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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Schräglage
Eingestellt am 28. 07. 2009 18:40


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HansSchnier
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Schräglage

Aufwachen war das schlimmste. Mittlerweile wusste er zwar, wo er war, doch immer noch fehlte jedes Zeitgefühl nach dem Öffnen der Augen. Wenn das Telefon klingelte, dann war es zu spät. Egal ob morgens oder abends, ob vor dem Früh- oder Nachtdienst. Dann war ein Vorgesetzter am anderen Ende der Leitung, und es drohte Ärger. Ein Bullauge hatte er nicht. Und Deckenröhren verraten keine Tageszeit. An sich war es auch egal, wie spät es war. Jeder Tag, jeder Dienst war austauschbar. Hauptsache man erschien pünktlich auf der Brücke. Dann riss einen das Telefon auch nicht aus dem Schlaf.

Die Decke der Kabine war mit zwölf Paneelen verkleidet. Zwölf Paneele Langeweile. 38 schwer entflammbare Platten bildeten die Wände. 38 schwer entflammbare Platten Tristesse. Bedrückend: Nicht mal die Platten und Paneele konnte er zum Zeitvertreib noch zählen.

„Kein Nautiker schreibt mehr als eine Bewerbung“, hatte der Studienberater gesagt und routiniert zwei, vom vielen Erzählen leicht abgenutzte Seemannsgeschichten aus seiner Zeit auf „dem Kutter“ zum Besten gegeben. Das abschließende Händeschütteln, der Berater hatte gewaltige Pranken, versiegelte ein verbindliches Grinsen und die Worte „Sie werden es nicht bereuen.“
„Nautiker werden immer gesucht“, hatte der Onkel (er hatte es gerade mal drei Wochen als Koch auf einem Frachter ausgehalten) den Eltern eingeredet. Echter Kerl, Freiheit, Welt sehen, bla, bla, bla.

Er blickte sich in der Welt um. Sieben Quadratmeter. 38 Wandplatten. Zwölf Deckenpaneele. Zwei Türen. In die Freiheit? Nein! Die eine führte zum Klo. Die andere in den Gang. Bloß nicht verwechseln.
Das Handy hatte auf See grundsätzlich keinen Empfang. Aber wen auch anrufen? Das Aus von Claudia passte in 160 Zeichen. Warum einen teuren Anruf investieren, wenn eine Sache keine Zukunft hatte. Peinliches Gestammel, Vorwürfe, Tut mir leid, ja ja. Lieber 160 Zeichen, die sich zu den 38 Wandplatten, zwölf Deckenpaneelen und zwei Türen gesellten. Er mittendrin, irgend ein anderer in Claudia.

Tatsächlich hatte eine Bewerbung gereicht. Seine 1,3 hatte bei der Unterschrift niemanden interessiert. Mama hatte vor Stolz geweint, Vater ihm auf die Schulter geklopft. „Ich wusste es doch, Junge!“ Seine zwei Schulterstreifen lagen nun inmitten der 38 Wandplatten, zwölf Deckenpaneele, zwei Türen und neben den 160 Zeichen. Zwei Streifen Fehlentscheidung.
31 und 20 Prozent. So hoch war die Aidsrate in den Ländern, die sie derzeit anfuhren. Er hatte vergessen, wo es genau 31 und wo nur 20 Prozent waren. Er rechnete einfach für beide Länder mit 25,5 Prozent. Hafennutten hatte er bisher keine gesehen – es gab sie in Erzählungen. Er hatte nicht nach welchen gesucht. Vielleicht dran gedacht, nach der SMS. 25,5 Prozent gegen 160 Zeichen unterhalb von zwölf Deckenpaneelen, inmitten der 38 Wandplatten. Was halfen da zwei Streifen und eine 1,3?

Siebenmal dröhnte es kurz aus dem Lautsprecher. Ein langer Ton folgte. Generalalarm. Es war kein Drill angesetzt. Ein tiefes Scheppern erfüllte das Schiff. Das war keine der regelmäßigen Übungen. Schritte im Gang. Hektische Schritte. Er zählte die Deckenpaneele ein weiteres Mal nach, es waren plötzlich dreizehn. Konnte das sein? Er zählte erneut und kam wieder auf die so oft erzählten zwölf. Alles beim alten. Sieben kurz, einmal lang, diesmal gefolgt von Durchsagen in schlechtem Englisch. Der Kapitän.

