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Leselupe.de > Krimis und Thriller
Schreck in der Abendstunde
Eingestellt am 11. 07. 2002 15:43


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Fritzli
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Jul 2002

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Schreck in der Abendstunde

Ein liebenswerter Chaot sollte er sein. Mit zehn Jahren. Nicky, sein Sohn. So hatte es die Lehrerin zwar nicht formuliert, aber die Umschreibung lie├č nur diesen Schluss zu.

Einerseits hatte Peter sich dar├╝ber gefreut, weil Nicky als begabt, fantasievoll und kreativ gelobt worden war. Dass die Lehrerin dann aber auch von schusselig angefertigten Hausaufgaben sprach, f├╝r die Nicky liebenswerte Ausreden erfand, wurmte ihn ehrlich gesagt. Von wem sollte er das blo├č haben?

Als Peter Brandner vom Elternabend seines Sohnes Nicky heim kam, stellte er das Auto unter der Stra├čenlaterne ab. Er hatte keine Lust, es in die Garage zu fahren. In wenigen Stunden w├╝rde es ohnehin wieder gebraucht. Und wer sollte hier schon lange Finger machen? Schlie├člich hat der Wagen eine Wegfahrsperre.

Peter beugte sich ├╝ber die Gartent├╝r und wollte gerade nach dem Schl├╝ssel greifen, der von der Innenseite steckte, als er im Fenster der Diele, die sich im Erdgeschoss befand, einen Lichtschein bemerkte. Der Lichtpunkt bewegte sich langsam durch den Raum und wanderte in Richtung K├╝che. Unwillk├╝rlich b├╝ckte sich Peter, als das Licht f├╝r einen Moment auf ihn gerichtet zu sein schien. Klopfen an den Schl├Ąfen. Heftiges Herzwummern verriet seine Erregung. War da etwa ein Einbrecher? Ihm fiel pl├Âtzlich ein, dass Renate Sp├Ątschicht hatte.

Mensch, Nicky, schoss es ihm durch den Kopf. Mit schnellen Schritten st├╝rmte er in Richtung Haust├╝r. Er lief ├╝ber den Rasen, um den dumpfen Klang der schnellen Schritte zu vermeiden. Pl├Âtzlich, ein schmerzhafter Schlag gegen sein Knie. Mit voller Wucht traf ihn auch ein Schlag gegen die Stirn. Ein glei├čender Lichtschweif tanzte vor seinen Augen, bevor von der rechten Augenbraue ein warmer Rinnsal ├╝ber die Nase lief.

ÔÇ×Ich muss die Polizei rufen", fl├╝sterte er gehetzt. ÔÇ×Verflucht!" er hatte sein Handy vergessen. Das Herausrei├čen des Schl├╝ssels aus der Hosentasche und das ├ľffnen der Haust├╝r waren eins. Er st├╝rmte zum Telefon in die Diele und w├Ąhlte 1-1-0.
Gleichzeitig griff er zum Lichtschalter. Vielleicht konnte er den Dieb durch das Licht erschrecken und verjagen. Es schien eine Ewigkeit zu dauern, bis er eine Stimme vernahm. ÔÇ×Polizeiwache Petersberg, Wachtmeister Schr├Âder", schnarrte es am anderen Ende der Leitung. ÔÇ×Kommen sie schnell in die Gartenstra├če 13. ├ťberfall! Hier sind Einbrecher! Mein Sohn ist in Gefahr!" rief Peter in den H├Ârer und knallte ihn zur├╝ck auf die Telefonschale, noch bevor der Polizist weitere Fragen stellen konnte.

