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Leselupe.de > Gereimtes
Schrankenwut
Eingestellt am 01. 06. 2001 18:50


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Markus Veith
Routinierter Autor
Registriert: Nov 2000

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"Schrankenwut"

Mein Bild ist kaputt gegangen. Das von meiner Liebe. Die mit dem Herz in der Mitte.

Kaputt gegangen. Ging einfach. Und war kaputt.

Ich war das nicht!
Es war meine Wut. Genau! Sie war das.

Ich wu├čte, da├č sie wach war. Sie tat doch nur, als ob sie schliefe. Wie trunken und benommen lehnte sie sich die ganze letzte Zeit gegen meine Stimmb├Ąnder.
Und dabei juckte sie mir so unter den Z├Ąhnen, dass ich den Reiz lieber in Schmerz zerbi├č, als weiterhin zu ertragen.

Aber sie mu├čte sich austoben. Fr├╝her oder sp├Ąter. Sie reizte mich bis auf's Blut. Und mein Blut presste sich durch meine Liebe mit dem Herz drauf, walgte, rieb die dr├╝ckenden W├Ąnde auf, schleuderte alle Gedanken durcheinander. Du-dumm, Du-dumm, Du-dumm, schob ├Ąrgerlichen Druck vor sich her, lange schon und immer l├Ąnger, immer weiter vor sich her walgte aller Druck, alles Unangenehme. Alle Gedanken. Alles Aufgestaute. Allen Frust. Der Druck erzeugte irgendwann Gegendruck. Und der Gegendruck, der ... ja, der Gegendruck lie├č nun mein Bild kaputt gehen.

Ich habe an meinen Schranken gew├╝rgt. Zuerst. Dann auf sie eingeschlagen. Beim ersten Hieb mu├čte ich merken, wie verh├Ąrtet sie sind. Jetzt tut mir die Hand so weh, da├č ich sie zur Faust ballen mu├č. Meine Fingern├Ągel vergraben sich in den Handfl├Ąchen, jagen als Ablenkungsman├Âver eine Kompanie Schmerz in sie hinein. Doch diese Wut ist unerbittlich. Sie kennt Schmerzen zur Gen├╝ge. Funken desertieren vor meinen Augen.

Freunde nehmen mich beiseite. Versuchen, mit ihren gutm├╝tigen Armen das Beben meiner Schultern zu gl├Ątten. Sie sagen, Zorn sei ein schlechter Ratgeber.
NA UND !!
Die schlechten Ratgeber sind meine treuesten!
Ich schei├č auf impulsiven Eigentrost! Meine Z├Ąhne jucken trotzdem weiter!
Mir ist, als habe mir jemand die Lungen gestohlen! Ich atme nur noch meine F├Ąuste voll!
Meine Muskeln wollen rei├čen. Wollen sich l├Âsen! An ihre Grenzen toben!
Ich will Berserker rekrutieren! Mit ihnen die Elefantenherde aus meinem Kopf befreien! Den Wal in meinem Brustkorb ertr├Ąnken!
Meine F├╝├če wollen die wundgeriebenen W├Ąnde zertrampeln! In befreiter Stampede alles zu Wei├čglut stampfen!
Ich will endlich einen Orkan in meinen Lungen! Einen Zyklon in meinen Augen! Ein Blizzard soll mir die Ohren zerfetzen! Mich in St├╝cke rei├čen und wieder zusammen pusten!
Ich will W├Ąlder pflanzen, um sie herunterzubrennen! St├Ądte bauen und sie dem Erdboden gleichmachen! V├Âlker zeugen, um sie niederzumetzeln! Welten erschaffen! Sie aus den Angeln heben! Die Luft aus ihnen herauslassen, wie einen geballten, prallen, voll ├ťberflu├č gefluteten, viel zu gro├čen Ballon zur Explosion treiben! Egal was und wie!
Ich will ans Ende!!
Ich will endlich sagen k├Ânnen, da├č ich am Ende bin.



W├╝rde ich sterben, ... diese Wut w├╝rde mich noch einmal aus dem Grabe hebeln.



Ich bin am Ende!!



Das sch├Âne Bild.

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