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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Schöner ficken
Eingestellt am 12. 04. 2001 15:36


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dieterschlesak
Blümchendichter
Registriert: Feb 2001

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PARADIESESLUST
Ja, den Tod bekämpfte auch Bernardo schon früh. Alles will schweben, das wußte er von seinem Meister Rusticci, der ihm Paracelsus zu lesen gab, die Schwerkraft der Dinge sei ein Herz, lernte er, also, leitete er davon ab: tat Leben weh. Und so schienen immer irgendwelche Geister da zu sein, sie waren die Fluggeräte der Seele. Doch andere Geister blieben die "Beschwerer" und wurden schon früh von der Moira geschickt, und als die Liebe den Fünfzehnjährigen zum erstenmal brennen ließ, hatte die junge Tante Laura aus Pisa das Feuer in ihm entfacht. Entscheidend für sein Leben war seine Tante Laura, die ihn lieben und so auch fliegen lehrte, und daß Geist und Liebe, Kopf und Schwanz wie zwei Brüder zusammen gehören! Und sie brauchen eine Schwester!
Die schöne Laura sagte: "Wir gehören zu Dionys, er ist der Zauberer üppiger Paradieseslust schon auf der Erde, verbindet Leben und Tod ..." Jaja, die geile üppige junge Tante Laura aus Pisa, sie hatte ihn als Jungen getätschelt, ihn gestreichelt, und ihn mit so schmelzender Bewegung angefaßt, als löse sich das Fleisch ihrer Finger an seinem: umdrehende, umfassende Bewegung, umfaßt wie eine Frucht von ihren streichelnden Fingern, samtweich, zog ihn zu sich ins warme Bett an ihren nackten weichversinkenden Frauenkörper. Es war wunderbar gewesen, er hatte ihren ganzen Wunderleib geküßt der nach Veilchen und Milch roch und nach sonnenwarmem Korn ihr Mund. - In ihrem Schlafgemach aber hing über dem Alkoven das "Tausendjährige Reich. Das Paradies der Lüste", ein Druck nach Hieronymus Bosch. Für Chiliasten und Adamiten eine Art Altarbild, erotisches Mysterium. Und er wußte doch, wie viel Occultes und Geheimnisvolles aus seiner Vorstellung eines "Tausendjährigen Reiches" darin enthalten war. Altarbild der lucchesichen "Chiliasten", einer geheimen Verschwörergruppe, der Bernardo später angehörte.




Und Bernardo, der spätere Mönch und Pater, sah sich oft nächtlich mit Laura unter den Benandante-Nackten auf der Wiese tanzen, mondschein-trunken, hüllenlos in lauer Sommernacht am Apennin; verpönt war Besitz, auch der der Seelen und Leiber, so besaß jeder jeden, wie im Paradiesflügel des Tryptichons Christus, Adam und Eva einen geschlossenen Stromkreis der orgiastischen Kräfte zeigen, die das Weltall bauen, sie im Vordergrund, gleich hinter ihnen der phallische Lebensbaum schlank wie eine Rakete in Eden, und das Sakramentshäuschen mit dem Lebensbrunnen, und dort in der Mitte das gnostische Auge oder die Vagina mit der Eule, die aus dem Loch ihren Flug beginnt, Ekstase, die den Geist befreit. Dann aber im Höllenflügel zwei erschrockene Augen hinter dem Todesbaum, versteint im Sumpf, und das Lebensei durchspießt, vom Beinhaus der Schlüssel berufenen Propheten vorgehalten, die auf des Messers Schneide und auf die Scheide, die es sucht, achten müssen, Messer wie ein Penis aus zwei hodenförmigen Ohren, die klingen sollen im Orgasmus kosmischer Musik, wehe, der Sexus schafft das Gleichgewicht nicht, weil er sich zu sehr beeilt! Am schönsten aber der Mittelteil des Tryptichons: Paradies der Anhänger des Freien Geistes, Triumphzug um das Lebenswasser, Gedränge von Fruchtbarkeitssymbolen wie ein Wahn, jauchzendes tolles Geschwärm, Früchte, Tiere, Männer, reitend auf der Sonnenumlaufsbahn um ein Wasserloch mit nackten Mädchen in obszönen Stellungen, ein besonders wuchernder Busch von hinten, Ziffernblatt der Schöpfungssonnenuhr, dies die Mitte, wie die sprudelnde zuckende V Ein- und Ausgang der Welt ist, Rhythmus des Vögelns als Ei.
Im Zimmer roch es nach Geschlecht und fad nach Samen, nach Sekreten und Schweiß, dann nach ihrem Parfüm. Und die Liebeszene dazu: Liebespaare in Kristallkugeln und Fruchtblasen; schön, wie die Windhaube des Löwenzahns, unzählige Samensporen, die zusammenschmelzen zu einem: wie zum Wegblasen: gewichtsloser Ballen, ähnelt sie einer alchemistischen Retorte; und die Vögel-Kammer war, wie die Destillationshaube in der Geheimsprache der Laboranten genannt wird, auch eine Brutkammer, in der güldene Menschlein erzeugt werden aus roten Rosen und weißen Lilien. Und Bernardo hat es nie vergessen, seine Laura gab ihren Inzest und Liebesakt als heilige Kommunion aus, wie später seine junge Geliebte Lucrezia, als sie mit einer jüngeren Nonne beim lesbischen Akt ertappt wurde, Geheimnis, das wie Essen und Trinken auch, nicht nur zur Kinderzeugung dient oder zum Hungerstillen, es geht um den andern Hunger. Und jetzt war es Gott. Aber damals... jaja... dem jungen Bernardo damals hatte in Boschs Tryptichon die Frauenfigur mit gespreizten Beinen, die sich mit beiden Händen an ihren Busch faßt gefallen, der so groß ist, daß darauf ein Vogel sein Nest baut, Eier ausbrütet, doch langsam ins Loch hineinsinkt, das sich dem Ei und seinem Schnabel öffnet, der wächst, bis er das Glied ist, das da hineingehört und Zukunft aus dem Samen spritzt, Laura mit den Daumen aber den Kitzler erigiert und so zum Lustschrei kommt. Testis, testare, Zeuge, Zeugen, und der junge Bernardo der Voyeur, der Augenzeuge... Lang her, seufzte der Franzsikaner.

