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Leselupe.de > Ungereimtes
Schonfrist
Eingestellt am 13. 03. 2012 17:58


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Ralf Langer
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2009

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schonfrist

hab meine einsamkeit
verloren fand sie
in der dehnungsfuge
zwischen schweigen
und sprachlosigkeit
hab sie vermessen
trÀufelte ein paar worte
in die leerstellen

wartete

ganz plateaunisch
liegt sie da
ĂŒbt sich
zwischen nut und feder
meiner tage
in geduld

nicht mehr lang
dann leg ich ihr ein halsband um
gehe mit ihr wieder vor die tĂŒr :

schon frisst sie mir aus der hand


__________________
RL

Version vom 13. 03. 2012 17:58
Version vom 14. 03. 2012 15:14

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AchterZwerg
Guest
Registriert: Not Yet

Lieber Ralf,
die Idee, seine Einsamkeit am Halsband auszufĂŒhren, finde ich vortrefflich. Und sehr originell.
An den (gramm.) Zeiten könntest du noch etwas Àndern und ein wenig verdichten:

quote:
schonfrist

hatte meine einsamkeit
verloren fand ich sie
in der dehnungsfuge
zwischen schweigen
und sprachlosigkeit
vermaß sie
trÀufelte ein paar warme worte in die leerstellen

und wartete

ganz plateaunisch
liegt sie da
lauert wohl ebenfalls
zwischen nut und feder
meiner tage
auf die nebenwirkung
nicht mehr lang
dann leg ich ihr ein halsband um

gehe mit ihr wieder vor die tĂŒr

schau:
schon frisst sie mir aus der hand

Interessant finde ich die GegenĂŒberstellung technischer Gegebenheiten (Dehnungsfuge) und LyrIs Innenleben.
Schön auch das "plateaunisch."

Hoffentlich kannst du etwas brauchen.

Herzliche GrĂŒĂŸe
Heidrun

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Ralf Langer
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2009

Werke: 304
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hallo heidrun,

danke fĂŒr deine vorschlĂ€ge

zum tempus:

ich entschied mich zu beginn fĂŒr das „perfekt“
als tempus. Obschon es ungewöhnlich ist,
hilft es aber vor allem in der ersten zeile:
„hab meine einsankeit/ verloren...“
hier deutet das „hab“ auf prĂ€sens hin, und erst
durch den zeilensprung und „verloren“ ergibt sich auch ein sprung
in die vergangenheit.
nichtsdestotrotz wechsele ich ja ab strophe drei in prÀsens.

werde noch mal in mich gehen diesbezĂŒglich.

„wartete“ als absatz und eigene „strophe“ zu benutzen ist sinnvol,
das werde ich Àndern.

deinen vorschlag „warten“ durch lauern zu ersetzen verstehe ich wohl.
zweimal „warten“ als verb in so kurzem abstans ist redundant.
allerdings ist mir „lauern“ als verbum zu aufdringlich.
da wird es sicher etwas geben, dass das beilĂ€ufigere „warten“
besser ersetzen kann.
(zugegeben weiß ich im moment noch keine alternative)

„wohl“ als fĂŒllwort werde ich streichen

die letzte strophe obschon sie mir sehr gefÀllt-
schonfrist versus schon frisst-
wird wohl auch der schere zum opfer fallen.
letztlich endet die idee des stĂŒckes sicher eine zeile
darĂŒber

lg
Ralf
__________________
RL

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ENachtigall
Foren-Redakteur
???

Registriert: Nov 2005

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hallo Ralf,

ich bin ein großer Fan der Originalidee dieses Gedichtes und trauere um den verloren gegangenen Spaghat zwischen "Schonfrist" und "schon frisst", nebst den verflossenen Begleiterscheinungen.

Deshalb möchte ich Dir Folgendes vorschlagen:

quote:
schonfrist

hab meine einsamkeit
verloren fand ich sie
in der dehnungsfuge
zwischen schweigen
und sprachlosigkeit
hab ich sie vermessen
trÀufelte ein paar warme worte
in die leerstellen
und wartete

ganz plateaunisch
liegt sie da
wartet wohl ebenfalls
zwischen nut und feder
meiner tage
auf begleiterscheinungen

nicht mehr lang
dann leg ich ihr ein halsband um
gehe mit ihr wieder vor die tĂŒr

schau:

ich werde ihr ein halsband anlegen
wieder mit ihr vor die tĂŒr gehen

schon frisst sie mir aus der hand

Schön, wie hier das Animalische der Einsamkeit zum Ausdruck kommt. Im Bild ist es hierarchisch strukturiert.

So nĂ€hrt sich der Geist der Einsamkeit von der Schonfrist des RĂŒckzugs, ihre Substanz aber lechzt nach Zuwendung. Sie enthĂŒllt ihr ambivalentes Wesen, das sich zwischen Vereinzelung und Gemeinschaft stĂ€ndig neu erfindet.

Das finde ich im vorliegenden Werk erfreulich originell umgesetzt.

Herzliche GrĂŒĂŸe,

Elke
__________________
Wer Spuren sucht, wird Wege finden.

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HerbertH
???
Registriert: May 2007

Werke: 860
Kommentare: 6461
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ein super gedicht, lieber ralf

am schönsten ist die

quote:
dehnungsfuge
zwischen schweigen
und sprachlosigkeit

statt "schon frisst" wĂŒrde mir ein spielen mit "schon frist" fast noch besser gefallen...

liebe grĂŒĂŸe

herbert
__________________
© herberth - all rights reserved

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