Obwohl das Knie stark schmerzte, nahm er immer gleich zwei Stufen, um in Nicky's Zimmer zu gelangen. Sein Bett war leer. Verzweifelt rief Peter Nicky's Namen. Seine Stimme klang ihm unheimlich und fremd.
In diesem Moment schrie jemand im Garten laut ÔÇ×Auaaa". Peter sah im ge├Âffneten Fensterfl├╝gel blaues Licht blitzen. Aha, die Polizei ist da, ging es ihm durch den Kopf, war der Dieb gefasst? Er wollte gerade wieder nach Nicky rufen, als die Schrankt├╝r leise knarrte. Erstarren f├╝r einen Augenblick. Atemlose Stille. Auf Zehenspitzen schlich Peter zum Schrank. Er atmete tief durch, ehe er die T├╝r mit einem Ruck aufriss.

Peter war irritiert. Auf dem Schrankboden sa├č Nicky. In der linken Hand hielt er eine Sch├╝ssel, gef├╝llt mit M├╝sli, in der rechten Hand einen L├Âffel und zu seinen F├╝├čen lag seine Kindertaschenlampe. Der Mund war zu Pustebacken aufgeblasen, von den Lippen br├Âselten Cornflakes. Der Junge, im Gesicht wei├č wie die Wand, blickte seinen Vater mit erschrockenen Augen an.

Von der Treppe her h├Ârte Peter Getrappel. Er fuhr herum und stellte sich sch├╝tzend vor den Schrank. In der T├╝r erschienen Renate, mit der Gartenharke in der Hand, und ein Polizist mit einem gro├čen Horn auf der Stirn.
ÔÇ×Liebling, Du blutest ja", rief sie, nachdem sie erleichtert feststellte, dass Nicky im Schrank sa├č und hinter Peters Beinen hervorlugte. ÔÇ×Bist Du etwa auch auf die Harke getreten, die Du vorhin noch wegr├Ąumen wolltest?" Peter d├Ąmmerte es, der Schlag im Garten.
ÔÇ×Grrpps, grrpps", ein tiefer Knusperton erf├╝llte den Raum. Irgendwie kam Peter das Ger├Ąusch bekannt vor. Klar, der Fernsehspot, in dem das Kind die ganze Familie weckt, weil es nachts Cornflakes nascht.
Bl├Âde Werbung, dachte Peter.

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Phantom
Guest
Registriert: Not Yet

Deine Geschichte gef├Ąllt mir. Doch habe ich ein paar Kritikpunkte:
1. Die Abs├Ątze machen mir irgendwie Kopfzerbrechen. Warum hasst du so viele davon, einige k├Ânntest du doch auch weglassen, wie z.B. den ersten.
2. Zwischen "Block 5" u. "6" kam ich ins schleudern. Ich wusste nicht, ob dein Protagonist bewusstlos irgendwo herumliegt und eine andere Person jetzt erw├Ąhnt wird oder ob es sich beim "Er" wieder um Peter handelt. Da w├╝rde ich noch was ver├Ąnderen wie: "Der Schlag hatte ihm einen h├Ąmmernden Schmerz ├╝ber seine r. Augenbraue versetzt, doch sofort lief er weiter, nun direkt auf das Haus zu", ist jetzt nur daher gebastelt, aber irgendwie so was in der Art...
3. Peter rei├čt die T├╝r zum Schlafzimmer seines Sohnes auf und gleich sitzt da Nicky, im ge├Âffneten oder geschlossenen Schrank? Nebenbei muss ich bemerken, dass ich es ungew├Âhnlich finde, dass ein Kind zu sp├Ąter Nachtzeit mit `ner Taschenlampe im Haus heruml├Ąuft, da w├╝rde ich vielleicht noch einen "Stromausfall", oder so was ├Ąhnliches inszenieren.
Das Ende gef├Ąllt mir, mit einer geh├Ârigen Portion an Selbstironie, die dein Protagonist am Ende hat...
Freue mich schon auf deine n├Ąchste Geschichte!
Gru├č Phantom

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Fritzli
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Jul 2002

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Hallo Phantom,
vielen Dank f├╝r deine hilfreiche Kritik. Ich habe die Geschichte noch einmal ├╝berarbeitet und deine Tipps ber├╝cksichtigt.
Warum hier mehr Abs├Ątze erschienen sind, als beabsichtigt, habe ich noch nicht herausgefunden. Ich hoffe, dass mir das in Zukunft nicht mehr passiert.
Noch ein Gedanke zum Kind mit der Taschenlampe - also ich fand das immer spannend so durch unser Haus zu laufen. Damals war es sogar noch reizvoller, weil es maximal nur eine Taschenlampe im Haus gab, sie musste erst "besorgt" werden.