Er griff zur Schwimmweste auf dem Schrank, suchte, wie gelernt, seinen Pulli und legte die Schulterstreifen an. Die 160 Zeichen ließ er liegen, schaute aber noch einmal auf Claudias Nackt-MMS. Zwei Brüste auf dem Display, ein nervtötendes Dauerläuten aus dem Lautsprecher. Abandon-Ship-Alarm. Zwei Türen. Nicht die ins Bad nehmen! Ein Knarksen, wie man es mit 4000 Metern 12 Grad kaltem Wasser unter sich eigentlich nicht hören wollte. Eigentlich.

Unschlüssig verließ er seine Kabine. Viel zu spät. Das Schiff sackte zur Seite. Er verlor das Gleichgewicht und prallte mit der Schulter gegen die Wand des schmalen Ganges vor seiner Kabine. Die Wandplatten waren die gleichen wie in seiner Kabine. Wie viele es hier waren, wusste er nicht. Er überlegte kurz, ob er sie zählen sollte. Doch ein weitere Schlag warf ihn wiederholt gegen die Wand. Das Material der Platte federte den Aufprall ab. Durchsagen knisterten aus den Lautsprechern. Drei der sechs Feuerzonen des Schiffes waren abgesperrt. Er hätte längst an seiner Station sein müssen. Er war Offizier: Zwei Streifen, 1,3, eine Bewerbung. Jetzt stand er in einer der abgesperrten Feuerzonen, es war Nummer Vier. Ein weiteres Knarzen erschütterte das Schiff. Ein weiteres Geräusch, das man mit 4000 Metern Wasser unter sich nicht hören wollte. Eigentlich. Aber das war jetzt auch egal. Der Flur war mit 62 Wandplatten verkleidet – das war nicht egal. Er zählte außerdem sieben Türen und zwei Wandschränke. Das Schiff hatte jetzt wohl schon eine Schräglage von 12 Grad. 78 Deckenpaneele zählte er. 14 Grad Schräglage. Er hatte sich mittlerweile gesetzt, den Rücken an die Wand gelehnt. Stehen war zu unsicher. Es zog Rauch in den Gang. Er schaute auf den Rauchverbotaufkleber und steckte sich eine Zigarette an.

18 Grad Schräglage waren auf den ersten Blick immer noch besser als 31 Prozent Aidsrate, zumindest wenn man die nackten Zahlen gegenüberstellte. Doch mit 4000 Metern Wasser unter sich verloren Zahlen ihren Wert. Der Rauch, der anders schmeckte als der der Zigarette, brannte in den Augen und machte langsam müde. Wie lange hatte er schon keinen vernünftigen Espresso mehr getrunken? Die Zigarette schmeckte nun auch nach Rauchgas. Müde. 160 Deckenpaneele. 4000 Zeichen. Zwei Wandplatten. Davon eine ins Klo. 20 Prozent Bewerbung. Neue Durchsagen knisterten Abwechslung. Durchsagen jenseits der Paneele, Platten, Türen und Zeichen. Flammen schlugen durch die Gangtür. Das Telefon in seiner Kabine klingelte. Es war zu spät. Wenn das Telefon klingelte, war es immer zu spät.


Version vom 28. 07. 2009 18:40
Version vom 29. 07. 2009 00:32
Version vom 29. 07. 2009 16:30

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bluefin
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paneel mit zwei ees, lieber @hans. plural: paneele. die schräglage eines schiffes misst sich in grad; ein sinkendes lass besser nicht "knarksen" (was immer das sein mag), sondern knacken (oder stöhnen, wenn ihm die luft entweicht). das mit den 30 prozent aidskranken sag besser keinem afrikaner - er wirft dir glatt an den kopf, dass du keine ahnung hast, sondern nur das nachplapperst, was in irgendwelchen reißerischen news steht.

die zeiten einhalten. wenn du in "alles beim alten" alten groß schreibst, meint man, dass alles beim kapitän ist. was "versiegelt" ein verbindliches grinsen? "die welt" ist nicht die koje des protagonisten, sondern dessen welt, wobei sich der leser aber fragt, was dann das meer, der himmel und das deck wohl sein mögen.

undsoweiter.

die grundidee deines textes gefällt mir sehr gut: ein suchender landet statt in der grenzenlosen freiheit im finsteren loch einer zwangsneurose und wird von ihr verschlungen.

weniger pathetische wiederholungen, insgesamt ein bisschen sorgfältiger geschrieben, ein kleiner hint auf die ursache des weltschmerzes des prot, und schon wärs insgesamt was wohlgelungenes.

tipp: ruhen lassen und später nochmal vornehmen.

liebe grüße aus münchen

bluefin

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HansSchnier
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@Akirakur und nachts:
vielen dank für euer lob. hat mich sehr gefreut.

