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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Schnuppe
Eingestellt am 16. 04. 2013 18:07


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Rantanplan
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Mar 2013

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Er hatte schon in den Tagen davor geheimnisvoll getan, aber nichts ├╝ber sein Vorhaben verraten. Es war unser drittes Date, wenn man so wollte, aber ob es tats├Ąchlich diesen Status verdiente war mir nicht klar. Ich wurde einfach nicht schlau aus ihm. Er war ein Arbeitskollege und ich war schon v├Âllig aus dem H├Ąuschen gewesen, als ich ihn das allererste Mal gesehen hatte. Sympathisches L├Ącheln, charmante Gr├╝bchen und ganz ganz wichtig: breite Schultern, die daf├╝r gemacht schienen, sich anzulehnen.

Das einzige Problem war, dass er augenscheinlich nicht an mir interessiert war. Wochenlang sagte er kaum mehr als ÔÇ×HalloÔÇť und ÔÇ×Tsch├╝ssÔÇť, wenn wir uns im B├╝ro begegneten. Umso mehr ├╝berraschte es mich, als er mich eines Tages aus heiterem Himmel in der Teek├╝che ansprach und mich zum Abendessen einlud.

Ehrlich gestanden bef├╝rchtete ich, dass er mich zur Rede stellen wollte, weil ich ihn so offensichtlich anhimmelte und ich meine Pausen immer so legte, dass ich ihm m├Âglichst h├Ąufig ├╝ber den Weg lief. Diese Bef├╝rchtung im Hinterkopf kleidete ich mich ungew├Âhnlich zugekn├Âpft, um nicht wie ein aufgedonnertes Huhn auszusehen, falls er mich auf mein aufdringliches Verhalten ansprechen sollte.

Er verlor jedoch kein Wort dar├╝ber. Alles was ihn zu interessieren schien, war ich. Es mag vielleicht ungew├Âhnlich klingen, aber es war eine ganze Weile her, dass jemand sich wirklich f├╝r mich interessierte. Ich konnte gar nicht glauben, was es f├╝r ein erhebendes Gef├╝hl war, dass jemand sich die Zeit nahm und tats├Ąchlich einfach nur dem lauschte, was ich zu sagen hatte. Leider war ich schon, seit ich ihn das erste Mal gesehen hatte, schrecklich nerv├Âs in seiner Gegenwart. Aber je l├Ąnger wir so beisammen sa├čen und er nichts sagte, sondern einfach nur zuh├Ârte und hin und wieder eine Frage stellte, umso leichter fiel es mir, mich ihm zu ├Âffnen.

Der einzige daraus entstehende Nachteil war der, dass ich eigentlich so gut wie nichts ├╝ber ihn erfuhr. Au├čerdem, hatte ich am Ende des Abends immer die Bef├╝rchtung, dass ich ihn furchtbar gelangweilt haben m├╝sste. So verstrich sowohl das erste, als auch das zweite Abendessen, recht ereignislos. Um ganz ehrlich zu sein, war ich geradezu ├╝berrascht, dass er mich tats├Ąchlich ein drittes Mal nach einer Verabredung fragte.

Zum ersten Mal trafen wir uns nicht in der Stadt, in einem schicken Restaurant das er ausgesucht hatte, sondern er holte mich von zu Hause ab. Es mag altmodisch klingen, aber allein diese Geste hatte etwas klassisch Romantisches, das mir sehr gut gefiel. Ohne unseren Bestimmungsort zu kennen, stieg ich in seinen schicken, schwarzen Wagen und wartete gespannt was geschehen w├╝rde.

Er fuhr mit mir auf einen Parkplatz am Stadtpark. Obwohl das Umfeld ein wenig unheimlich war, f├╝hlte ich mich in seiner Gegenwart so gut aufgehoben, dass ich mir nicht einen Moment Sorgen machte. Wir schlenderten durch den Park, der zu beiden Seiten des Weges von wundervoll altmodischen Laternen beleuchtet wurde. Durch das Mondlicht und die Stille der Landschaft war ich wie gebannt und brachte kaum eine normale Konversation zustande. So gingen wir, die meiste Zeit, ohne viel zu reden, nebeneinander her und ich fragte mich schon, wo das enden sollte. Da blieb er pl├Âtzlich stehen, zog eine Taschenlampe aus der Tasche und f├╝hrte mich den Weg leuchtend hinein in einen kleinen Wald.

Ein wenig unheimlich war mir nun doch, aber sein zuversichtlicher Gang und seine beruhigende Stimme f├╝hrten mich sicher durch die Dunkelheit. Nach wenigen Minuten blieb er stehen und schaltete die Lampe aus. Erst jetzt sah ich wo wir gelandet waren. Wir befanden uns auf einer kleinen Lichtung auf der Spitze eines nat├╝rlichen H├╝gels, versteckt mitten im Herzen des Parkw├Ąldchens. Rund um uns reihte sich Baum an Baum und ├╝ber uns erstreckte sich der klare Sternenhimmel. Durch die Entfernung zur Stadt leuchteten die einzelnen Lichtpunkte ungew├Âhnlich klar am wolkenlosen Firmament.