Schreck in der Abendstunde

Ein liebenswerter Chaot sollte er sein. Mit zehn Jahren. Nicky, sein Sohn. So hatte es die Lehrerin zwar nicht formuliert, aber die Umschreibung lie├č nur diesen Schluss zu.
Einerseits hatte Peter sich dar├╝ber gefreut, weil Nicky als begabt, fantasievoll und kreativ gelobt worden war. Dass die Lehrerin dann aber auch von schusselig angefertigten Hausaufgaben sprach, f├╝r die Nicky liebenswerte Ausreden erfand, wurmte ihn. Von wem sollte er das blo├č haben?

Als Peter Brandner vom Elternabend seines Sohnes Nicky heim kam, stellte er das Auto unter der Stra├čenlaterne ab. Er hatte keine Lust, es in die Garage zu fahren. In wenigen Stunden w├╝rde es ohnehin wieder gebraucht. Und wer sollte hier schon lange Finger machen? Schlie├člich hat der Wagen eine Wegfahrsperre.
Peter beugte sich ├╝ber die Gartent├╝r und wollte gerade nach dem Schl├╝ssel greifen, der von der Innenseite steckte, als er im Fenster der Diele, die sich im Erdgeschoss befand, einen Lichtschein bemerkte. Der Lichtpunkt bewegte sich langsam durch den Raum und wanderte in Richtung K├╝che. Unwillk├╝rlich b├╝ckte sich Peter, als das Licht f├╝r einen Moment auf ihn gerichtet zu sein schien. Klopfen an den Schl├Ąfen. Heftiges Herzwummern verriet seine Erregung. War da ein Einbrecher? Ihm fiel pl├Âtzlich ein, dass Renate Sp├Ątschicht hatte.

Mensch, Nicky, schoss es ihm durch den Kopf. Mit schnellen Schritten st├╝rmte er in Richtung Haust├╝r. Er lief ├╝ber den Rasen, um den dumpfen Klang der schnellen Schritte zu vermeiden. Pl├Âtzlich, ein schmerzhafter Schlag gegen sein Knie. Mit voller Wucht traf ihn auch ein Schlag gegen die Stirn. Ein glei├čender Lichtschweif tanzte vor seinen Augen, bevor von der rechten Augenbraue ein warmer Rinnsal ├╝ber die Nase lief. Peter k├╝mmerte sich nicht um seine Verletzung, sofort lief er weiter. ÔÇ×Ich muss die Polizei rufen", fl├╝sterte er gehetzt. ÔÇ×Verflucht!" er hatte sein Handy vergessen. Er riss den Schl├╝ssels aus der Hosentasche. Die Hand zitterte bei der Suche nach dem Schl├╝sselloch. Er stie├č die Haust├╝r auf, st├╝rmte zum Telefon in die Diele und w├Ąhlte 1_1_0. Gleichzeitig griff er zum Lichtschalter. Vielleicht lie├č sich der Dieb durch das Licht erschrecken und verjagen. Es schien eine Ewigkeit zu dauern, bis er eine Stimme vernahm. ÔÇ×Polizeiwache Petersberg, Wachtmeister Schr├Âder", schnarrte es am anderen Ende der Leitung. ÔÇ×Kommen sie schnell in die Gartenstra├če 13. ├ťberfall! Hier sind Einbrecher! Mein Sohn ist in Gefahr!" rief Peter in den H├Ârer und knallte ihn zur├╝ck auf die Telefonschale, noch bevor der Polizist weitere Fragen stellen konnte.

