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Leselupe.de > Ungereimtes
Schönheit
Eingestellt am 29. 08. 2003 18:18


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narrisch
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Aug 2003

Werke: 4
Kommentare: 4
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Schönheit

An die Schönheit der Weide
Kommst du nicht dran.
An die Schönheit des Mohnes
Kommst du nicht dran.
An die Schönheit der Libelle
Kommst du nicht dran.

Deine Schönheit ist dein Selbst!
Dein Ich,
Welches meinem ähnelt
Und doch so sehr anders ist.

Deine Hand,
Die meine drückt,
Wie es kein Baum vermag.

Dein Gedanke an das Leid.
An die Rose, die verblüht
Und dich nicht mal erahnt.

Dein lachendes Gesicht,
Welches Spott und Freude zeigt.
Die Libelle, die dich erfreut,
Erfreut sich nicht an deinem Sein.

Keine Farbenpracht, kein Blätterkleid,
Keine noch so grazile Gestallt,
Bewirkt in mir
diesen Wunsch nach Zweisamkeit.

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mako
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo, narrisch,

willkommen in der Leselupe.

Ich sehe, Dein Gedicht ist ohne Kommentar, deswegen gebe ich Dir als erster ein Feedback.

Wobei es mir nicht ganz einfach fällt. Schließlich ist es Dein erster Text hier und da hoffst Du sicher erst einmal positives Feedback zu bekommen, ging zumindest mir so bei meinen ersten Texten.

Allerdings kann ich Dir damit nicht so ganz dienen, hoffe aber trotzdem, dass meine Anmerkungen konstruktiv sind und Dir helfen.

Vom Gesamteindruck dachte ich nach dem ersten Lesen, dass ein Titel wie "Der Narzist" besser passen würde. Der Text besingt die Schönheit an sich, steril und unreal, in sich selbst verliebt.

Ich schwanke auch zwischen Liebes- und Trennungsgedicht, wird mir nicht klar.

Denn, da fehlt das Feuer der Leidenschaft für die Liebe, der Du dieses Gedicht widmest, nichts, was die angebetete Liebe so besonders macht für Dich, was Du an ihr magst...Schönheit?

Bereits in der ersten Strophe nur "Schönheit".

quote:
An die Schönheit der Weide
Kommst du nicht dran.
An die Schönheit des Mohnes
Kommst du nicht dran.
An die Schönheit der Libelle
Kommst du nicht dran.
Versuche hier bereits das zu beschreiben, was die Weide, den Mohn, die Libelle so schön sein läßt in Deinen Augen.

Sind es die Bewegung der Weide im Wind
der betäubende Duft des Mohns
die schlanke Gestalt der Libelle?

Die Wiederholungsverse "kommst Du nicht dran" sind einfach platt: An ein Buch oben auf dem Regal kommt man nicht dran, aber so jemanden anzusprechen? Ist weder sprachlich noch poetisch akzeptabel.

quote:
Deine Schönheit ist dein Selbst!
Dein Ich,
Welches meinem ähnelt
Und doch so sehr anders ist.
Hier muß ich zugeben, das habe ich nicht verstanden, da kam mir zum ersten Mal dieser Narzismus in den Sinn.

Diese Strophe kann ich daher nicht kommentieren, da ich es nicht interpretieren kann.

In den nächsten drei Strophen scheinst Du die ersten Bilder (Weide-Baum, Mohn-Rose, Libelle) wieder aufgreifen zu wollen. Dann würde ich aber an Deiner Stelle konsequent die obigen Bilder ausbauen (also Weide und Mohn, statt Baum und Rose) und nun mit Deiner Liebe verbinden. Werde dazu immer mal Textfragmente einfügen, die aber ausgearbeitet werden müssen und nur als Anregung dienen sollen, es sind schließlich Dein Thema und Deine Liebe.

quote:
Deine Hand,
Die meine drückt,
Wie es kein Baum vermag.

Hey, hat sie so knorrige Hände, also der Vergleich hinkt.
Wenn Du die Bilder weiterführst, könnte etwas stehen, wie:

...die Berührung Deiner Hände
unter der Weide...

quote:
Dein Gedanke an das Leid.
An die Rose, die verblüht
Und dich nicht mal erahnt.
Was willst Du damit sagen?

Weiter mit den Bildern:

...wir laufen durch wilden Mohn...

quote:
Dein lachendes Gesicht,
Welches Spott und Freude zeigt.
Die Libelle, die dich erfreut,
Erfreut sich nicht an deinem Sein.
Der letzte Vers klingt jetzt aber ziemlich garstig, auch wenn es sicher nicht so gemeint ist.

Bilder fortführen:

...schweben wie die Libellen...

quote:
Keine Farbenpracht, kein Blätterkleid,
Keine noch so grazile Gestallt,
Bewirkt in mir
diesen Wunsch nach Zweisamkeit
wie...wie was...?..wie Du?

Jetzt ein konsequenter Abschluß, die Ode an Deine Liebe, der Höhepunkt des Gedichtes:

...in Zweisamkeit...
...so schön bist Du...

So, nun habe ich aber genug gemeckert. Wenn Du dieses Gedicht überarbeiten möchtest, stell es in das Forum "Schreibwerkstatt", dort helfen Dir sicher einige mit ganz konkreten Text- bzw. Änderungsvorschlägen.

