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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Schritte im Dunkel
Eingestellt am 27. 10. 2005 12:29


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Tinka
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Oct 2005

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Schritte im Dunkel

Die Hydraulik atmete schwer aus, als sich die T√ľren der Bahn √∂ffneten. Nur wenige Leute stiegen um diese Zeit und an diesem Ort noch aus. Sie hatte es gewusst. Das hatte sie nun von ihrer Gutm√ľtigkeit! Warum nur konnte sie nicht ‚ÄěNein!‚Äú sagen, wenn im Betrieb wieder einmal √úberstunden anstanden?
Eilig machte sie sich auf den Heimweg. Die Glockenschläge der nahen Turmuhr zählten ihre Schritte auf dem grauen Asphalt. Sie fröstelte, schlug den Kragen hoch und vergrub eine Hand in der Manteltasche, währen sich die andere um die schmale Aktentasche klammerte.
Hastig bog sie in die n√§chste Stra√üenschlucht ein, die von nur wenigen Laternen sp√§rlich erhellt wurde. Ihre einsamen Schritte dr√∂hnten auf dem m√ľden Pflaster.
Da h√∂rte sie ein Ger√§usch hinter sich! War es das Echo ihrer Schritte, das die nackten H√§userw√§nde zur√ľckwarfen oder . . .? Sie ging schneller. Die Aktenmappe war hinderlich. H√§tte sie die Briefe doch blo√ü im B√ľro zu Ende geschrieben, statt sie mit nach Hause zu nehmen! Das war streng verboten und das wusste sie! Aber sonst w√§re es noch sp√§ter geworden und sie f√ľrchtete den Weg durch die Dunkelheit.
Aus dem Schaufenster eines kleinen Ladens fiel Licht auf die Straße. Sie bleib stehen, tat als betrachte sie die Auslagen, lauschte. In der Ferne bellte ein Hund, sonst war nichts zu hören. Stille!
Zögernd löste sie sich aus der Helligkeit des Fensters und setzte eilig ihren Weg fort.
Und da waren sie wieder, die Schritte, ein ungleichm√§√üiges Klappern, das ihr folgte. Kalter Schwei√ü trat ihr auf die Stirn. Schon konnte sie am Ende der Gasse die Lichter der Autos erkennen, die die Hauptstra√üe entlang fuhren, das Blinken der Leuchtreklamen. Dort w√ľrden auch um diese Zeit noch Menschen sein. Nur noch einige hundert Schritte. Sie begann zu laufen, die Aktentasche mit beiden Armen fest an sich gepresst.
Deutlich hörte sie die unregelmäßigen Schritte hinter sich, hörte sie näher kommen.
Noch hundert Schritte bis zur Hauptstraße.
Da legte sich eine Hand von hinten auf ihre Schulter.
Sie wollte rennen, schreien, doch ihr Körper gehorchte ihr nicht. Wie erstarrt stand sie in der Dunkelheit und hörte den keuchenden Atem neben sich.
‚ÄěNora, warum rennst du denn so?‚Äú, vernahm sie da eine vertraute Stimme. ‚ÄěIch habe mir Sorgen gemacht und wollte dich von der Bahn abholen. Ich wei√ü doch, dass du dich im Dunklen f√ľrchtest! Du warst aber so schnell und mit meinem Gipsbein kann ich doch nicht so gut laufen.

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flammarion
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

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und,

warum hat das gipsbein sich nicht geoutet, als nora vor dem schaufenster stand? ein wenig zu konstruiert, finde ich.
lg
__________________
Old Icke

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F Fuller
Festzeitungsschreiber
Registriert: Aug 2005

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Hi,

"Das war streng verboten und das wusste sie!"
Bei einer so kurzen Geschichte wirkt dieser Satz wie Plauderei. Er tr√§gt nicht wirklich zu der Story bei, und ich w√ľrde ihn weglassen.

"die Schritte, ein ungleichmäßiges Klappern"
Zieht das Gipsbei an einer Schnur gebundene Dosen hinter sich her? oder handelt es sich dabei gar um einen Roboter, bei dem etwas lose ist?

Ansonsten ist der Text angenehm kurz und fl√ľssig zu lesen. Das Ende ist zwar nicht grad neu, bekomt aber durch das Gipsbein ein neues Gesicht.

Gruss
Fuller

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Tinka
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Oct 2005

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Hallo Fuller,
ich habe im Laufe der Zeit gelernt mich von Sätzen zu verabschieden - warum nicht auch von "Das war streng...", da er die Handlung ja nicht wirklich voran bringt.
Mit dem "Kappern" hast du mich voll erwischt!!!! Ich habe auch schon √ľber ein anderes Wort nachgedacht (dieses h√∂rt sich auch f√ľr mich irgendwie unpassend an, so nach Pferd oder dem Teufel mit dem Bocksfu√ü), aber es ist mir nichts besseres eingefallen, was lautmalerisch das Ger√§usch beschreibt. Vielleicht hast du ja eine Idee - w√ľrde mich freuen, wenn du mir helfen kannst!
Ich hatte auch schon daran gedacht, den Schuss zu ändern:

..."Hallo, mein Schatz," vernahm sie eine ihr schon seit ein paar Wochen bekannte Stimme, "warum rennst du denn so? Du musst doch keine Angst haben - vor mir doch nicht!"

Dann wäre der Schluss offen und ich könnte im Text auf das Gipsbein und was damit zusammenhängt ("Klappern" ;-))verzichten.
Gruß Tinka

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F Fuller
Festzeitungsschreiber
Registriert: Aug 2005

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Hi Tinka,

das Gipsbein finde ch gut, das unterscheidet die Geschichte von vielen anderen, die so ähnlich sind. Außerdem
macht es sie sympathisch.

Wie wäre es, wenn Du das Geräusch einfach "schreibst": z.B. "Tapp - Klock - Tapp - Klock!" So hast du das Klapern weg und die Unregelmäßigkeit drin.

Gruss
Fuller

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Tinka
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Oct 2005

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Hy Fuller,
danke f√ľr deine schenlle Antwort!

Den Gedanken mit der Lautmalerei werde ich mir durch den Kopf gehen lassen - ein Wort/einen Begriff f√ľr dieses Ger√§usch gibt es wohl nicht.

Interessant, wie verschieden Geschichten eingesch√§tzt werden - flammarion gefiel das Gipsbein nicht (vielleicht war da auch etwas nicht ganz logisch - ich werde noch einmal dar√ľber nachdenken,) dir (und mir eigentlich) schon!

Dat mit die Kunst und so hat wol doch janz dolle wat mit die vaschiedenen Jeschmäckern zu tun, denk ik mal!

Gruß Tinka

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