Es gibt Augenblicke - manchmal dauern sie nicht l├Ąnger als den Abstand zwischen zwei Herzschl├Ągen - die bleiben f├╝r immer in einem haften. Ich bin davon ├╝berzeugt, dass es da eine ganz bestimmte Stelle im Herzen gibt, eine Art emotionales Ged├Ąchtnis, an der werden diese Momente abgespeichert werden wie auf einem k├Ârpereigenen USB-Stick. Es ist keine billige Kopie, die nur ein einfaches Gef├╝hl beherbergt. Nein, es handelt sich um eine komplexe Aufnahme, die einen ganzen Reigen an Gef├╝hls- und Sinneseindr├╝cken enth├Ąlt. An diesem Abend sollte es mir verg├Ânnt sein, einen solchen Augenblick zu erleben.

Ich blickte in den Sternenhimmel und traute meinen Augen kaum, als ich f├╝r den Herzsprung eines Augenblicks eine Sternschnuppe am Himmelszelt aufblitzte. Ein sanfter Laut des Entz├╝ckens entwich meiner Kehle und ich wollte mich eben zu meinem Wohlt├Ąter umdrehen, da war er schon bei mir ganz nah und wie durch einen Zauber, der wohl durch Sternenmagie beg├╝nstigt war, fanden seine Lippen die meinen. Irgendwo tief in meinem Innern sprang mein USB-Stick-L├Ąmpchen an und h├Ârte eine ganze Zeit lang nicht mehr auf wie verr├╝ckt zu blinken.


Version vom 16. 04. 2013 18:07

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USch
Guest
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Hallo Rantanplan,
ein paar Vorschl├Ąge, wenn du magst:
Er hatte schon in den Tagen davor geheimnisvoll getan, hatte aber nichts ├╝ber sein Vorhaben verraten. Es war unser drittes Date,Komma wenn man so wollte,..

Wochenlang sagte er kaum mehr als ÔÇ×HalloÔÇť und ÔÇ×Tsch├╝ssÔÇť,Komma wenn wir uns im B├╝ro begegneten.

Leider war ich schon,Komma seit ich ihn das erste Mal gesehen hatte,Komma schrecklich nerv├Âs in seiner Gegenwart. Aber je l├Ąnger wir so beisammen sa├čen und er einfach nichts sagte, sondern einfach nur zuh├Ârte und hin und wieder eine Frage stellte, desto fiel es mirleichter, mich ihm zu ├Âffnen.

Leider war ich schon,Komma seit ich ihn das erste Mal gesehen hatte,Komma schrecklich nerv├Âs in seiner Gegenwart. Aber je l├Ąnger wir so beisammen sa├čen und er einfach nichts sagte, sondern einfach nur zuh├Ârte und hin und wieder eine Frage stellte, desto leichter fiel es mir, mich ihm zu ├Âffnen.

Der einzige daraus entstehende Nachteil kein Komma war der,...

Er fuhr mit mir auf einen Parkplatz am Stadtpark. Obwohl das Umfeld ein wenig unheimlich war, f├╝hlte ich mich in seiner Gegenwart so gut aufgehoben, dass ich mir nicht einen Moment Sorgen machte. Wir schlenderten durch den Park, der zu beiden Seiten des Weges von wundervoll altmodischen Laternen beleuchtet wurde. Durch das schummrige Licht und die Stille der Landschaft war ich wie gebannt und brachte kaum eine normale Konversation zustande. So gingen wir, die meiste Zeit, Komma ohne viel zu reden, Komma nebeneinander her und ich fragte mich schon, Komma wo das enden sollte. Punkt Da blieb er pl├Âtzlich stehen, zog eine Taschenlampe aus der Tasche und f├╝hrte mich den Weg leuchtend hinein in einen kleinen Wald.

Es gibt Augenblicke, die manchmal nicht l├Ąnger als den Abstand zwischen zwei Herzschl├Ągen dauern und f├╝r immer in einem haften bleiben . Ich bin davon ├╝berzeugt, dass es da eine ganz bestimmte Stelle im Herzen gibt, eine Art emotionales Ged├Ąchtnis, an der diese Momente abgespeichert werden, wie auf einem k├Ârpereigenen USB-Stick. Es ist keine billige Kopie,Komma die nur ein einfaches Gef├╝hl beherbergt. Nein, es handelt sich um eine komplexe Aufnahme, die einen ganzen Reigen an Gef├╝hls- und Sinneseindr├╝cken enth├Ąlt. An diesem Abend sollte es mir verg├Ânnt sein, einen solchen Augenblick zu erleben.

Ich blickte in den Sternenhimmel und traute meinen Augen kaum,Komma als ich f├╝r den Herzsprung eines Augenblicks eine Sternschnuppe am Himmelszelt aufblitzen sah. Ein sanfter Laut des Entz├╝ckens entwich meiner Kehle und ich wollte mich eben zu meinem Wohlt├Ąter umdrehen, da war er schon bei mir, Pl├Âtzlich war er ganz nah und wie durch einen Zauber, der wohl durch Sternenmagie beg├╝nstigt war, fanden seine Lippen die meinen. Irgendwo tief in meinem Innern sprang mein USB-Stick-L├Ąmpchen an und h├Ârte eine ganze Zeit lang nicht mehr auf wie verr├╝ckt zu blinken.

An der Kommasetzung mu├čt du noch arbeiten. vielleicht jemandem vor Einstellung in die LL zum Korrekturlesen geben.
LG USch


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Rantanplan
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Hallo UschG,

vielen Dank f├╝r die vielen Verbesserungsvorschl├Ąge. Meine bisherige Korrekturleserin hat sich leider f├╝rs erste abgemeldet... :-) /LG Ran

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