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Leselupe.de > Gereimtes
Schreiberethos
Eingestellt am 23. 10. 2000 16:52


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pagenstecher
Hobbydichter
Registriert: Sep 2000

Werke: 18
Kommentare: 3
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SCHREIBERETHOS

Du sollst nicht reimen heißt das gebot
dem ich vor jahren einst gelobt
zu folgen treu und ritterlich.
Gewiß ich habe sicherlich
mich selbst einmal betrogen
habe um des beifalls lärm
einen satz ein wort mal umgebogen
doch dass dies den sinn entstellt hätte,
dies bestreit ich vehement bei zahnfleisch, schuster und zement.
Ich gehe ein mit dir die wette
biete kopf und hemd und meinen kragen
dass meinen eid du auch in hundert jahren
siehst wehen auf meiner enkel fahnen.
Ja, ich bekenne nochmals feierlich
vor allem in der bundesrepublik
ist zu aller zeit zumal nach auschwitz reimen nicht mehr schick.
Ich folge da getrost dem alten freund adorno
und denke über dieses storno der dichterischen produktion
ein veto einmal ausgesprochen fördert die verbale reduktion
so ziemlich auf ------
das wesentliche.

__________________
pag

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