ersten Seite, mit der ├ťberschrift:
Die Hymnen an die Liebe

Der Schnee war geschmolzen und das ehemals Zugedeckte
wurde sichtbar und hatte ihn sprachlos gemacht.
Er wusste, gegen├╝ber diesen Hymnen an die Liebe, war sein Leben bisher kleinlaut
und unwesentlich verlaufen.
Der Weg zur├╝ck ins Tal wurde durch nichts unterbrochen, sogar die Gedanken die sonst unaufhaltsam Gr├╝beleien verursachten, hielten sich zur├╝ck. Jede Faser seines K├Ârpers sp├╝rte die Bedeutsamkeit des gemachten Fundes.
Unwillk├╝rlich tastete seine Hand nach dem Buch, welches sorgsam verstaut in seiner Anoraktasche aufbewahrt war.
"Nur f├╝r Dich", langsam und bed├Ąchtig wiederholte er die eben gelesenen Worte und obwohl er sie nochmals leise vor sich hin sagte, konnte er es noch immer nicht glauben, dass er gemeint ist.
Ja er, ein Mann, der niemals erfahren hatte, das da jemand war, der an ihn dachte, bis zum heutigen Tag, als er dieses Buch fand.
Das Tal durchschritt er in schnellen Schritten, er wollte so schnell wie eben m├Âglich die Stelle erreichen, an dem er sein Gep├Ąck deponiert hatte.
In einiger Entfernung tauchten die zwei silbrig gl├Ąnzenden Weiden am Flussufer auf. Dort unten hatte er auf der Suche nach einem Unterschlupf die Leerstehende Wasserm├╝hle entdeckt und hier seine Sachen verstaut.
Schon seit Jahren hatte er sich so, in einer Mischung aus Erfahrung und Gesp├╝r durchs Leben geschlagen. Ohne festes Ziel erwanderte er das Alpenvorland und unter Missachtung aller Grenzen ging es bis nach S├╝ditalien.
Jetzt befand er sich auf dem Heimweg.
Heimweg?
Wohin, grobe Richtung westlich zum Rhein, sollte es gehen.
Doch dieser Fund, das war gewiss, w├╝rde seiner Wanderschaft eine ganz entschiedene Wendung geben.
Er ├Âffnete die T├╝re zum M├╝hlenraum und lies sich mit einem tiefen Seufzer auf seine schon f├╝r das Nachtlager ausgebreitete Decke nieder.
So lag er einige Minuten still, bis sein Atem sich beruhigt hatte. Vorsichtig ├Âffnete er den Rei├čverschluss seines Anoraks, er wollte auf jeden Fall eine Besch├Ądigung des Buches vermeiden.
Es war eine Kostbarkeit, dies hatte schon die ersten Zeilen verhei├čen. Jetzt wollte er es studieren, nur f├╝r sich, mit niemanden teilen!
Seine Augen hefteten sich auf den Titel:... nur f├╝r Dich!

Es war keine Fatahmorgana, nein dort stand noch immer sein Name, in gro├čen Lettern, zentriert auf dem Einband.
Fast and├Ąchtig schlug er das Buch auf, las noch einmal das Gedicht mit dem Titel:
ÔÇ×Die Hymnen der LiebeÔÇť

Unwillk├╝rlich rollten Tr├Ąnen ├╝ber seine Wangenknochen, benetzten seine Barthaare. Es war kein Verzweiflungsweinen, nein, die gelesenen Worte hatten ihn so ber├╝hrt, dass seine gesamte Anspannung zur├╝ckwich und die lange aufgestauten Tr├Ąnen sich ihren Weg bahnten.

ÔÇ×WidmungÔÇť stand in gro├čen Lettern auf der zweiten Seite.