@kageb
anfangs war der text sogar im präsens geschrieben. aber er wirkte in meinen augen nicht. er soll szenisch auch nicht unbedingt aufwühlen, denn selbst das schiffsunglück geht in in der zahlenfixierten eintönigkeit, in der der protagonist gefangen ist, unter.
ich würde mich über vorschläge freuen.

@bluefin

die ganzen unsauberkeiten, die du aufgelistest hast, sind mir sehr peinlich. wollte den text noch schnell online stellen, bevor ich eine verabredung hatte. die schlussredaktion musste da zu sehr leiden. ist mir sehr unangenehm. gleichzeitig bin ich dir für deine mühen dankbar.

deine kritik zu der aidsrate kann ich hingegen nicht wirklich nachvollziehen. die zahlen entstammen nicht reißerischen news, sondern können im internet bei seriösen quellen überprüft werden. bewusst habe ich auch keine länder genannt, da es sich lediglich um einen randaspekt handelt.

zu dem welt-aspekt: der text ist in personaler erzählform geschrieben. die welt ist damit automatisch seine welt. meer, himmel und deck müssten tatsächlich abgefangen werden.

mich würde sehr interessieren, welche wiederholungen du pathetisch findest?

ich danke euch allen, für die auseinandersetzung mit dem text

liebe grüße

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bluefin
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beispiele für pahetische wortwiederholungen, lieber hans:

quote:
Aufwachen war das schlimmste. Mittlerweile wusste er zwar, wo er war, doch immer noch fehlte jedes Zeitgefühl nach dem Öffnen der Augen. Wenn das Telefon klingelte, dann war es zu spät. Egal ob morgens oder abends, ob vor dem Früh- oder Nachtdienst. Dann war ein Vorgesetzter am anderen Ende der Leitung, und es drohte Ärger. Ein Bullauge hatte er nicht. Und Deckenröhren verraten keine Tageszeit. An sich war es auch egal, wie spät es war. Jeder Tag, jeder Dienst war austauschbar. Hauptsache man erschien pünktlich auf der Brücke. Dann riss einen das Telefon auch nicht aus dem Schlaf.

Die Decke der Kabine war mit zwölf Paneelen verkleidet. Zwölf Paneele Langeweile. 38 schwer entflammbare Platten bildeten die Wände. 38 schwer entflammbare Platten Tristesse. Bedrückend: Nicht mal die Platten und Paneele konnte er zum Zeitvertreib noch zählen.

„Kein Nautiker schreibt mehr als eine Bewerbung“, hatte der Studienberater gesagt und routiniert zwei, vom vielen Erzählen leicht abgenutzte Seemannsgeschichten aus seiner Zeit auf „dem Kutter“ zum Besten gegeben. Das abschließende Händeschütteln, der Berater hatte gewaltige Pranken, versiegelte ein verbindliches Grinsen und die Worte „Sie werden es nicht bereuen.“
„Nautiker werden immer gesucht“, hatte der Onkel (er hatte es gerade mal drei Wochen als Koch auf einem Frachter ausgehalten) den Eltern eingeredet. Echter Kerl, Freiheit, Welt sehen, bla, bla, bla.

Er blickte sich in der Welt um. Sieben Quadratmeter. 38 Wandplatten. Zwölf Deckenpaneele. Zwei Türen. In die Freiheit? Nein! Die eine führte zum Klo. Die andere in den Gang. Bloß nicht verwechseln.
Das Handy hatte auf See grundsätzlich keinen Empfang. Aber wen auch anrufen? Das Aus von Claudia passte in 160 Zeichen. Warum einen teuren Anruf investieren, wenn eine Sache keine Zukunft hatte. Peinliches Gestammel, Vorwürfe, Tut mir leid, ja ja. Lieber 160 Zeichen, die sich zu den 38 Wandplatten, zwölf Deckenpaneelen und zwei Türen gesellten. Er mittendrin, irgend ein anderer in Claudia.

