Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92241
Momentan online:
94 Gäste und 0 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Gereimtes
Schreib bitte so wie bisher weiter!
Eingestellt am 16. 06. 2003 10:30


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
Penelopeia
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Nov 2002

Werke: 149
Kommentare: 1964
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Bin ich doch k├╝rzlich tief im Wald
so mir nichts, dir nichts hingeknallt.
Und schon im Fallen schrie ich: "Schei├če,
ich glaub, da├č ich ins Moos hier bei├če..."

Von wegen Moos. Da war kein Moos!
Ich schlug auf einen Baumstumpf blo├č,
ich schlug hart drauf, mu├č ich erw├Ąhnen,
mit Nase, Kinn und Schneidez├Ąhnen...

So lag ich also wimmernd dort
an jenem gottverlass'nen Ort
und fluchte auf die Welt, die schlimme,
da sprach zu mir leis eine Stimme:

"Es tut, mein Freund, mir wirklich leid,
da├č Du mich triffst zu dieser Zeit,
doch bin ich tags, das sag ich offen,
von Schlafproblemen oft betroffen..."

Fast war mir alles einerlei,
trotzdem stie├č aus ich einen Schrei,
dann schwieg wie bl├Âd ich, staunte, starrte
auf einen Zwerg mit langem Barte.

Und ich begriff, was hier passiert',
warum ich so b├Âs ausgeschmiert:
So fiel ich also ganz alleine
├╝ber des Zwerges kurze Beine!

Es sei, so hub der wieder an,
schlecht dran, wer tags nicht schlafen kann
wie andre Zwerge, Elfen, Nymphen
in wispernd B├╝schen, schwarzen S├╝mpfen...

So m├╝sse er bei Tag umgehn,
in Wald und Busch manch Runde drehn,
oder vor einem Baumstumpf sitzen
und hellwach mit den Augen blitzen.

Zwar h├Ątt er gro├če Zauberkraft
und w├╝├čte manchen Zaubersaft,
nur h├Ątt noch keinen er gefunden,
der ihm gebracht paar Schlummerstunden...

Nun tat mir leid der kleine Wicht.
Auf sammelte ich mein Gesicht
und sprach dann, zart wie eine Elfe,
da├č in der Regel ich gern helfe...

"Tschuldigung, du bist", sprach der Zwerg,
"so scheint mir, schon ├╝ber den Berg.
Gehe, erhol dich, lauf von hinnen.
Ich bleib. Schlaflos. Im Wald. Hier drinnen"

Stillschweigend sa├č der kleine Mann,
sah mich mit roten Augen an:
Ach, wenn ihn doch Somnus entf├╝hrte,
und er die Tagwelt nicht mehr sp├╝rte...

Und ich sa├č auch und dachte nach,
bevor mit Vorsicht ich dies sprach:
"Bei allen Zwergen, Nymphen, Elfen:
Ich k├Ânnte Dir, Du mir wohl helfen!

Ich les Dir einfach etwas vor,
Du h├Ârst nur zu, l├Ą├čts in Dein Ohr.
Ich kann zwar keinen Zauber wirken,
doch f├╝r dies Mittel gibt es B├╝rgen!

Da schaut der Zwerg, da staunt der Zwerg:
Bringt ihn dies Mittel ├╝bern Berg,
macht es ein Ende seinem Leiden
von Dauertagschlaflosigkeiten..?

Was f├╝r ein Text denn das wohl sei,
er w├╝├čt' es gern, wenn ich so frei...
"Es schl├Ąfert", sprach ich, "Zwerge, Wichte
ein jener Text - meiner Gedichte."

Und hervor zog, was ich bei mir
an eig'nen Texten so mitf├╝hr'
und was ich schon vielen gezeiget,
worauf diese zumeist geschweiget...

So las dem Zwerg Gedichte ich,
die Wirkung war h├Âchst gr├╝ndelich:
Bleiern sanken die Augenlieder,
bleischwer sein Kopf zur Brust hernieder...

Laut schnarchte er gar manche Stund,
w├Ąhrend Gedichte las mein Mund,
und als ich endete mit Lesen,
wachte er auf, erholt, genesen.

Er wachte auf und staunte sehr,
welch Wundermittel das wohl w├Ąr,
wie dankbar sei er, jetzt mal offen!,
da├č er mich hier im Wald getroffen...