Mein bester Freund, Du wirst verstehen, dass ich deine Fragen, die bei der Lekt├╝re des Buches entstehen, nicht beantworten kann. Denn in dem Moment wo Du diese Zeilen lesen wirst werde ich schon nicht mehr erreichbar sein. Du kannst hinausgehen und die Sterne betrachten, sie verm├Âgen Dir vielleicht deine Fragen zu beantworten.
Ich m├Âchte Dir zuerst erkl├Ąren, warum ich dieses Buch f├╝r Dich geschrieben habe:
Ich wollte dir nahe sein und dich auf deinem Erdenleben begleiten, doch als Gestaltlose bleibt mir dies versagt.
Jedoch blieb dieser Wunsch bestehen und ich suchte nach einer M├Âglichkeit, diesen doch noch in Erf├╝llung zu bringen.
Ich fasste meine Gedanken in Worte und dieses Buch entstand!
Dieses Buch handelt von deinem Leben! Es wird Dir schwer verst├Ąndlich erscheinen, dass dieses Buch Erinnerungen an dein Leben beinhalten, die nicht nur in der Vergangenheit liegen, sondern auch Erinnerungen aus der Zukunft.
Lass mich dazu sagen, dass ich in den anderen Zeitabl├Ąufen wandle, wo alles was geschieht schon einmal dagewesen ist.
Du bist einer von den ungez├Ąhlten Kreisen, die in sich geschlossen ein Menschenleben darstellen, aber aufgehoben sind in einem grenzenlosen Raum. Ich wiederum ÔÇ×lebeÔÇť nicht in einem dieser Kreise, sondern bin aufgehoben in diesem Raum ohne Zeit! Dies erm├Âglicht mir, die Vergangenheit und auch die Zukunft der einzelnen Kreise wahrzunehmen.

Diese Erinnerungen an die Vergangenheit und Zukunft, habe ich aufgeschrieben und ich kann Dir das Versprechen geben, dass wenn Du dieses Buch gelesen hast, sich manches R├Ątsel l├Âsen wird und die Zuversicht in dein Leben wieder einziehen wird.
Dieses Buch soll Dich auch tr├Âsten und Du wirst sp├╝ren das dein verzweifeltes Schreien nach Liebe verstummen wird! Denn dieses ÔÇ×stummeÔÇť Schreien hat mich ber├╝hrt.
Oft hast Du den Tag verfluchst, an dem Du diese Erde betreten musstest. Dieses Buch wird auch das Geheimnis deiner Herkunft entr├Ątseln.

F├╝r einen Augenblick schloss er die Augen. Der M├╝hlenbach murmelte und machte in schl├Ąfrig. Er f├╝hlte sich wie tausend Jahre alt, seltsam leblos, all seiner Kr├Ąfte beraubt.

Er wachte auf als in der ersten Morgenr├Âte die V├Âgel ihren Gesang erhoben. Schemenhaft erkannte er neben sich das Tags zuvor gefundene Buch. Er nahm es auf ging hinaus um in der aufgehenden Sonne Weiterlesen zu k├Ânnen.








1. Kapitel
"Finden ohne zu Suchen"

Deine Kindheit war wenig erfreulich, tausendmal hast du dich gefragt wer deine Eltern sind
und in diesem ersten Kapitel werde ich das Geheimnis deiner Herkunft aufkl├Ąren.

aus diesem Grunde haben sich Frau und Mann, deine Eltern, vereint und Deine Welt begann sich zu drehen.
Dein Zeugungsjahr war im Jahre 1969.
In diesem Sommer war Monik die Flucht gegl├╝ckt und sie war in die Bergwelt gefl├╝chtet.
Hier oben wollte sie den Sommer verbringen. denn so sicher und frei konnte sie sich sonst nirgendwo f├╝hlen!
Sie wusste eines ganz sicher, es gibt kein Zur├╝ck, sie hatte alles durch diese Flucht hinter sich gelassen. Nun mochte Geschehen was Geschehen sollte.
So geschah es dann ziemlich bald, als sie bei einem Einkauf im n├Ąchstgelegenen Bergdorf, auf dem R├╝ckweg von einem Mann angesprochen wurde.
"Gib mir deine Hand" mit aufreizendem Scharm machte er eine kurze knappe Verbeugung.
Monik musste lachen, das hatte bisher noch kein Mann vor ihr gemacht!
Bereitwillig legte sie ihre, in seine Hand. Sie sp├╝rte die wohlige Verbundenheit der Ber├╝hrung.
Es begann eine gl├╝ckliche Zeit, sie verfolgten den Flug des Adlers, sie sp├╝rten den warmen S├╝dwind, sie sahen die ersten Wolken den Regen bringen.
Der Sommer ging!
Zu dieser Zeit warst du noch ein gestaltloses Wesen und hattest keine Ahnung davon was dich erwartete. Zwar sp├╝rtest du, dass das Rad des Lebens noch nicht ├╝berwunden war und Dein Wesen auf ein Neues die Erde betreten w├╝rde. Jedoch wusstest du nichts ├╝ber den Zeitpunkt deiner Wiederkehr.
So f├╝gte es sich, das Monik und ihr galanter Liebhaber in einer ruhigen Herbstnacht den Keim legten f├╝r deine Gestaltwerdung. Deine Zeugung war ein Liebesakt und das Gl├╝ck deiner Mutter wurde in ihrem Bauchumfang sichtbar. So erf├╝llte sich, dass du Finden w├╝rdest ohne zu suchen!
Deine Gestalt wuchs im Bauch deiner Mutter heran. Wenige Tage vor der Geburt hauchte deine Mutter einen letzten Atemzug in die klare Bergluft. Deine Geburt war ein sterben und diese schicksalhafte Begebenheit w├╝rde dich dein weiteres Leben begleiten.
Schmerz und Trauer zogen ├╝ber die h├Âchsten Gipfel. Dein Vater, der Verzweiflung nahe, verlor Tag f├╝r Tag das Vertrauen an die Zukunft. Innerhalb k├╝rzester Zeit hatte auch er seine Lebensenergie verbraucht und kraftlos atmete auch er ein letztes Mal aus.
Du, als Kind aus Liebe gezeugt, warst nun alleine. Alleine unter vielen Kindern in einem viel zu gro├čen Haus, mit viel zu vielen T├╝ren, die in Zimmer f├╝hrten, die wiederum viel zu gro├č dir erschienen.
Die traumgetr├Ąnkten N├Ąchte verschreckten Dich und deine Sehnsucht nach Geborgenheit und Liebe steigerte sich ins Unermessliche. Diese Eindr├╝cke legten in Dir den Keim von einem schmerzlichen Verlangen nach mehr! Nach mehr Liebe, nach mehr Leben, es war dir nie genug.
Dich hiervon zu befreien wurde zu deiner ersten Lebensaufgabe.


