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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Schneesturm im Juli
Eingestellt am 30. 07. 2002 15:49


Autor
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la chica de prusia
Nennt-sich-Schriftsteller
Registriert: Jul 2002

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Schneesturm im Juli

In letzter Zeit waren auf der Welt schreckliche Dinge passiert. Jeden Tag wurden allein in Deutschland mindestens drei Kinder get├Âtet, auf irgendeiner Weide ein paar Pferde aufgeschlitzt, unn├╝tz geschlachtete Tiere auf den M├╝ll geworfen, ein Politiker ermordet...
All die schlimmen Dinge aufzuz├Ąhlen w├╝rde Stunden dauern und sicher w├╝rden immer noch einige vergessen, die man nicht vergessen darf, denn an Grausamkeit und Brutalit├Ąt ist jede einzelne dieser Taten kaum noch zu ├╝bertreffen. Das zumindest denkt man bis sie an Grausamkeit und Brutalit├Ąt ├╝bertroffen werden. Nein, die Welt ist nicht mehr zu bessern, das kann auch ich nun nicht mehr.
Eines Morgens im Juli erwachte ich und mir war sofort bewusst, dass etwas merkw├╝rdiges vor sich ging. Am Tag zuvor war es sehr schw├╝l und ich hatte lange fern gesehen. Nach der mittern├Ąchtlichen Wettervorhersage, ├Âffnete ich mein Fenster weit und schlummerte ein. Zuvor aber dachte ich mir noch, dass man diesen Satelitenbildern f├╝r das Wetter wohl schon lange keinen Glauben mehr schenken durfte. Sicher, man bekam h├╝bsche Bilderchen zu sehen, aber deren Richtigkeit zu pr├╝fen war uns kleinen B├╝rgern leider nicht verg├Ânnt. Doch, dass diese Vorhersagen meist nicht stimmten konnten wir schon sagen...
Ich hatte einen unruhigen Schlaf und mir war sehr kalt. Morgens erwachte ich viel zu fr├╝h, rieb mir die letzten Spuren des Schlafes aus den Augen und bemerkte den Tau an meinem Fenster. Drau├čen h├Ârte ich den tosenden Sturm. Wie? Was? Es wurde doch sch├Ânes Wetter gemeldet und wir hatten Juli. Pl├Âtzlich lief mir ein kalter Schauer ├╝ber den R├╝cken. Ich konnte nicht l├Ąnger warten und rannte in meinem Nachthemd und einer Decke umwickelt ins Freie. Schnee! Das war tats├Ąchlich Schnee! Ich traute meinen Augen kaum und hielt es zuerst f├╝r einen Streich, den mir meinen immer noch sehr m├╝den Augen, zu spielen versuchten. Als ich die T├╝r ├Âffnete und mir der kalte, nasse Schnee um die Beine wehte wusste ich, dass es keine Illusion war, sondern Realit├Ąt und nicht wie man sich als kleines Kind, im Winter ├╝ber den ersten Schnee freut, konnte man sich auch ├╝ber diesen freuen, denn es war viel zu fr├╝h. Ich streifte mir meine Schuhe ├╝ber und lief hinaus auf die Stra├če. Die Laternen warfen ein warmes Licht in die Dunkelheit. Aber durch den Schnee war es nicht mehr ann├Ąhernd so dunkel, wie es h├Ątte sein m├╝ssen. Zweifelnd betrachtete ich das Ganze und b├╝ckte mich um ihn zu ber├╝hren. Da h├Ârte ich in einiger Entfernung hinter mir ein Schnaufen. Mir schossen Tr├Ąnen in die Augen, denn ich wusste was mich erwarten w├╝rde. Langsam stand ich wieder auf und drehte mich um. Da waren sie, vier Reiter auf schwarzen Pferden. Die Pferde waren gro├č und stolz, genau wie ihre Reiter. Mein Magen zog sich zusammen und meine Tr├Ąnen gefroren auf meiner Wange, ich konnte sie ganz deutlich sehen, die Figuren, die das Ende der Welt bedeuteten: Krieg, Pest, Hunger und Tod! Sie schienen sehr zufrieden, denn sie brauchten kaum noch Arbeit zu verrichten. Die Menschheit hatte sich selbst zu Grunde gerichtet, sie w├╝rden ihnen nur noch das Tor zur H├Âlle aufhalten und sie hineingeleiten. In dem Moment wusste ich, dass ich sterben w├╝rde und ich hatte keine Angst. In dieser Welt wollte ich sowieso nicht l├Ąnger leben. Und ich w├╝rde als erste in die H├Âlle gehen, denn schlimmer als auf der Erde konnte es ja nicht mehr werden. Dies glaubte ich, bis ich vom Gegenteil ├╝berzeugt wurde, genau in dem Moment, indem ich meinen Fu├č ├╝ber die Grenze ins Verderben setzte...