Und dankbarlich sah er mich an:
Was er denn nun f├╝r mich tun kann?
"Kannst Du meine geschrieb'nen Sachen",
sprach ich, "nicht int'ressanter machen?

Kannst Du nicht bi├čchen Pep und Stil,
ein wenig Tiefe und Gef├╝hl
anhexen allen Werken, meinen?
Sonst schl├Ąft man ein und ich mu├č weinen..."

"Ich kann, ich kann", so sprach der Zwerg,
"ich bringe Leben in Dein Werk,
la├č funkeln Geist, Pointen blitzen
und bring die Zuh├Ârer ins Schwitzen...

Es werden alle hellwach sein
bei jedem Wort von Dir allein,
die ganze Welt wird diskutieren
und um Dein Werk sehr laut parlieren..."

Doch pl├Âtzlich sprach der Zwerg: "Zu dumm.
Ich bring mich um mein Mittel rum.
Nein, nein, das geht nicht, wirklich, leider...
Schreib bitte so wie bisher weiter!"

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Sansibar
Guest
Registriert: Not Yet

Nett

Hallo Penelo,
eine nette,liebensw├╝rdige Geschichte und so mancher Dichter hat ja den Traum von jedem verstanden, geliebt und begehrt zu sein. Sch├Ân dass du das so ironisch servierst.
Es scheint was in der Luft zu sein, denn gerade heute habe ich ein Gedicht ├╝ber das "Talent" geschrieben, dass in ├Ąhnlicher Weise den Schreiber durch den Kakao zieht. Selbstironie muss halt sein!
Gru├č Sansibar aus Sansibar

Bearbeiten/Löschen    


Penelopeia
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Nov 2002

Werke: 149
Kommentare: 1964
Die besten Werke
 
Email senden
Profil

Hallo Sansibar,

danke f├╝r Deinen Kommentar, ich hatte schon ein bi├čchen Angst, die Ironie k├Ânnte in der L├Ąnge des Textes versaufen...(Und dabei habe ich den schon wesentlich gek├╝rzt! - Je ├Ąlter, desto schwatzhafter...)
Um so mehr freut's mich, da├č Du es bis zum Schlu├č gelesen hast. Werd gleich mal nach Deinem Werk schauen!

Liebe Gr├╝├če

Pen.

Bearbeiten/Löschen    


Sansibar
Guest
Registriert: Not Yet

Werk

Hallo Popei,
ist noch nicht eingestellt!
SaS

Bearbeiten/Löschen    


Rote Socke
Guest
Registriert: Not Yet

Hi Pen,
freut mich zu lesen, wenn ein Autor versteht sich selbst auf die Schippe zu nehmen, und dann am Ende doch selbstbewusst genug sagt: ich bin halt so und ich schreib halt so und mir gef├Ąllt's.

Recht so!

Und gar keine ├╝ble Idee dies in so einer Geschichte mit dem Zwerg zu verpacken. Darauf muss man erst kommen.
Aber warum machst Du 2 teile draus. Lass es doch in der einheitlichen Form. Passt doch prima. es ist eine Story mit Pointe.

LG
Socke

Bearbeiten/Löschen    


Penelopeia
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Nov 2002

Werke: 149
Kommentare: 1964
Die besten Werke
 
Email senden
Profil
Zwei Teile...

Hallo Rots├Âckchen,

danke f├╝r Deinen zustimmenden Kommentar und die Anregung f├╝r eine Einfachgliederung. Du hast wahrscheinlich recht, in der vorliegenden Form macht eine Teilung keinen Sinn mehr. Urspr├╝nglich war der Text sehr viel l├Ąnger. (Der Zwerg war Metapher f├╝r den geschrumpften deutschen Geist, der von einstiger prometheischer Gr├Â├če tr├Ąumt; der "Stolperer" versucht verschiedene Produkte des gegenw├Ąrtigen deutschen Geisteslebens als Beruhigungs- bzw. Schlafmittel, ehe er auf seine eignen Verse kommt etc. - ja, eine komplexe Kiste, urspr├╝nglich.)

Liebe Gr├╝├če

Pen.

Bearbeiten/Löschen    


Zur├╝ck zu:  Gereimtes Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!