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Dieter Schlesak

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Wülder van Tast
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Gar nicht mal schlecht; eine wilde Bilderflut.
IMHO verlangst du dem Leser ein (zu?) hohes Maß an Bildung ab; aber möglicherweise ist dir das ja auch Wurscht. Gibt ja Schreiber, die eine natürliche Auslese in Sachen Publikum vehement begrüßen.

Vielleicht läßt sich, was ich meine, durch einen Vergleich verdeutlichen.

Ein Teller Spaghetti,
köstlich, Gabel für Gabel;
unschön, mit rüdem Schwung
auf ein Mal ins Gesicht.



van Tast
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"Ihr seht etwas, und ihr sagt: 'Warum?'
Ich aber träume nie Dagewesenes, und sage: 'Warum nicht?'"
[Die Schlange, in G.B.Shaw's "Zurück zu Methusalem"]

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dieterschlesak
Blümchendichter
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lieber wilder van tast,

schon richtig! doch die auslese ist mir lieb, solche "lyrik" wie die nudelpoesie mag ich überhaupt nicht, und ich hoffe, daß das mit der heutigen banal- und alltagslyrik sich mal todläuft! davon wird gar nichts ü+brigbleiben, man kann höchstens mal über die unfreiwillige komik lachen!
das vergessen, daß wir zu anderem da sind als andauernd in diesem alltagsmatsch zu rühren, ist abscheulich. und da drehen sich wohl unsere vorgänger, die die menschliche kultur aufgebaut haben, nicht nur die poesie, massenhaft im grab um.

kunst und poesie ist nicht einfach so dahingeschreibe, sondern bewußte fortführung dessen, was bisher war, und das ist nicht so einfach, daß da jeder mitmischen kann; es gab und gibt immer nur wneige, die da mithalten können. heut macht dieses medium das gegenteil möglich!

mein text ist eine replik auf die elaboratet "ficken"

schöne grüße dieter schlesak
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Dieter Schlesak

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Wülder van Tast
One-Hit-Wonder-Autor
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>>[...] da drehen sich wohl unsere vorgänger, die die menschliche kultur aufgebaut haben, nicht nur die poesie, massenhaft im grab um.<<

...och, ich weiß nicht. Was wir heute als "Kultur"äußerung der (untergegangenen)(alten)(ehrwürdigen) Völker auffassen, ist doch in den allermeisten Fällen nur Zeugnis von DEREN Umgang mit alltäglichen Dingen, Problemen, Wünschen, Ängsten. Oder?

>>kunst und poesie ist [...] bewußte fortführung dessen, was bisher war,<<

Die Geschichte der Menschheit läßt sich ja auch trefflich auf wenige Faktoren verkürzen: Im wesentlichen das Vergießen von Körpersäften. Unterscheidungsmerkmale bestehen hauptsächlich im Grad an Freiwilligkeit der Mitwirkenden.
Kulturzeugnisse aller Art bezeugen seit jeher ein Nämliches. In sofern kann ich an der Darstellung der Urthemen (Ficken, Morden, Ränkeschmieden. ) in klaren Worten zunächst nichts Abzuwertendes finden...

>>und das ist nicht so einfach, daß da jeder mitmischen kann; es gab und gibt immer nur wenige, die da mithalten können.<<

Es gab auch schon immer solche, die sich aufschwangen zwischen hoher Kunst und niederer Unterhaltung unterscheiden zu wollen

>>heut macht dieses medium das gegenteil möglich!<<

Hallelujah!

van Tast

P.S.: Experiment zur Klärung der Wertigkeiten von Form und Inhalt: Man setze einem Hungrigen einen Leib Brot und einen Klumpen Kot selber Gestalt und Größe vor.
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"Ihr seht etwas, und ihr sagt: 'Warum?'
Ich aber träume nie Dagewesenes, und sage: 'Warum nicht?'"
[Die Schlange, in G.B.Shaw's "Zurück zu Methusalem"]

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Susanne
Häufig gelesener Autor
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Re: schöner ficken

#es gab und gibt immer nur wenige, die da mithalten können#

wer sich wohl dazu zählt?

grins...immer dasselbe...

die kunst besteht nicht darin, sich zu erheben...
sondern das einfache mit dem besonderen zu verbinden...

hingabe nicht abheben...

__________________
Susanne

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