Obwohl das Knie stark schmerzte, nahm er immer gleich zwei Stufen, um in Nicky's Zimmer zu gelangen. Sein Bett war leer, der Junge nicht zu sehen. Verzweifelt rief Peter Nicky's Namen. Seine Stimme klang ihm unheimlich und fremd.
In diesem Moment schrie jemand im Garten laut ÔÇ×Auaaa". Peter sah im ge├Âffneten Fensterfl├╝gel blaues Licht blitzen. Die Polizei ist da, ging es ihm durch den Kopf, war der Dieb gefasst? Er wollte gerade wieder nach Nicky rufen, als die Schrankt├╝r leise knarrte. Erstarren f├╝r einen Augenblick. Atemlose Stille. Auf Zehenspitzen schlich Peter zum Schrank. Er atmete tief durch, ehe er die T├╝r mit einem Ruck aufriss.

Peter war irritiert. Auf dem Schrankboden sa├č Nicky. In der linken Hand hielt er eine Sch├╝ssel, gef├╝llt mit M├╝sli, in der rechten Hand einen L├Âffel und zu seinen F├╝├čen lag seine Kindertaschenlampe. Der Mund war zu Pustebacken aufgeblasen, von den Lippen br├Âselten Cornflakes. Der Junge, im Gesicht wei├č wie die Wand, blickte seinen Vater mit erschrockenen Augen an.
Von der Treppe her h├Ârte Peter Getrappel. Er fuhr herum und stellte sich sch├╝tzend vor den Schrank. In der T├╝r erschienen Renate, mit der Gartenharke in der Hand, und ein Polizist mit einem gro├čen Horn auf der Stirn. ÔÇ×Liebling, Du blutest ja", rief sie, nachdem sie erleichtert feststellte, dass Nicky im Schrank sa├č und hinter Peters Beinen hervorlugte. ÔÇ×Bist Du etwa auch auf die Harke getreten, die Du vorhin noch wegr├Ąumen wolltest?" Peter d├Ąmmerte es, der Schlag im Garten.

ÔÇ×Grrpps, grrpps", ein tiefer Knusperton erf├╝llte den Raum. Irgendwie kam Peter das Ger├Ąusch bekannt vor. Klar, der Fernsehspot, in dem das Kind die ganze Familie weckt, weil es nachts Cornflakes nascht.
Bl├Âde Werbung, dachte Peter.

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Phantom
Guest
Registriert: Not Yet

Und Ich dachte, du h├Ąttest die Abs├Ątze absichtlich gesetzt :-)... Die Geschichte liest sich jetzt viel fl├╝ssiger, au├čerdem hast du jetzt noch ein neuen Spannungsmoment reingebracht, indem der Vater nicht gleich seinen Sohn im Zimmer, durch die ge├Âffnete Schrankt├╝r, erblickt...
Freue mich schon auf deine n├Ąchste Geschichte
Gru├č Phantom

P.S. Ja, als Kind fand ich es auch lustig nachts allein durch's Haus zu schleichen... Ab und zu hatten wir ein paar Stromausf├Ąlle bei uns im Bezirk, u. wie oft habe ich es mir gew├╝nscht, dass die Techniker versagen und meine Familie und ich die kommende Nacht im Dunkeln verbringen... :-)

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GabiSils
???
Registriert: Mar 2002

Werke: 1
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Hallo Fritzli,

ich finde es gerade bei Krimis immer schade, wenn der Titel zuviel verr├Ąt. Da├č nichts Ernsthaftes passiert, ist bei dieser Wortwahl klar. F├Ąllt dir eine andere M├Âglichkeit ein?

Gru├č
Gabi

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Fritzli
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Jul 2002

Werke: 1
Kommentare: 2
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Versp├Ątete Antwort!

Danke f├╝r den Hinweis, Gaby. Ich denke dr├╝ber nach. Deinen Einwand finde ich gut. Ich m├Âchte auch recht lange neugierig sein, wenn ich lese.
PS: Bitte entschuldige die Versp├Ątung, bin umgezogen.

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