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Leselupe.de > Gereimtes
Schnuppen
Eingestellt am 07. 06. 2007 21:09


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FloSibelius
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gel├Âscht

Version vom 07. 06. 2007 21:09

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Walther
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2004

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Hallo FloSibelius,

zuerst einmal herzlich willkommen in der Lupe. Ich freue mich schon darauf, noch mehr Texte von Dir kennenzulernen.

Nun zu Deinem aktuellen Posting:

quote:
Schnuppenfunken fliegen starr,
Sterne st├╝rzen in die Meere.
Tragisch, weil sie niemand sah -
hinterlassen sie nur Leere.

Schnuppenfunken sind Relikte
der Tr├Ąume die wir einst besa├čen.
Und ihr Tod erzeugt Konflikte,
in uns noch unbekannten Ma├čen.

Schnuppenfunken fliegen Heere,
sp├╝ren uns am Pfade stehen.
Sterne st├╝rzen in die Meere -
und wir haben sie gesehen.
Ich habe einmal die Silben gestrichen, die schlicht zu viel sind, also den Rhythmus, das Metrum, der Verse "st├Âren". Die Silben erweitern die Bedeutung des Textes nicht, sie k├Ânnten also weggelassen werden, ohne den Sinn zu entstellen.

Der erste Vers
quote:
Schnuppenfunken fliegen starr,
ist als Bild in meinen Augen nicht sehr gl├╝cklich; ein starres Fliegen gibt es nicht. Dieses Bild solltest Du pr├╝fen. Den Reim auffangen w├╝rde z.B.
quote:
Schnuppenfunken fern und nah:
Sterne st├╝rzen in die Meere.
Tragisch, weil sie niemand sah,
hinterlassen sie nur Leere.
Die Strophe w├Ąre so schl├╝ssiger, der unreime Reim durch einen reinen ersetzt.

Ähnlich problematisch ist das Bild
quote:
Schnuppenfunken fliegen Heere,
. Welche Heere sollen das sein? Der Reim sollte nicht den Inhalt quasi "├╝berw├Ąltigen", wenn das dann auf Kosten des Inhalts und seiner Verst├Ąndlichkeit geht. Hier habe ich keinen Vorschlag, weil auch der n├Ąchste Vers
quote:
sp├╝ren uns am Pfade stehen.
sich nicht wirklich dem Leser erschlie├čt. Daraus folgt, da├č diese Strophe noch einmal in die Werkstatt sollte.

Das Gedicht hat durchaus gute Ans├Ątze, aber es bedarf doch einiger Arbeit, damit es wirklich gelungen wird.

Nichts f├╝r ungut, nimm Dir diese Kritik nicht zu sehr zu Herzen. Sie ist eine Aufforderung, am Text und mit dem Dichten weiterzumachen. Sie ist aber auch ein Hinweis, wo dieser Text steht und da├č noch ein St├╝ck Weges zu gehen ist.

Dazu w├╝rden wir uns freuen - ich wenigstens -, Dich begleiten zu d├╝rfen. In diesem Sinne eine gute Zeit w├╝nscht

gr├╝├čend

W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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FloSibelius
Hobbydichter
Registriert: Jun 2007

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Hallo Walther,

vielen lieben Dank f├╝r die M├╝he die Du Dir mit meinem Gedicht gegeben hast.
Die metrischen Ver├Ąnderungen sind logisch, die inhaltlichen allerdings ver├Ąndern das Gedicht in eine Weise und einen anderen Stil.
Ich habe (seit ich deine Vorschl├Ąge las) wirklich dr├╝ber gegr├╝belt, aber ich muss es so lassen. Das w├Ąre sonst ein Stilbruch f├╝r mich.

Also "Schnuppenfunken fern und nah" zB erinnert mich eher an Erich K├Ąstner, ein Gedicht das jeder versteht.
Ich m├Âchte keine klaren Gedichte, die jeder versteht, jeder soll f├╝r sich den Gedankenspielraum haben wof├╝r stehen die Schnuppen bei mir pers├Ânlich.
Das etwas Irrationale und Surreale Bild kann man sich nicht vorstellen, entweder man sp├╝rt das oder man sp├╝rt das nicht.
In diesem Fall stehe ich gedanklich auf einer Klippe bei Nacht und erlebe dieses Bild f├╝r einen Moment. Ein Moment der voll Einsamkeit und Verwirrung gepr├Ągt ist, darum sind diese Schnuppen nicht "fern und nah" sondern wie eine Sternschnuppe in einer unver├Ąnderlichen (starren) Weise zu sehen.
F├╝r mich sind sie starr, weil sie unver├Ąnderbar sind, trotzdem fliegen sie fort oder st├╝rzen ab. Es ist nicht flexibel, nicht ersetzlich, sonst w├Ąre der Verlust nicht so schmerzlich.
Das soll es ausdr├╝cken.

Ein "starres fliegen" gibt es schon, starr bezieht sich nicht auf das Fliegen an sich sondern auf die Fluglinie oder auf ihre Ver├Ąnderbarkeit oder es kann heissen, dass man ihr Fliegen kaum wahr nimmt, wenn man genau hinsieht kann es auch heissen :
Schnuppen - Funken - fliegen - starr
Es soll ein sehr symbolisches Gedicht sein mit sehr viel Platz f├╝r eigene Interpretationen.

Auch "das Schnuppen Funken fliegen Heere" ist zwar ein Bild, aber nicht bildlich zu interpretieren. Man kann sich denken "fliegen in Heeren" man kann sich bildlich vorstellen wie sie den Himmel ├╝berfluten - aber es soll eben dieses Bild sein.
Auch wenn es ein eigenwilliges Deutsch ist, so kann man es doch verstehen. Also eben gerade nicht wie bei Heinz Erhardt "Das Meer ist weit, das Meer ist blau - im Wasser schwimmt ein Kabeljau" - ich erz├Ąhle nicht.

Ich hoffe, da├č ich das soweit gut verteidigen konnte.
Es ist nicht der Anspruch, da├č jeder es versteht, sondern das man was f├╝hlt.

Grunds├Ątzlich bin ich sehr kritikf├Ąhig und verarbeite Kritik auch, wenn m├Âglich. Nur wie gesagt, die inhaltlichen Ver├Ąnderungen - nur um das Gedicht f├╝r jedermann absolut bildlich zu machen oder verst├Ąndlich - das geht eben nicht. Daf├╝r ist es nicht gedacht. ;-)
Danke. :-)

Lieber Gru├č,
Svenja

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