Tatsächlich hatte eine Bewerbung gereicht. Seine 1,3 hatte bei der Unterschrift niemanden interessiert. Mama hatte vor Stolz geweint, Vater ihm auf die Schulter geklopft. „Ich wusste es doch, Junge!“ Seine zwei Schulterstreifen lagen nun inmitten der 38 Wandplatten, zwölf Deckenpaneele, zwei Türen und neben den 160 Zeichen. Zwei Streifen Fehlentscheidung.
31 und 20 Prozent. So hoch war die Aidsrate in den Ländern, die sie derzeit anfuhren. Er hatte vergessen, wo es genau 31 und wo nur 20 Prozent waren. Er rechnete einfach für beide Länder mit 25,5 Prozent. Hafennutten hatte er bisher keine gesehen – es gab sie in Erzählungen. Er hatte nicht nach welchen gesucht. Vielleicht dran gedacht, nach der SMS. 25,5 Prozent gegen 160 Zeichen unterhalb von zwölf Deckenpaneelen, inmitten der 38 Wandplatten. Was halfen da zwei Streifen und eine 1,3?

Siebenmal dröhnte es kurz aus dem Lautsprecher. Ein langer Ton folgte. Generalalarm. Es war kein Drill angesetzt. Ein tiefes Scheppern erfüllte das Schiff. Das war keine der regelmäßigen Übungen. Schritte im Gang. Hektische Schritte. Er zählte die Deckenpaneele ein weiteres Mal nach, es waren plötzlich dreizehn. Konnte das sein? Er zählte erneut und kam wieder auf die so oft erzählten zwölf. Alles beim alten. Sieben kurz, einmal lang, diesmal gefolgt von Durchsagen in schlechtem Englisch. Der Kapitän.

Er griff zur Schwimmweste auf dem Schrank, suchte, wie gelernt, seinen Pulli und legte die Schulterstreifen an. Die 160 Zeichen ließ er liegen, schaute aber noch einmal auf Claudias Nackt-MMS. Zwei Brüste auf dem Display, ein nervtötendes Dauerläuten aus dem Lautsprecher. Abandon-Ship-Alarm. Zwei Türen. Nicht die ins Bad nehmen! Ein Knarksen, wie man es mit 4000 Metern 12 Grad kaltem Wasser unter sich eigentlich nicht hören wollte. Eigentlich.

Unschlüssig verließ er seine Kabine. Viel zu spät. Das Schiff sackte zur Seite. Er verlor das Gleichgewicht und prallte mit der Schulter gegen die Wand des schmalen Ganges vor seiner Kabine. Die Wandplatten waren die gleichen wie in seiner Kabine. Wie viele es hier waren, wusste er nicht. Er überlegte kurz, ob er sie zählen sollte. Doch ein weitere Schlag warf ihn wiederholt gegen die Wand. Das Material der Platte federte den Aufprall ab. Durchsagen knisterten aus den Lautsprechern. Drei der sechs Feuerzonen des Schiffes waren abgesperrt. Er hätte längst an seiner Station sein müssen. Er war Offizier: Zwei Streifen, 1,3, eine Bewerbung. Jetzt stand er in einer der abgesperrten Feuerzonen, es war Nummer Vier. Ein weiteres Knarzen erschütterte das Schiff. Ein weiteres Geräusch, das man mit 4000 Metern Wasser unter sich nicht hören wollte. Eigentlich. Aber das war jetzt auch egal. Der Flur war mit 62 Wandplatten verkleidet – das war nicht egal. Er zählte außerdem sieben Türen und zwei Wandschränke. Das Schiff hatte jetzt wohl schon eine Schräglage von 12 Grad. 78 Deckenpaneele zählte er. 14 Grad Schräglage. Er hatte sich mittlerweile gesetzt, den Rücken an die Wand gelehnt. Stehen war zu unsicher. Es zog Rauch in den Gang. Er schaute auf den Rauchverbotaufkleber und steckte sich eine Zigarette an.