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Solange es Schlachth├Ąuser gibt, wird es auch Schlachtfelder geben.
Tolstoi, Leo (1828-1910 ) Humanist, Autor

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DOWD
Hobbydichter
Registriert: Aug 2002

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Was meiner Meinung nach nicht gut ist:
In dieser Kurzgeschichte ist einfach zu viel Handlung. Dein Ich-Erz├Ąhler gleicht einer Comicfigur ohne Eigenschaften. Es gibt viele leere Ausspr├╝che und zu viele Standartformulierungen.

Meine Verbesserungsvorschl├Ąge:
Schneesturm im Juli ist ein unpassender Titel f├╝r deine Kurzgeschichte, klingt nach Hemingway. Suche immer einen Titel der Handlung entsprechend oder einen der ├╝berhaupt nichts damit zu tun hat.
All die schlimmen Dinge aufzuz├Ąhlen w├╝rde Stunden dauern, denn in letzer Zeit waren auf der Welt... - Das w├Ąre eine bessere Einleitung.
Nimm etwas Handlung heraus, daf├╝r gibst du deinem Ich-Erz├Ąhler mehr Perspektive, wie z.B. lass ihn denken, formulierungen wie ,dachte ich. erinnerte ich mich.... Beschreibe seine Gef├╝hle die er hat, z.B. an der Stelle mit dem Schnee, den er anfasst.
Vermeide Formulierungen wie "wie es h├Ątte sein m├╝ssen" oder "indem ich meinen Fu├č ├╝ber die Grenze ins Verderben setzte", so etwas nennt man Klischeeformulierungen.
Beschreibe mehr, z.B. die 4 Reiter, so wie "Sie hatten tiefliegende Augeh├Âhlen, in denen ich ihr grotesk schimmerndes Augenlicht erkennen konnte" Die 4 Reiter haben auf der Vorderseite je einen Buchstaben stehen, A E B A, jeder Buchstabe steht f├╝r einen Namen wie B f├╝r Bahl.
Anh├Ąngsel wie chen "Bildchen" machen deinen Schreibstil unglaubw├╝rdig. Ich nenne das den Sandm├Ąnnchenstil.
"Ich wusste was mich erwarten w├╝rde", dabei liegt die Betonung auf ICH, f├╝r deinen Leser hei├čt dass, schlicht nichts, lasse deinen Leser etwas erahnen, aber nicht so das alles sofort klar ist.
Vorsicht bei der Verwendung von Ellipsen oder einzelnen W├Ârtern wie "Wie? Was?"

Kritik ist immer gut, um seinen eigenen Schreibstil zu finden. Ich hoffe, ich habe dir etwas geholfen, aber nat├╝rlich musst du selbst entscheiden, wie du nun schreibst.
__________________
Erik Kolek

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la chica de prusia
Nennt-sich-Schriftsteller
Registriert: Jul 2002

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hej danke, ich fand deine kritik sehr konstruktiv und werde es bei gelegenheit nochmal ├╝berdenken und ├╝berarbeiten. ist allerdings auch erst meine zweite kurzgeschichte, hab bisher nur gedichte geschrieben und der ├╝bergang ist gar nicht so leicht, aber auf solche netten tipps, wie es deiner war, lege ich sehr viel wert!


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Tolstoi, Leo (1828-1910 ) Humanist, Autor

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