Ich habe hier nur mal Möglichkeiten angerissen, die sich aus Deinem Text ergeben könnten.

Sollte es allerdings ein Trennungsgedicht sein (wie gesagt, wird mir nicht klar), dann gib mir Bescheid und ich überarbeite meinen Kommentar hier.

Ich hoffe, den richtigen Ton getroffen zu haben. Ich bin genauso Hobbydichter, wie viele hier und habe einfach meine Gedanken hier aufgeschrieben, was Dein Gedicht für mich ausmacht oder eben nicht.

Ob Du an Deinem Text etwas ändern möchtest, bleibt letztendlich Dir überlassen.

Eine Bewertung habe ich Dir nicht gegeben, falls Du etwas ändern/überarbeiten möchtest, dann schaue ich gern wieder vorbei.

Mit liebem Gruß
Mako

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narrisch
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Aug 2003

Werke: 4
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Hallo Mako!

Danke für deine Kritik.

Schließlich ist es Dein erster Text hier und da hoffst Du sicher erst einmal positives Feedback zu bekommen, ging zumindest mir so bei meinen ersten Texten.

Nee, ist gut so. Wenn ich "positives" Feedback haben möchte, dann zeige ich es Freunden. Da weiß ich, was für Kritik raus kommt.
Ist schon hart was du schreibst, muss ich mal sagen. Das ist ein Gedicht, auf das ich stolz bin. Mir gefällt es so sehr gut.
Ich glaube, ich könnte daran gar nichts ändern, weil ich dann das Gefühl hätte, es wäre nicht mehr meins.
Das habe ich öfters bei Texten. Ich brauche immer sehr lange, um mich an Änderungen zu gewöhnen.
Das heißt aber nicht, dass Änderungen und Kritik nicht gewollt sind.

Das Gedicht hat nix mit Trennung zu tun! Es ist eine Aussage, die Meinen Schönheitsgedanken zeigt.
Vielleicht habe ich einfach zu oft gehört: "Ich bin zu dick!", "Der Mensch sieht viel schöner aus!"...
Ja, ich weiß: Der Begriff SCHÖNHEIT ist individuell.


Dann würde ich aber an Deiner Stelle konsequent die obigen Bilder ausbauen (also Weide und Mohn, statt Baum und Rose) und nun mit Deiner Liebe verbinden.

Ja, da hast du recht! Ich habe auch überlegt, ob ich die Bilder bei behalten soll. Ich werde mir noch mal Gedanken machen. Das Problem sehe ich auch und ich weiß nicht genau, warum ich mich damit schwer tue!

Das widerspricht sich jetzt aber: Erst schreibe ich, dass ich nichts verändern will und dann überlege ich doch.

Grüße narrisch

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mako
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo, narrisch,

danke für Deine Antwort. Ich finde es gut, dass Du, obwohl dieses Gedicht für Dich rund ist, trotzdem über andere Varianten nachdenkst. Vielleicht kommt ja ein neues Gedicht dabei heraus.

Ich gehe mit Deiner Ansicht mit, dass es Dein Gedicht bleiben soll, dass sich auch für Dich rund liest und Deine Handschrift erkennen läßt. Verbiegen sollst Du Dich nicht und auch nicht den Text. Doch denke auch an die Leser, denn Du hast Dich mit diesem Text einer Öffentlichkeit gestellt.
Auch der Leser möchte etwas aus diesem Text mitnehmen.

Natürlich repräsentiere ich nur eine Meinung, vielleicht sehen andere hier Deinen Text ganz anders.

Wenn Du mehr Feedback dazu möchtest, gerade weil Du nun selbst am Überlegen bist, einige Bilder vielleicht auszubauen, stelle es einfach in die Schreibwerkstatt. Dort gibt es bestimmt weitere Ratschläge.

Ansonsten wär vielleicht auch der Versuch einer anderen, neuen Variante die Lösung des "Dilemmas" an diesem Text nichts ändern zu wollen und doch Ansätze zu sehen.

Ein Tipp ist auch, viel bei anderen zu lesen, auch da entstehen beim Lesen oft neue Ideen, das eigene Thema neu oder anders aufzubauen.

Somit wünsche ich Dir viel Spaß in der Leselupe.

Gruß
Mako

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Rhea_Gift
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Hi narrisch,

also ich versteh die Kritik ehrlich gesagt nicht, und das meine ich nicht nur als "Freund". Ich finde das Gedicht toll, ich glaube, daß nur anscheinend nicht jeder den Sinn herausliest - ich finde gerade den Gegensatz der Schönheit der Natur, die man leichter und einhelliger feststellt als menschliche, und der "Schönheit" der Geliebten, die höchst individuell ist, sehr gelungen! Die Natur kann noch so schön sein, doch sie erweckt nicht die Liebe, die ein Mensch in einem erweckt. In der Natur fühlen sich einige letztlich fremd, empfinden sich schwer als Teil von ihr, nur zum Menschen hat man diese besondere Nähe - deren Trug freilich nur schwerer zu durchschauen ist...
Mir gefallen die Bilder und ihre Umsetzung, ich würde nichts ändern... bis auf einen kleinen Tipfehler: "Gestalt" in der letzten Strophe mit einem l.

LG, Rhea
__________________
...Seele, bist du nun erwacht?...Und sie zittert, und sie lacht allen Himmelssternen zu... (Hesse)

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