18 Grad Schräglage waren auf den ersten Blick immer noch besser als 31 Prozent Aidsrate, zumindest wenn man die nackten Zahlen gegenüberstellte. Doch mit 4000 Metern Wasser unter sich verloren Zahlen ihren Wert. Der Rauch, der anders schmeckte als der der Zigarette, brannte in den Augen und machte langsam müde. Wie lange hatte er schon keinen vernünftigen Espresso mehr getrunken? Die Zigarette schmeckte nun auch nach Rauchgas. Müde. 160 Deckenpaneele. 4000 Zeichen. Zwei Wandplatten. Davon eine ins Klo. 20 Prozent Bewerbung. Neue Durchsagen knisterten Abwechslung. Durchsagen jenseits der Paneele, Platten, Türen und Zeichen. Flammen schlugen durch die Gangtür. Das Telefon in seiner Kabine klingelte. Es war zu spät. Wenn das Telefon klingelte, war es immer zu spät.
sparsam eingesetzt sind solche stilmittel durchaus brauchbar, in der häufung aber nutzen sie sich ab und fallen lästig.

tipp: je trockener du den untergang beschreibst, desto nasser wird der leser. weniger wäre viel mehr. es reicht der tick des prot, sich an zahlenreihen entlang zu hangeln.

das land mit der höchsten aidsrate, das man mit dem schiff erreichen kann, ist südafrika mit (geschätzt) knapp über 15%. die höchste aidsrate hat swasiland (angeblich 42 %), das ist aber ein binnenland und hat keinen hafen.

der satz
quote:
Er blickte sich in der Welt um
kann so nicht stehenbleiben. es ist nicht die welt, sondern seine.

du musst kritik nicht unbedingt (sofort) umsetzen, lieber hans. es genügt doch, dass du sie zur kenntnis nimmst. was du damit machst, kannst du ganz allein entscheiden.

liebe grüße aus münchen

bluefin

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HansSchnier
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@bluefin

verzeih meine verwunderung über deine bestimmtheit.

der satz

quote:Er blickte sich in der Welt um

kann so nicht stehenbleiben. es ist nicht die welt, sondern seine.


ich bin mir sicher, dass der satz so stehen bleiben kann.


wir haben meinungen zu aspekten des textes, die sich deutlich unterscheiden. dies gilt etwa für den "welt"-satz als auch für die vermeintlich pathetischen wiederholungen.
doch all dies spielt sich auf der subjektiven ebene ab. ein müssen oder "nicht stehenbleiben können" ist da meines erachtens fehl am platz.

da ich länger nicht mehr im forum unterwegs war und mir die forumskultur noch nicht erneut zu eigen gemacht habe,weiß ich nicht, wie üblich es ist, auf die kritiken zu reagieren. ich sehe die gefahr, schnell beratungsresistent, empfindlich, gar all zu verliebt in das eigene Werk zu erscheinen und potentielle Kritiker schon im voraus abzuschrecken - was schade wäre. doch löste deine kritik (vielleicht war es die bestimmtheit, die darin lag, vielleicht der ton, vielleicht beides) in mir den drang aus, Stellung zu nehmen. mehr noch: mich rechtfertigen zu müssen.

auch wenn es anders erscheinen mag, bin ich dir dennoch dankbar für deine mühe; besonders für die, die du dir im ersten post gemacht hast.

liebe grüße





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herb
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Hallo Hans, mir gefällt die Geschichte sehr gut. Je mehr Tempo hinein kommt, um so kürzer werden die Sätze. Finde ich toll man hält quasi die Luft an beim Lesen. Ich hatte auch den ersten Eindruck, es wäre noch dichter, die Story in der Gegenwart zu erzählen. Aber wenn du schreibst, du hättest es probiert, dann glaube ich dir. Vielleicht wäre es zu viel des Guten...
Die Einlassungen bluefins sind in etwa so, wie früher die Deutschlehrer die Aufsätze beurteilten. Ich weiß gar nicht, ob das gut gemeint ist...
Die ganze Geschichte ist aus der Sicht des Protagonisten erzählt und das ist okay. Er hat die Informationen über Aidsraten aufgeschnappt, für ihn ist die Welt ganz klein und bedrängt... es wäre fatal die Ratschläge bluefins aufzunehmen und nun so von oben herab (objektiv) zu erzählen. Das ist nicht literarisch, sonder allenfalls Wikepedia... bitte lass dich nicht verwirren...

guten Nacht wünscht herb
__________________
hier Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Kästner

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