(c) 27.06.2004 23:13 von Fralo

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Stoffel
gesperrt
One-Hit-Wonder-Autor

Registriert: Jun 2002

Werke: 468
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lieber Fralo,

manchmal findet man auf seinen Wegen kleine Kostbarkeiten. Manchmal sind es Erkenntnisse. Hast Du sehr sch├Ân beschrieben.

"Ganzes,weiteres"...w├╝rde eines von beiden weg lassen.

Einen sch├Ânen Tag Dir
lG
Sanne

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freifrau von l├Âwe
Routinierter Autor
Registriert: Mar 2004

Werke: 47
Kommentare: 222
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hallo fralo

zweimal mit ein paar stunden abstand hab ich deinen text gelesen.

die idee fasziniert mich und gibt viel her f├╝r ein mystisch-spannendes abenteuer. leider hast du es so wenig ausgebaut, dass mir als leser die zunge w├Ąssrig wird und ich dann nur mit oberfl├Ąchlichkeiten abgespeist werden. schade.... denn ich w├╝rd gern mehr dar├╝ber lesen.

wie w├Ąre es, wenn du die idee nimmst und eine erz├Ąhlung daraus machst? ich will wissen, was die Hymnen der Liebe sind, denn einfach so dahin geschmissen, sind sie ein wenig zu pathetisch - sorry. und ich will auch wissen, in welcher stimmung der mensch auf den berg kam, was er beim finden f├╝hlt, und erst recht beim lesen und inwiefern ihn das ver├Ąndert und warum es JETZT zeit ist f├╝r diese ver├Ąnderung.

(und sag mir blo├č bescheid, wenn du damit fertig bist ;-) denn das will ich dann unbedingt lesen.

Er b├╝ckte sich und hob ganz vorsichtig das Buch auf.
Dieses Buch, da├č erkannte er, war nur f├╝r Ihn bestimmt
==> Wortwiederholungen dieser art sind ├Ąu├čerst pfui ;-)) bitte tu da ein anderes rein... (au├čerdem wird dieses da├č mit einem einfachen und schlichten s geschrieben...)

meint solidarisch-lypianisch und in vorfreude winkend



__________________
Freifrau von L├Âwe

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Fralo
Festzeitungsschreiber
Registriert: Jun 2004

Werke: 3
Kommentare: 10
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Danke f├╝r die konstruktive Kritik an Stoffel und Freifrau von L├Âwe.
Habe schon vor, diese Story auszubauen, sie schreit f├Ârmlich danach, obwohl es gerade f├╝r mich als einen m├Ąnnlich Schreibenden ein hei├čes nicht unbelastetes Thema ist. Will aber das Beste draus machen. Da ich in den n├Ąchsten drei Wochen "Urlaub" habe, wirds schon was werden.
Aber Geduld Freifrau, vor Anfang August, wird nichts zu lesen sein!
Danke auch f├╝r die Verbesserungsvorschl├Ąge, Rechtschreibung usw.
liebe Gr├╝├če Franz

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